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Baupolizei-Verordnung für die Vororte von Berlin (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

fullscreen: Baupolizei-Verordnung für die Vororte von Berlin (Public Domain)

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Monografie

Titel:
Baupolizei-Verordnung für die Vororte von Berlin : vom 21. April 1903
Erschienen:
Berlin: Verlag von Wilhelm Ernst & Sohn (vormals Ernst & Sohn), 1903
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2022
Umfang:
106 Seiten
Berlin:
B 807 Recht. Justiz: Einzelne Rechtsgebiete
Dewey-Dezimalklassifikation:
340 Recht
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15465357
Sammlung:
Staat, Politik, Verwaltung, Recht
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Signatur:
B 807 Bau 27:1903
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
Fünfter Abschnitt. Schlußbestimmungen

Kapitel

Titel:
Anlage 3

Schnellzugriff

Schnellzugriff

  • Plenarprotokoll (Public Domain)
  • Ausgabe 1981/82, 9. Wahlperiode, Band I, 1.-18. Sitzung (Public Domain)
  • Sach- und Sprechregister
  • Nr. 1, 11. Juni 1981
  • Nr. 2, 25. Juni 1981
  • Nr. 3, 2. Juli 1981
  • Nr. 4, 16. Juli 1981
  • Nr. 5, 10. September 1981
  • Nr. 6, 24. September 1981
  • Nr. 7, 28. September 1981
  • Nr. 8, 8. Oktober 1981
  • Nr. 9, 22. Oktober 1981
  • Nr. 10, 12. November 1981
  • Nr. 11, 26. November 1981
  • Nr. 12, 10. Dezember 1981
  • Nr. 13, 19. Dezember 1981
  • Nr. 14, 22. Januar 1982
  • Nr. 15, 28. Januar 1982
  • Nr. 16, 11. Februar 1982
  • Nr. 17, 25. Februar 1982
  • Nr. 18, 11. März 1982

