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Friedenauer Lokal-Anzeiger (Public Domain) Ausgabe 2.1895 (Public Domain)

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Periodical

Creator:
Berlin (West). Abgeordnetenhaus
Title:
Drucksache / Abgeordnetenhaus von Berlin
Publication:
Berlin: Abgeordnetenhaus, 1951-1990 - 1990
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2024
Dates of Publication:
Wahlper. 1.1951/54 - 11.1989/90,1224(2.Okt.)
Note:
Gesehen am 11.08.2023
Online-Ausgabe$bBerlin$cZentral- und Landesbibliothek Berlin$d2024$eOnline-Ressource$mWahlper. 1.1951/54 - 11.1989/90,1224(2.Okt.)$7d19511990
Supplement: Berlin: Umweltschutz-Bericht
Supplement: Berlin: Dokumentation der Materialien des Abgeordnetenhauses von Berlin
Vorher Drucksachen der Stadtverordnetenversammlung von Berlin / Berlin
Vorher Mitteilungen des Präsidenten / Berlin
Vorher Reden des Senators für Finanzen ... vor dem Abgeordnetenhaus von Berlin anläßlich der Vorlage des Entwurfs des Haushaltsplans von Berlin für das Rechnungsjahr ... sowie der Finanzplanung von Berlin / Berlin
ZDB-ID:
3164558-6 ZDB
Succeeding Title:
Drucksache
Keywords:
Geschichte 1951-1990 ; 43186-2 Berlin (West). Stadtverordnetenversammlung ; Zeitschrift ; Amtliche Publikation ; Quelle
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
DDC Group:
350 Öffentliche Verwaltung
Collection:
State,Politics,Administration,Law
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1960
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2024
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
DDC Group:
350 Öffentliche Verwaltung
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15502552
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 758 AbgH 6:3.WP
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
State,Politics,Administration,Law

Issue

Title:
Nr. 433, 29. Januar 1960

Contents

Table of contents

  • Friedenauer Lokal-Anzeiger (Public Domain)
  • Ausgabe 2.1895 (Public Domain)
  • Nr. 1., 03.01.1895
  • Nr. 2., 05.01.1895
  • Nr. 3., 09.01.1895
  • Nr. 4., 12.01.1895
  • Nr. 5., 16.01.1895
  • Nr. 6., 19.01.1895
  • Nr. 7., 23.01.1895
  • Nr. 8., 26.01.1895
  • Nr. 9., 30.01.1895
  • Nr. 10., 02.02.1895
  • Nr. 11., 06.02.1895
  • Nr. 12., 09.02.1895
  • Nr. 13., 13.02.1895
  • Nr. 14., 16.02.1895
  • Nr. 15., 20.02.1895
  • Nr. 16., 23.02.1895
  • Nr. 17., 27.02.1895
  • Nr. 18., 02.03.1895
  • Nr. 19., 06.03.1895
  • Nr. 20., 09.03.1895
  • Nr. 21., 13.03.1895
  • Nr. 22., 16.03.1895
  • Nr. 23., 20.03.1895
  • Nr. 24., 23.03.1895
  • Nr. 25., 27.03.1895
  • Nr. 26., 30.03.1895
  • Nr. 27., 03.04.1895
  • Nr. 28., 06.04.1895
  • Nr. 29., 10.04.1895
  • Nr. 30., 13.04.1895
  • Nr. 31., 17.04.1895
  • Nr. 32., 20.04.1895
  • Nr. 33., 24.04.1895
  • Nr. 34., 27.04.1895
  • Nr. 35., 01.05.1895
  • Nr. 36., 04.05.1895
  • Nr. 37., 08.05.1895
  • Nr. 38., 11.05.1895
  • Nr. 39., 15.05.1895
  • Nr. 40., 18.05.1895
  • Nr. 41., 22.05.1895
  • Nr. 42., 25.05.1895
  • Nr. 43., 29.05.1895
  • Nr. 44., 01.06.1895
  • Nr. 45., 05.06.1895
  • Nr. 46., 08.06.1895
