Digitale Landesbibliothek Berlin Logo
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1914, XXIII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

Full text: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1914, XXIII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Monograph

Author:
Tovote, Heinz
Title:
Durchs Ziel : Roman / Heinz Tovote
Edition:
Dritte Auflage
Publication:
Berlin: F. Fontane, [1914]
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2025
Scope:
367 Seiten
Berlin:
B 328 Literatur: Romane, Erzählungen über Berlin
DDC Group:
830 Deutsche Literatur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15505724
Collection:
Berlin Dialect,Literature,Literary Life
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 328 Tov 3
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
XII.

Contents

Table of contents

  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1914, XXIII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Nr. 1, 4. Januar 1914
  • Nr. 2, 11. Januar 1914
  • Nr. 3, 18. Januar 1914
  • Nr. 4, 25. Januar 1914
  • Nr. 5, 1. Februar 1914
  • Nr. 6, 8. Februar 1914
  • Nr. 7, 15. Februar 1914
  • Nr. 8, 22. Februar 1914
  • Nr. 9, 1. März 1914
  • Nr. 10, 8. März 1914
  • Nr. 11, 15. März 1914
  • Nr. 12, 22. März 1914
  • Nr. 13, 29. März 1914
  • Nr. 14, 5. April 1914
  • Nr. 15, 12. April 1914
  • Nr. 16, 19. April 1914
  • Nr. 17, 26. April 1914
  • Nr. 18, 3. Mai 1914
  • Nr. 19, 10. Mai 1914
  • Nr. 20, 17. Mai 1914
  • Nr. 21, 24. Mai 1914
  • Nr. 22, 31. Mai 1914
  • Nr. 23, 7. Juni 1914
  • Nr. 24, 14. Juni 1914
  • Nr. 25, 21. Juni 1914
  • Nr. 26, 28. Juni 1914
  • Nr. 27, 5. Juli 1914
  • Nr. 28, 12. Juli 1914
  • Nr. 29, 19. Juli 1914
  • Nr. 30, 26. Juli 1914
  • Nr. 31, 2. August 1914
  • Nr. 32, 9. August 1914
  • Nr. 33, 16. August 1914
  • Nr. 34, 23. August 1914
  • Nr. 35, 30. August 1914
  • Nr. 36, 6. September 1914
  • Nr. 37, 13. September 1914
  • Nr. 38, 20. September 1914
  • Nr. 39, 27. September 1914
  • Nr. 40, 4. Oktober 1914
  • Nr. 41, 11. Oktober 1914
  • Nr. 42, 18. Oktober 1914
  • Nr. 43, 25. Oktober 1914
  • Nr. 44, 1. November 1914
  • Nr. 45, 8. November 1914
  • Nr. 46, 15. November 1914
  • Nr. 47, 22. November 1914
  • Nr. 48, 29. November 1914
  • Nr. 49, 6. Dezember 1914
  • Nr. 50, 13. Dezember 1914
  • Nr. 51, 20. Dezember 1914
  • Nr. 52, 27. Dezember 1914
  • ColorChart

