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Der Bär (Public Domain) Ausgabe 5.1879 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

fullscreen: Der Bär (Public Domain) Ausgabe 5.1879 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

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Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Monografie

Titel:
Die Gesetzlose Gesellschaft zu Berlin : Festschrift zum 100jährigen Bestehen (1809 - 1909)
Erschienen:
Berlin: Borussia, [1909?]
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2023
Umfang:
44, 45 Seiten
Berlin:
B 707 Gesellschaft: Vereine
Dewey-Dezimalklassifikation:
060 Organisationen, Museumswissenschaft
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15482973
Sammlung:
Gesellschaft, Bevölkerung, Soziales, Gesundheit
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Signatur:
B 707 GG 1
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
II. Die Mitglieder

Schnellzugriff

Schnellzugriff

  • Der Bär (Public Domain)
  • Ausgabe 5.1879 (Public Domain)
  • Titelblatt
  • Inhaltsverzeichnis
  • Nr. 1, 01.01.1879
  • Nr. 2, 15.01.1879
  • Nr. 3, 01.02.1879
  • Nr. 4, 15.02.1879
  • Nr. 5, 01.03.1879
  • Nr. 6, 15.03.1879
  • Nr. 7, 01.04.1879
  • Nr. 8, 15.04.1879
  • Nr. 9, 01.05.1879
  • Nr. 10, 15.05.1879
  • Nr. 11, 01.06.1879
  • Nr. 12, 15.06.1879
  • Nr. 13, 01.07.1879
  • Nr. 14, 15.07.1879
  • Nr.15 , 01.08.1879
  • Nr. 16, 15.08.1879
  • Nr. 17, 01.09.1879
  • Nr. 18, 15.09.1879
  • Nr. 19, 27.09.1879
  • Nr. 20, 04.10.1879
  • Nr. 21, 11.10.1879
  • Nr. 22, 18.10.1879
  • Nr. 23, 25.10.1879
  • Nr. 24, 01.11.1879
  • Nr. 25, 08.11.1879
  • Nr. 26, 15.11.1879
  • Nr. 27, 22.11.1879
  • Nr. 28, 29.11.1879
  • Nr. 29, 06.12.1879
  • Nr. 30, 13.12.1879
  • Nr. 31, 20.12.1879
  • Nr. 32, 27.12.1879

