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Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins (Rights reserved) Ausgabe 54.1937 (Rights reserved)

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Bibliographic data

Metadata: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins (Rights reserved) Ausgabe 54.1937 (Rights reserved)

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Monograph

Author:
Schall, Martin
Title:
Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison und Garnisongemeinde in Spandau / aus gedruckten und ungedruckten Quellen gesammelt und mitgetheilt von M. Schall
Publication:
Spandau-Berlin: Verlag von Herm. Oesterwitz, 1888
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2021
Scope:
224, 153 Seiten
Note:
Bd. 1 - 2
Keywords:
Spandau ; Militär ; Standort ; Militärseelsorge
Berlin:
B 152 Spa Geschichte: Spandau
DDC Group:
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15443151
Collection:
Berlin Locations,Architecture,Urban Development,Housing
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 152 Spa 64
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Contained work

Title:
Erster Band

Chapter

Title:
Von hiesiger Festung, ihren Gouverneuren und Commandanten

Contents

Table of contents

  • Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins (Rights reserved)
  • Ausgabe 54.1937 (Rights reserved)
  • Title page
  • Contents
  • Ausgabe 1937,1 Heft 1
  • Das Haus "Die Ribbe" am Molkenmarkt 13 / Jahn, Hans (Rights reserved)
  • Das Haus "Zur Rippe" innerhalb der Volksüberlieferung / Kügler, Hermann (Rights reserved)
  • Pallas' Grabdenkmal und die Berliner Akademie der Wissenschaften / Hoeft, Bernhard (Public Domain)
  • Klabunds märkischer Eulenspiegelroman "Bracke" / Ehrentreich, Alfred (Rights reserved)
  • Bücherschau (Rights reserved)
  • Berichte (Rights reserved)
  • Mitteilungen des Vereinsvorstandes (Public Domain)
  • Veranstaltungen des Vereins für die Geschichte Berlins (Public Domain)
  • Ausgabe 1937,2 Heft 2
  • Ausgabe 1937,3 Heft 3
  • Ausgabe 1937,4 Heft 4

