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Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe XLIV.1894 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Metadaten: Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe XLIV.1894 (Public Domain)

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Mehrbändiges Werk

Titel:
Das Grundbuch der Stadtgemeinde Berlin oder historische Darstellung des Grundvermögens der Stadtgemeinde
Erschienen:
Berlin: Sittenfeld 1872
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2024
Berlin:
B 735 Städtebau. Raumordnung. Bau- und Wohnungswirtschaft: Immobilienmarkt
Dewey-Dezimalklassifikation:
330 Wirtschaft
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Titel:
Abtheilung I-III
Erschienen:
(1872)
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2024
Umfang:
355, 70 Seiten
Berlin:
B 735 Städtebau. Raumordnung. Bau- und Wohnungswirtschaft: Immobilienmarkt
Dewey-Dezimalklassifikation:
330 Wirtschaft
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15497117
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Signatur:
B 735/1 b:1-3
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Berliner Orte, Architektur, Stadtentwicklung, Wohnen

Kapitel

Titel:
Erste Abtheilung. Das Weichbild der Stadt

Schnellzugriff

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  • Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain)
  • Ausgabe XLIV.1894 (Public Domain)
  • Titelblatt
  • Inhaltsverzeichnis
  • H. I-III
  • H. IV-VI
  • H. VII-IX
  • H. X-XII