Full text

An einem langen, dichtbesetzten Tisch in der Nähe 
des Eingangs reckte sich ein blauer Aermel in die 
Höhe, besetzt von Silberlitzen. Ein Landsberger 
Hufar, der mit ihm zusammen die Akademie besucht 
hatte. Leider mit mangelhaftem Erfolge, nicht mal 
zur höheren Adjutantur hatte es gereicht. Er diente 
in der Front weiter als mißvergnügter alter Ober— 
leutnant. 
„Holla, Foucar, suchen Sie jemanden?“ 
„Nur einen Platz, um ein Kotelett zu essen. Ich 
tomme fast um vor Hunger.“ 
„Na, denn hierher, 'ran! Wenn wir ein bißchen 
zusammenrücken, geht's schon!“ 
Er zwängte sich durch die engen Stuhlreihen. 
Der Landsberger Husar sagte laut mit einer vor— 
stellenden Handbewegung: „Herr Hauptmann Baron 
bon Foucar vom Großen Generalstab ... Frau 
Rheinthaler — noch vor kurzem eine unserer ge— 
teiertsten Bühnenkünstlerinnen — Herr Rheinthaler. 
Die andern Herrschaften mögen sich gefälligst selbst ..“ 
Die in der Nähe sitzenden Herren murmelten mit 
leichter Verneigung einen Namen, die übrige Gesell— 
schaft nahm kaum Notiz von dem neuen Tischgenossen. 
Ein Kellner brachte einen Stuhl herbei, Hauptmann 
von Foucar schob sich neben den Landsberger Husar. 
Ihm gegenüber saß Frau Rheinthaler, eine junge 
Dame von sechs- oder siebenundzwanzig Jahren in 
einem raffiniert einfachen hellen Kleid, das alle Vor— 
züge ihrer ein wenig üppigen Figur zur Geltung 
bruchte. Aus einem schmalen, mit Venetianerspitze 
besetzten Ausschnitt hob sich ein prachtvoller Hals, 
darüber ein klassisch schönes Gesicht ... große dunkle 
Augen, deren Iris leicht bläulich schimmerte, eine 
geräde, feine Nase mit beweglichen Flügeln, und 
unter einer wahren Flut dunkelblonden Haares ein 
paar rosige kleine Ohren. Alles ein wenig zurecht— 
gemacht. Unter den großen Augen ein leichter Strich, 
die Lippen und Ohrläppchen ein bißchen zu rot, aber 
das Ganze von frappierender Wirkung. Eins jener 
Gesichter, nach denen man sich unwillkürlich umsah, 
wenn man ihnen in der Menge der gleichgültigen 
begegnete. 
Frau Rheinthaler hob in komischem Zorn die 
Hummergabel gegen den Landsberger Husar: „Sie 
Bösewicht! Müssen Sie denn immer gleich verraten, 
daß ich früher einmal beim Theater war?“ Der 
neben ihr sitzende Gatte, ein hagerer Herr mit starker 
Hakennase und eingefallener Brust, führte hüstelnd 
die knochige Hand zum Munde: „Sei friedlich, liebe 
Josepha, in fünf Minuten hättest Du es dem Herrn 
Hauptmann da drüben ganz von selbst erzählt.“ 
Und zu Herrn von Foucar gewendet, fragte er: „Sind 
Sie Theaterhabitus? Nicht ... na, dann muß ich 
noch einmal vorstellen ...“ er wies leicht auf die 
Gaubtin: „Pepi Hohenthal, vor einigen Jahren die 
entzückendste Dame de chez Maxim, die es je gegeben 
hat. Als ich ihr mit Selbstmord drohte, wenn sie 
ihre himmlischen Fußgelenke noch fernerhin jedem 
Laffen zur Bewunderung preisgäbe, der vier Mark 
fünfzig Entree bezahlte, hatte sie Mitleid und hei— 
ratete mich. Ihr Interesse am Theater beschränkt 
sich jetzt nur noch auf einige Gastspiele in der 
Proszeniumsloge bei den Premieren. Da wartet sie, 
bis die frühere Kollegin auftritt, sich nach dem Herzen 
greift und vor Aerger gelb und grün wird.“ Er hob 
sein Glas mit eisgekühlter Erdbeerbowle und trank 
der Gattin lächelnd zu. 
Die Umsitzenden brachen in Lachen aus, Herrn 
von Foucar wurde es ein wenig unbehaglich zumute, 
an eine solche Unterhaltung war er nicht gewöhnt. 
