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Plenarprotokoll (Public Domain) Ausgabe 1974/75, 6. Wahlperiode, Band IV, 66.-93. Sitzung (Public Domain)

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Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

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fullscreen: Plenarprotokoll (Public Domain) Ausgabe 1974/75, 6. Wahlperiode, Band IV, 66.-93. Sitzung (Public Domain)

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Periodical

Creator:
Berlin
Title:
Statistisches Jahrbuch / Herausgeber: Statistisches Landesamt Berlin
Publisher:
Berlin / Statistisches Landesamt
Publication:
Berlin: Kulturbuch-Verlag 1990
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Dates of Publication:
1952-1990
ZDB-ID:
2898505-9 ZDB
Previous Title:
Berlin in Zahlen
Succeeding Title:
Statistisches Jahrbuch
Berlin:
B 8 Allgemeines: Statistik
DDC Group:
310 Statistik
Collection:
General Regional Studies
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1990
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Berlin:
B 8 Allgemeines: Statistik
DDC Group:
310 Statistik
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-11887424
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Rights reserved
Accessibility:
Free Access
Collection:
General Regional Studies

Chapter

Title:
Text

Contents

Table of contents

  • Plenarprotokoll (Public Domain)
  • Ausgabe 1974/75, 6. Wahlperiode, Band IV, 66.-93. Sitzung (Public Domain)
  • Sach- und Sprechregister
  • Nr. 66, 24.01.74
  • Nr. 67, 14.02.74
  • Nr. 68, 28.02.74
  • Nr. 69, 14.03.74
  • Nr. 70, 28.03.74
  • Nr. 71, 25.04.74
  • Nr. 72, 09.05.74
  • Nr. 73, 30.05.74
  • Nr. 74, 16.06.74
  • Nr. 75, 20.06.74
  • Nr. 76, 27.06.74
  • Nr. 77, 03.07.74
  • Nr. 78, 04.07.74
  • Nr. 79, 13.07.74
  • Nr. 80, 26.08.74
  • Nr. 81, 26.09.74
  • Nr. 82, 10.10.74
  • Nr. 83, 24.10.74
  • Nr. 84, 14.11.74
  • Nr. 85, 21.11.74
  • Nr. 86, 28.11.74
  • Nr. 87, 04.12.74
  • Nr. 88, 05.12.74
  • Nr. 89, 06.12.74
  • Nr. 90, 20.12.74
  • Nr. 91, 16.01.75
  • Nr. 92, 23.01.75
  • Nr. 93, 20.03.75