Volltext

537 
538 
Joseph Neuwirth, Urkundliche Streiflichter zur Kennzeichnung der Spätgothik in Böhmen. 
Hält man am Fufse des Erzgebirges in der alten Berg 
stadt Graupen, so findet man an dem Baue der 1479 durch 
ein Brandunglück hart mitgenommenen Pfarrkirche den Stein 
metzmeister Kunz beschäftigt. Das Graupener Gedenkbuch 
berichtet über die Thätigkeit desselben: 1 ) „Anno domini etc. 
LXXXHII* 0 am montag nach unserer frawen tage der hymol- 
farth (16. August 1484) ißt ein vertrag gescheen czwischen 
eyra rath an eym und maister Cunczen steyfimetzen 
des anderen teils als von wegen eynes gedungen geldes der 
kirchen halben, nachdem er sich derselbigen unser 
kirchen czu bawen underwunden und etczliohe yar 
solchen gebaw vorgestanden ist, dafür er dann seyn 
gedungen gelt hat gesoldt haben“. Nach Festsetzung des 
„vor solche seine mühe der vorstehung solchen gebewdes“ 
entfallenden Betrages für die ganze verflossene Zeit 2 ) be 
stimmte man: „Und furbafs hyn sol den meister Kunczen 
gegeben werden vor solche seyne mühe der vorstehung des- 
selbigen gebewdes, die weyl er den vorstehet und daran ge- 
arbeit wirdt, ein ezentner czinfs alle iar iarlich“. Aus diesen 
Aufzeichnungen ergiebt sich, dafs der Steinmetzmeister Kunz, 
welcher nach seinem Namen und der Sprache des mit ihm 
abgeschlossenen Vertrages ein Deutscher gewesen ist, 1484 
schon „etczliche yar“ zur Zufriedenheit der Graupener den 
Kirchenbau geleitet hatte und daher auch naturgemäfs für 
die Fortführung des Werkes ausersehen war. Handelt es 
sich hier auch nicht um eine Schöpfung von künstlerisch 
hochstehendem Werthe, so bleibt es doch von nicht zu ver 
kennender Bedeutung, woher Meister Kunz wohl nach Grau 
pen berufen worden sein mag; dafür kann angesichts des 
Mangels weiterer unmittelbarer Angaben wenigstens ein Blick 
darauf, woher die Graupener während der zweiten Hälfte 
des 15. Jahrhundertes die Meister für die Ausführung ver 
schiedener Arbeiten gewannen, oder wo Graupener Arbeiter 
bei auswärtigen Bauten Beschäftigung fanden, Anhaltspunkte 
vermitteln. 
In dem Vertrage, durch welchen sich die Maler Meister 
Heinrich und Meister Hans Münzer zu Freiberg in S. 1465 
auf sechs Jahre „vorwillet“ haben, auf gleiche Theile und 
Pfennig zu arbeiten, heilst es: „So haben wir vordinget eyne 
toffel mit furlon vnd tranckgelt vor XLI gutte schogk uff 
dy Grawpen“. 3 ) Das Graupener Gedenkbuch verzeichnet 
gleich dem Steinmetzenvertrage zwei Jahre später: 4 ) „Anno 
domini etc. LXXXVI t0 am montag Johannis und Pauli 
(26. Juni I486) ist durch eyn Rath und etczliche ge^waren 
eldiste dem ganczen ein vortrag mit meister Lorenczen czinn- 
gisser von Baudessin der grossen czubrochen glocken die 
wider czu gissen und aufs beste czu machen gescheen in 
massen hernach folget: das meister lorencz mit seynen ge 
sellen die er czu solcher erbeit haben wurde vorsorgt seyn 
sollen mit essen und mit trinken das sol von der kirchen 
beczalt werden. Daczu sol yn alle fordemuss an holcz leym 
kol und arbetem und anderen Sachen nottürftigen geschikt 
1) Graupen, Stadtarchiv. Gedenkbuoh. Bl, Bl. 16'. Meister 
Kunczen Steinmetzen vortrag. 
2) Hall wich, Geschichte der Bergstadt Graupen in Böhmen. 
S. 51. — Grueber, Kunst des Mittelalters in Böhmen. 4. Theil, 
8. 53 und 191 bietet Angaben, die einander widersprechen. 
3) Werntete, Jin Freiberger SohnitzbUd iu Graupen. Anzeiger 
für Kunde der deutschen Vorzeit. 28, Jhg. Sp. 268—269. 
4) Graupen, Stadtarchiv. Gedenkbuoh Bl, BL 17'. 
Zeitschrift f. Butwescn. Jährg. XLTV. 
werden; “ der Schlufs setzt die Höhe und die Begleichungs 
weise der Zahlung fest. Unter den beim Schlofsbaue zu 
Meifsen beschäftigten Steinmetzen 5 ) erscheint 1481 ein Caspar 
Grawppen mit einem Steuerbeitrage von 8 gr. Der Name 
Grawppen ist wie bei dem aus gleichem Anlasse genannten 
Maurer Jocoff Wonsidel auf den Herkunftsort des Mannes 
zu deuten, was umso weniger unnatürlich und gezwungen 
erscheint, da unter den gleichzeitig in Meifsen genannten 
Arbeitern ein Beheim, ein Jorge Behem und ein Hans vom 
Cadan 6 ) sich finden, also auch andere aus Böhmen und 
gerade aus Städten am Abhange des Erzgebirges stammende 
Arbeiter in Meifsen Beschäftigung suchten und erhielten. 
Die Graupener Bürger lenkten, wie die Bestellung der Altar* 
tafel bei Freiberger Malern oder die Heranziehung des Bau- 
tzener Zinngiefsers Lorenz für den GlookenguTs zeigt, bei 
Gewinnung künstlerischer Kräfte ihre Augen nach dem Nor 
den, wo auch ans Graupen stammende Werkleute Arbeit und 
Gelegenheit zu • weiterer Fortbildung fanden. Vom benach 
barten Norden, entweder aus Sachsen, Meifsen oder der Lau 
sitz, dürfte auch der Kiröhenbaumeister Kunz gekommen sein, 
den Gurlitt für dieselbe Person hielt, wie den beim Böhm. 
Aichaer Kirchenbaue 7 ) schon vor 1490 thätigen Konrad Pflü 
ger. 8 ) Da die Vollendung des Graupener Baues bereits 1486 
erfolgt zu sein scheint, 9 ) so könnte der letztgenannte Meister, 
der in "Wittenberg, Görlitz, Leipzig, Dresden und Bautzen 
arbeitete, immerhin darauf den Bau „zu der Eiche“ über 
nommen haben, den er noch weiter versorgen durfte, als er 
1490 in Görlitz der Nachfolger des Thomas Neukirch wurde. 
Ist aber auch vielleicht der Steinmetzmeister Kunz in Graupen 
mit Konrad Pflüger nicht eine und dieselbe Person, so war 
er doch offenbar ein deutscher Meister, da ja in Graupen 
damals deutsche Anschauungen die Grundlage des Innungs 
wesens bildeten und 1480 die in deutscher Sprach© aufge 
zeichnete Ordnung der Sohmiedeinnung, die aufser den 
Schmieden noch „Slosser canngisser nadler wayner goltsmid 
kuppersmid messersmid pletner rotgisser Sarberker Sennsn- 
szmide Flassner“ umfassen und wie das „hantwerg der Sraid 
zeu Brix“ eingerichtet sein sollte, 10 ) wieder die Anlehnung 
an ein deutsches Muster verbürgt. In Graupen suchte man 
am Schlüsse des 15. Jahrhunderts Muster und Meister offen 
kundig anderswo als in der Landeshauptstadt, deren tsche 
chische Meister mit ihren Kunstanschauungen hier ebenso 
wenig zum Worte kamen wie 1497 bei der Errichtung der 
Steinmetzenhütte des Rosenbergischen Gebietes. Wie wenig 
die Orte am Südabhange des Erzgebirges die Prager Stein- 
raetzenzunft der Altstadt berücksichtigten, lehrt die Thatsaohe, 
dafs Laun dem von derselben unabhängigen Benedict Rieth 
den Bau seiner Kirche übertrug und Brüx nicht viel später 
für den Plan zum Neubau seiner Stadtkirch© den in Anna* 
5) Distel, Zur Baugeschichte des Schlosses zu Melken. An 
zeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 29. Jhg. Sp. 46. 
6) Ebendas. Sp. 46—47. 
7) Wernicko, Beiträge zur österreichischen Künstlergesobiohte 
aus Geschichtsquellen schlesischer Provincialstfidte. Mittheilungen 
der k. k. Centralcommission. Jhg. 1886, 8. Uli. 
8) Gurlitt, Kunst und Künstler am Vorabend der Reformation. 
(Schriften des Vereins für Reformationsgeschiohte. 7. Jhg. 4. Stück.) 
S, 61. 
9) Hallwich, Geschichte der Bergstadt Graupen. 8. 56. 
10) Hallwich, Geschichte der Bergstadt Graupen. Beilagen, 
Urkunden Nr. 4, 8. 27. 
36
	        

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