Volltext

1-1961 
Abgeordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode 
10. Sitzung vom 12. November 1981 
503 
Wagner 
en. Ich j^ältigte Massenarbeitslosigkeit vor 1933 die Arbeitslosen direkt in 
18 ist ji je Arme der Nationalsozialisten getrieben hat Ich warne vor einer 
faß wir hnlichen Entwicklung in unserer Zeit. Wir, die wir uns zu dieser 
Statistik Jemokratie bekennen, müssen wissen, daß das Recht auf Arbeit 
landen nehr ist als ein papiernes Grundrecht Ein sicherer Arbeitsplatz ist 
ler Schlüssel für ein erfülltes Leben für jeden Menschen. Wer dem 
Arbeiter und dem Angestellten den Arbeitsplatz nimmt, nimmt ihm 
|eine persönliche Perspektive. Er nimmt ihm die Selbstachtung in 
mmerv äeser doch weitgehend von Leistungsforderungen geprägten Ge- 
nühea lellschaft. Hier liegt die tiefere Ursache für die Gefährdung der 
sutsch- Demokratie. 
® | Meine Damen und Herren, wenn der demokratische Staat seinen 
Bürgern das Recht auf Arbeit nicht garantieren kann, werden die 
ifte zt 
im me; 
jetroffenen ihr Vertrauen in diesen Staat verlieren. Die demokrati- 
, lohen Parteien - wir alle - sind aufgerufen, es nicht dazu kommen 
r Stati- f lassen ' 
| Hier in Berlin, meine Damen und Herren, ist die Lage besonders 
kritisch. Wieder einmal schlägt die schlechte konjunkturelle Lage in 
eidw I er B ur| d esre P u ^'k voll nach hierher durch. Überdeutlich zeichnet 
zelR 6 - f' ctl ^' e nac ^ te '''9 e Entwicklung der Berliner Wirtschaftsstruktur 
,' ! |b. Ich prognostizierte in der letzten Oktoberwoche auf der Grund- 
■ , e j |ge der Arbeitslosenzahlen von Ende September für 1982 anstei- 
lj ® se et gende Arbeitslosenzahlen in Berlin auf über 60000. An diesem 
ekom l a 9 e wu ® te noc ^ nicht, daß der Oktober weitere 6 000 Arbeits- 
-beiter p se ^ ir ' n 9 t unc * damit allein hier in Berlin über 50 000. 
f' n2e l- ; Herr Senator Wronski hat eben die Befürchtung geäußert, daß 
halten j oc h j n diesem Winter die 60 000 erreicht werden. Wir müssen 
3 en - ilann doch fürchten, daß, wenn es keine Maßnahmen dagegen gibt, 
Frage fie befürchtete Zahl hier eher noch untertrieben ist. Hören Sie doch 
iz ent- iinmal hinein in die Betriebe. Wen immer Sie fragen, so werden Sie 
und feststellen, daß fast überall weiterer Arbeitsplatzabbau angekündigt 
vird. Es ist egal, ob es sich dabei um Großfirmen wie Siemens, 
, AEG oder SEL handelt, oder auch - wie jetzt - um mittlere Betriebe. 
in kp’ Selbst das Handwerk, das bisher ein Stabilisationsfaktor in dieser 
nicht* 1 
ilosig- 
'2 1,6* 
: rage in Berlin darstellte, kündigte Arbeitsplatzabbau an. 
hiebt 
“ da i 
iraten 
Ich meine, wir müssen über diese Dinge sehr offen reden. Ich 
labe kein Verständnis dafür, daß man - aus welchen Gründen auch 
immer - glaubt, es optimistisch darstellen zu müssen. Ich habe aber 
auch kein Verständnis dafür, daß man - wie heute in der Fragestun- 
wlr in de geschehen - das Schweigen bevorzugt. In einer solchen Frage 
beite- pibt es kein Schweigen, meine Damen und Herren. 
[Beifall bei der SPD - Feilcke (CDU): Aber auch 
kein Schwarzmalen!] 
ndes- Schließungen und Verlagerungen gehen weiter. Damit setzt sich 
•Inter- flie unheilvolle Entwicklung, die diese Stadt so hart getroffen hat, 
fort. Berlin ist dadurch in eine nachteilige strukturelle Entwicklung 
ärren, Spracht worden. Es ist somit noch anfälliger als viele west- 
Bonn deutsche Gebiete, vielleicht mit Ausnahme der von der Stahlindu- 
eder l tr ' e geprägten Standorte an der Ruhr und der Saar. Es muß uns 
Frak- Alarmieren - die Zahlen hat Herr Senator Wronski genannt -, daß 
dem ? ie Arbeitslosenquote hier in der Stadt inzwischen über dem Bun- 
beim (lesdurchschnitt liegt. 
dafür > Die Berliner Industriestruktur ist durch einen erheblichen Anteil 
ener Bereiche gekennzeichnet, die unter einem besonderen struk- 
mge- ure ^ en Anpassungsdruck stehen. Ich meine die elektrotechnische 
inde- Industrie, den Maschinenbau, aber auch die Textilindustrie. Die Pro 
lang. yuktpalette und die Produktionsverfahren der Berliner Industrie 
eine : ' n d durch einen vergleichsweise großen Anteil von standardisier- 
nais, ; |F r unc l kapitalintensiver Massenproduktion gekennzeichnet. Bei zu- 
)och f^mendem Preiswettbewerb für diese Produktionen sind weitere 
cnen f e 9 at ive Beschäftigungsauswirkungen wahrscheinlich, Herr Sena- 
den Dr ' ^ as se d® ich in Zusammenhang mit der Wirtschaft in dieser 
des f tat % Die ungünstige Vorleistungsverflechtung des verarbeiten- 
drin- : n Gewerbes in Berlin wirkt bei Veränderungen der Produktions- 
g zu la ' ette und der Produktionsstruktur wertschöpfungs- und wachs 
tumshemmend. Leistungshohe und technisch ausgereifte intelli- 
