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Keine Nutzungslizenz vergeben - es gilt das deutsche Urheberrecht: Mit dieser Kennzeichnung versehene Werke unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Sie dürfen diese nur mit ausdrücklicher und schriftlicher Genehmigung des Urhebers/Rechteinhabers bzw. der Urheberin/Rechteinhaberin weiterverwenden oder vervielfältigen. Sie sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden. Diese Kennzeichnung wird vorsorglich auch bei Werken verwendet, bei denen die Gemeinfreiheit nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

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Monografie

Verfasser:
Stratz, Rudolf
Titel:
Karussel Berlin : Roman / von Rudolph Stratz
Erschienen:
Berlin: August Scherl G.m.b.H., 1931
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2022
Umfang:
306 Seiten
Fußnote:
Zählungsfehler: auf Kapitel "11" folgt "13"
Berlin:
B 328 Literatur: Romane, Erzählungen über Berlin
Dewey-Dezimalklassifikation:
830 Deutsche Literatur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15462149
Sammlung:
Berliner Dialekt, Literatur, Literarisches Leben
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Signatur:
B 328 Stratz 4
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
41

Schnellzugriff

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  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 28.1925 (Public Domain)
  • Band 1
  • Einband
  • H. 1
  • H. 2
  • H. 3
  • H. 4
  • H. 5
  • H. 6
  • H. 7
  • H. 8
  • H. 9
  • H. 10
  • H. 11
  • H. 12
  • H. 13
  • H. 14
  • H. 15
  • H. 16
  • H. 17
  • H. 18
  • Rückdeckel
  • Band 2