  • Nr. 47., 12.06.1895
  • Nr. 48., 15.06.1895
  • Nr. 49., 19.06.1895
  • Nr. 50., 22.06.1895
  • Nr. 51., 26.06.1895
  • Nr. 52., 29.06.1895
  • Nr. 53., 03.07.1895
  • Nr. 54., 06.07.1895
  • Nr. 55., 10.07.1895
  • Nr. 56., 13.07.1895
  • Nr. 57., 17.07.1895
  • Nr. 58., 20.07.1895
  • Nr. 59., 24.07.1895
  • Nr. 60., 27.07.1895
  • Nr. 61., 31.07.1895
  • Nr. 62., 03.08.1895
  • Nr. 63., 07.08.1895
  • Nr. 64., 10.08.1895
  • Nr. 65., 14.08.1895
  • Nr. 66., 17.08.1895
  • Nr. 67., 17.08.1895
  • Nr. 68., 24.08.1895
  • Nr. 69., 28.08.1895
  • Nr. 70., 31.08.1895
  • Nr. 71., 04.09.1895
  • Nr. 72., 07.09.1895
  • Nr. 73., 11.09.1895
  • Nr. 74., 14.09.1895
  • Nr. 75., 18.09.1895
  • Nr. 76., 21.09.1895
  • Nr. 77., 25.09.1895
  • Nr. 78., 28.09.1895
  • Beilage zu Nr. 78
  • Nr. 79., 02.10.1895
  • Nr. 80., 05.10.1895
  • Nr. 81., 09.09.1895
  • Nr. 82., 12.10.1895
  • Nr. 83., 16.10.1895
  • Nr. 84., 19.10.1895
  • Nr. 85., 23.10.1895
  • Nr. 86., 26.10.1895
  • Nr. 87., 30.10.1895
  • Nr. 88., 02.11.1895
  • Nr. 90., 09.11.1895
  • Nr. 91., 13.11.1895
  • Nr. 92., 16.11.1895
  • Nr. 93., 20.11.1895
  • Nr. 94., 23.11.1895
  • Nr. 95., 27.11.1895
  • Nr. 96., 30.11.1895
  • Nr. 97., 04.12.1895
  • Nr. 98., 07.12.1895
  • Nr. 99., 11.12.1895
  • Nr. 100., 14.12.1895
  • Nr. 101., 18.12.1895
  • Nr. 102., 22.12.1895
  • Nr. 103., 28.12.1895

Full text

Beilage zu Nr. 78 des „Friedenauer Lokal-Anzeigers". 
Friedenau, Sonnabend, den 28. September 1895. 
Kokales. 
-j- In der letzte» Gemeinderaths- 
fitzung wurde zunächst in die Berathung über 
die Baupolizeiordnung eingetreten. Der 
Herr Gemeindevorsteher verliest den auch von 
uns aus der ,N.-Z." gebrachten Artikel, wonach 
die Gemeinde Friedenau bei einer Konferenz der 
Amtsvorsteher im Kreishause unter Vorsitz des 
Herrn Regierungspräsidenten behufs Abänderung 
resp. Neuabgrenzung der Landhaus - Baubezirke 
nicht vertreten gewesen sei, und bemerkt hierzu, 
daß er von dieser Konforeuz nichts gewußt habe, 
daß aber ein Schreiben eines Mitgliedes des 
Bezirksausschusses eingegangen sei, durch welches 
der betr. Herr sich angemeldet habe, um mit 
dem Amtsvorsteher gemeinsam den Landhaus 
bezirk in Friedenau zu begehen. Er beantrage, 
eine Kommission zu wählen, welche eine Petition 
ausarbeite, nachdem er mit dem Kommissar 
Rücksprache genommen, damit die Petitions 
Kommission wisse, wie weit sie ihre Forderungen 
für eine günstigere Bauordnung stellen könne. 
Er schlage vor, für den ganzen Landhausbezirk 
die Bauklasse II zu beantragen, welche den Bau 
3stöckiger Häuser ohne Hinterhäuser zulasse. 
Durch den Bau der vielen Hinterhäuser werde 
die Schul- und Armenlast immer größer, und 
trete mit der Zeit der Ruin der Gemeinde ein, 
da die Bewohner der Hinterhäuser an Steuern 
so gut wie garnichts einbringen, die meisten 
Kosten der Amtsverwaltung verursachen und 
schließlich auch die Hausbesitzer belasten. Der 
Preis des Grund und Bodens für den jetzt un 
bebauten Landhausbezirk werde sich bedeutend 
steigern und gleichzeitig würden dann auch die 
Steuereinnahmen wachsen. 
