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Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe XXI.1871 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

fullscreen: Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe XXI.1871 (Public Domain)

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Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Monografie

Verfasser:
Strantz, Ferdinand von
Titel:
Erinnerungen aus meinem Leben / von Ferdinand von Strantz
Erschienen:
Hamburg: Verlagsanstalt und Druckerei Aktien-Gesellschaft, 1901
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2022
Umfang:
272 Seiten
Fußnote:
B 252 Strantz 1 a : Mit handschriftlicher Widmung
Die Provenienzmerkmale, die in einzelnen Objekten vorhanden sind, werden derzeit vom Referat Provenienzforschung der ZLB geprüft.
Schlagworte:
Strantz, Ferdinand von ; Autobiographie
Berlin:
B 252 Biographie: Einzelbiographien und Familienbiographien
Dewey-Dezimalklassifikation:
920 Biografie, Genealogie, Heraldik
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15467608
Sammlung:
Berlinerinnen, Berliner
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Signatur:
B 252 Strantz 1 a
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
II. Kapitel. Studienaufenthalt in Paris. 1845-48

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  • Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain)
  • Ausgabe XXI.1871 (Public Domain)
  • Titelblatt
  • H. I-III
  • H. IV-VII
  • H. VIII-X
  • H. XI-XII
  • Inhaltsverzeichnis