Full text

93 
anschließt, an jenem Plaße, wo der Dichter ganz zu nach außen beeinträchtigt, sondern auch seine inneren 
Hause war. Vermeidet er im allgemeinen auch deut- Verhältnisse übel beeinflußt.“ 
lihere und anschauliche Ortsschilderung, so muß doch Klabund steigert diese Züge ins Unbegrenzte, ja, 
auffallen, daß die Trebbiner Umgebung, ja die Stadt ohne es zu merken, ins Groteske. Der Kurfürst läßt 
selbst troß eines idyllischen Kleinstadtkapitels reht sein Standbild in LebenSgröße in einem marmornen 
unscharf erfaßt ist. Beobachtungen an Ort und Stelle Tempel aufstellen: „Täglich wurden Messen vor seinem 
lassen sogar vermuten, daß Klabund dies Trebbin nie= Bilde gelesen und ihm göttliche Ehren zelebriert . . . 
mals aufgesucht hat. Rechnen wir auch das mit ein in Der Kurfürst hielt die Zeremonien als sein eigener 
die Möglichkeiten dichterisher Freiheit, so kann eine Oberpriester und schnitt den kreischenden Vögeln mit 
ganz grobe Berzeichnung nicht ohne Widerspruch hin- einem goldnen Messer, dessen Knauf den kurfürstlich- 
genommen werden: die stille Stadt der Nutheniede- brandenburgischen Adler zeigte, die Kehle durch.“ Die 
rung wird an die =- Spree verlegt. Nicht nur einmal Kurfürstin gibt ihren hohen Gatten dem Narren 
begegnet uns das Versehen, es wiederholt sih noh Brace gegenüber preis: „Wenn der Kurfürst längst 
viermal, ja es wird von den „Sümpfen der Spree- in der Erde verfault und vermodert und die Erinne- 
niederung“ (S. 81) gesprochen. Die Quelle des Irr- rung an ihn die Mensc<heit mit Entsezen und Ekel 
tums scheint ziemlich klar: in dem Volksbuch wird die erschüttert = wird ein Wort von Euch, den Jahrhun- 
Nuthe nicht genannt, dagegen sagt Clauert in der be- derten überkommen, noch tausend Frauenherzen bezau- 
kannten Briefgeschihte: „Gnädigster Kurfürst und bern . . .“ Der hohe Herr selbst erweist seinem eigenen 
Herr, Ew. Kurfürstlihe Gnaden haben mir befohlen, Spiegelbilde göttlihe Ehren und bewundert sich 
daß ich den Brief ja eilends her gen Trebbin sollte narzissus8haft: „. . . Hier hämmert das Herz, Rotspecht, 
bringen. Nun hatte ih zu Berlin noh viel auszu- am Baume der Brunst. Die Füße zerstampfen die 
richten, so daß ich in zween Tagen noc< nicht von Narzissenbeete und Getreideä>er, bis die Engerlinge 
dannen kommen konnte, darum warf ich den Brief in aus dem zerwühlten Humus ans Licht fliegen und der 
die Spree, daß er vorausschwimmen und desto zeitiger blinde Maulwurf ihnen folgt. Diese spizen weißen 
ankommen möchte, und es wundert mich nicht wenig, Zähne: zerbeißen lebende Küken gern. A<h! einer Frau 
daß er über Erwarten so lange ist ausgeblieben.“ die Kehle durchbeißen in der Umarmung und im letten 
Klabund ist also selbst ein Opfer seines Eulenspiegels Schauer ihr Blut trinken. Ich bin die  Kräft. die 
geworden, ohne zu merken, daß Clauert den Brief Wildheit und die Würde. I< sehe nichts, was meiner 
spree- und havelabwärts, dann aber nutheaufwärts Anbetung wert wäre außer mir.“ Krieg, Pest, 
sihwimmen lassen wollte. Hungersnot, Brand erfleht er von Gott, um endlich 
Am auffälligsten sind die Veränderungen des ge- etwas Großes in seiner Regierungszeit zu erleben. 
schichtlichen Hintergrundes, die der Dichter vorgenom- Eine merkwürdige Rolle spielt die Kurfürstin bei 
men hat. Der Roman spielt zur Regierungszeit des Klabund. Die Geschihtsforsher melden uns, der Kur- 
Kurfürsten Joachims 11. (Hektor) von Brandenburg. fürst habe in zweiter Ehe eine polnische Prinzessin 
Okto Hinße kennzeichnet in seinem Buch „Die Hedwig geheiratet, die ihm drei Töchter und einen 
Hohenzollern und ihr Werk“ (Berlin 1915, S. 123) Sohn geschenkt. Sie war seit 1549 sieh infolge eines 
den Herrscher mit diesen Sätzen: „Er war ein statt- unglücklichen Falles; sehr innig war schon vorher das 
licher und ritterlicher Herr von fürstlicher Haltung und Familienleben am Hofe nicht. Besonderen Anstoß er- 
einem starken Gefühl für die Würde seines Standes regte der alternde Fürst dur< sein offen zur Schau ge- 
und das Interesse seines Hauses, aber weich und tragenes Verhältnis zu einer schönen Geschüßzgießers- 
shmiegsam in politischen Berhandlungen, friedfertig witwe, Anna Sydow, die ihm mehrere Kinder gebar. 
bis zum äußersten, nicht ohne einen gesunden Menschen- -=- Der Dichter hat nun die Tatsachen so zugespitt, 
verstand in den Geschäften, aber bequem und lässig, daß die Kurfürstin als unnahbar, ja kalt geschildert 
ein Freund der Jagd und prunkvoller Hoffeste, von wird und ihre Ehe kinderlos geblieben sei. Nur Bracke 
großem Wohlwollen für seine Untertanen, von großer vertraut sie sich an. Joachim beschuldigt sie der Un- 
Freigebigkeit gegen seine Diener, aber kein Hauswirt, keuschheit, und ähnlich wie Isolde muß sie in einem 
der das Seine zusammenzuhalten verstand, stets von wendischen Hundetempelchen aus heidnischer Vorzeit 
Schulden bedrängt, dabei von einer gemächlihen am Sclachtensee (!) den Treueid schwören; Brace 
Zovialität, die auch den Widerwärtigkeiten des Lebens spielt dabei, ähnlich wie Tristan, als Irrer verkleidet, 
standhielt.“ No<h einen Grad schärfer urteilt Hans den Eideshelfer. Nach des Kurfürsten Tode wird sie 
Pruß in seiner „Preußishen Geschichte“, Bd. 1 im Roman der Hexerei angeklagt und zum Tode ver- 
(Berlin 1900, S. 203): „Wohl machte solch fürstlihes urteilt: nach uraltem Ret bittet sie der Henker für 
Walten auf die Zeitgenossen Eindruck. Es hatte aber sich los als Gemahlin. als sie vor seinem Schwerte 
do< seine üblen Seiten. Daß die ihm angeborene kniet. 
große Kuriosität“ zu törichter Leichtgläubigkeit aus- Es wird bei dieser Verscheußlichung des Kurfürsten 
artete und ihn verleitete, sich mit allerlei Shwindlern nict verwundern, daß seine Meuchelmörder auch 
einzulassen, war noch nicht so schlimm und findet bei Braces als treu und liebreizend geschildertes Weib 
manchem Fürsten der Zeit sein Seitenstü>. Wohl aber Grieta aus dem Wege räumen. Schließlich empört sich 
hat die finanzielle Zerrüttung, die seine Vershwendung die Volksmenge, und der Aufstand wird mit Mitteln 
verschuldete, nicht bloß Brandenburgs Aktionsfähigkeit beschrieben, die geradezu an die Vorgänge von 1918
	        

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