G.-B. Leist stimmt mit den Ausführungen des 
Herrn Gemeindevorstehers allerdings überein, die 
Bauklasse II aber sei insofem nicht annehmbar, als 
die Grundstücke dieser Klasse nicht an die Kanali 
sation angeschlosien zu werden brauchen. Es müßte 
dann für Friedenau eine ganz besondere Bau 
ordnung geschaffen werden, und darauf werde 
sich die Regiemng nicht einlassen. Er empfehle 
daher, für Bauklasse I einzutreten. 
G.-V. Homuth ist gleichfalls für die Bau- 
klasse I, durch das, was in der Gemeinderaths 
sitzung beschlossen, werde sich der Kommissar 
nicht bestimmen lassen. Es sei nun einmal 
mit dem Bau der großen Häuser begonnen 
worden und könne er nicht begreifen, weshalb 
Besitzer von Parzellen des Landhausbezirks nicht 
denselben Vortheil genießen sollen, wie diejenigen 
der in Bauklaffe I liegenden Grundstücke. Die 
Parzellen des Landhausbczirks seien seiner Zeit 
mit 300 M. und mehr bezahlt worden und jetzt 
nur mit 150 M. pro Ruthe veranlagt. 
G.-V. Schrcmmer ersucht den Herrn Amts 
vorsteher für Bauklasse I einzutreten und heraus 
zuschlagen, was nur irgend möglich sei, ein Hin 
untergehen der Forderungen trete von selbst ein. 
G.-V. Straus ist der Ansicht, daß in 
Friedenau Niemand eine Villa mehr bauen 
werde, und beantragt, 5 Herren zu einer Kom 
mission zu wählen, welche eine Petition an die 
Regiemng behufs Aenderung der Bauordnung 
au-arbeiten soll. 
Schöffe Drag er spricht sich gleichfalls für 
die Bauklaffe I aus. Das Berliner Magistrats 
land hätte seiner Zeit für Bauklasse I einbe 
griffen sein müssen. Infolge der Umwandlung 
des Landhausterrains zur Klasse I würden die 
Bauparzellen höher eingeschätzt werden und die 
Gemeinde dann auch an die Errichtung einer 
höheren Schule herangehen können. 
Der Herr Gem.-Vorsteher erklärt zum 
Schluß, wie er erfahren, habe Steglitz in der 
Konferenz sehr viel für seinen Baubezirk heraus 
geschlagen. Die Bauordnung sei seiner Zeit 
am grünen Tisch ausgearbeitet und ganz will 
kürlich entstanden. 
Die Versammlung beschließt darauf, eine 
Kommission behufs Ausarbeitung einer Petition 
und wählt hierzu die Herren Draeger, Leist, 
Homuth, Schremmer und Hendrich. 
Es folgt nun die Verhandlung über die ge 
plante höhere Knabenschule. 
Der Herr Gem.-Vorsteher verliest den Antrag 
des Vorstandes des hiesigen Gmndbesitzervereins 
betreffend die Begründung einer solchen Schule 
und die in der Versammlung des Vereins vom 
13. September gefaßte Resolution. Die Frage 
der Errichtung einer höheren Knabenschule sei 
nicht neu; eine Stockung sei eingetreten, als 
festgestellt wurde, daß der Gemeindesäckel nicht 
nicht ausreiche. Femer habe die Regiemng 
Forderungen gestellt, welche die Gemeindever 
waltung nicht geglaubt habe, erfüllen zu können. 
Der Gemeindevörstand stehe der Errichtung 
einer höheren Knabenschule wohlwollend gegen 
über und sei für eine Kommission, welche die 
Finanzimng der Schule feststelle. In erster 
Linie sei ein Bedürfniß für die Vorschule vor 
handen. 
G.-V. Hendrich halt die Vorschule nicht 
für so dringend, da sich die Gemeinde eine 
Verbesserung der Volksschule angetzgen sein 
laffe, eine Erhöhung der Steuern über 
100 Proz. sei nicht zweckmäßig, da bei einer 
solchen sich viele Einwohner veranlaßt sehen 
würden, von Friedenau fortzuziehen. 
