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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1917, XXVI. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

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Bibliographic data

fullscreen: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1917, XXVI. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

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Periodical

Title:
Berliner illustrierte Zeitung
Publication:
Berlin: Dt. Verl., 1891-1945 -
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2025
Dates of Publication:
1891, 1. Probenummer (14. December 1891) - 1891, 2. Probenummer (21. December 1891) ; 1.1892 - 29.1920,52; 34.1925,35-52; 44.1935,1-5u.9-10u.12-14u.18-22u.24u.28-52; 45.1936,1-41; 50.1941,1-25
Holdings:
1891, [Probenr.]; 1.1892 - 29.1920
Note:
Mehr nicht digitalisiert
Periodizität: wöchentl.
Weitere Digital. Ausg.: Fulda : Hochschul- und Landesbibl., 2010
-1936, Berlin, Ullstein
ZDB-ID:
2585264-4 ZDB
Keywords:
Berlin ; Zeitung ; Familienzeitschrift ; Zeitschrift ; Zeitung
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
DDC Group:
943 Geschichte Deutschlands
Collection:
Berlin Newspapers and Journals
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1917
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2025
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
DDC Group:
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15511718
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
Berlin Newspapers and Journals

Issue

Title:
Nr. 3, 21. Januar 1917

Contents

Table of contents

  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1917, XXVI. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Contents
  • Nr. 1, 7. Januar 1917
  • Nr. 2, 14. Januar 1917
  • Nr. 3, 21. Januar 1917
  • Nr. 4, 28. Januar 1917
  • Nr. 5, 4. Februar 1917
  • Nr. 6, 11. Februar 1917
  • Nr. 7, 18. Februar 1917
  • Nr. 8, 25. Februar 1917
  • Nr. 9, 4. März 1917
  • Nr. 10, 11. März 1917
  • Nr. 11, 18. März 1917
  • Nr. 12, 25. März 1917
  • Nr. 13, 31. März 1917
  • Nr. 14, 8. April 1917
  • Nr. 15, 15. April 1917
  • Nr. 16, 22. April 1917
  • Nr. 17, 29. April 1917
  • Nr. 18, 6. Mai 1917
  • Nr. 19, 13. Mai 1917
  • Nr. 20, 20. Mai 1917
  • Nr. 21, 27. Mai 1917
  • Nr. 22, 3. Juni 1917
  • Nr. 23, 10. Juni 1917
  • Nr. 24, 17. Juni 1917
  • Nr. 25, 24. Juni 1917
  • Nr. 26, 30. Juni 1917
  • Nr. 27, 8. Juli 1917
  • Nr. 28, 15. Juli 1917
  • Nr. 29, 22. Juli 1917
  • Nr. 30, 29. Juli 1917
  • Nr. 31, 5. August 1917
  • Nr. 32, 12. August 1917
  • Nr. 33, 19. August 1917
  • Nr. 34, 26. August 1917
  • Nr. 35, 2. September 1917
  • Nr. 36, 9. September 1917
  • Nr. 37, 16. September 1917
  • Nr. 38, 23. September 1917
  • Nr. 39, 30. September 1917
  • Nr. 40, 7. Oktober 1917
  • Nr. 41, 14. Oktober 1917
  • Nr. 42, 21. Oktober 1917
  • Nr. 43, 28. Oktober 1917
  • Nr. 44, 4. November 1917
  • Nr. 45, 11. November 1917
  • Nr. 46, 18. November 1917
  • Nr. 47, 25. November 1917
  • Nr. 48, 2. Dezember 1917
  • Nr. 49, 9. Dezember 1917
  • Nr. 50, 16. Dezember 1917
  • Nr. 51, 23. Dezember 1917
  • Nr. 52, 30. Dezember 1917
  • ColorChart

