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Städtebau (Public Domain) Ausgabe 3.1906 (Public Domain)

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Monograph

Author:
Hochstetter, Gustav
Title:
Leute machen Kleider : Roman vom Hausvoigteiplatz / Gustav Hochstetter
Publication:
Berlin: Bibliothek-Gesellschaft m. b. H., 1932
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2022
Scope:
286 Seiten
Berlin:
B 328 Literatur: Romane, Erzählungen über Berlin
DDC Group:
830 Deutsche Literatur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15463206
Collection:
Berlin Dialect,Literature,Literary Life
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 328 Hoch 1
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
Zehntes Kapitel

Contents

Table of contents

  • Städtebau (Public Domain)
  • Ausgabe 3.1906 (Public Domain)
  • Title page
  • H. 1
  • H. 2
  • H. 3
  • H. 4
  • H. 5
  • H. 6
  • H. 7
  • H. 8
  • H. 9
  • H. 10
  • H. 11
  • H. 12
  • Tafeln

Full text

DER STÄDTEBAU 
81 
ringen Flächenausdehnung war man bald im Freien vor 
den Toren. Die Plätze waren ausnahmslos Nutzplätze, 
und dies ist im Süden und Norden gleich; kommt man 
nach San Gimiguano oder nach Rothenburg o./T. Der 
Markt gehörte dem Handel, der Rathausplatz war für 
Stadt« und Staatshandlungen, der Kirchplatz für Umzüge 
und religiöse Festlichkeiten, besonders in Italien. 
Mit der riesigen Flächenausdehnung der heutigen 
Stadt, besonders der Großstadt, hat eine einschneidende 
Verschiebung in der Bewertung der Platzanlagen stattge 
funden, und an Stelle des materiellen Nutzens ist der phy 
siologische getreten; dies ist von C. Sitte nicht in die 
Rechnung einbezogen worden. Allerdings ist es übertrieben, 
Plätze die Lungen der Stadt zu nennen und daraus 
die Berechtigung von Riesenplätzen wie z. B. in Straßburg 
abzuleiten, haben doch die Seine und die breiten Avenuen 
als Lüftungskanäle auf die Pariser Luftverhältnisse weit 
mehr Einfluß als die zahlreichen zerstreuten Parkanlagen 
und Friedhöfe, und man kann höchstens von Lungen in 
der Stadt sprechen. Ein anderer kaum erkannter Umstand 
ist dagegen wichtig. Ein jeder Stadtmensch kennt unbe 
wußt die angenehme Wirkung, die das ermüdete, von den 
kurzen Abständen in der Stadt zerstossene Auge emp 
findet, wenn es eine weite freie Ebene vor sich sieht. Auf 
einer Bahnfahrt aus der Stadt hinaus kann man dies leicht 
nachprüfen. Man könnte von einer Nervosität des Auges 
sprechen und von ihrer Wirkung auf das ganze Nerven 
system; Ruhe, die in einem freien Ausblick liegt, ist das 
einzige Heilmittel. So bilden größere Plätze in der Stadt 
— und man braucht nicht zwischen architektonischen 
Plätzen im Sinne C. Sittes und diesen freien Anlagen zu 
scheiden, sondern kann die gefundenen Wirkungswerte 
Jener auch auf diese übernehmen — eine Erfrischung für 
das Auge. In der Verstärkung dieser Wirkung durch die 
Farbe liegt der Wert des grünen Platzes. 
Der physiologischen Beschaffenheit des Auges, das 
Ruhe in der Fläche und der Farbe sucht, nachgebend 
wäre die vorteilhafteste Anlage eine gleichmäßig grüne 
Rasenfläche. Nun kommt zu dieser reinen physiologischen 
Nutzforderung eine ästhetische hinzu, die aus der Auf 
fassung des Platzes als eines selbständigen Raumes ent 
springt: die Harmonie und das Zusammengehen der ein 
zelnen Raumteile. Hier spricht die Anlage des deutschen 
Hauses das entscheidende Wort. Im Gegensätze zur glatten 
italienischen Front kreist selbst in den Adern des deutschen 
Renaissancebaues gotisches Blut, und die neuere Archi 
tektur trägt die gleichen Triebe in sich. Starke Vor 
sprünge, Erker, Baikone wirbeln die Fläche auf, und dazu 
kommt die malerisch unregelmäßige Schwarz-Weißbehand 
lung durch Fenster und Mauerfläche, auf die grade wieder 
unsere moderne Architektur mit Recht großen Wert legt. 
Weiter wirkt der schmale Vorgarten mit, der auch noch 
