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Berlin und seine Entwickelung (Public Domain) Ausgabe 4.1870 (Public Domain)

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Metadata: Berlin und seine Entwickelung (Public Domain) Ausgabe 4.1870 (Public Domain)

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Monograph

Author:
Reibnitz, Kurt von
Title:
Gestalten rings um Hindenburg : führende Köpfe der Republik und der Berliner Gesellschaft von heute / [Kurt von Reibnitz]
Publication:
Dresden: Carl Reissner, 1928
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2022
Scope:
1 Online-Ressource (227 Seiten)
Berlin:
B 207 Kulturgeschichte: Hof. Militär
DDC Group:
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15461622
Collection:
History,Cultural History
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 207/18 b
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
Dritter Teil: Stätten

Chapter

Title:
Zweites Kapitel. Gang durch die Tiergartenstrasse

Contents

Table of contents

  • Berlin und seine Entwickelung (Public Domain)
  • Ausgabe 4.1870 (Public Domain)
  • Title page
  • Stempel: Bibliothek d. K. Ministeriums des Innern
  • Preface
  • Contents
  • A. Gesetze, Verordnungen u.
  • B. Abhandlungen
  • Berliner Chronik
  • Die Literatur vom Jahre 1869 u. 1870 auf dem Gebiete des Gemeindewesens

Full text

150 
Betrachtungen über die Volksseele von Berlin. 
Umstände müssen die jüdische Bevölkerung in diejenigen Bolkselemente einreihen, in 
denen in vieler Beziehung das Ich der Stadt ruht, und es lassen sich dieselben durch 
nachstehende Zahlen statistisch in sehr characteristischer Weise illustriren. 
Die Bedeutung, welche die Juden dem Unterricht, überhaupt dem Wissen, der 
Kunst und Gelehrsamkeit beilegen, spiegelt sich in folgenden Ermittelungen ab; es 
genießen 
von 100 jüdischen Knaben 56 höher» Unterricht, 
„ „ „ Mädchen 66 „ „ 
während im Durchschnitt der übrigen Confessionen blos 20 pCt. Knaben und 16pCt. 
Mädchen Hähern Unterricht genießen. Auch der Unterricht im Hause wird am stärksten 
von den Juden cultivirt. Wir haben in Berlin 358 Familien, welche sich Erziehungs 
personal im Hause halten: davon kommen 243 auf die Evangelischen, 12 auf die 
Katholischen, 100 auf die Juden; würde man die Bertheilung nach der numerischen 
Stärke der Confessionen vornehmen, so würden blos 14 auf die Juden kommen. 
Man behauptet häufig dies hänge mit dem Reichthum der Juden zusammen. 
Dies ist auch bis zu einem bestimmten Grade wahr; aber das eigentlich treibende 
Motiv liegt tiefer, denn diese Eigenschaft läßt sich auf die Zeit der babylonischen Ge 
fangenschaft zurückdatiren, wenigstens sind die ältesten jüdischen Urkunden und Volks 
sprüche davon durchdrungen. „Vor Allem lerne, heißt es im Talmud, denn gar bald 
wirst Du das Studium, aus welcher Rücksicht immer begonnen, um seiner selbst willen 
lieben." „Jerusalem ward zerstört, sagt ein altes Sprüchwort, weil der Unterricht 
der Jugend vernachlässigt wurde, denn die Welt wird durch den Athem der Schul 
kinder erhalten." „Verehre Deinen Lehrer mehr als Deinen Vater — sagt der 
Talmud — der letztere hat Dich in diese Welt gebracht, der erstere zeigt Dir den 
Weg in eine höhere." Sodann sind die Juden ein thätiges und rühriges Volk; von 
jeher sind Müßigang und Askese ihnen verhaßt gewesen. Frömmigkeit und Gelehr 
samkeit selbst erhalten die gebührende Achtung nach dem Talmud nur dann, wenn sie 
mit rüstiger körperlicher Arbeit verbunden sind. „Es ist gut Deinen Studien ein 
Gewerbe zuzugesellen; so bleibst Du von Sünden rein." „Der Arbeiter au seinem 
Werke braucht vor dem größten Gelehrten nicht aufzustehen." „ Größer ist der, welcher 
feinen Unterhalt durch Arbeit verdient, als der, welcher Gott fürchtet." Von diesen 
Anschauungen finden wir die heutigen Juden noch ebenso durchdrungen. Die Wahrheit, 
ausgesprochen und anerkannt im Gesetz oder von der Weisheit des Volkes, führt bei 
ihnen kein ideales Dasein, sondern sie ist da, daß man sie befolge und darnach lebe. 
Dies beweist die hohe Stufe, welche überall die jüdische Bevölkerung in Berlin auf 
der socialen Leiter einniinmt. 
Es werden in Berlin 15 pCt. uneheliche Kinder geboren, bei den Juden blos 
2 pCt. Die todtgebornen betragen 4 pCt. aller Geburten, bei den Juden blos 
1 pCt. Diese Zahlen gerade erzählen alle die sorgsame Pflege, die ängstliche Schonung 
der Frau, deren sie bei den Juden in der Zeit genießt, wo sie „nicht mehr allein ist." 
Werfen wir einen Blick auf die Trauungen, so finden wir, daß die Juden bei 
nahe alle im naturgemäßen Alter heirathen, wo der Mann nicht über 40, die Frau 
nicht über 30 Jahre alt ist. Solcher Ehen werden bei den Juden 85 pCt., im 
Durchschnitt der übrigen Bevölkerung blos 72 pCt. geschlossen. Sogenannte Proto- 
game, wo Mann und Frau zum ersten Mal heirathen, haben die Juden 90 pCt., 
die übrigen Confessionen blos 80 pCt.; auch scheint bei ihnen ein viel höherer Pro 
centsatz der Bevölkerung sich zu verheirathen. Meine Untersuchungen darüber sind 
noch nicht zu Ende, anführen läßt sich aber vorläufig, daß unter den Gestorbenen bei 
den Juden viel mehr Berheirathete (nämlich 32 pCt.) und Verwittwete (nämlich 
10 pCt.) sich befinden, als bei den übrigen Confessionen, bei denen im Durchschnitt 
blos 18 pCt. Berheirathete und blos 8 pCt. Verwittwete sterben. 
Die Kindersterblichkeit (vom 1. bis zum vollendeten 5. Jahre gerechnet) beträgt 
bei den Juden blos 17 pCt., bei den übrigen Confessionen 25 pCt. —
	        

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