Volltext

Nr. 11 
Jahrg. 2S 
8 
„Ich bin nicht für ritterliche Angelegenheiten“, fuhr 
Tatrai mit funkelnden Augen fort. „Ich will nur unsere 
Glückseligkeit unangetastet wissen. Und ein bis zwei 
schmutzige Worte genügen, um sie zu beschmutzen. Gib 
aber acht. Ich bin auf der Hut. Näherst du dich auch 
nur mit einem einzigen Schritt meiner Frau, dann ... 
es wird keine ritterliche Angelegenheit werden, bei 
meiner Ehre, sondern niederschießen werde ich dich, 
wie einen Hund!“ 
Als sich Tatrai aus Linnerts Wohnung entfernte, 
blieb er für einen Augenblick stehen, um sich zu beruhi 
gen, dann eilte, er hinab auf die Straße und atmete tief 
auf. Ein kleiner Schmerz zitterte noch in seiner Seele 
nach, doch er ging schon ruhiger nach Haus. 
„Ruhe, Ruhe.“ Er wollte sich selbst Zutrauen ein 
flößen, konnte sich aber nicht beruhigen. 
„Sie hat gelogen, sie hat gelogen!“ rief in seiner Seele 
unaufhörlich eine quälende Stimme. „Sie hat gelogen!“ 
Beim nächsten Mittagsmahl fragte er seine Frau 
wieder, wo sie waren. Die Frau antwortete ungeduldig, 
launenhaft. Tatrai tat aber, als ob er nichts bemerken 
würde. Am darauffolgenden Tage war die Frau ganz 
wortlos. Am dritten Tage hatte sie verweinte Augen. 
Tatrai bemerkte es, er fragte aber nicht nach ihrem 
Kummer. Nachmittag öffnete er jedoch wieder das 
kleine Fach. Ein dritter Brief war darin. Auch dieser 
galt dem Manne. Der Brief enthielt bittere Vorwürfe, 
weil er nicht erschienen war. Am vierten Tag bemerkte 
die Frau schon, daß Tatrai keine Blumen mitgebracht 
hatte. Bisher war er nie ohne Blumen nach Haus ge 
kommen. 
Tatrai war bestrebt, gleichgültig zu antworten. 
„Ich habe ganz vergessen... Ich hatte soviel zu 
tun....“ 
Nach dem Mahl eilte er in das Büro zurück und zur 
Nachtmahlzeit telephonierte er seiner Frau, daß er nicht 
nach Hause komme, da er mit ausländischen Geschäfts 
freunden ins Theater gehe. Und so machte er es eine 
volle Woche hindurch. 
Nach einer Woche hatte die Frau wieder verweinte 
Augen. Tatrai öffnete nachmittags, als seine Frau nicht 
daheim war, wieder das Fach. Sanfte Vorwürfe. Es ist 
ja auch besser, daß es aus Ist, denn sie liebt ihren Mann. 
Der fremde Mann hat ihr nur für Augenblicke den 
Kopf verwirrt. Sie sieht ein, daß es eine Dummheit war. 
Als Tatrai abends nach Haus kam, bemerkte er, wie 
seine Frau die Kinder abküßt. Sie springt auf, als sie 
-ihn erblickt. Tatrai grüßte kühl und wollte nach seinem 
Zimmer gehen. 
Die Frau blickte erstaunt auf ihren Mann und 
stotterte furchtsam: , 
„Willst du nicht .... die Kinder küssen?“ 
Tatrai trat wortlos zu den Kindern, küßte sie auf 
die Stirne und ging ohne auf die Frau zu schauen, nach 
seinem Arbeitszimmer. Er vernahm noch lange die 
Schritte seiner Gattin im Nebenzimmer. Dann be 
merkte er plötzlich, daß die Frau nach ihrem Boudoir 
gegangen war. Er hörte das Klirren des Tintenfasses. 
Sie schreibt also. 
Am nächsten Tag verspürte Tatrai ein sanftes, 
melancholisches Gefühl ums Herz, als er den fünften 
Brief las. Der Brief war an ihn gerichtet: 
„Mein süßes, gutes Männchen! Ich sehe schon, daß 
du mich nicht mehr liebst. Und ich habe nun niemanden 
mehr auf dieser Welt. Ja. Ich habe gesündigt, habe an 
einen anderen gedacht. Darum straft mich jetzt das 
Schicksal...“ 
Tatrai gedachte die Frau am Abend in seine Arme 
zu schließen. Doch nein, nein. Noch nicht! Ihre kleine 
irrende Seele ist noch nicht vollständig an sein Herz 
gekettet. 
Am Abend ging er wieder in sein Arbeitszimmer. 
Er verschanzte sich hinter einen Haufen Schriften. 
Mitternacht war schon vorbei, als die Frau leise in sein 
Zimmer trat. Tränen glänzten in ihren Augen. Sie 
fragte furchtsam: 
„Du legst dich noch nicht nieder?“ 
Tatrai blickte nicht einmal auf, er antwortete nur 
leichthin: 
„Nein. Ich werde übrigens hier schlafen. Ich will dich 
nicht stören. 
Die Frau taumelte ein wenig zurück. Langsam, wort 
los ging sie aus dem Zimmer. Am nächsten Tag öffnete 
Tatrai fieberisch das kleine Fach. Der Brief galt wieder 
ihm. Finstere Dinge standen in demselben, sie machten 
sogar Tatrais starkes Herz erzittern. „Ich werde 
sterben, jetzt werde ich schon sterben“, schrieb die 
Frau. „Du liebst mich nicht mehr, süßer Mann! Und 
ich liebe doch nur dich. Wie schön haben wir gelebt! 
Wie herrlich! Ich kann aber so nicht weiter leben. Ich 
brauche sanfte, süße Rede, zärtliche Laute und eine 
warme Liebe 
Als Tatrai gegen Abend langsam ins Vorzimmer trat, 
sah er durchs dunkle Speisezimmer, daß seine Frau auf 
dem kleinen Diwan des Boudoirs sitzt und den Kopf 
traurig hängen läßt. Er sah auch, daß das kleine Fach 
offen stand. 
Auf dem weichen Teppich gehend, schlich er sich bis 
zur Tür, blieb vor derselben stehen und sprach leise, 
sanft in das Zimmer hinein. 
Die Frau schrak zusammen. Sie sprang empor und 
blickte staunend auf das lächelnde Antlitz ihres Gatten. 
„Emma!“ sprach der Mann nochmals sanft. 
Die Augen der Frau füllten sich mit Tränen, dann 
neigte sie plötzlich den Kopf auf die Brust des Mannes 
und flüsterte bittend, flehend: 
„Warum ... warum warst du so kühl zu mir... 
Wolltest du mich töten?“ 
• „Ich? Dich?“ antwortete der Mann und er drückte 
seine Frau heftig an sich. 
Als sie einander losließen, warf der Mann einen 
Blick in das offene Fach des Tischchens und fragte mit 
ruhigem Lächeln: 
„Was ist hier in diesem kleinen Fach?“ 
Die Frau errötete und sie legte die Hand auf das 
Fach. „Nichts“, antwortete sie mit zitternder, er 
schrockener Stimme, „nichts“, und sie schob das Fach 
plötzlich zu. 
„So wollen wir es scließen“, sprach der Mann lang 
sam, sperrte das Fach ab und reichte den Schlüssel der 
Frau. 
Die Knie der Frau zitterten. Sie sank auf den Diwan 
und begann laut zu weinen. 
„öffne es . . . schau nach . . . wenn du willst“, sagte 
sie schluchzend und beugte voll Ergebung den Kopf. 
Der Mann ergriff ihre Hand. Er hob sie vom Diwan 
auf und flüsterte ihr sanft ins Ohr; 
„Ich bin nicht neugierig. Ich weiß, daß du nichts 
Schlechtes tun kannst... Und es ist das Recht deiner 
Seele, mich zu lieben oder nicht zu lieben. Ich kann nur 
wollen, daß du mich liebst... mehr kann ich nicht 
tun ... In deinem Herzen bist du die Königin ...“ 
Die Frau schrie leise, voll Wärme auf und sie fiel dem 
Mann plötzlich um den Hals. 
Zwei Wochen später traten sie eine Reise nach dem 
Süden an. In Ragusa hielten sie Rast. Abends gingen 
sie oft zum Kloster San Giacome spazieren. Sie gingen 
über den ausgestorbenen, kühlen Hof des verfallenen 
Klosters und traten hinaus auf den zwischen dunkel 
grünen Zypressen, silbernen ölbäumen und den mit 
rosafarbigen Blüten überstreuten Oleanderbäumen in 
die Höhe schlängelnden weißen Weg. Wie ein sanftes 
Reh ging die Frau neben Tatrai. Oder sie fuhren hin 
über nach der grünen Insel Laceroma, oder sie setzten 
sich auf eine Steinbank und schauten den spielenden, 
mit weißem Schaum bedekten Wellen zu. 
Als sie wieder daheim waren, schlich sich Tatrai so 
nach einer Woche insgeheim wieder in das Boudoir 
seiner Frau. Ein wenig aufgeregt, mit kindischer Neu 
gierde griff er nach dem kleinen Fach. Er zog das Fach 
heraus, es war vollkommen leer. 
(Autorisierte Übersetzung aus dem Ungarischen von Maurus MezeL)
	        

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