Volltext

270 
die Jagd des Wolfes gezogen. Augenblicklich war dies nun 
freilich nicht möglich, da sein ganzes Gefolge fern war, aber 
er nahm sich vor, sich durch den Köhlerburschen am folgenden 
Tage nach dieser Gegend zurückführen zu lassen, um das 
seltene Wild auszuspüren. — Sein Wunsch sollte indessen 
früher erhört werden, als er selbst es ahnte. 
Die Wanderer waren kaum eine Viertelstunde rüstig vor 
geschritten, als es plötzlich neben ihnen im Gebüsche rauschte, 
und ein wilder grimmiger Bär dicht vor dein Kurfürsten 
stand. 
Joachiin stutzte einen Augenblick, er vergaß wie gefährlich 
der Einzelkampf mit einer solchen Bestie sei, die Jagdlust, der 
kühne Jugendmuth riß ihn hin, — er schwang den Jagd- 
spieß und drang auf das Ungethüm ein. Mit furchtbarem 
Brummen stürzte sich der Bär, der durch den Spieß nur 
leicht verwundet war, auf den Kurfürst mit einem Schlage 
der gewaltigen Tatze, dem Joachim nicht vollkommen aus- 
weichen konnte, riß er ihm mit der Kleidung ein Stück Fleisch 
aus der Schulter, schon erhob er auch die andere Tatze zum 
neuen Schlage. Das Leben des Kurfürsten war sichtlich be 
bedroht, da sprang kühn der junge Köhlerburschc vor, schwang 
die Keule über dem Haupte des Thieres und ließ sie mit so 
furchtbarer Gewalt aus die Schnauze fallen, daß der Bär 
dumpf heulend mit beiden Tatzen nach der verwundeten Stelle 
griff. Im nächsten Augenblicke schon hatte der junge Bursche 
dem grimmigen Thiere das Waidmeffer in den Leib gestoßen. 
Der kurze Moment genügte, um Joachiin seine volle 
Besinnung, seine ganze Kraft wieder zu geben; mit einem 
kraftvollen Stoß des Jagdspicßes hatte er das Thier zu Boden 
gerannt, und ehe noch der Ritter von Lindenberg herbeizu 
eilen vermochte, lag der gewaltige Bär^) bereits sterbend zu 
den Füßen des Kurfürsten. 
Joachim war über das glückliche Jagdabenteuer hoch er 
freut, er fühlte die Schmerzen seiner Wunde nicht, jubelnd maß 
er das ungeheure Thier, dann aber wendete er sich zu Petern, 
der ruhig auf seinem Knüppel gestützt, als sei nichts geschehen, 
neben dem erlegten Bären stand. 
„Dll hast mir das Leben gerettet, Peter," sagte er, und 
reichte dem jungen Burschen die Hand, „das vergesse ich Dü 
nnn und nimmermehr; hier unter dieser schönen großen Linde 
hast Du kühn für Deinen Fürsten Dein eigenes Leben 
gewagt, — zum Andenken sollst Du fortan: Peter Linden 
heißen!" 
Peter schaute mit großen staunenden Augen den jungen 
Fürsten an; jetzt erst begriff er, daß er den Kurfürsten selbst 
vor sich habe; er wagte nichts zu antworten. Niemals hatte 
er noch mit einem vornehmen Herrn zu thun gehabt, er 
konnte sich daher nicht fassen, und murmelte nur einige un 
verständliche Worte; aber auch damit war Joachim zufrieden, 
denn ihm kam es nicht auf höfische Redensarten, sondern ans 
wackere Thaten an! 
*) Bären waren damals schon höchst seltene Gäste in der Mark 
Brandenburg. Buchholz erzählt nach Hastitz uns in seiner kurbranden- 
burgischen Geschichte Folgendes: Dem Kurprinzen stieß, als er etwa 
16 Jahre alt war, auch ein Abenteuer bei einer Jagd auf; denn ein 
großer Bär setzte sich gegen ihn zur Wehre und riß ihm den Schooß 
vom Kleide, sammt Hemde und Hosen, bis auf den Sattelkiwpf mit der 
Tatze lveg, als man ihm noch zu Hülfe kam und die Bestie erlegte. 
S e ch s t e s K a p i t e l. 
Es war eine neue Welt. — Wie oft hatte Peter Linden, 
wenn er im dichten Wald vor dem Kohlenfeuer saß, die 
Gluth anschürte, und im halben Nichtsthun seinen Gedanken 
nachhing, sich schöne herrliche Bilder in seiner Phantasie ge 
malt von dein Leben am Hofe in der Stadt; mit welchen 
glänzenden Farben hatte er sich dies köstliche Leben ausge 
malt, und — wie ganz anders war es jetzt! 
Alle Eindrücke waren ihm neu und überraschend, seine 
ganze Weltkenntniß war bisher beschränkt gewesen auf einen 
engen kleinen Kreis. Mutter Barbe und einige wüste Bursche, 
die iin Walde sich umhertrieben, wer konnte wissen, wovon 
sie lebten, hatten seinen einzigen Umgang gebildet, denn nur 
höchst selten hatte ihm die Muhine erlaubt, nach Spandau 
oder Potsdam einmal die Kohlen zum Verkauf zu bringen. 
Sie wollte nicht, daß Peter viel von Hause fortkomme, weil 
sie fürchtete, er werde dann um so dringender und entschiedener 
den lang gehegten Wunsch äußern, wie Vater und Bruder 
in Kriegsdienste zu treten, deshalb hatte Barbe den Verkauf 
der Kohlen meist selbst übernommen, ihren Pslegesohn aber 
einsam in der heimischen Hütte gelassen. 
Als Peter nun plötzlich aus seinem einsamen Leben ge 
rissen und in den Strudel des städtischen Treibens geworfen 
wurde, da war Alles ihm so neu und eigenthümlich und so 
ganz anders, als er es sich gedacht, daß er in den ersten 
Tagen nnd Wochen seines Aufenthalts in Köln kaum recht 
zu sich selbst kommen konnte. Von den vornehmen adligen 
Herren besonders hatte er sich ein ganz anderes Bild gemacht. 
Wenn die Kunde zu ihm drang, daß hier und dort die Ritter 
geraubt und die Landstraßen unsicher gemacht hätten, dann 
dachte er sich dieselben als wilde, stolze Männer, von barschem 
Wesen und strengen Blicken, deren furchtbares Aeußere schon 
vor ihnen zurückschreckte und die, wie sie stolz herabblickten auf 
den Bürger, den zu berauben sie das Recht zu haben meinten, 
so auch mit stolzer Selbstständigkeit sich dem Fürsten gegenüber 
bewegten! Solche Männer konnte man fürchten, selbst hassen, 
aber man mußte sie achten ihrer selbstbewußten Kraft wegen. 
Schon der erste Abend, den er in Spandau verbrachte, 
zeigte aber unserm Peter, tvie gewaltig er sich geirrt habe, 
und zerstörte alle seine Illusionen. 
An der kurfürstlichen Abendtafel, der er zuschauen durfte, 
sah er alle diese gewaltigen und gefürchteten Ritter — da 
waren die Krachte, die Lüderitze, der Jtzenplitz, der Jtterstedt, 
die Alvensleben und die Schulenburgs, die Köckeritze und 
alle die Andern, deren Namen im Munde des Volkes lebten; 
sie umringten den Kurfürsten, jeder Einzelne war bestrebt, ein 
Wort aus dem Munde des jungen Herrschers erhaschen. 
Mit gebeugtein Rücken, schmeichelnd, denmthige Freundlichkeit 
im Angesicht, standen diese Männer vor dem fürstlichen Knaben. 
Bei der Tafel selbst schwiegen sie ersurchtsvoll, ihre Blicke 
richteten sich auf den Kurfürsten, jedes seiner Worte wurde be 
wundert, selbst der kleine Kracht wagte nur leise mit seinem 
Nachbar zu flüstern und das spöttische Lächeln um seinen 
Mund verschwand, als ihn plötzlich Joachim über die Tafel 
hinweg fragte: „Ist Euch der schöne Vers bekannt, Herr 
von Kracht, den man das Kaufmannsgebet in der Mark 
nennt?" 
Der Herr von Kracht wurde dunkelroth im Angesicht, er 
erwiderte: „Nein, kurfürstliche Gnaden!"
	        

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