G.-V. Frölich: Die Schule werde von 
der Gemeinde mit dex Zeit einen Zuschuß von 
30,000 M. erfordern. Eine Vorschule für 
Knaben müßte eingerichtet werden. Sollte mit 
der Errichtung der Schule begonnen werden, so 
sei nicht von der Hand zu weisen, Herrn 
Dr. Lorenz für seine Knabenschule eine be 
scheidene Enffchädigung zu zahlen, da derselbe 
viele Jahre im Interesse der Gemeinde die 
Knabenschule gehalten und große Opfer gebracht 
habe. Uebrigens könne die Dr. Lorenz'schc 
Knabenschule als Vorschule unter Aufsicht des 
Direktors des Gymnasiums weiter bestehen und 
die Gemeinde würde von einer bedeutenden 
Last dann befreit sein. 
G.-V. Schremmer: Wenn nicht in Betreff 
einer höheren Schule von der Gemeinde etwas 
gethan werde, würden viele Hausbesitzer bald 
zu Grunde gehn. Die Vorschule sei ein sehr 
fühlbares Bedürfniß für die Gemeinde und koste 
weniger wie die höheren Klaffen. Das Haus 
des zu Schulzwecken angekauften Grundstücks 
sei einmal da und dürfe nicht unbenutzt bleiben. 
Die Umsatzsteuer werde 17,000 M. einbringen, 
und die anderen Einnahmctitel erhöhten sich 
gleichfalls; eine weitere Steigerung der Ein 
nahmen würde mit der Verbcfferuug der Bau 
ordnung eintreten. Werde nicht jetzt endlich 
mit der höheren Knabenschule angefangen, so 
werde Friedenau wohl niemals eine solche er 
halten. Die besseren Steuerzahler hätten auch 
ein Recht auf die Berücksichtigung ihrer diesbe 
züglichen Wünsche. Die Aengstlichkeit könne er 
nicht begreifen. Wenn einmal ein Anfang 
gemacht, werde auch die Schule fortbestehen; 
und zu einem großen Zuschuß werde es nicht 
kommen. 
G.-V. Retzdorff ist für weiteren Ausbau 
der Gemeindeschule und hält die Vorschule als 
dann für überflüssig. 
G.-V. Homuth glaubt, daß die Finanz 
verhältnisse der Gemeinde es nicht gestatten, 
schon jetzt mit der höheren Knabenschule anzu 
fangen, obgleich er für eine höhere Schule sei. 
Friedenau müsse sich nach den Steuersätzen von 
Schöneberg und Wilniersdvrf richten. Da 
Friedenau viele Rentiers und Pensionäre habe, 
so würden diese bei einer Steuererhöhung 
Friedenau verlassen, da diese keinen Vortheil 
von der Schule hätten. Wenn die Bauunter 
nehmer von dem Bau eines Gymnasiums 
hörten, würde wieder die Bauspckulation weitere 
ungesunde Zustände schaffen und die Haus- 
bbsiher ständen dann auf demselben Fleck wie 
jetzt und würden dann ebenso klagen. 
G.-V. Strans ist der Ansicht, daß die 
Noth der Hausbesitzer in den Zeitvcrhältniffen 
liege. In Berlin mache sich die Ucbcrproduktion 
der Wohnungen mehr geltend als in Friedenau. 
Er beantragt die Ueberschüsse der Steuern im 
1. Jahre zur Hälfte, im 2. zu 2 A und im 
3. Jahre ganz für die höhere «schule zu ver 
wenden. 
Schöffe Bache glaubt, daß mit 6 000 M. 
Zuschuß zur höheren Schule für die ersten Jahre 
nicht auszukommen sein würde, trotzdem auch er 
für eine höhere Knabenschule sei, und rechnet 
einen Zuschuß der Gemeinde von 11,000 M. 
heraus. Uebrigens werde der Schulhausbau erst 
am 1. Juli n. Js. fertig werden und dann 
Michaeli bezogen werden können. 
Schöffe Draeger: Die Einwohnerzahl nehme 
immer noch zu und haben die Steuern sich um 
3 000 M. vermehrt. Eine weitere Vermehrung 
werde zum Oktober eintreten. Er glaube zur 
Hebung des Ortes gehöre eine gute Verbindung 
und gute Straßenpflege, das heißt gutes Pflaster, 
tüchtige Reinigung re. 
