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Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 28.1925 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

fullscreen: Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 28.1925 (Public Domain)

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Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Zeitschrift

Titel:
Berliner Leben : Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Weitere Titel:
Die Damen-Illustrierte
Die Frauen-Illustrierte
Erschienen:
Berlin: Oestergaard 1928
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Erscheinungsverlauf:
1.1898/99 - 31.1928,20
ZDB-ID:
2692447-X ZDB
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
Dewey-Dezimalklassifikation:
050 Zeitschriften, fortlaufende Sammelwerke
Sammlung:
Berliner Zeitungen, Zeitschriften
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1925
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-11117447
Standort der Druckausgabe:
Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek
Signatur:
Ri 20010
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Berliner Zeitungen, Zeitschriften

Zeitschriftenteil

Titel:
Band 2

Ausgabe

Titel:
H. 27

Schnellzugriff

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  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 28.1925 (Public Domain)
  • Band 1
  • Einband
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  • H. 17
  • H. 18
  • Rückdeckel
  • Band 2

Volltext

JaBrg. 28 
Nr. 2 
22 
DIE GRÜNE MASKE 
H A W E Z 
m Palais des Grafen Estincourt 
schäumte das Leben in hemmungs 
loser Ausgelassenheit — perlte der 
galante Witz, sprühend und hell 
wie der Sekt in klingenden 
Kelchen. Kavaliere mit glutenden 
Augen und schöne, sehr schöne 
Damen mit schneeweißen Schultern 
und verträumten Blicken glitten 
rhythmisch auf dem Parkett zum 
leisen Klange der Geigen. In großen Spiegeln sah die 
erlesene Gesellschaft sich wieder, wie sie sich amüsierte, 
wie sie lachte und tolle Scherze trieb. 
Blaues, gedämpftes Licht kroch zögernd geheimnis 
voll aus unsichtbaren Strahlenquellen an der getünchten 
Decke und lag schimmernd über den ernsten Bildern 
der Ahnen, die aus schweren, goldenen Rahmen selt 
sam fremd auf den Maskenball herabsahen. 
Graf Estincourt war ein sonderbarer Junggeselle, in 
der Blüte der Mannes Jahre eine elegante Erscheinung, 
temperamentvoll, mit dem spöttischen Lächeln eines 
Philosophen, dem die Welt eine ungeheure Null ist, weil 
sein Reichtum ihm die Passion der Originalität er* 
laubte. 
Im Schwarm der schönen Damen, die als Zigeunerin 
nen, als Freifrau des Mittelalters, als Personen be 
kannter Opern oder Dramen kostümiert gekommen 
waren, fiel ein junges, achtzehnjähriges Mädchen auf. 
Ein enges, schwarzseidenes Kleid verhüllte enthüllend 
den knabenhaften — ranken Körper — eine grellgrüne 
Maske ließ nur heißblitzende Augen und volle, lust 
sehnsüchtige Lippen sehen. 
Eine Erscheinung von bezaubernder Charme in dem 
sonderbaren Heim des Grafen. 
Heller klangen die Gläser und höher schäumte die 
Lust, als die Stunde der Mitternacht heranrückte. 
Heißer und glutvoller tanzten die Paare in enger Um 
schlingung, lockender und sinnbetäubender sangen die 
leise rufenden Geigen. 
Traumhafter blickten die Ahnen aus den goldenen 
Rahmen. Flehender blickten die maskierten Damen die 
eleganten Kavaliere an, als dränge ihr heißes Blut zur 
süßen Sünde und wollte von keinem Widerstand wissen. 
Spöttischer lächelte Graf Estincourt. 
Und dennoch brannten seine Augen sich förmlich hin 