Sein Nachbar aber stieß ihn unter dem Tisch mit 
dem Fuß an und raunte ihm zu: „Bloß keine ver— 
wunderten Augen machen, sind in ihrer Art ganz 
famose Leutchen und führen das gastfreieste Haus im 
ganzen Westen ...“ Er nickte dazu. Was ging es 
ihn an? Heute hatte er diese Menschen kennen ge— 
lernt, morgen sah er sie nicht mehr. 
Die Unterhaltung am Tische wurde allgemein, 
man erörterte die Ereignisse des Renntages, und 
Gaston von Foucar erfuhr, daß Herr Rheinthaler 
dem Sport nicht nur als Zuschauer huldigte, sondern 
Besitzer eines namhaften Stalles war. Zwei seiner 
Pferde hatten an der Hauptkonkurrenz des Tages 
teilgenommen, das eine als Schrittmacher, das andere 
als erklärter Sieger; beide aber hätten durch die 
Schuld der Jockeis unter den Unplacierten geendet. 
Der Landsberger Husar erklärte seinem Gegenüber 
eifrig, welche Fehler zu dem Verlust des Rennens 
geführt hätten, Frau Rheinthaler schob ihren Teller 
zur Seite und legte die schönen Arme auf den Tisch. 
„Sie sind wohl fremd in Berlin, Herr Haupt— 
mann?“ 
Gaston verneigte sich leicht: „Wie man's nehmen 
will, gnädige Frau. Ich bin schon einige Jahre hier. 
Berliner Illustrirte Zeitung. 
Zuerst auf Akademie, jetzt im Generalstab. Aber ich 
sabe mich nicht viel um Anschluß bemüht. Ich hatte 
rämlich immer reichlich zu arbeiten.“ 
„Interessieren Sie sich für den Sport?“ 
„Natürlich! Jeder Kavallerist muß sich dafür 
nteressieren. Die Hindernisrennen sind gewisser— 
naßen die letzte hohe Schule für unsere Reiter— 
»ffiziere. Aus den auf dem grünen Rasen gewon— 
ienen Ersahrungen ...“ 
Frau Rheinthaler schnitt ihm mit einer gering— 
hätzigen Handbewegung die Rede ab. 
„Ah was! Wegen der Wetten reiten doch bloß 
die meisten von ihnen, und nachher wird gespielt. 
Manchmal, wenn ich schon wieder aufsteh', sitzen sie 
toch mit meinem Mann zusammen im Herrenzimmer. 
5chrecklich — er ruiniert sich dabei. Nicht mit dem 
Held. Da kann er verspielen, so viel er will, aber 
nit der Gesundheit hält er's nicht aus. Er hat 
»inen schlimmen Herzfehler, und seine Lungen sind 
ingegriffen. Der Doktor meint, jeden Tag könnt's 
ine Katastrophe geben, wenn er's so weiter treibt, 
r aber lacht bloß dazu. Er allein müßt' doch am 
esten wissen, was ihm gut wär' ... Und wenn er 
nal zusammengeklappt ist, eine halbe Woche zu Bett 
iegen muß, geht's hinterher um so ärger los. Auf 
lle Rennplätze schleppt er mich, nicht nur in Deutsch— 
and, und die Nächte sitzt er mit den Karten in der 
zand. Ich aber ... für mich ist das alles entsetlich. 
Zzei den Rennen langweil' ich mich zum Sterben, 
ersteh' partout nicht, wie man sich d'rum aufregen 
ann, ob eins von die Rösser schneller lauft als das 
indeve.“ 
Frau Josepha machte eine kleine Pause, tippte 
hrem Gatten auf den Arm: „Du, Frißtz, bitt' schön, 
uSigaretten.“ 
Herr Rheinthaler hielt ihr die Dose hin, ohne 
ich umzusehen oder sein Gespräch mit dem Lands— 
»erger Husaren zu unterbrechen. Gaston von Foucar 
iber fragte sich verwundert: „Weshalb erzählt mir 
die Frau bloß das alles? Vor kaum einer Viertel— 
tunde hab' ich sie kennen gelernt, und sie breitet vor 
nir Intimitäten aus, die man sonst doch für sich 
ehält.“ 
Frau Josepha hatte sich die Zigarette angesteckt 
ind sprach weiter. Mit einer leicht verschleierten, 
iber angenehm klingenden Stimme, der die leise 
vienerische Färbung einen eigentümlichen Reiz ver— 
ieh. Und sie nahm das Gespräch genau an dem 
