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Plenarprotokoll (Public Domain) Ausgabe 1981/82, 9. Wahlperiode, Band I, 1.-18. Sitzung (Public Domain)

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Full text: Plenarprotokoll (Public Domain) Ausgabe 1981/82, 9. Wahlperiode, Band I, 1.-18. Sitzung (Public Domain)

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Monograph

Author:
Wolff, Max Josef
Title:
Tartarin in Berlin / von Allemand Daudet
Publication:
Berlin: Dom-Verlag, 1922
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2022
Scope:
163 Seiten
Berlin:
B 328 Literatur: Romane, Erzählungen über Berlin
DDC Group:
830 Deutsche Literatur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15462321
Collection:
Berlin Dialect,Literature,Literary Life
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
Ob 452
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
Die furchtbare Erfindung

Contents

Table of contents

  • Plenarprotokoll (Public Domain)
  • Ausgabe 1981/82, 9. Wahlperiode, Band I, 1.-18. Sitzung (Public Domain)
  • Sach- und Sprechregister
  • Nr. 1, 11. Juni 1981
  • Nr. 2, 25. Juni 1981
  • Nr. 3, 2. Juli 1981
  • Nr. 4, 16. Juli 1981
  • Nr. 5, 10. September 1981
  • Nr. 6, 24. September 1981
  • Nr. 7, 28. September 1981
  • Nr. 8, 8. Oktober 1981
  • Nr. 9, 22. Oktober 1981
  • Nr. 10, 12. November 1981
  • Nr. 11, 26. November 1981
  • Nr. 12, 10. Dezember 1981
  • Nr. 13, 19. Dezember 1981
  • Nr. 14, 22. Januar 1982
  • Nr. 15, 28. Januar 1982
  • Nr. 16, 11. Februar 1982
  • Nr. 17, 25. Februar 1982
  • Nr. 18, 11. März 1982

