Digitale Landesbibliothek Berlin Logo
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 28.1925 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

Full text: Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 28.1925 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Periodical

Creator:
Berlin (West). Abgeordnetenhaus
Title:
Stenographischer Bericht / Abgeordnetenhaus von Berlin
Publication:
Berlin: Abgeordnetenhaus 1971
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2007
Dates of Publication:
1. Band, Nr. 1 (11. Januar 1951)-4. Band, Nr. 30 (25. Februar 1971)
ZDB-ID:
2848207-4 ZDB
Previous Title:
Stenographischer Bericht
Succeeding Title:
Plenarprotokoll
Keywords:
Geschichte 1951-1971 ; Berlin ; Quelle
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
Urban Studies:
Kws 740 Kommunalverwaltung. Kommunalpolitik: Kommunalpolitik
DDC Group:
320 Politik
Collection:
Public administration,politics
State,Politics,Administration,Law
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1953
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2007
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
Urban Studies:
Kws 740 Kommunalverwaltung. Kommunalpolitik: Kommunalpolitik
DDC Group:
320 Politik
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-9757237
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
Public administration,politics
State,Politics,Administration,Law

Contents

Table of contents

  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 28.1925 (Public Domain)
  • Band 1
  • Band 2
  • Cover
  • H. 19
  • H. 20
  • H. 21
  • H. 22
  • H. 23
  • H. 24
  • H. 25
  • H. 26
  • H. 27
  • H. 28
  • H. 29
  • H. 30
  • H. 31
  • H. 32
  • H. 33
  • H. 34
  • H. 35
  • H. 36
  • Cover back