Zunkt wieder auf, an dem sie es abgebrochen hatte. 
„Ja, also ... stumpfsinnig kann man bei diesem 
deben werden. Und man sehnt sich nach den Zeiten 
zurück, wo man noch Interessen hatte. Nicht eine 
löde Rolle zweihundertmal nacheinander zu spielen, 
Ibend für Abend, sondern neue Aufgaben zu ge— 
talten. Ich war nämlich nicht nur in Berlin am 
cheater, sondern früher in Wien, und da spielten 
bir mit wechselndem Repertoire. Ibsen, Strind— 
erg, Shaw, und man fand doch einen Widerhall, 
venn man was geleistet hatte. Die ganze Stadt 
prach von so einer neuen Rolle. Wie ich z. B. die 
»edda Gabler kreiert hatte ...“ 
Herr Rheinthaler wandte sich halb um, das letzte 
chien er gehört zu haben. 
„Entschuldige, liebe Josepha, ich möchte nur 
neine Zigaretten wieder haben.“ Und mit einem 
eicht spöttischen Lächeln fügte er hinzu: „Sie können 
iachher zu Hause die Kritiken lesen, Herr Haupt— 
nann. Es war phänomenal, ganz Wien war be— 
geistert, hingerissen, verrückt. Ein Jüngling erschoß 
ich an der Theaterkasse, weil er zu der zweiten Vor— 
tellung keinen Platz mehr kriegen konnte, und im 
zemeinderat stellte ein Abgeordneter den Antrag, 
»er göttlichen Darstellerin der Hedda Gabler schon 
etzt ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof in sichere 
Aussicht zu stellen, natürlich gratis und franko.“ 
Frau Josepha blies gleichmütig einen kunst— 
»ollen Ring aus ihrer Zigarette, hob ein wenig die 
»ollen Schültern und machte zu ihrem Gegenüber 
ine bezeichnende Geste: „Da sehen Sie?, Wenn wir 
ins nur gegenseitig frozzeln können! Aber im Ernst: 
ich möcht' nicht, daß Sie glauben, ich schwatz' Ihnen 
»a was vorl Wollen Sie heute abend unser Gasti 
ein? Es sind nur ein paar Leute da. Es gibt auch 
loß eine Tasse Kaffee, eine Zigarette und vielleicht, 
nenn die Stimmunag danach ist, ein bisserl Musik.“ 
Gaston verneigte sich leicht: „Sehr liebens— 
vürdig, gnädige Frau, aber ich habe zu Hause eine 
Arbeit liegen, die ich unbedingt bis morgen früh ..“ 
Herr Rheinthaler fiel ihm ins Wort: „Keine 
Ausflüchte, Herr Baron! Das Vaterland wird nicht 
ne Gefahr geraten, wenn Sie sich zur Abwechslung 
nal keine Schlachtpläne ausdenken! Und jetzt auch 
liicht mehr lang gefackelt! Die Autos stehen unten. 
dellner, zahlen!“ 
Nr. 19 
Es folgte ein allgemeiner Aufbruch, Herr von 
Foucar gedachte, sich auf dem Wege zum Ausgang 
mauffällig zu entfernen. Da traf ihn ein bittender 
Blick aus Frau Josephas Augen, und er ging mit. 
An der Garderobe fand er Gelegenheit, den 
Landsberger Husar für ein paar kurze Minuten bei— 
eite zu nehmen. 
„Sie, Wodersen, sagen Sie mal ...“ 
Der Kleine hob die Hand: „Weiß schon! Sie 
vollen mich anpöbeln, daß ich Sie in diese Gesellschaft 
da verschleppt habe! Glauben Sie mir, es ist nicht 
die schlechteste. Der Mann fällt einem mit seinen 
in bißchen saloppen Manieren ja auf die Nerven. 
Aber er macht von seinem immensen Reichtum den 
enkbar vernünftigsten Gebrauch. Zwei Jahre hat 
r höchstens noch zu leben — da lebt er eben, wie's 
hm Vergnügen macht. Rennen, Jagd, Kartenspielen. 
Namentlich das letzre. Wenn er zehn Stunden beim 
Koker gesessen hat, und sein Arzt macht ihm Vor— 
vürfe, zuckt er mit den Achseln. Er sollte lieber 
einen Scharfsinn anstrengen, einen neuen Spieltisch 
zu erfinden, für Leute, die nicht mehr viel Zeit haben. 
Mit dem Mischen und Kartengeben gingen jedesmal 
drei kostbare Minuten verloren.“ 
„Nun und die Frau?“ 
