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Die Verkommenen (Public Domain)

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Monograph

Title:
Die Verkommenen : Berliner Sitten-Roman
Edition:
16. u. 17. Auflage
Publication:
Leipzig: Verlag von B. Elischer Nachfolger, 1908
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2023
Scope:
VII, 440 Seiten
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15480248
Collection:
Berlin Dialect,Literature,Literary Life
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 328 Kretz 14
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
Achtes Kapitel

Contents

Table of contents

  • Die Verkommenen (Public Domain)
  • Title page
  • Vorwort zur vierten Auflage
  • Zur dritten Auflage
  • Erstes Kapitel
  • Zweites Kapitel
  • Drittes Kapitel
  • Viertes Kapitel
  • Fünftes Kapitel
  • Sechstes Kapitel
  • Siebentes Kapitel
  • Achtes Kapitel
  • Neuntes Kapitel
  • Zehntes Kapitel
  • Elftes Kapitel
  • Zwölftes Kapitel
  • Dreizehntes Kapitel
  • Vierzehntes Kapitel
  • Fünfzehntes Kapitel
  • Sechzehntes Kapitel
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Full text

214 
und Dichter zu zeigen. Der Geiger lebte von innen nach 
außen, der Dichter von außen nach innen. Bernhard Sirach 
erschien das ewige Wagenrollen wie etwas Fürchterliches, 
das sein Ohr beleidigte. In jedem Rauschen, Stoßen und 
Lärmen der Menge vernahm er nur einen einzigen großen 
Mißklang. All das tolle, bunte, wahnsinnig-aufregende 
Leben, das ihn umgab, aus dem tagtäglich tausend Gedanken 
hervorgingen, von denen sich wenigstens einer bewährte, 
erschien seinem fein abgestimmten Gehör und seinen leicht 
erregbaren Nerven wie das Stimmen eines Riesenorchesters, 
das während Stunden hindurch nicht nachläßt. Die äußer- 
lichen Eindrücke waren nur insofern für ihn vorhanden, als 
er sie wie etwas Unvermeidliches hinnehmen mußte, weil 
das Leben es einmal so verlangte. Die Stille der Nacht. 
ein langgezogener, reiner Ton seiner Geige, — das war 
die Widerspiegelung seiner Empfindung, seines sanften 
edlen Charakters. 
Oskar Schwarz war eine andere Natur. Schwebte sein 
Freund ewig über den Wolken, so befand er sich stets auf 
der Erde. Wenn Leonhard es nie unterlassen konnte, im 
Straßengewühl eine Melodie zu summen, die ihn die körper- 
liche Welt um sich her vergessen ließ, so ging Oskar in diejer 
körperlichen Welt auf. Das Lärmen und Brausen der 
Menge mit ihrem Achzen, Stöhnen, ihrem tausendfältigen 
Schrei, in dem die Freude mit dem Leide, der Seufzer 
mit dem Fluche und die Barmherzigkeit mit der Erlösung 
rang, war seine Musik. Seine Augen sahen rechts und links, 
und wo er hinblickte, sah er Leidenschaft, das seelische 
Material seiner Kunst. Er fühlte, daß diese wandelnden 
und atmenden Marionetten dieselben vergangener Jahr— 
hunderte waren; nur äußerlich hatten sie sich verändert. 
Der Dichter brauchte ihnen nur sein Wort in den Mund 
zu legen, und sie sprachen dasselbe Laster, dieselbe Tugend, 
denselben Haß, dieselbe Liebe verflossener und ewiger Zeit. 
Ob Toga oder Frack —: Mensch war Mensch geblieben. 
In Oskar Schwarz begann das Talent zu gären und 
zu brodeln; es türmte sich Idee auf Idee, unxeif, aber voll
	        

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