Full text

Nren 
berliner Illustrirte Zeitung. 
Roman v on Ricarda Huch 
Fortseßung. — Rachdruck verboien. 
Allen nenhhitzutretenden Abonnenien werden die bereits erschienenen Kapitel 
dieses Rominte in einem Sonderabdruck unentgelilich auf Verlangen nuchgeliefert. 
ratte der Angeklagte noch viele Freunde außer Ihnen?“ fragte Or. 
deunemann. 
H Er stand mit fast allen gut,“ sagte Gabussi, „aber befreundet 
*c*222 war er nur mit mir. Ich bin überzeugt, daß kein einziger sein 
Inneres so gut kannte wie ich.“ 
j Das ist eigentlich sonderbar,“ meinte der Vorsitzende, „bei einem 
Menschen, dessen feuriges, geselliges Temperament Sie selbst hervorheben.“ 
„Ja, so möchte man denken,“ sagte Gabussi, „und wenn man ihn unter 
seinen Schulgefährten und später unter seinen Studiengenossen sah, so 
mußte man meinen, er sei mit allen verbrüdert. Ich erinnere mich, daß 
ch mich zuerst nicht an ihn heranwagte, weil ich dachte, ich mit meiner 
Schwerfälligkeit könne ihm nichts sein, der von so vielen wie von einer 
Familie umringt war. Aber diese Umgänglichkeit, die er an sich hatte, und 
die jeden anzog, war nur der Schleier, in den er seine Seele hüllte, um sie 
unzugänglich zu machen. Niemand ist schwerer zu kennen als er, der das 
herz auf der Zunge zu haben scheint. Es gibt zurückhaltende Menschen, 
die durch Schweigsamkeit oder unnahbares Wesen die anderen von sich ab⸗ 
wehren. Das war seine Art nicht. Er richtete durch Gesprächigkeit und 
bertraulichkeit eine Mauer um sich auf ·· 
In dem Maße, wie Gabussi eifriger wurde, um dem Präsidenten seines 
Freundes Eigenart zu erklären, wuchs das verständnisvolle Interesse des 
Borsitzenden. „Ich begreife Sie, ich begreife Sie,“ sagte er, „das kommt 
ʒei leidenschaftlichen, übermäßig reizbaren Naturen vor. Sie müssen 
mmer auf der Hut sein, daß sie nicht zu viel von sich verausgaben, und 
chaffen doch ihrer Lebhaftigkeit einen gewissen Ausweg.“ 
„Ja, ja, so ist es,“ bestätigte Gabussi. „Er war im Grunde weich und 
eicht verletzlich, schämte sich, das den anderen zu zeigen, die so viel gleich— 
zültiger und härter waren, und verhüllte sich auf seine Art. Er war kein 
Tier, das zu seinem Schutze Stacheln oder Schuppen hervorbringt, er 
onnte nur bunte Fäden spinnen und mit solchem Blendwerk sich unkennt⸗ 
ich machen. Das bewahrte ihn wohl vor der allzu nahen Berührung 
vesensfremder Menschen, nicht aber vor allen schmerzhaften Zusammen- 
tößen mit der Außenwelt, die sein Herz bluten machten. Ach, was für eine 
Tragit, daß er so oft beschuldigt wurde, anderen Leid zugefügt zu haben, 
der immerfort durch andere litt//!/ 
„Sehr interessant,“ sagte Or. Zeunemann. „Aber worunter litt er 
denn so sehr? Nun ja, unter seinem Vater. Dafür hatte er doch aber eine 
zute, liebevolle Mutter, er hatte Sie und den Verkehr mit Ihrer Familie.“ 
„Seine Mutter liebte er allerdings unendlich,“ erklärte Gabussi, „und 
zurch sie litt er gewiß nicht, wohl aber durch die Lage, in der er sie sah. 
Seine Seele fühlte sich nie heimisch in der Umgebung, in die sie gepflanzt 
var. Er hatte einen lebhaften Schönheitssinn, und alles Geschmacklose, 
sowohl an den Gegenständen wie an den Menschen, stieß ihn ab. Da er 
in ärmlichen oder wenigstens sehr beschränkten Verhältnissen geboren war 
und aufwuchs, kam es mir immer wunderbar vor, daß er gegen alles Klein—⸗ 
iche und Häßliche, was sie mitbringen, so überaus empfindlich war. Ich 
elbst habe das erst allmählich verstehen gelernt, anfangs klangen mir seine 
darauf bezüglichen Klagen wie Dichtungen in arabischer oder persischer 
Sprache. Es bildete oft den Gegenstand unseres Gesprächs und war ein 
Punkt, wo wir nie zusammenkamen. Da ich ihn nicht begriff, war ich oft 
ingerecht gegen ihn, wenn er zum Beispiel Reichtum als das Allererstre— 
»enswerteste hinstellte. Ich predigte dann wie ein rechter Moralphilofoph 
auf ihn ein, vielmehr an ihm vorüber. Denn von den Bedürfnissen, die 
hn Reichtum ersehnen ließen, hatte ich keine Ahnung. Meine einfachere, 
derbere Seele fand sich in jeder Umgebung zurecht. Sie ist gewissermaßen 
ein Naturlaut, und wenn man sie nur nicht in einen glänzenden Salon 
ersetzt, so kann sie harmonisch einstimmen. Mit einer reichen Sinfonie 
st es anders. Mein Freund brauchte Schönheit um sich herum, in der sich 
zdie unendlich vielen, daher oft einander widerstrebenden Töne auflösten.“ 