vor dem Hause die Fläche auflockert. 
Fast immer versucht man auf diesen Streifen Erde 
die Leitgedanken eines großen Gartens anzuwenden: ein 
echt deutsch-bürgerlicher Zug mit dem ihm eigenen Stich 
ins Kleinliche. Doppelthandbreite Wege und winzige 
Brünnchen, kleine Beetchen und Gruppen aus Sträuchlein 
schaffen einen Garten für Zwerge und es wirkt komisch, 
wenn der Hausherr ängstlich Fuß vor Fuß setzend auf 
dem schmalen Steige unendlich oft die kurze Bahn um 
die blanke Glaskugel beschreibt. Meist fällt überhaupt 
jede Benutzung fort, und nur die Gedanken — ein rühren 
der Zug germanischen Hineinlebens in die kleinsten Dinge 
— machen einen abendlichen Spaziergang. Der Vorgarten 
gehört aber zum Fuße des Hauses, und man wünscht Ruhe 
und straffere Form. Erfüllt wird diese nur durch einfache 
Rasenanlage mit wenigen Rosenbäumen, vielleicht noch 
mit einem Weingerank am unteren Teile des Hauses (die 
malerisch-deutsche Absicht verlangt nicht den freien Fuß 
des italienischen Hauses; allerdings sucht auch der Palazzo 
durch die umlaufende Bank eine organischere Verbindung 
mit dem lebendigen Erdboden) und mit einer niedrigen 
Buschhecke gegen die Straße. 
Dies malerische Herausarbeiten der Häuserfassaden 
verlangt eine Überleitung zu der platten grünen Platzfläche, 
und so kämen wir dazu, eine Busch- und Baumbepftanzung 
gut zu heißen, die die Modellierung der Fläche bewirkt. 
Es handelt sich nur um das Wie. Als Gegenbeispiele 
mögen der Berliner Wilhelmplatz und der Platz vor der 
kgl. Bibliothek angeführt werden. Das hohe Buschwerk 
ist über die ganze Fläche verteilt; das freie Sehfeld wird 
so vernichtet und der Platz vollgestopft. Große Bäume an 
den Rändern überschneiden und zerreißen die Architektur 
und statt auf einem freien Platz zu sein, glaubt man sich 
in einem Buschdickicht, was man besonders schmerzlich 
auf dem Bibliotheksplatze mit seinen Monumentalarchitek 
turen empfindet. An dieser unglücklichen Bepflanzung ist 
im wesentlichen das Denkmal schuld; die aufatmende 
Freie des Raumes ist verloren gegangen. Bei dem Wil 
helmplatz erhöht noch die gradezu raffiniert-ungeschickte 
Wegeanlage mit den vielen Einfassungsgeländern den un 
liebsamen Eindruck. 
So bestimmt sich die ästhetisch reine Form des bepflanzten 
Platzes (die allerdings individueller Abwandlungen dem Platz 
grundrisse gemäß bedarf; so wird man spitzwinklige Ecken 
mit Bäumen ausfüllen usw.) aus dem Gesagten: Eine 
glatte weite Rasenfläche ohne eingestreute Beet 
fetzen und Str auchgruppen, Anschluß an die Archi 
tektur durch Buschwerk am Platzrand, in den 
Ecken gegen die Straßenlöcher schattende Baum 
massen und mit ihnen die Erfüllung der Forderung 
nach Raumgeschlossenheit Eine mögliche Brunnen 
anlage ist als flaches Becken zu behandeln, der 
Horizontalen des Platzes sich einfügend. (Gegenbeispiel ist 
der Herkulesbrunnen des Lützowplatzes, den man vom 
Licht geblendet gegen den Himmel nicht sehen kann). 
Die Wege mit der Hauptbestimmung einer Verbindung 
können durch die Farbe des weißen Grobkieses oder 
gelben Sandes bervorgehoben werden, und entlang an ihnen 
ist die Stelle für schmale Streifenbeete, die vor allem stark- 
farbig sein sollen: rote Pelargonien, gelbe Stiefmütterchen, 
weiße Chrysantemen. Ein vereinzelter Busch Rhodo 
dendron auf der Rasenfläche mag als einziges Zugeständnis 
diese unterbrechen und noch mehr heben: eine Betonung, 
die mit großer Feinfühligkeit zu setzen ist. 
Doppeltafel 47/48 zeigt den Hohenzollernplatz zu Frank 
furt a. M. (Gartenarchitekt Heicke, Frankfurt a. M.) als* 
neueres Beispiel eines bepflanzten Platzes. Bedauerlich 
ist die fluchtrechte Lage des massigen Gebäudes der 
Kgl. Eisenbahndirektion an diesem Platze gegenüber der 
reizvollen Baugruppe der Matthäuskirche von F. Pützer. 
D. H.
	        

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