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Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 12.1909 (Public Domain)

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fullscreen: Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 12.1909 (Public Domain)

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Periodical

Title:
Berliner illustrierte Zeitung
Publication:
Berlin: Dt. Verl., 1891-1945 -
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2025
Dates of Publication:
1891, 1. Probenummer (14. December 1891) ; 1.1892 - 29.1920,52; 34.1925,35-52; 44.1935,1-5u.9-10u.12-14u.18-22u.24u.28-52; 45.1936,1-41; 50.1941,1-25
Holdings:
1891, [Probenr.]; 1.1892 - 29.1920
Note:
Mehr nicht digitalisiert
Periodizität: wöchentl.
Weitere Digital. Ausg.: Fulda : Hochschul- und Landesbibl., 2010
-1936, Berlin, Ullstein
ZDB-ID:
2585264-4 ZDB
Keywords:
Berlin ; Zeitung ; Familienzeitschrift ; Zeitschrift ; Zeitung
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
DDC Group:
943 Geschichte Deutschlands
Collection:
Berlin Newspapers and Journals
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1896
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2025
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
DDC Group:
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15509274
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
Berlin Newspapers and Journals

Chapter

Title:
Nr. 28

Contents

Table of contents

  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 12.1909 (Public Domain)
  • H. [1]
  • H. [2]
  • H. [3]
  • H. [4]
  • H. [5]
  • H. [6]
  • H. [7]
  • H. [8]
  • H. [9]
  • H. [10]
  • H. [11]
  • H. [12]