Full text

Abgeordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode 
18. Sitzung vom 11. März 1982 
1016 
Vetter, Horst 
(A) men genauso gut bedient werden. Vielleicht könnte dabei das Um 
steigen von Bus auf U-Bahn durch Verringerung größerer Umstei 
gezeiten erleichtert werden. Eine Herabsetzung der Zug- oder der 
Omnibusfolge brauchte im Grunde genommen die Fahrzeit derjeni 
gen, die die Verkehrsmittel benutzen, nicht zu verlängern. 
Lassen Sie mich abschließend noch einmal deutlich sagen, daß 
heute in einer Großstadt der öffentliche Nahverkehr Priorität haben 
muß - darüber gibt es gar keinen Zweifel. Ich wende mich aller 
dings dagegen, daß dies nur mit einer Anti-Haltung durchgesetzt 
werden soll. Auch wenn es einen Vorrang gibt, muß es trotzdem ein 
vernünftiges Angebot für den Individualverkehr geben. Man kann 
nicht den Straßenbau völlig darniederliegen lassen, nur weil der 
öffentliche Personennahverkehr Priorität hat. Die Straßen haben 
eine ganz andere Funktion; wir dürfen den Wirtschaftsverkehr nicht 
außer acht lassen, und wir sollten - gerade in Berlin - an die erheb 
liche Zahl von Touristen besonders in den Sommermonaten den 
ken, auf deren Kommen wir sehr viel Wert legen. Auch diese Men 
schen sollen ein Angebot und ein Stadtbild im Individualverkehr in 
vernünftiger Form dargereicht bekommen. Richtig ist allerdings, 
daß die autogerechte Stadt heute niemand mehr im Visier haben 
wird. Es kommt auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Indivi 
dualverkehr und öffentlichem Personennahverkehr an, bei dem 
allerdings der ÖPNV in den nächsten Jahren, gerade weil er etwas 
vernachlässigt worden ist, Vorrang haben wird. Ein entscheidender 
Punkt für Berlin ist nach meiner Ansicht dabei die Integration der 
S-Bahn. - Schönen Dank! 
[Beifall bei der F.D.P. und der CDU] 
Stellv. Präsident Longolius: Nächster Redner ist der Abgeord 
nete Wurche. 
Wurche (SPD): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen 
und Herren! Die Große Anfrage der SPD-Fraktion ist, wie vom Kolle- 
/g. gen Staffelt ausführlich erläutert wurde, gestellt worden, um zu er 
fahren, wie der Senat sich die Bewältigung der verkehrspolitischen 
Fakten vorstellt. Wenn der Regierende Bürgermeister in seiner Re 
gierungserklärung zu den Verkehrsfragen auch den Satz verwendet 
hat: „Aber es ist höchste Zeit, die Aufgaben in Angriff zu nehmen“, 
dann ist es gerechtfertigt, daß wir nach zehn Monaten Regierungs 
tätigkeit etwas über die Gesamtproblematik der Verkehrspolitik in 
dieser Stadt wissen wollen. Es kann doch nicht verkehrt sein, wenn 
wir uns lieber einmal mehr als zu wenig Gedanken darüber machen, 
wie wir es mit unserer Stadt halten und welche Formen und Mög 
lichkeiten gegeben sind. 
Ein paar Bemerkungen, Herr Dr, Hassemer, zu einigen Ausfüh 
rungen in Ihrer schriftlichen Antwort auf die Große Anfrage. Sie 
schreiben, „. . . daß die anfragende Fraktion es wissen müßte, daß 
die dem Senat von seinen Amtsvorgängern überlassenen Vorarbei 
ten nicht dazu angetan sind, schnelle Fortschritte zu ermöglichen“ 
[Beifall des Abg. Giesel (CDU)] 
- das ist die eine Stelle -, und zum anderen, „. , . die voreiligen 
Einzelfragen in der Begründung der Großen Anfrage durch die 
SPD-Fraktion können deshalb durch eine verantwortungsbewußte 
Verkehrsplanung noch nicht beantwortet werden.“ 
[Giesel (CDU): So ist es!] 
Ihre Ausführungen haben doch diesen gesamten Fragenkomplex 
zum Inhalt. Wir haben in den rückliegenden Jahren sehr deutliche 
und komplizierte Ausarbeitungen 
[Giesel (CDU): Kiloweise! - Kittner (CDU); 
Aber nur Papier!] 
- Sie zeigen das - in 10 cm Dicke vorgelegt bekommen. Wenn Sie 
in Ihrer Antwort, Herr Senator Dr. Hassemer, mit Polemik operieren, 
kann man wohl hier andererseits feststellen, daß Sie nicht bereit 
sind, mit uns sachgemäß zu arbeiten, nachdem die Berichte der vor 
hergehenden Senate vorliegen, so der Bericht über die „langfristige 
detaillierte Nahverkehrsplanung“ oder der „Verkehrsentwicklungs 
plan“. Die kontinuierliche Weiterdiskussion dieser Dinge ist ange 
messen, und, Herr Vetter, Sie haben dies doch in den vormaligen 
Senaten mitgetragen. Ich meine, daß sich in diesen Dingen an 
der grundsätzlichen Haltung nichts geändert hat. Man kann es uns 
