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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1909, XVIII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Inhaltsverzeichnis: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1909, XVIII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

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Nutzungslizenz

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Monografie

Urheber (Körperschaft):
Große National-Mutterloge Zu den Drei Weltkugeln
Titel:
Bundesgesetze der Großen National-Mutterloge zu den drei Weltkugeln : nach der Revision vom Jahre 1883/84 unter Berücksichtigung der späteren Änderungen und Ergänzungen / Große National-Mutterloge Zu den Drei Weltkugeln
Datum der Archivierung:
2023
Erschienen:
Berlin: Brr. Denter & Nicolas, 1908
Sprache:
Deutsch
Umfang:
228 Seiten
Fußnote:
Doppelt vergebene Seitennummern: S. 11, 18, 78, 128
Berlin:
B 709 Gesellschaft: Freimaurer. Geheimbünde
Dewey-Dezimalklassifikation:
060 Organisationen, Museumswissenschaft
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15484378
Sammlung:
Gesellschaft, Bevölkerung, Soziales, Gesundheit
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Signatur:
B 709 GN 12
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
Grundverfassung des Bundes der Freimaurer der Grossen National-Mutterloge in den Preußischen Staaten genannt: zu den den Weltkugeln

Kapitel

Titel:
Erster Abschnitt. Von der Grossloge

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  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1909, XVIII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Inhaltsverzeichnis
  • Nr. 1, 3. Januar 1909
  • Nr. 2, 10. Januar 1909
  • Nr. 3, 17. Januar 1909
  • Nr. 4, 24. Januar 1909
  • Nr. 5, 31. Januar 1909
  • Nr. 6, 7. Februar 1909
  • Nr. 7, 14. Februar 1909
  • Nr. 8, 21. Februar 1909
  • Nr. 9, 28. Februar 1909
  • Nr. 10, 7. März 1909
  • Nr. 11, 14. März 1909
  • Nr. 12, 21. März 1909
  • Nr. 13, 28. März 1909
  • Nr. 14, 1. April 1909
  • Nr. 15, 11. April 1909
  • Nr. 16, 18. April 1909
  • Nr. 17, 25. April 1909
  • Nr. 18, 2. Mai 1909
  • Nr. 19, 9. Mai 1909
  • Nr. 20, 16. Mai 1909
  • Nr. 21, 23. Mai 1909
  • Nr. 22, 30. Mai 1909
  • Nr. 23, 6. Juni 1909
  • Nr. 24, 13. Juni 1909
  • Nr. 25, 20. Juni 1909
  • Nr. 26, 27. Juni 1909
  • Nr. 27, 4. Juli 1909
  • Nr. 28, 11. Juli 1909
  • Nr. 29, 18. Juli 1909
  • Nr. 30, 25. Juli 1909
  • Nr. 31, 1. August 1909
  • Nr. 32, 8. August 1909
  • Nr. 33, 15. August 1909
  • Nr. 34, 22. August 1909
  • Nr. 35, 29. August 1909
  • Nr. 36, 5. September 1909
  • Nr. 37, 12. September 1909
  • Nr. 38, 19. September 1909
  • Nr. 39, 26. September 1909
  • Nr. 40, 3. Oktober 1909
  • Nr. 41, 10. Oktober 1909
  • Nr. 42, 17. Oktober 1909
  • Nr. 43, 24. Oktober 1909
  • Nr. 44, 31. Oktober 1909
  • Nr. 45, 7. November 1909
  • Nr. 46, 14. November 1909
  • Nr. 47, 21. November 1909
  • Nr. 48, 28. November 1909
  • Nr. 49, 5. November 1909
  • Nr. 50, 12. Dezember 1909
  • Nr. 51, 19. Dezember 1909
  • Nr. 52, 26. Dezember 1909
  • Farbkarte