|ente Produkte werden von den Unternehmungen des verarbeiten 
den Gewerbes vor allem im Investitionsgüterbereich zu einem 
sten üblichen Teil von westdeutschen Zulieferern bezogen. 
i. E® I Wichtige Unternehmensbereiche, wie Verwaltung, Forschung 
t be- J nd Entwicklung, sind unterdurchschnittlich vertreten. Höher 
wertige Unternehmensfunktionen sind ausgelagert und in west 
deutsche Ballungsgebiete angesiedelt worden. 
Die Betriebsgrößenstruktur ist ungesund. Hier liegen doch in 
erster Linie die Ursachen für die überdimensionale Arbeitsplatz 
vernichtung in Berlin. Die Zahlen sind bereits genannt worden. Im 
letzten Jahrzehnt gibt es rund 85 000 Beschäftigte weniger im ver 
arbeitenden Gewerbe in Berlin. Das sind 31,4 Prozent. Im Bundes 
durchschnitt ist im gleichen Zeitraum die Vergleichszahl 14 Prozent. 
Im Maschinenbau des Bundesgebietes sank die Zahl der Beschäf 
tigten in diesem Jahrzehnt um 10 %, hier in Berlin um 36 %, in Teilen 
des Maschinenbaus sogar noch mehr. In der elektronischen Indu 
strie ging die Zahl der Arbeitsplätze im Bundesgebiet von 1970 bis 
1980 um 12%, hier in Berlin um 33% zurück. 
Natürlich konnte diese Entwicklung nicht ohne Folgen für den 
Arbeitsmarkt bleiben. In Berlin ist der Arbeitsmarkt aber nicht nur 
von steigenden Arbeitslosenzahlen gekennzeichnet. Wir verzeich 
nen ebenso den Verlust an qualifizierten Arbeitsplätzen, und dies 
seit Jahren. Das führte doch seit etwa Mitte der 60er Jahre zu einem 
ständigen Überschuß aus Berlin wegziehender Erwerbspersonen 
mit, wie wir behaupten, höherer Qualifikation und dem Zuzug vor 
wiegend ausländischer Erwerbspersonen, die in der Regel ein ge 
ringeres Qualifikationsniveau haben. 
Und noch ein paar Indizes sollten wir beachten, meine Damen 
und Herren, wenn wir über Arbeitslosigkeit in dieser Stadt reden 
und das, was uns noch erwartet. Der Anteil der Angestellten ging im 
verarbeitenden Gewerbe in Berlin im letzten Jahrzehnt um 22 % zu 
rück; im Bundesgebiet nur um 0,8 %. Auch das ist ein Hinweis auf 
Qualität von Arbeitsplätzen. In den Großstädten der Bundesrepu 
blik nahm die Zahl der Angestellten im verarbeitenden Gewerbe so 
gar zu. Der Anteil der Facharbeiter im verarbeitenden Gewerbe be 
trägt heute in Berlin 31,5%, im Bundesgebiet 40%. Arbeitnehmer 
mit Hoch- und Fachschulausbildung stellen in der gewerblichen 
Wirtschaft in Berlin einen Anteil von 4,2%, im Bundesdurchschnitt 
von 7,5%; in Frankfurt, Stuttgart und München ist die Vergleichs 
zahl bei 8 bis 10%, also doppelt so hoch. Auch das sagt etwas über 
die Politik der Unternehmen, die Forschung und Entwicklung hier 
abgezogen haben und die Kiepenarbeit hinterlassen haben. 
Das ist die Situation in dieser Stadt. Sie ist viel schlimmer, als es 
einige in diesem Land und in dieser Stadt wahrhaben wollen. Das 
gibt uns das Recht, Ungewöhnliches zu verlangen und unkonven 
tionelle Überlegungen einzubringen. Die Politik hat die Rahmen 
bedingungen zu schaffen, das ist richtig. Dazu gehört vordringlich 
die Änderung der Bestimmungen des Berlinförderungsgesetzes - 
ich habe mit großem Interesse gehört, Herr Senator, daß wir hier 
bald etwas vorgelegt bekommen. Ich sage es ohne jede Polemik: 
Wir erwarten ungeduldig die entsprechenden Vorlagen des Senats. 
[Beifall bei der SPD] 
Aber, meine Damen und Herren, wir geben uns keiner Illusion hin. 
Wir erwarten keine Wunder von der Veränderung der Berlinförde 
rung. Es wäre doch eine Illusion, anzunehmen, daß nur einer der 
Großbetriebe - einer vielleicht -, die Berlin immer noch in ihrem 
Briefkopf als Sitz angeben, seine Verwaltung oder sein Manage 
ment hierher zurückverlegt. Und, Herr Dr. Neuling, ich glaube nicht, 
daß das eine Klimafrage ist. 
Das Klima in dieser Stadt war, als die weggezogen sind, gar nicht 
so schlecht. Da klirrten keine Scheiben. Da wohnte hier und da 
lebte hier eine arbeitsame Bevölkerung, die bereit war, weiterzu 
arbeiten. Das hat die gar nicht gehindert, diese Unternehmen, ihre 
Verwaltungen, ihren Sitz, ihre Forschung und große Teile ihrer 
Produktion ins Bundesgebiet abzuziehen. Die waren doch einmal 
in dieser Stadt! 
[Beifall bei der SPD - Feilcke (CDU): Wollen Sie damit sagen, 
daß die klirrenden Scheiben unschädlich sind?] 
- Herr Feilcke, ich würde nicht soweit gehen, zu sagen, sie sind un 
schädlich, aber wenn Sie sagen, jede Scheibe ist ein vernichteter 
Arbeitsplatz, dann sage ich Ihnen, die Arbeitsplätze in dieser Stadt 
haben die Unternehmer weggenommen. 
[Beifall bei der SPD - Oho! bei der CDU und der F.D.P. - 
Feilcke (CDU); Das ist unter Ihrem Niveau!] 
(C) 
(D)
	        

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