Full text

1 
Nelly’s Rache. 
Humoreske von Hans Hildebrand. 
(Nachdruck verboten). 
Nelly war reizend — ohne Zweifel, — aber Odette 
war entzückend — pikant — jung — fesch — Gott 
wie hatte sie gestern blühend ausgesehen, als sie im 
Bois an ihm vorübergefahren war! 
Etwas zertreut sass Andre im Salon und dachte 
nach, wie er sich am geschicktesten für immer von 
Nelly freimachen könnte. 
Nelly lag im Nebenzimmer und las; die blonden 
Flechten hatte sie gelöst, und weich und wellig fielen 
sie herab. Ihr loses dünnes Gewand schmiegte sich 
kosend an die schlanken Glieder, und malerisch genug 
war die Stellung gewählt, um einen Mann wie Andre 
zu entzücken. Aber heute war nichts mit ihm zu 
machen! 
Nelly warf das Buch fort — drehte sich um und 
schnitt eine Grimasse, da Andre nicht neben ihr sas. 
„Andre?“ 
„Cherie, was willst Du?“ 
Er trat schnell ein und setzte sich zu ihr. 
„Ich denke, Du bist hier bei mir “ 
„Aber, Kind, Liebling, ich bin ja immer bei Dir! 
Jeder Gedanke — “ 
„Ach still doch! Das sagst Du immer! Und eines 
Tages liebst Du doch eine andre — und ich — ich 
sterbe vor Sehnsucht!“ 
Sie schluchzte. 
„Nelly, Engel meiner Seele, was denkst Du von 
mir! Eher wird der Papst Protestant — ehe ich von 
Dir lasse —“ 
Beschwörend hob er die Finger und nahm die 
leichte Gestalt in seine Arme. 
Nelly sah ihn liebevoll an. Er war anders als 
sonst. „Du hast Kummer, mon ange, ich sehe es Dir 
an! O, ich ahne — ich ahne! Sie ist eifersüchtig — 
Deine arme Frau! Hör’ Liebster, Du musst zurück zu 
ihr auf einige Tage — und zwar sofort.“ 
Andre machte plötzlich ein ganz jämmerliches Ge 
sicht und schien von dem Vorschlag nicht erfreut zu 
sein; Nelly fuhr mit ihrer weichen Hand über seine 
Stirn, schmiegte sich katzenhaft an ihn und sagte: „Du 
sollst ja nicht lange fortbleiben, und dann — dann 
fangen wir unser reizendes Leben ä secret wieder an.“ 
Sie bog sich zurück und liess die Haare um ihn 
wallen. 
Sein Gesicht blieb düster 
„Nelly, ich kann nicht — glaub mir — ich kann 
nicht fort — es ist mir unmöglich —“ 
„Sei ein Mann, Andre! Du musst! Oder ich gehe! — 
„Auf keinen Fall! Du bleibst, wo Du bist, denn ich 
muss einen Ort haben, wohin ich flüchten kann. —“ 
Sie lag wieder in seinen Armen und flüsterte 
„Sag, Andre, noch eins, warum blicktest Du gestern 
54verin 
in Conscience, z. Zt. Berlin Apollotheater. Pantomime in 4 Akten. 
Wurde 600 mal in Paris, 2 Jahre lang in Amerika, Monate hindurch 
in Wien usw. mit beispiellosem Erfolg aufgeführt. 
im Bois dem Wagen mit den Rappen so aufmerksam 
nach? Kennst Du denn Mme. de — —“ 
„Was, Du weisst, wer sie war?“ entfuhr es ihm 
schnell. 
„Sieh, sieh, Andre, so neugierig! Nein, ich kenne 
sie nicht.“ 
Rasch glitt sie von seinem Schoss herunter und 
richtete sich auf. 
„Aber Nelly, mon doux poulet, mon petit canard, 
Du bist eifersüchtig? 
Er ging ihr nach — 
„Nelly, Liebling meiner Seele, eher wird der 
Papst “ 
„Ja, ja ich weiss schon,“ rief sie lachend und lag 
auch schon wieder in seinen Armen. 
„Aber nicht wahr, Du gehst, Du gehst noch heute! 
Ich kenne die Eifersucht Deiner Frau! Stelle sie nicht 
auf eine zu harte Probe.“ 
„Nelly, wenn Du nur ahntest — ahntest die Eifer 
sucht meiner Frau! o, mon Dieu, warum musste ich 
auch eine Spanierin heiraten!“ Er drückte sein Taschen 
tuch an die Augen. 
„Beruhige Dich, mon eher petit, und dann geh!“ 
„Sie klingelte; während sie mit dem eintretenden 
Diener sprach, wandte er sich zum Fenster und pfiff 
leise vor sich hin. 
„Gott, diese Frauen! Wie sind sie dumm! Lach 
haft dumm! Wenn sie nur wüsste — Aber Vorsicht 
jetzt.“— 
Nelly trat wieder zu ihm; dann kam der Diener, 
brachte Andres Hut und Mantel und meldete, dass 
der Wagen vor der Tür stehe; diskret zog er sich zu 
rück, und die beiden küssten sich, als ob es ein Ab 
schied für immer sein sollte — — Vom Fenster aus 
winkte sie ihm noch zu und sah dem Wagen nach. 
„Ob er Mme. de Nancy doch kennt? Aber nein — 
unmöglich — 2 Jahre ist sie noch nicht in Paris — 
doch es beunruhigt mich in der Tat —“ 
Der Diener trat wieder ein. 
„Mme., eine neue Zofe“— 
„Eh bien, sie soll kommen.“ 
Eine junge, bescheidene, sympathische Erscheinung 
stellte sich vor. Nachdem sich Nelly über ihre Kennt 
nisse orientiert hatte, fragte sie: 
„— Und wo waren sie zuletzt?“ 
„Bei Mme. de Contais“ — — — 
Nelly sah erstaunt auf. 
„Bei Mme. de Contais — — — ah, und warum 
verliessen Sie die Stellung?“ 
„Mme. ich — ich “ sie stockte. 
„Sprechen Sie ruhig weiter“ 
„Nun, Mme., ich werde ganz offen sein! Ich konnte 
nicht mehr mit ansehen, wie Monsieur seine reizende 
junge Frau betrog“ 
Nelly lächelte — 
„Ja wirklich; er betrog sie; ich selbst“ — ihre 
Stimme wurde ganz leise — „ich — ich liebte ihn — 
und ich überraschte ihn eines Tages, als er Mme. de 
Nancy küsste“ 
Nelly fuhr in die Höhe. 
„Er küsste Mme. de Nancy? Er kennt sie? 
„Ja Mme.,“ stotterte das junge Mädchen erschreckt. 
„Jeden Sonnabend speiste Mme. de Nancy bei uns, 
und Monsieur brachte sie dann stets nachhause.“ — 
(Der Sonnabend war der vermeintliche Bürotag 
gewesen, an dem Andre nie bei ihr geblieben war.) 
„und,“ fuhr die Unschuld fort, „Mme. sah und 
hörte nichts! Sie war so gut, so rührend gut zu Mon 
sieur! Ich konnte es nicht mehr mit ansehen! Keine 
Warnung hätte genützt — sie glaubte an die Treue 
ihres Mannes“ — — 
„Schon gut, mein Kind — wie aber kam Mme. de 
Nancy in das Haus? 
„Sie ist Mme. de Contais gute Freundin.“ 
So, so,“ meinte Nelly etwas atemlos und schluckte 
ein paar Mal; dann sagte sie: „Aber Sie gefallen mir 
gut; ich behalte Sie, wie ist doch Ihr Name?“ 
„Germaine Garrier, Mme.“
	        

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  • Werthauer, Johannes
    73

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