In gleichem Sinne sprechen sich noch die 
Herren G.-V. Demcker und Straus aus. Der 
Herr Gemeindevorsteher beantragt dann, eine 
Kommission behufs Feststellung der Finanzirung 
einer höheren Knabenschule zu wählen, und 
werden dazu die Herren Schöffen Bache und 
Dräger sowie die G. - V. Bauer, Fröhlich, 
Homuth, Leist und Schremmer gewählt. 
Es folgt dann die Genehmigung des Ab 
schlusses des Vertrages mit der Continental- 
Gasgeseüschaft behufs Herabsetzung des Preises 
für Koch-Gas re. auf 10 Pf. pro cbm vom 
1. Oktober d. I. ab, worauf nach Erledigung 
einiger kleineren Vorlagen die Sitzung nach 
10 Uhr geschlossen wird. 
Vf. Eine interessante Bau-Dtrcitfrage, die 
der frühere Besitzer sämmtlicher Grundstücke an der 
Sponholzstraße im Friedenauer Ortstheil von Schöne- 
berg, Rentier Spanholz, veranlaßt hat, wird dem- 
nächst zur gerichtlichen Austragung kommen. Der 
genannte Besitzer hatte seinerseits vor dem Verkauf 
der Bauterrains für diese in das Grundbuch die Be 
schränkung eintragen lasten, daß die darauf zu er 
richtenden Wohnhäuser nicht höher als 2 Stockwerke 
gebaut werden sollten. Diese Bestimmung ist dann 
aber bei der Errichtung einer ganzen Anzahl der 
über 40 zählenden Wohngebäude nicht beachtet, ja 
einige Häuser sogar 4 Stock hoch gebaut worden. 
Auch hat dielOrtsbehörde bei Ertheilung der Bau- 
erlaubniß und Abnahme der Gebäude jene grund- 
buchliche Beschränkung nicht geltend gemacht. Und 
ebensowenig hat der frühere Besitzer selbst sich seiner 
zeit darum gekümmert, ob der betreffenden Grund- 
buchbestimmung Folge gegeben werde, vielmehr jeden 
Käufer feirter Grundstücke bauen lasten, so hoch, wie 
es ihm beliebte. Jetzt aber, nachdem die Häuser fast 
durchweg schon eine ganze Reihe von Jahren stehen 
und mehrere sogar bereits ihren zweiten und selbst 
dritten Besitzer haben, die an der Ueberschreitung 
der bewußten Bestimmung ganz unschuldig sind, jetzt 
plötzlich ist der Rentier Spanholz darauf verfallen, 
die grundbuchliche Baubeschränkung zur Geltung zu 
bringen, d. h. von den Eigenthümern sämmtlicher zu 
hoch gebauten Häuser dafür eine — Entschädigung 
zn verlangen. Dies ist jedoch von all' den be 
treffenden Hausbesitzern mit Entrüstung verweigert 
worden. Und daraufhin hat nun Spanholz zunächst 
gegen einen derselben die Klage angestrengt mit dem 
Antrage, daS in Frage kommende Haus bis auf den 
zweiten Stock — abtragen zu lasten. In der letzten 
Sitzung des Schöneberger HauS- und Grundbesitzer 
vereins, in welcher jdiese Sache zur Sprache kam, 
erklärte der Syndikus des Vereins, daß die Klage 
wohl schwerlich Erfolg haben werde, da Spanholz 
gegen die Ueberschreitungen der Baubcschränkungen 
gleich während der Errichtung der Häuser hätte Ein 
spruch erheben müssen, im übrigen jedoch an der 
Jnnchaltung der Grundbuchbestimmung er persönlich 
gar kein Interesse habe und folglich auch nicht dafür 
eine Entschädigung beanspruchen könne. Man darf 
hiernach auf den Ausgang des eigenartigen Streit- 
falles gespannt sein. 