doch nicht anlasten, daß wir es immer wieder zur Sprache bringen. 
[Vetter (F.D.P.): Habe ich doch nicht gemacht!] 
Wir wollen wissen - Kollege Staffelt hat es bereits ausgeführt 
Will der Senat etwas ganz Neues? - Wenn Sie nicht bereit sind, auf 
bewährte Politik aufzubauen, wollen Sie etwas Neues erreichen? - 
[Giesel (CDU): Bei der Westtangente - ja!] 
Wollen Sie die Zeitvorgaben erweitern? - Sie, Herr Kollege Giesel, 
haben gesagt, daß der Senat sich Zeit lassen soll. Dagegen hat der 
Regierende Bürgermeister erklärt, daß wir es sofort in Angriff neh 
men müssen. Deutet dies nun darauf hin, daß die weitere Diskus 
sion erst Mitte dieser Legislaturperiode begonnen werden kann, 
wenn wir es dem Senat gestatteten, sehr eingehende Vorschläge zu 
diesem Zeitpunkt zu unterbreiten? - In allen bisherigen,früher vorge 
legten Konzeptionen - um die Haltung der Sozialdemokraten noch 
einmal klarzulegen - haben die Sozialdemokraten eine eindeutige 
klare Haltung zu diesen Fragen gezeigt. Wir verfahren - um auf die 
Punkte 3 und 4 der Großen Anfrage zu kommen - bei den großen 
Verkehrsträgern - öffentlicher Personennahverkehr und Individual 
verkehr - nach dem Grundsatz, daß es zu den Aufgaben der Für 
sorgepflicht des Senats für das Gemeinwohl gehört, die bis heute 
gewachsenen Stadtstrukturen mit Urbanität zu erfüllen. Dafür ist 
eine Verkehrskonzeption zu entwickeln, die nach den Prinzipien der 
Freizügigkeit ein ausgewogenes Verhältnis von Individualverkehr 
und öffentlichem Personennahverkehr ermöglicht, die die Prioritä 
ten aber auf eine attraktivere Gestaltung des öffentlichen Personen 
nahverkehrs setzt, der den Übergang des Autofahrers zur BVG, die 
hier in Berlin den öffentlichen Personennahverkehr repräsentiert, zu 
dem aber auch die S-Bahn gehört, fördert. Wir streben doch einen 
Verbund mit der S-Bahn an, und wir haben die Auskunft des Senats, 
daß wir in einer der nächsten Verkehrsausschußsitzungen sehr ein 
gehend darüber sprechen werden, und zwar mit einer Vehemenz 
und einer Begeisterung wie in den vergangenen Jahren. 
Ich möchte Sie als Senator, Herr Dr. Hassemer - um hier zum 
Schluß zu kommen, da das Ende der Redezeit angedeutet wurde 
um ihre Unterstützung bitten, insbesondere wenn ich an die in der 
Tagung anläßlich des Jahrestages öffentlicher Verkehrsbetriebe im 
August vergangenen Jahres aufgeworfenen Fragen über Parkleit 
systeme und Busspuren und andere Bevorrechtigungen des öffent 
lichen Personennahverkehrs denke, den Senat aufzufordern, sich 
bei der Novellierung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes 
für die Punkte des öffentlichen Personennahverkehrs einzusetzen. 
Die Diskussion über alle hier im Haus angesprochenen Fakten ist 
doch dringend erforderlich, und zwar auch fraktionsübergreifend. 
Wir werden von den Bürgern der - durch den Verkehr und den 
damit verbundenen Belästigungen, Luftverschmutzungen und Fahr 
bahnverschmutzungen - bis zum äußersten belasteten Stadtteile 
aufgefordert, für Abhilfe zu sorgen. Wir müssen uns insbesondere 
damit auseinandersetzen, da wir wissen, daß die innerstädtischen 
Bereiche bereits jetzt bis zu 30 % von der einstmals dort wohnen 
den Bevölkerung verlassen worden sind. Wir müssen die Wohn- 
Situation in diesen Stadtvierteln verbessern. Ich glaube, daß es da 
für eine Mehrheit und Übereinstimmung geben müßte. - Ich danke 
Ihnen. 
[Beifall bei der SPD] 
Stellv. Präsident Longolius: Das Wort hat jetzt Senator Dr. 
Hassemer. 
Dr. Hassemer, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt 
schutz: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich möchte auf 
einige Punkte der Debatte eingehen, zunächst auf den wichtigsten 
und beherrschenden von dem, was die Vertreter der SPD hier vor 
getragen haben, nämlich die Ungeduld gegenüber Konzepten und 
konkreten Aussagen der Regierung. Ich habe schon in einem an 
deren Zusammenhang festgestellt und sage das ganz offen: Ich 
finde das ehrlich gut. Ich finde es allerdings etwas überraschend - 
und ich will das im Zusammenhang mit dieser Anfrage erwähnen -, 
daß eine Fraktion es in den langen Nachkriegsjahren geschafft hat, 
erst 1979 den Entwurf für einen Verkehrsentwicklungsplan vorzule 
gen. Als wir die Regierung übernahmen, war bereits wieder zwei
	        

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