Volltext

496 
R. Bergan, Alte Kunst in Schwabach. 
496 
Schutzheiligen der Kirche, Johannes dem Täufer and St. Mutin, 
in lebensgroßen Statuen dargestellt. Die Flugei sind in je 
zwei Felder über einander getheilt. ln ihnen sind in figuren- 
reichen Reliefs die Geburt Christi, die Ausgießung des heiligen 
Geistes, die Auferstehung Christi und der Tod der Maria in 
der am Ausgang des Mittelalters üblichen typisch gewordenen 
Weise dargestellt. lieber jedem Relief befindet sich ein aus 
Ranken gebildetes, reiches, ganz vergoldetes Ornament. 
Die Reliefs — im Contract ist von „halben, geschnitzten 
und vergolten pilden“ die Rede — sowohl als die vollrunden 
Figuren in Predella und Schrein, sämmtlicfa aus Holz, sind 
sehr geschickt componirt und mit Fleifs und Verständniß aus- 
geführt. — Alle Gesichter und Hände sind der Natur gemäß 
bemalt, die Gewänder theils bemalt, theils vergoldet. Viele 
Köpfe sind Portraits. Auch die Hände sind mit besonderer 
Liebe behandelt. Der F altenwurf zeigt maafsvolle Klarheit, ja 
eine gewisse Grofsartigkeit, wenngleich die für die Fränkische 
Schule charakteristischen knittrigen und scharf gebrochenen 
Falten oft störend wirken. Die als gestickt zu denkende 
Borte des Mantels Christi im Mittelachrein ist ganz plastisch 
mit vollrunden Figuren in Nischen behandelt. 
Schliefst man den Schrein, so zeigen die Außenseiten 
der schließenden und der zwei neben ihnen befindlichen Flügel 
acht gleichgroße, fast quadratische Felder, auf welchen ebenso 
viel Bilder in Oelfarben gemalt sind, nämlich oben die Taufe 
Christi, die Enthauptung Johannis des Täufers, Herodias mit 
dem Haupte des Johannes und Johannis Predigt; unten St. Mar 
tin, eine Messe lesend, das Martyrium des heiligen Martin, 
St. Martin erweckt Todte und St. Martin stürzt heidnische 
Götzenbilder um. 
Wenn man auch die zweiten Flügel umschlägt, so sieht 
man auf deren Rückseiten wiederum vier gleich grofse Bilder, 
nämlich oben die Gefangennahme Christi, Christus das Kreuz 
tragend, und die heilige Veronlca, unten Christus vor Pilatus 
und die Kreuzigung. 
Die Vorderseiten der letzten, feststehenden und die seit 
liche Einfassung des Altarschreines bildenden Flügel enthalten 
die über lebensgrofsen Gestalten der beiden Schutzpatrone 9 ) 
der Kirche, des heiligen Johannes des Täufers in der Wüste, 
auf das Lamm hinweisend, und des heiligen Martin zu Pferde, 
seinen Mantel für einen Armen theüend. Auf einem Stein 
zu Füfsen des Pferdes befindet sich die Jahreszahl 1506. Auch 
die Rückseite des Altarschreines ist bemalt, daselbst zwischen 
reichen Blattornamenten das Schwei&tuch der heiligen Veronica, 
von zwei schwebenden Engeln gehalten, dargestellt. 
Alle diese Darstellungen finden sich in derselben Anord 
nung häufig auf Gemälden, Kupferstichen und Reliefs jener 
Zeit. Sie waren von der Kirche genau vorgeschrieben Und 
sind typisch geworden. Erst nachdem durch Luther ein neuer 
Geist in die Kirche, durch Dürer in die Kunst gekommen, 
wurden sie wesentlich modificirt oder ganz aufgegebeu. 
Die beschriebenen Gemälde sind unzweifelhaft aus der 
Werkstatt Wolgemut’s hervorgegangen und sind die spätesten 
seiner beglaubigten Werke. Doch sind sie von sehr un 
gleicher, zum Theil roher Arbeit. Der damals schon 73jährige 
Künstler erscheint hier fast nur als Unternehmer, denn er hat 
das Meiste nach seinen Skizzen und unter seiner Leitung von 
•) Schlechte lithographische Abbildungen derselben in Heft 6 und 6 
des Jahrbuchs der Stadt Schwabach. Eine vollständige und würdige 
rnblieation des ganzen Altars wäre sehr zu wünschen. 
seinen „Gesellen“, deren mehre an den Gemälden gearbeitet, 
und anderen Künstlern ausfuhren lassen. Wolgemut’s eigene 
Arbeit erkannte Waagen tmr in den beiden Bildern der Schutz 
heiligen der Kirche auf den Vorderseiten der Sufsersten Flügel; 
mir sind jedoch die Außenseiten der kleinen Predellen-Flögel 
als am sorgfältigsten ausgeführt erschienen. 
. Alle diese Bilder mit ihren halb lebensgrofsen Figuren 
sind, wenn auch nicht Meisterwerke der Malerei, so doch 
wohl componirt, recht gut gezeichnet und harmonisch iß den 
Farben. Außerdem sind sie für die Culturgeachichte, besonders 
die Costumgeschichte von grofsem Interesse, indem sie die 
Sitten und Trachten am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts 
bis in alle Einzelheiten hinein getreu darstellen. 
Die ganz vergoldete, architektonische Bekrönung des Altars 
ist — ein seltener Fall bei Werken dieser Art — noch sehr 
gut erhalten. Sie besteht der Hauptsache nach aus drei, 
sehr leicht aus Holz construirten Tabernakeln mit reichen, 
von nur je zwei Pfeilern getragenen Baldachinen. Unter dem 
mittelsten höchsten Baldachin sitzt auf einem doppelten Regen 
bogen Christus als Weltenrichter, unter den beiden andern 
stehen Maria und Johannes in bittender Stellung, Unmittelbar 
auf dem Schrein erheben die Leiber der Verstorbenen (in 
kleinerem Maaßstabe) sich aus den Gräbern, üeber den Seiten 
flügeln stehen zwischen Wimpergen je ein Engel, welche die 
Posaunen zum Gericht blasen. 10 ) Die ganze Bekrönung von 
ansehnlicher Hohe ist so sehr durchbrochen, daß das dahinter 
Hegende Fenster vollkommen sichtbar ist. 
Wie aus dem schon erwähnten Contract hervorgeht, hat 
Wolgemut nicht nur die Bilder, sondern auch die Holz 
schnitzereien im Innern des Schreins und wohl den ganzen 
Altaraufsatz geliefert. Daß er selbst in Holz geschnitzt, wie 
v. Quandt, Lübke u. A. anzunehmen geneigt sind, scheint mir 
unwahrscheinlich. Fast allgemein schreibt man die Schnitzerei 
dem Veit Stofs zu, Ob mit Recht, wage ich nicht zu ent 
scheiden, da der Charakter der Kunstweise dieses Meisters 
bei der nur kleinen Zahl der beglaubigten Werke des 
selben noch nicht genügend festgestellt ist. Doch haben diese 
Holzschnitzereien .große Aehnlichkeit mit jenen Arbeiten, 
welche man dem Veit Stofs zuschreibt. Auch läßt sich 
wohl annehmen, dafs, da die Bilder des Altars von dem be 
rühmtesten Meister jener Zeit ausgeführt sind, auch die Sculp- 
turen von dem geschicktesten Holzbildhauer gefertigt sein 
werden. Andererseits ist auch nicht zu übersehen, daß das 
Charakteristische der Nürnberger Kunstzustände am Anfang 
des sechzehnten Jahrhunderts darin besteht, daß neben den 
wenigen hochberühmten Meistern, deren Namen jetzt Jeder 
mann kennt, noch eine große Anzahl fast ebenbürtiger oder 
nur wenig geringerer Meister gearbeitet haben, welche alle 
derselben Schule angehörig, in ihren Arbeiten nur sehr schwer 
von einander zu unterscheiden sind. 
Dieser Altar, obgleich der Zeit des Verfalls der mittel 
alterlichen Kunst angehörig, ist ein wahrhaft grofses Werk, 
ein Meisterwerk seiner Art und ein Prachtstück, an welchem 
Architektur, Sculptur und Malerei in engster Verbindung zu 
einem vollendeten Ganzen Zusammenwirken. Er steht in engster 
Verwandtschaft mit dem, wie es scheint, etwas älteren, eben- 
1 <*) Auch diese hier in voUmnden Figuren ausgoftlhrte Darstellung’ 
war im fünfzehnten Jahrhundert durchaus typisch, findet sieh auch in 
Belieft, auf Bildern, Hollsschnitten etc. sehr hlnfig, so z, B. auf einem 
Holzschnitt der kleinen Passion (H; 1606) von 'A. Dürer.
	        

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