-j- Bei der Nenpsiafterung der Handjery- 
straße vom Wilmcrsdorfer Platz bis zur Kirch- 
straße werden Würfelschlackensteine verwendet 
werden, die halb so billig sein sollen wie 
Granitsieinc. Bei einer Probe, welche ein 
Steinsetzer in Betreff der Haltbarkeit der Steine 
machte, gelang es ihm, einen gleich großen 
Granitstein mit Leichtigkeit zu zerschlagen, 
während ihm dies bei dem Schlackensteine nicht 
möglich war. Es wird sich also nur darum 
handeln, ob der Schlackenstein im Winter nicht 
für Fuhrwerk zu glatt oder von der Wittening 
zu sehr mitgenommen wird. 
f In Betreff der Gasexplosion, die 
am Sonntag Vormittag in der Feurigstraßc 13 
stattgefunden hat, tragen wir noch nach, daß 
Frau G. infolge des Schreckes nur etwas un 
päßlich gewesen ist, doch sonst keinen Unfall er 
litten habe. Die Schuld trifft in erster Linie 
den Handwerker, welcher den Gashahn nicht 
vollständig abgesperrt hatte und dann, trotzdem 
er den Gasabsiuß roch, dennoch auf die Leiter 
stieg, uni an dem Rohr mit einem Streichholz 
etwaige undichte Stellen abzuleuchten. Wie uns 
berichtet wird, sind die Fenster bei der Explosion 
offen gewesen und trotzdem sowohl in diesem wie 
in dem Nebenzimmer die Fensterscheiben ge 
sprungen. 
-j- Von einem Sportsfrennde geht 
uns folgende Nachricht zu: Im Laufe der letzten 
Woche erhielt der Friedenauer Sport-Club, der 
sowohl durch sein gutes Fußballspielen, wie auch 
durch seine rege Betheiligung an öffentlichen 
Wettrennen die Aufmerksamkeit aller Sportsge- 
nosien auf sich gelenkt hat, eine Herausforderung 
seitens des Fußballclubs »Britannia* zu einem 
Wettspiel. Die Aufforderung ist vom hiesigen 
Sportclub angenommen worden, und sindct somit 
am Sonntag, den 29. September um 10 Uhr 
Vormittags auf dem Terrain jenseits der Wann 
seebahn das Wettspiel statt. 
-s Einen guten Fang hat der Wacht 
meister Herr Meier gestern Morgen gemacht. Es 
war ihm von mehreren Seiten die Klage zu 
Ohren gekommen, daß vielfach die FrühstnckS- 
beutel geleert wurden, ohne das es möglich 
war, die Diebe zu erwischen. Am Freitag 
Morgen nun, in der Zeit von 4—5 Uhr, 
bemerkte er vier erwachsene Jungen, welche 
mit einem Brotbeutel nach der Ringstraße 
gingen. Hier stiegen sie über einen Dorgartcn- 
zaun und thaten sich an den Weintrauben 
gütlich. Dabei wurden dann zwei der Burschen 
von dem Beamten gefaßt, während die beiden 
Andern entkamen. In deni Brotbeutel fand 
der Beamte einen Falken, welcher dem Kaufmann 
Hübner am Friedrich-Wilhclmsplatz gehört, und 
in den Taschen Weißbrod. Der eine Junge 
ist als der Sohn eines Ingenieurs aus der 
Sponholzstraße ermittelt worden, während der 
andere aus Wilmersdorf stammt. Die Jungen 
sahen schmutzig aus und trugen zerrissene 
Kleidungsstücke. Jedenfalls handelt es sich um 
jugendliche Strolche, welche des Nachts im 
Freien nächtigten und früh Morgens ihren Be 
darf an Lebensmitteln für den Tag aus den 
Frühstücksdiebstählen deckten. 
f Das Grundstück Saarstraße 1 und 
Jllstraßen-Ecke ist am Donnerstag im Wege der 
Zwangsversteigerung in den Besitz des Schneider 
meisters Wolfs übergegangen. 
Ein 2^2 jähriger „Rausschmeißer" 
ist die neueste Kuriosität in unserem sonst so 
friedliebenden Friedenau. Es ist der hoffnungs 
volle, vielversprechende Sprößling eines in der 
Niedstraße wohnenden Besitzers und trägt ge- 
wiffenhaft dafür Sorge, daß sein ober pap» 
von wohnungsuchenden Miethen: durch das Be- 
i sichtigen der Wohnungen nicht zu lange belästigt 
i wird, besonders, wenn die betreffenden Miether 
größere Ansprüche machen, sich nach vielen 
Einzelheiten der Räume rc. erkundigen und da 
durch den Anschein erwecken, daß sie die Woh 
nung doch wohl nicht nehmen werden. Sobald 
dies der »junge Mann* merkt, stellt er sich in 
Positnr; und plötzlich schallt den unliebsamen 
Fragern mit edler Unver—frorenheit der wohl- 
einstudirte Donnerruf entgegen: »Wenn Du nicht 
miethen thust, mach', daß Du raustommst!' 