Volltext

430 
Von kleinen Reisen hat der Hotelier gesprochen! 
Wohin führen ihn die? Zu wem? In welcher 
Stadt ist er jetzt, nachdem er hier durch Berlin offen⸗ 
bar nur eilig durchgefahren ist? Ihr Herg zog sich 
schmerzhaft zusammen. Hastig, giellos schritt sie 
weiter, allein in der großen Stadt. Wohl eine Stunde 
und länger durch Straßen hin und her. Um sie 
rückten die Häuser zusammen, die Bürgersteige wur⸗ 
den schmaler. Das Gewimmel der City umfing sie. 
Sie kam in Gegenden der Weltstadt, die sie gar nicht 
kannte. Herren belästigten sie mit Blicken, folgten 
ihr eine Zeitlang. Dazwischen strömten achtlos die 
Tausende und Tausende von fremden Menschen vor— 
bei, dehnten sich ohne Ende die kalten Straßen — 
sie hatte eine plötzliche Angst vor diesem seelenlosen, 
eilfertigen Gehaste — sie drehte um und irrte in 
der Richtung gegen Westen, wieder gegen das 
Brandenburger Tor hin, bis sie den Tiergarten er— 
reichte. Dort zwischen den kahlen, herbstfeuchten 
Bäumen und Sträuchern, wo nur wenige Leute 
waren und von drüben der weiße Glanz des Reichs— 
tagsbaus durch das kahle Geäst leuchtete, atmete sie 
ruhiger. Am Goldfischteich blieb sie stehen. Um 
sie war Stille — Nebel — welkes Laub — grauer 
Himmel. Ein Frösteln unendlicher Verlassenheit 
überlief sie. Sie fühlte sich wehrlos. Schutz— 
los gegenüber dem Schicksal, gegenüber ihrem 
Mann. Die Aussicht auf die Begegnung mit 
ihm — das hatte sie vorher aufrecht erhalten. 
Jetzt, mit der Enttäuschung schwand die 
Spannkraft. Der Rückschlag kam. Ein schwaches, 
fiebriges Zittern. Die Tränen stiegen ihr in die 
Augen .. Sie empfand auf einmal Heimweh nach 
dem Elternhaus wie ein Kind. Es war gar nicht so 
weit von hier. Wenn man vom Stettiner Bahnhof 
rach Wismar fuhr und mit dem Wagen vor die 
Stadt hinacus in das Rübenland aän der Ostsee, dann 
sah man auf einem Hügel dicht über dem Meer den 
langgestreckten Herrenhof von Grammelshagen liegen. 
Und in ihm war Papa... war Mamc . all die 
Erinneruꝛig glücklicher Zeit... Und sie konnte ihnen 
um den Hals fallen und ihr Gesicht in ihrem Schoß 
bergen, wie der verlorene Sohn in der Legende. 
Die Kinder ... Sie hob den blassen Kopf und 
preßte die Hand auf das hämmernde Herz. Die 
Kinder! Zu denen mußte sie doch zurück. Und 
konnte doch nicht. Sie fühlte, sie brachte es jetzt nicht 
über sich, so nach Seddelin heimzukehren. Mit leeren 
Händen, unverrichteter Dinge, wieder von ihrem 
Mann geichlagen und hinters Licht geführt! Dann 
brach etwas in ihr. Dann war sie ganz mit sich 
fertig. Und irgendwo auf der Welt mußte sie doch 
bleiben. 
Nicht sehr fern floß die Spree. Martine war 
müde. Sie hatte eine schmerzliche Sehnsucht, zu 
schlafen ... für immer ... ohne Erwachen ... 
ohne einen Morgen! Wenn es dunkel wurde und sie 
dann hinüberging an den einsamen, gemauerten 
Kai, den nur spärliche Laternen erhellten ... 
wieder schrie es in ihr: die Kinder ... die Kinder ... 
ich darf sie nicht allein lassen! Besser sie ermorden 
als das, was dieser Vater aus ihnen machen 
würde! Sie tat wieder ein paar Schritte bis zu 
dem kleinen Rondell des Reitwegs hinter dem Teich 
und stand da ratlos, was sie beginnen sollte. Eine 