ein in einen schlanken, duftenden Mädchenkörper, in 
eine grellgrüne, nichts verratende Maske. 
Er dachte: Da ist etwas, was mir das Herz und die 
Welt erfüllen könnte mit Jubel, Lust und Leidenschaft. 
Da, unter jener grellen Maske schlummert ein Lächeln, 
das meinen Spott mit seiner Güte in verliebte Narrheit 
wandeln könnte . . . 
Und er starrte bewegungslos; seine Nasenflügel 
bebten, süße Beute witternd . . . 
Auf die Gesellschaft legte sich wie nur gefühlter 
Nebel etwas unnennbar Drückendes, als ob des Grafen 
nie zugestandene Leidenschaft sich allen, allen im 
blauen Saale aufs sehnende Herz gelegt hätte. 
Mit dem letzten dumpfen Schlage der Mitternachts 
stunde wurde das blaue Licht schwächer, als fliehe es 
aus allen Ecken, von allen Wänden, wurde langsam 
violett und ging in ein dunkles Purpurrot über, gleich 
als käme es von spät erblühten Rosen aus den Gärten 
von Schiras. 
Da jubelte einer auf, der die drückende Last der 
Stunde beim frohen Maskenfest nicht mehr glaubte er 
tragen zu können: „Rot ist der Liebe Bannerfarbel“ 
Und da jauchzten die Herzen auf und die Paare 
tanzten wilde Tänze der Leidenschaft, der süßen, ge 
heimnistrunkenen Leidenschaft. Es war, als schleuderte 
in Feuerbränden die lachende Sünde glimmende Fäden 
in alle Herzen, 
Selig sanken die Paare in taumelnder Glücks- 
berauschtheit auf schwellende Polster, küßten und 
kosten, kosten und küßten. 
Weiße, warme Frauenarme legten sich so flehend um 
starke Nacken . . . 
Die Ahnen blickten in lächelndem Verstehen aus 
schweren, goldenen Rahmen. 
Da bot Graf Estincourt der grünen Maske galant 
seinen Arm. In einer Nische umdunkelte die Beiden 
rotglühender Schimmer. 
Flüsterte der reiche Kavalier; „Du bist mir so süßes 
Geheimnis, lüfte die Maske und sei mir Inhalt meiner 
erhabensten Stunden.“ 
Das schöne junge Mädchen wehrte seinen heißen 
Küssen nicht und nicht den geisterhaft blassen, 
schmalen Händen, die ihr Kleid lösten. 
Sie sanken gleich den andern nieder in weiche Kissen 
und vergaßen Zeit und Raum und waren glücklich. 
Da bat der Graf mit bebender Stimme: „Nimm^die 
Maske ab und laß mich dein süßes Gesicht schauen. 
Antwortete sie mit klingender Stimme: „Ich will deine 
Liebe ewig behalten und deshalb ewig dein ureigenstes 
Rätsel bleiben.“ 
Und wieder küßten sich beide und die Glut ihrer 
Sinne malte ihnen die Welt in leuchtenden Farben. 
„Das herrlichste Weib ist mein!“ jubelte der Graf und 
preßte die Lippen, die trunkenen, auf seines schlanken 
Mädchens weißen Hals. 
Aber dann bat er stärker, dringlicher: „Nimm ab die 
Maske.“ 
Doch sie wehrte ihm instinktiv. Da. packte den be* 
gehrenden Mann, der jedes ,Geheimnis enthüllen will, 
eine leidenschaftliche Raserei. 
Mit kühnen Händen griff er nach der verdeckenden 
Maske. 
Da lachte das schlanke, junge. Weib. in leisem Spott 
auf, entwand sich geschmeidig seinen zitternden Armen 
und war verschwunden. 
Unten vor dem Tor ratterte ein Auto davon. 
Das Lachen klang seltsam höhnisch in dem Grafen 
nach. 
Das weiche rote Licht verschwamm. Die Gäste flohen 
ängstlich vor dem Taumelnden. Und allein in seinem 
großen Saale mit den ernsten Ahnenbildern stand mit 
starrem, stumpfem Blick Graf Estincourt. 
Dann riß er sich zusammen und ging in tiefem 
Sinnen durch das öde Haus, über die marmorne Frei- 
tieppe, durch den dämmerdunklen Park. Der einsame 
Weg führte ihn zu dem Hause seiner Geliebten, das 
epheuumrankt im Walde lag. 
Aus einem Fenster schimmerte gelbes Licht. Graf 
Estincourt zog die Brauen hoch.
	        

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