„Ach, weil sie Ihnen gleich in der ersten Viertel- 
tunde anvertraut hat, was man sich manchmal erst 
zach längerer Bekanntschaft erzählt? Ich hab' mit 
zalbem Ohr hingehört — da brauchen Sie sich nichts 
zrauf einzubilden! Das ist ihr gerade so durch den 
Zopf geschossen, und da mußte sie es aussprechen. 
Wenn sie z. B. gefunden hätte, daß Ihre Frisur Sie 
nicht kleidet, hätte sie's vielleicht ebenso gesagt.“ 
„Aber das ist doch ...“ 
„Ein bißchen unerzogen, wollen Sie sagen? Ich 
veiß nicht! Ich werd' aus der Frau nicht klug. 
Manchmal glaube ich, es ist bei ihr eine Art von 
doketterie manchmal, sie ist so unbedingt wahrheits- 
iebend, daß sie es verschmäht, anders zu sprechen, 
als sie im Augenblick gerade denkt. In einer Art 
don souveräner Unbekümmertheit . .. wie eine 
Naturkraft, möchte ich sagen, die nur ihren eigenen 
Hesetzen gehorcht. Na, Sie werden sich ja selbst ein 
Urteil bilden können, wenn Sie von jetzt an öfter 
in dem Rheinthalerschen Hause verkehren.“ 
„Ich denke nicht daran,“ sagte er lachend. Der 
leine Husar aber zuckte mit einem leichten Seufzer 
die Achseln. 
„Ich kenne manche, die so ähnlich gesprochen 
jaben wie Sie ... aber so ziemlich alle bisher sind 
viedergekommen.“ 
Ein Diener in dunkler Livree hatte Frau 
zosephas Hütchen in einer Lederschachtel verwahrt, 
ie trat im Automantel und Kapuze auf Gaston zu. 
„Sie fahren neben mir, Herr Hauptmann! Ich 
teuere meinen Wagen selbst, aber Sie brauchen keine 
Angst zu haben. Ich hab' mich viel zu lieb, 
uls daß ich eine Unvorsichtigkeit begehen könnte.“ 
Und, als sie nebeneinander die Treppe hinunter— 
zingen, sah sie ihn lächelnd an. — 
„Na, wie war nun der Steckbrief, den Herr von 
Wodersen Ihnen über mich gegeben hat?“ 
„Fishins?“ fragte er zurück. 
In ihrer weißen Stirn erschienen ein paar senk— 
rechte Fältchen. m 
„Ich wünsche nie, Komplimente zu hören. Merken 
Sie sich das, bitte, wenn wir gute Freunde werden 
vollen!“ Und da trieb ihn eine seltsame Lust, genau 
o aufrichtig zu sprechen, wie sie. n 
„Gnädige Frau, ich bitte gehorsamst um die Er— 
aubnis, sagen zu dürfen, daß ich dazu keine Zeit 
haben werde. Ich habe viel zu viel zu arbeiten, um 
daneben irgendwelche Freundschaften pflegen zu kön— 
ien. Wenn ich jetzt mit Ihnen fahre, weil ich zu 
jöflich war, die Einladung Ihres Herrn Gemahls 
ibzulehnen, so kostet mich das meinen wohlverdienten 
Schlaf. Die Arbeit, von der ich vorhin sprach, muß 
norgen früh fertig sein““— 
Frau Josepha blickte, ein wenig verwundert, 
iuf: „Und deswegen entschuldigen Sie sich? Herr 
»on Wodersen hat mir schon erzählt, wieviel Sie zu 
irbeiten haben, vorhin, wie Sie mir auf dem Renn— 
ↄlatz auffielen ...“ —— 
„Ich? Und wodurch, wenn ich fragen darf?“ 
Sie errötete ein wenig. 
„Das sag' ich Ihnen ein andermal! Na und nun 
Steckbrief.“ 
„Ja, gnädige Frau, ich weiß nicht ... also gut, 
ch hatte mich gewundert, daß Sie so rückhaltlos zu 
nir sprachen. Ueber Dinge, die man sonst ... na, 
ind da versuchte Herr von Wodersen, mir das zu 
erklären. Ich hälte mir darauf nichts einzubilden, 
veil Sie immer aussprächen, was Sie gerade
	        

Downloads

Downloads

Full record

TOC

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Cite

Cite

The following citation links are available for the entire work or the page displayed:

Full record

Citation recommendation

Please check the citation before using it.

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.