Schwächeanwandlung erfaßte sie. Es kroch kalt an 
ihr empor, als versagten ihr die Knie den Dienst. 
Sie beswang sich und richtete sich auf und ging vor— 
wärts, auf dem gekrümmten. Pfad, irgendwohin, in 
den Wald hinein — es war ja ganz gleich — sie 
handelte überhaupt nur noch wie im Traum — aber 
da kam ein neuer Schwindelanfall ... höhnend 
anzten ihr schwarze Punkte vor den Augen ... 
sie machte nach Atem ringend Halt... Von der 
Charlottenburger Chaussee her war man auf sie 
aufmerksant geworden. Man hatte herübergeblickt, 
den Kopf geschüttelt. Ein junger Offigier trat auf 
jie zu. Er war ihr schon zuvor am Brandenburger 
Tor begegnet, ohne daß sie seine unschlüssig zum 
GBruß an den Mützenrand erhobene Rechte beachtet 
hatte, und hatte ihr geisterbleiches Aussehen, ihren 
unsicheren Gang bemerkt und war ihr seitdem auf 
jundert Schritte als ein stummer Beschützer gefolgt. 
Nun hielt er es an der Zeit, einzugreifen. Er stand 
vor ihr, in Linien⸗-Infanterie-Uniform, lang und 
blond, mit treuherzigen blauen Augen in einem 
länglichen, ernsthaften Gesicht voll Sommersprossen. 
Sie sah ihn noch nicht. Sie stützte sich mit der Hand 
gegen einen Baum. Er musterte von der Seite ihr 
zartes Profil, das sich durch den dünnen Schleier 
scharf von der grauen Luft abhob, die niedere Stirn 
und die langen Wimpern, die feine, gerade Nase, 
das eigenwillig gerundete, etwas vorspringende 
Kinn — er sah das alles mit einer Art voß n 
Berliner Ilustrirte Zeitung 
dacht und sagte dann gedämpft, sich etwas vor—⸗ 
eugend, die Rechte an der Mütze: 
„Vergeihung, gnädige Frau ... ich fürchte, Sie 
ind nicht gang wohl! ... Ich weiß nicht, ob ich den 
Vvorzug habe, daß Sie sich meiner noch erinnern!. 
zch wurde vor einigen Jahren in einer bestimmten 
Angelegenheit Ihres Vertrauens gewürdigt ...“ 
Die junge Frau blickte verwirrt auf. Dann be— 
jerrschte sie rasch ihre Gesichtszüge, so gut sie konnte, 
ind sagte, ihm die Hand reichend, mühsam, im Be— 
treben, ganz gefaßt zu erscheinen: 
„Guten Tag, Herr von Malchow! Wie geht es 
Ihnen? Ich hörte zufällig gerade von meiner 
—chwester, daß Sie jetzt in Berlin stehen ....“ 
„Ja. Das heißt ... ich stehe noch in meinem 
ilten märkischen Regiment mit Ihrem Schwager 
Wend zusammen. Ich bin nur hierher komman— 
diert!“ 
„Und gefällt es Ihnen in Berlin?“ 
„Gewiß! Aber ich glaube, gnädige Frau, das 
st augenblicklich Nebensachel Sie sehen furchtbar 
ingegriffen aus!“ 
„So?“ sagte sie erstaunt. „Komisch: ich hab' 
iur so ein bißchen ein schummeriges Gefühl im 
dopf, von den vielen Besorgungen. Sie wissen ja, 
vie es geht, wenn wir Provinzler mal in die Stadt 
sereinkommen ... Nun ... jedenfalls hat es mich 
ehr gefreut, Herr von Malchow, daß wir uns ein— 
nal wieder gesehen haben ...“ 
Sie wollte sich verabschieden. Aber sie zitterte 
»abei so sehr und hielt sich mit solcher Anspannung 
rufrecht, daß er entschlossen versetzte: 
„Nein, gnädige Fraul Sie sind zu elend! Ge— 
tatten Sie wenigstens, daß ich Sie zum nächsten 
Droschkenhalteplatz bringel!“ 
Sie ließ es geschehen. Sie war eigentlich froh, 
»aß irgend jemand etwas über sie bestimmte. Sie 