„Hier ist also doch ein Punkt, wo sie voneinander abwichen,“ sagte Or. 
zeunemann. 
Ameritaniaches, Oopyright 1016, by DIlsteln & Co,“ 
„Allerdings,“ gab Gabussi zu, „aber über freundschaftliche Meinungs— 
verschiedenheit ging das nie hinaus. Wir ließen uns beide gelten, und er 
beneidete mich wohl sogar manchmal, weil ich so viel leichter zufrieden⸗ 
zustellen bin·“··· 
Es wundert mich,“ fuhr Or. Zeunemann gemütlich fort, „daß Ihr 
Freund bei seinem leicht verletzlichen Schönheitssinn das Studium der 
Medizin ergriff, bei dem es so viel Abstoßendes zu überwinden gibt.“ 
„O,“ sagte Gabussi, „da kamen ihm wieder seine Hilfsbereitschaft und 
diebe für alle Kranken und Leidenden zugute. Er hatte insofern eine 
jeradezu geniale Begabung für seinen Beruf. Dazu kam, daß er auf 
iesem Wege am ehesten zu Gelde zu kommen dachte, was sowohl wegen 
einer Familie wünschenswert war, wie er es auch aus den erwähnten 
Rücksichten für sich erstrebte.“ pee, — 
„Und woran liegt es denn Ihrer Ansicht Rach,“ fragte der Vorsitzende, 
,daß es ihm damit doch nicht geglückt ist “ 
„Jedenfalls nicht daran,“ sagte Gabussi, „daß er untüchtig gewesen 
väre. Aber ich sagte schon, daß seine Seele reich und vielstimmig war. 
kr sehnte sich nach Geld und verachtete es andererseits, er warf zwei Hände 
oll weg für eine Handvoll, die er eingenommen hatte. Er arbeitete flink 
ind gut; aber er träumte noch besser. Er war geboren mit allen Tugen⸗ 
en, Reichtum auf edle Art zu genießen, mit keiner von denen, die Reich— 
um machen. Beim Reichwerden kommt es ebenso wie auf die Fähigkeit 
es Erwerbens auf die des Festhaltens an, und die hatte er nicht. Es war 
ener tragische Zwiespalt in ihm, der meiner Ansicht nach nur dadurch aus⸗ 
ugleichen ist, daß man die Nichtigkeit des Reichtums einsieht und alles 
essen, was der Reichtum verschafft. Auch der Aermste kann Schönheit im 
leberfluß genießen, wenn er sich in die Natur zurückzieht. Es war der 
inzige Fehler, den Deruga beging, daß er das nicht von Anfang an getan 
at. In der großen Welt konnten die Konflikte seiner Seele keine Lösung 
inden.“ 
„Wir haben Ihnen ein sehr feines Bild Ihres Freundes zu ver— 
zanken,“ sagte Or. Zeunemann freundlich. „Nicht minder brauchbar, weil 
on Freundeshand entworfen.“ Dann schloß er das Verhör ab, nachdem 
r noch einige belanglose Fragen gestellt hatte, 
Als der Justizrat mit den beiden Freunden das Haus verließ, war 
ie deit des Feierabends. Die Straßen füllten sich mit Menschen, aber in 
sen Anlagen hinter dem Gerichtsgebäude war es still wie immer. Mit 
em Lichte schienen die Gegenstände ihr buntes Kleid abgeworfen zu haben 
ind in sanft schimmernder Nacktheit am Ufer der unendlichen Nacht zu 
eiern, bevor sie in das tiefe Bad hinuntertauchten. Gabussi erklärte sich 
nit dem Ergebnis seiner Aussagen nicht ganz zufrieden. Es sei alles 
inders herausgekommen, sagte er, als er beabsichtigt hätte. Man werde 
a, ohne zu wissen wie, von einer Strömung ergriffen, die einen von der 
ingeschlagenen Richtung abbrächte. 
„Was Du sagtest, war alles schön und gut,“ tröstete Deruga. „Es kam 
nir nur überflüssig vor. Was macht das aber? Für mich war es schön, 
ait Dir von der Vergangenheit zu träumen.“ 
„Ja,“ sagte der Justizrat, „das vergangene Leiden dient, wie Shake⸗ 
peare sagt, zu desto süßerem Geschwätz.“ 
„Während umgekehrt nichts weher tut, wie Dante sagt, als sich im 
UInglück vergangenen Glückes zu erinnern,“ fügte Gabussi hinzu. 
Bei dem Abhange, wo jetzt ein erstes Schneeglöckchen die gelbliche 
zpitze herausstreckte, blieb Deruga stehen. „Da ist eins von den kleinen 
beschöpfen,“ sagte er, „es guckt wie eine Maus aus ihrem Loch hervor.“ 
Sehen Sie,“ triumphierte der Justizrat. „Sie lachten mich damals 
zus, als ich ihm die trockenen Blätter vom Kopf wegstocherte.“ 
„Sie hatten auch unrecht,“ entgegnete Deruga, „denn nun holt es 
vahrscheinlich die Katze.“ 
„Meinen Sie den Nachtfrost?“ fragte der Justizrat. „Diese frühen 
ßflanzen können viel vertragen, sie sind darauf eingerichtet. Hören Sie, 
nein Lieber,“ setzte er hinzu, indem er seinen Klienten fortzuziehen suchte, 
Sie werden sentimental, das gefällt mir nicht.“ 
Deruga rührte sich nicht von der Stelle und starrte versunken auf die 
jeuchte Erde. Eine Zeile aus einem alten Gedicht lag ihm im Sinn, und er
	        

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