Die Folge ist natürlich ein sogenanntes — 
Tableau und schleuniger Rückzug vor dem Herrn 
Sohne. Und da sagt man: es giebt keine 
»Kinder* mehr. Dieser Jüngling beweist 
gerade das Gegentheil, weil bekanntlich nur 
Kinder die — Wahrheit sprechen. 
f Polizeibericht. 1 Schlüssel gefunden. 
1 junger brauner Hund, weiße Pfoten und 
weiße Schwanzspitze, bei Walter, Rheinstraße 
Nr. 67, II zugelaufen.^ 
Eingesandt. 
1. Die in der Nacht vom Sonntag aus Montag 
aus dem Grunewald nach dem Depot in Steglitz 
zurückkehrenden Maschinen der Dampfstraßenbahn 
bewegen sich in einem Tempo durch die Rheinstraße, 
und zwar die letzten gegen 2 Uhr Nachts, daß an ein 
Schlafen bis zu dieser Zeit nicht zu denken ist. Es 
wäre dringend erwünscht, wenn dem Besitzer der 
qu. Bahn Seitens der Polizeibehörde dies unter- 
sagt würde. 
2. Nach einer Bestimmung der Orts-Polizei 
behörde sollen die Vorgärten sämmtlich wieder her 
gestellt werden, was auch größtentheils bereits ge 
schehen ist. Findet man aber, wie es in der Rhein- 
straße Nr. 3 der Fall ist, daß in diesen Vorgärten 
gnrnichts geschieht, sondern daß dieselben nur durch 
ein Gitter von Bandeisen kenntlich gemacht sind und 
größtentheils zur Ablagerung von Schmutz rc. dienen, 
so fragt man sich unwillkürlich, wo bleibt denn hier 
die Ausführung der gegebenen Bestimmung der 
Behörde! 
3. Dürfen Vorgärten als Spielplätze für Kinder 
benutzt werden resp. als Kindergärten? Unwill- 
kürlich bleiben die Passanten z. B. in der Kirchstraße 17 
stehen und sehen sich die Verwüstungen des Vor 
gartens an. Hier wäre schleunige Abhülfe Seitens 
der Behörde dringend erwünscht. 
4. Endlich die leidige Hundeplage! Wer hier in 
der Nähe der mit vieler Mühe und Fleiß angelegten 
Plätze wohnt und täglich die Verwüstungen mit an- 
sehen muß, welche die verschiedenen Sorten von 
Köter dort anrichten, fragt sich denn doch, wer giebt 
den Besitzern der Thiere dazu das Recht. Eine 
Verordnung des Maulkorbzwanges und eine erhöhte 
Steuer, wie in Berlin, würde die Einwohner von 
Friedenau gegen diese unerhörte Plage gewiß 
schützen; denn in keinem Vorort herrscht eine solche 
Hundeplage, wie gerade in Friedenau! Eine 
scharfe Kontrole Seitens der Polizeiorgane^ sowie 
des Thierschutzvereins wäre hier sehr zu wünschen. 
Vf 
Leo Schultz 
»uHdimckevei 
und 
MteveotWie 
Friedenau, Handjerystr. 29 
im Betriebe 
2 Schnellpresse«, Sapierschneide- 
und Serforirmaschine 
empfiehlt sich zur Anfertigung 
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K 
* 
Gute Ausführung. 
Kirchliche Nachrichten. 
Sonntag, den 28. September 1895. 
Dorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienst Herr Pfarrer 
Görnandt. 
Dann Beichte und heil. Abendmahl. 
DormittagS 11'/, Uhr: Kindergottesdienst Herr 
Pastor Kausch. 
Nachm. 6 Uhr: Abendgottesdienst, Herr Pastor 
Becker. 
Standesamt Friedenau. 
Woche vom 21. bis 27. September 1895. 
Geburten. Ein Sohn: 
Dem Secretair Herrn Gustav Buch. 
Dem Destillateur Herrn Paul Zenske. 
Dem Oberlehrer Herrn Georg Dubislav. 
Ein uneheliches Kind. 
Eine Tochter: 
Dem Tischler Herrn Karl Schulz. 
Dem Maurer Herrn Karl Schulze.
	        

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