elbst hatte nicht mehr die Kraft dazu in sich. Sie 
gingen langsam nebeneinander nach dem Branden— 
»urger Tor zurück. Unterwegs fragte er: 
„Sind Sie mit Ihrem Herrn Gemabl in 
Zerlin?“ 
Die Frage erschien ihr so komisch, daß sie in 
hrer Nervosität lachen mußte. Eine leise Lebens— 
arbe erschien dadurch wieder auf ihren Wangen. 
„Nein! Mein Mann hat andere Geschäfte! 
Das wissen Sie jal Sie haben ja damals, als ich 
Sie nach Seddelin hinausbat, Einblick genug in 
illes genommen! .. Oder schon vorher durch meinen 
S„chwager Wend! ... Sind Sie mit dem immer noch 
o eng befreundet?“ 
„Gnädige Frau ... eine Freundschaft wie die 
zwischen Wend und mir bleibt wohl für das Leben 
onstant.“ 
Der lange blonde Leutnant sagte das in einer 
chwerfälligen, bestimmten Art. Er hatte in seinem 
zanzen Wesen etwas Pedantisches das halb 
hren Widerspruch reigte, halb ihr Vertrauen gewann 
ind ihr dabei doch drollig vorkam. Nun fuhr er fort: 
„Ich hab' es damals so aufrichtig bedauert, daß 
Ihr Wunsch, den Zwiespalt — oder sagen wir ehr— 
In dem diesjährigen 
2 
Weihnachts-Heft 
bringt unsere „Musik für Alle“ folgende Kom— 
pofitionen von Beorg Friedrich Händel: 
2 2 
Glocken in der Weihnacht 
stach der Sinfonia pastorale aus dem „Messige“ 
Berühmte Gesänge: Largo 
aus „Xerxes“ — „O hätt' ich Jubals 
Harf'“ aus „Josua“ — „Laß mich be— 
weinen“ aus „Rinaldo“ — „So wie 
die Taube“ aus „Acis und Galathea“ 
Chorsätze: „Seht, er kommt mit 
Preis gekrönt“ aus „Judas Maccabäus“ 
— „Halleluja“ aus „Messias“ 
Instrumental-Musifk: Der 
zarmonische Grobschmied, Thema mit 
Variationen — Allegro moderato aus der 
Violin-Sonate in A-Dur — Menuett 
HeitereArien: „Einer andern gab 
mein Herz ich“ aus „Atalanta“-,Nur bei 
Bacchus, deim Gemütlichen⸗, Trinklied 
Preis des Heftes 50 Pfg. 
Zu beziehen durch sämtliche Musikalien— 
Handlungen, sowie vom Verlag 
Ullstein & Co. Berlin 8W. 68. 
Hochstraße 22505 
Nr. 4) 
ich — die Todfeindschaft zwischen den beiden Brü— 
dern aus dem Weg zu räumen, sich nicht erfüllen 
ieß! Aber ich mußte pflichtgemäß von jedem Versuch 
ibraten. So wie die beiden nun einmal sind — 
yhr Gatte und mein Freund Wend — da ginge 
Hher Feuer und Wasser zusammen, als diel Sie 
ind zu himmelweit verschieden ...“ 
Sie erwiderte nichts. Sie überschritten eben 
»en Platz vor dem Brandenburger Tor, an dem 
»rüben Automobildroschken hielten, und es fiel ihr 
nihrer Willenlosigkeit ein: Wenn er mich glücklich 
a in einen Wagen hineinpackt — was sag' ich dann 
»em Kutscher? Wohin fahr' ich dann? Doch nur 
iach dem Bahnhof? Nach Hause? ... Nein! Ich 
ann nicht! So nicht! Ich bin jetzt in Berlin ... 
Sie fühlte sich wieder spannkräftiger, seit diese 
ähmende Einsamkeit von ihr gewichen war und sie 
in der Riesenstadt eine Menschenseele neben sich 
vußte — gleichviel, wer es war. Sie dachte: 
Während mein Gatte Gott weiß wo und mit wem 
st, kann ich ja auch mit dem Leutnant von Malchow 
hier über die Straße gehen! Das ist wahrhaftig 
sarmlos! Ich könnte ganz andere Sachen hier 
reiben, ohne daß er es merktel Rein nur aus 
dachel Aber es wäre gar keine Rachel Es wäre 
hm am Ende ganz recht, wenn ich kein Recht mehr 
„ätte, ihm noch etwas vorzuwerfen! Dadurch ge— 