Full text

Jafirp. 2S 
Nr. 24 
24 
I 
eines schönen Tages saß ich auf der Bahn und fuhr zu 
ihr. 
Endlich war ich da. Nun im Sturmschritt nach ihrer 
Wohnung. Aber sie war nicht daheim. Man nannte 
nur das Tanzlokal, wo ich sie finden würde. 
Und dort fand ich sie, will auf sie zueilen, in meine 
Arme sie schließen — was kümmern mich die fremden 
Leute! — aber da sehe ich, daß sie einen anderen bei 
sich hat, mit dem sie schön tut und von dem sie sich 
küssen läßt -— und mit dem sie Kotelette mit Spargel 
ißt — und dieser, geziert und geschniegelt und mit ge 
branntem Lockenhaar, war mein ehemaliger Friseur. 
Ich war empört und in meiner verletzten Eitelkeit 
beschloß ich, Skandal zu machen. 
Aber zu meinem Glück nahm ein alter Freund mich 
beim Arm und zog mich hinaus .... 
Der Einsame 
^ilgigg«===ggBggggggg=Mi» 
G UTTI A L S E N 
1s der junge Schauspieler nach der 
Abendvorstellung den großen Platz 
überquerte, trat ihm die Dame mit dem 
weißen Tulpenstrauß entgegen. 
„Also doch?“ erstaunte er, „Sie 
wollen es trotz meiner Warnungen 
wagen, mit mir zu kommen? Ich warne 
Sie in letzter Viertelstunde . . .“ 
Seine Blicke legten sich auf das blut 
entleerte Frauengesicht, darin nur der Mund wie eine 
Wunde auf glühte. 
„Sie wissen die Gründe . . .“ stammelte sie und hob 
ihre Augen schwer zu den seinen, „meine Briefe er 
zählten Ihnen mein Leid, das späte, bittere Glück vor 
den Gestaltungen Ihrer ekstatischen, Ihrer melancho 
lischen Bühnengeschöpfe . . . den Wunsch, hier und da 
mit Ihnen darüber zu plaudern . . .“ 
Seine gleichgültige Miene versteinerte sich. Die finster- 
gerandeten Augen krochen tiefer in ihre Höhlen ein. 
„Ich verstehe“, klagte ihre Stimme und ihre Lippen 
waren rote Flatterblumen. Schwer fielen die breiten 
Lider, um schnelle Feuchte zu bedecken. 
„Nicht so“, begütigte er, seine Hände vorbreitend, 
„Sie täuschen sich . . Wenn Sie den Mut haben . . . Ich 
bitte . . .“ 
Der schmale junge Herr und die elegant verhüllte Frau 
schritten nebeneinander zu den nachtdunklen Villen 
straßen der Weltstadt. 
Er entsicherte die breite Tür eines zurückflüchtenden 
Gartenhauses, bat sie einzutreten, ließ malvenblasses 
Licht erblühen, nahm ihr den daunenleichten Pelz von 
den Schultern. 
„Ich bitte“, wiederholte er mit tiefer Neigung. 
Und wieder, auch im Zimmer, brach malvenkrankes 
Licht auf. Ungewohntes, Niemalsgesehenes entwuchs 
dem Raum. Aber die Ursachen waren ihr nicht geläufig. 
Seidenstürze ergossen sich über unsichtbare Türöff 
nungen, rundeten Ecken. Flüssige Spiegel dehnten die 
Wände in Ferne und widerstrahlten bizarre Geräte. 
Fr feinde Gerüche irritierten Sinne und Nerven. 
„Ich bitte“, sagte er ein drittes Mal und seine bleiche, 
überlange Hand gebot, daß sie sich setze. 
Während er sprach: 
Wenn ich des Erfrierens der wenigen gedenke, die mit 
Überhitzten Illusionen zu mir drangen, kömmt mir die 
Gewißheit, daß ich um ein Jahrhundert zu früh die Wege 
hier unten gehen muß. Als Fünfzehnjähriger verab 
schiedete ich bereits die sogenannten Freuden, wovon 
Gleichaltrige sonst erst zu träumen beginnen. Nicht aus 
Askese, meine gnädigste Frau, gewiß nicht! Sondern? 
Sie lächeln? Aus Übersättigung gar? Beides nicht, fehl- 
geraten! Obwohl ich mit beidem experimentierte. Ganz 
ergebnislos. Denn während Blut und Phantasie sich rot 
nach ihnen verbrannten, erkannte ich beide als Ab 
gründe, mit Lügen und Ammenmärchen zugedeckt. Wie, 
die Legende von ewiger Seligkeit soll uns ein langes 
Leben der Einkerkerung verklären? Die mißschöne Ver 
einung mit einem fremden Körper uns allen Erdenboden 
vergessen machen? 
Ich sehe auch Sie in Mißverstehen zurückweichen. . . 
Warum nur? Weil einer mit Mühen abseitige Pfade nach 
nie gesehener Schönheit, nach ungelebten Reizen ab 
suchte? . . . 
Neunzehn Jahre alt, war mein Name von jedem abge 
griffen wie eine alte Münze. Kein Blatt, kein Buch, das 
meinen jungen Ruhm verschwieg. Frauen, Männer, 
Kinder waren wartend vor meiner Tür. Die ich fester 
denn zuvor abschloß gegen Eindringende. 
Drinnen aber, im beschützten Zuhause, richtete ich 
mir und meiner Kunst Bettempel auf. Opalene Sehn 
suchtsweite. Meiner Kunst, der großen, geheiligten, 
meiner unheiligen, die mir die Möglichkeit Immerneu 
erstehens, kühnen Wechsels, die mir schmerzende 
Reizungen und subtilstes Empfinden schuf. . . 
Einsamkeit fiel um mich, tropfenschwer. Sang mir 
meerferne Lieder. Sagte mir Wunder und Wunder. Gab 
sich mir in Schmerzen zu eigen. Einsamkeit bevölkerte 
mein Haus mit fremden Gästen, an keine Zeit und keine 
Erdenbreite gebunden. Frauen kehrten ein zu mir aus 
dem bunten Bilderbuch der Vergangenheiten. Sie waren 
nicht gestorben. O nein! Sie hatten nur meiner geharrt 
durch die Jahrhunderte, um mich mit den Lüsten alles 
Fernen und alles Gewesenen zu beglücken. 
Und Frauen kamen aus der Sonnenbrut der Tropen 
länder. Und Mädchen, jungsachte wie Maigras, liebes- 
unwissend und zag. Von Norwegens keuschen Berg 
rücken, von russischen Oedlandsteppen. Aus Sibiriens 
Eisbezirken. Und aus alten verrammelten flandrischen 
Klöstern. Sie flüsterten mir ihre Träume zu. Sie 
lächelten. Sie weinten. Sie waren so fern und so blaß. 
Und alle reichten mir ihre Herzen hin, eine nach der 
anderen. . . Und liebten meine seltsame Art und das 
Leidweh, das ihre Liebe mir gab . . . 
Sie lächeln so ernsthaft? Sie frösteln? Ich bin nicht 
krank, gewiß nicht. Bin nur nicht erdmäßig wie das Ge 
schlecht von heute. Warum denn jauchzt die Menge zu 
mir, spiele ich ihr diese bodenfeinen Geschöpfe? Be 
decke ich die garstige Gegenwart mit blauem Gespinst 
der Phantasie? . . ■ Vielleicht, weil sie in mir den Vor 
läufer ahnt für ein verfeinertes Geschlecht . . . 
Oft auch fürchte ich, daß nur bleiche Schatten, von 
meiner drängenden Einbildungskraft beschworen, mir 
Gäste sind. 
Dann öffne ich die Türen zu jenen Zimmern . . . 
So . . . sehen Sie ... So . . . Und halte die bunten Herr 
lichkeiten meiner Theatergewänder. Dann schmiege ich 
mich in eine der Hüllen Wie .letzt in dies japa 
nische Kleid . . ■ lasse den Seidensturz fallen von jener 
Ecke, aus der mein Bildnis so traurig blickt. . 
Als der junge Schauspieler im flamingobestickten 
Seidenkittel, ein müdes Lächeln um die Lippenränder, 
sich wandte, fand er sich allein vor seinem Ebenbild an 
der Wand . . . 
Eine Tür tat sich bebend zu ... .
	        

Downloads

Downloads

Full record

TEI
TOC

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Formats and links

The metadata is available in various formats. There are also links to external systems.

Formats

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core

Links

OPAC

Cite

Cite

The following citation links are available for the entire work or the page displayed:

Full record

Citation recommendation

Please check the citation before using it.

Search results

Search results

Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin und dessen nächste Umgebungen mit Einschluß von Charlottenburg
1 / 4
Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Potsdam und Charlottenburg
Back to search results Back to search results

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many grams is a kilogram?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.