vänne er nur noch mehr Uebergewicht über mich ... 
Sie erschrak selber über diesen Gedanken und 
ragte sich: Wie verfällst du nur auf derlei? — und 
kam sich selber wie eine Fremde vor, und mußte doch 
nnerlich über diesen wohlerzogenen, ernsthaften Leut⸗ 
iant von Malchow lachen, der von der Gunst des 
Augenblicks keine Ahnung hatte und mit ihr so ehrbar 
»en Droschken zusteuerte, nur bestrebt, eine so schöne 
Frau wie sie so rasch wie möglich wieder los zu 
verden und in die Weite zu schicken. Am Halteplatz 
lieb sie stehen und sagte fiebrig heiter: 
„Danke, Herr von Malchow! Aber nun komm“ 
ch schon auf eigenen Füßen weiter! Ich fühl' mich 
chon wieder besser! Es war nur so eine Anwand— 
ung! ... Ich will Sie nun nicht länger aufhalten! 
Sie haben jedenfalls zu tun!“ 
„Ganz und gar nicht, gnädige Frau! Ich wollte 
iur in einer Stunde Ihren Schwager, meinen 
zreund Wend, vom Anhalter Bahnhof abholen. Er 
ommt heute auch auf einen Sprung nach Berlin 
serüber. Vorher habe ich gar nichts vor!“ 
Vor ihnen lagen die Linden, breit, in frostiger 
delle, von Menschen belebt. Er hielt sich an ihrer 
SZeite. Sie sagte sich, beinahe über ihn erstaunt: „Er 
nerkt doch schließlich, daß ich nicht sechzig binl!“ Und 
—E 
ihr besorgt und respektvoll: 
„Bitte, gnädige Frau — gestatten Sie, daß ich 
aoch etwas in Ihrer Nähe bleibel Ich habe immer 
Angst, es pafssiert Ihnen sonst etwas!“ 
Sie lachte. 
„Was soll mir denn passieren?“ 
„Sie haben Fieber! Oder sonst etwasl Ganz 
im Gleichgewicht sind Sie nicht!“ 
Und als sie ihm nicht antwortete, sondern nur 
nit einem kühlen Seitenblick streifte, bat er, während 
ihnen ein kalter Windstoß staubaufwirbelnd üher den 
Asphalt entgegenfuhr: 
„Bitte, gnädige Frau ... machen Sie doch 
wenigstens Ihre Jacke zul! Sonst erkälten Sie sich 
noch mehr! Es ist schon rauhl Der Winter ist 
nahe ...“ 
Sie schloß die Knöpfe des Jäckchens über der 
dünnen Bluse, die sie darunter trug. Es tat ihr jetzt 
nachträglich leid, daß sie sich für Berlin nicht sorgfäl— 
tiger angegzogen hatte. Sie hatte sich das schon gang 
abgewöhnt. Es achtete dabheim ja auch kein Mensch 
darauf! 
Und in dem Zittern und Wirren der Weltstadt 
um sie her, in dem Branden der Blutwellen in ihren 
Schläfen fühlte sie wieder das alte gefährliche: Das 
ist die Macht der Stunde! ... Ich bin in der Hand 
des Schicksals. Sie haben mich so lange gehetzt und 
»erzweifelt gemacht, bis ich nicht mehr ich selber 
zin! ... Ich hätte jetzt an einen kommen können... 
Sie schloß eine Sekunde die Augen, ihr schwindelte 
»or Angst, als habe sie plötzlich in einen Abgrund ge— 
sehen. Es war ihr eine Beruhigung, neben sich das 
gleichmäßige Säbelklappen und den festen Schritt des 
Leutnants von Malchow zu hören. Gott sei Dank — 
das war ein anständiger Mensch. Aber seine Bieder— 
keit reigte sie förmlich wieder, bei aller Dankbarkeit 
gegen ihn, so verwirrt war sie. Was brauchte er so 
teif und hölzern zu sein? Sie schaute ihn beinah' 
feindselig und spöttisch an, während er die Unterhal— 
tung fortsetzte: 
„Ihr Gatte ist wohl jetzt in Seddelin?“ 
„Neinl“
	        

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