Full text

Abgeordnetenhaus von Berlin - 6. Wahlperiode 
6G. Sitzung vom 24. Januar 1974 
Präsident Sickert: Herr Abgeordneter Wahl, bitte, Sie 
haben das Wort! 
Wahl (P.D.P.): Herr Präsident! Meine Damen und Her 
ren! Als wir die Große Anfrage der CDU-Fraktion vorlie 
gen hatten, haben wir uns gefragt, was diese Große An 
frage eigentlich zu diesem Zeitpunkt für einen besonderen 
Anlaß gehabt haben sollte. 
(Sehr gut! bei der SPD) 
Die Begründungen, die hier bis jetzt vorgetragen wurden, 
haben auch eigentlich noch nichts weiter ergeben, außer den 
letzten Äußerungen des Kollegen Dolata, der jetzt gesagt 
hat, daß es die Aufgabe des Plenums sein sollte, sich end 
lich mal mit der Problematik zu beschäftigen. Er hat damit 
indirekt zugegeben, daß dieses Thema in anderen Kreisen, 
in den Ausschüssen und wo auch immer, schon seit langem 
sehr intensiv beraten wird. Wir haben uns auch deshalb 
gefragt: Warum eigentlich diese Große Anfrage? Es wäre 
sehr interessant gewesen, im Zusammenhang mit dieser 
Großen Anfrage hier vielleicht etwas gezieltere Vorstel 
lungen der anfragenden Fraktion zu erfahren; denn die Be 
griffe Trebertum, Rockerverhalten oder Bindungslosigkei- 
ten sind doch letzten Endes Schlagworte, die in der letzten 
Zeit nur sehr stark strapaziert worden sind. Aber Inhalte 
stellen sie deswegen noch lange nicht dar. 
Sollte mit dieser Großen Anfrage etwa der allgemeine 
Niedergang der Zivilisation beklagt werden, oder haben wir 
es etwa hier mit einer Aktion law and Order zu tun ? 
Neu an diesem Problem ist an sich nur der Ausdruck 
„randständig“. Damit Sie die Fraktion der F.D.P. nun nicht 
zu den am Rande stehenden Gruppen zählen, möchte ich 
wenigstens einige der Probleme ganz kurz ansprechen. 
(Abg. Lummer: Sie fallen gelegentlich schon aus 
dem Rahmen!) 
— Warum dieses? — Ich möchte aber, um die Debatte 
etwas zu relativieren — und diese Gedankenverbindung 
habe ich gehabt bei dem von Ihnen gewählten Begriff 
„randständig“ — ich möchte zunächst mal ein Wort sagen 
zu den anständigen Berliner Jugendlichen; denn diese De 
batte könnte den Eindruck erwecken, daß Berlin in be 
sonderem Maße unter jugendlichen Banden und ähnlichen 
Dingen zu leiden hat. Es ist ein Unsinn zu behaupten — 
wie es immer so schön heißt —, in dieser Stadt gäbe es 
besondere Entwicklungen, die zu Trebertum, Rockerverhal 
ten und Bindungslosigkeit führen. Wenn mit dieser Anfrage 
ein entsprechender Eindruck erweckt worden ist, dann ist 
dieser aber eindeutig zum Schaden Berlins. Die Jugend in 
dieser Stadt ist nicht schlechter als anderswo, und die 
grundständige Berliner Jugend im Vergleich zu anderen 
Städten, angesichts der räumlichen und politischen Enge, 
schneidet bestimmt nicht schlechter ab, als in der übrigen 
Bundesrepublik. 
(Abg. Dolata: Hat denn jemand Ähnliches gesagt ?) 
— Ich habe nur diese Gegenüberstellung mal getan, weil 
ich der Meinung bin, man sollte jedes Thema auch in seiner 
relativen Wichtigkeit betrachten, denn es könnte aufgrund 
der Großen Anfrage von Ihnen sehr leicht der Eindruck 
entstehen, als wenn wir es in Berlin nur mit rand 
ständigen Jugendlichen zu tun haben und daß das die ein 
zige Aufgabe wäre, mit der wir uns überhaupt zu beschäf 
tigen hätten. Die Kriminalstatistik weist derartige Grup 
pen — leider, sage ich in diesem Zusammenhang — noch 
nicht aus. Es sind auch keine Banden Jugendlicher bekannt, 
die etwa im Sinne des Strafgesetzbuches bandenähnliche 
Vereinigungen darstellen. Wir meinen, daß hier eine Lücke 
besteht, und das ist möglicherweise einer der Ansatzpunkte 
für die Arbeitsgruppe, die Sie mit Ihrem Antrag, den Sie 
zur Auffüllung dieser Großen Anfrage eingebracht haben, 
benutzen könnten. Man sollte sich tatsächlich darüber un 
terhalten, in welcher Art und Weise man dieses Problem 
wirklich zahlenmäßig auch in den Griff bekommt, so daß 
es in der richtigen Relativität bestehen bleibt. Wir sollten 
aber, wenn wir schon über dieses Thema sprechen, nicht 
nur die Jugendverwaltung als angesprochene Verwaltung 
betrachten. Wir sind der Meinung, daß auch die Justiz, die 
Gerichtsbarkeit, einiges zu diesem Problem gefragt werden 
müßte oder einiges zu dem Problem zu sagen hätte. Es ist 
leider Gottes so, daß die milden Strafen, zu denen diese 
Jugendlichen teilweise verurteilt werden, keinen Anreiz da 
für bringen, sich von diesen Verhaltensweisen abzukehren. 
Eine besondere Darstellung zu dem Treberproblem 
möchte ich hier an dieser Stelle mir noch ersparen, da wir 
den sehr umfangreichen Bericht, aus dem Senatorin Rei 
chel schon zitiert hat, noch in der Besprechung vor uns ha 
ben. Es ist wiederum ein weiterer Bericht, der uns in unse 
rer Ausschußarbeit — und das bedauern wir; und es war 
letzten Endes der Tenor meiner Rede in der Etatdebatte — 
über die Diskussion von Berichten und Ähnlichem nicht zu 
Fakten und tatsächlichem Handeln kommen läßt. In diesem 
Sinne ist also auch die heutige Debatte lediglich und letzten 
Endes ein Wiederkehren und ein Konstatieren der Dinge, 
die ich anläßlich der Etatdebatte schon bedauert habe. 
(Abg. Dolata; Nichts begriffen! — Abg. Wischner; Von 
keiner Sachkenntnis getrübt!) 
— Warum, das meinen Sie! — Das Problem der jugend 
lichen Banden scheint mir doch etwas anders zu liegen, als 
Sie es hier ganz allgemein dargelegt haben. Wenn Jugend 
liche sich dort und da zusammenschließen, ist zunächst 
einmal nichts dagegen einzuwenden. Wenn sie gemeinsame 
Unternehmungen starten, ist auch dagegen nichts einzu 
wenden. Lärmbelästigung, Bedrohung oder tätliche Angriffe 
auf andere Bürger müssen als das verfolgt werden, was sie 
sind, nämlich als strafbare Handlungen. Wenn diese Ju 
gendlichen als Gruppe — oder ihre einzelnen Mitglieder — 
sich nicht strafbar machen, sollte man unbedingt darauf 
verzichten, sie zu verteufeln. Wenn sich diese Jugend über 
haupt für etwas interessieren und gegebenenfalls für parla 
mentarische Arbeit interessieren sollte, dann würde diese 
heutige Debatte vielleicht als Anlaß dazu dienen, daß sich 
diese Gruppen als Negativgruppen identifizieren würden. 
Meinen Sie denn, daß diese Debatte hier geeignet ist, 
Maßstäbe für eine Bindung Bindungsloser zu schaffen ? 
(Beifall bei der F.D.P. — Abg. Lummer: Randständiger 
Beitrag zur Parlamentsdebatte!) 
Stellv. Präsident Dr. Schönherr: Das Wort hat Frau Ab 
geordnete Maletzke! 
Frau Maletzke (SPD): Herr Präsident! Meine Damen 
und Herren! Die Große Anfrage der CDU möchte klären, 
warum es in unserer Stadt Probleme mit Jugendlichen 
gibt. Frau Senatorin Reichel hat schon gesagt, daß der 
Hinweis auf Berlin, so wie die Frage in Punkt 1 formu 
liert ist, nämlich als Frage nach den Motiven — Herr 
Dolata, so steht es da — nicht ganz richtig ist. Konflikte 
der Heranwachsenden oder Konflikte mit Heranwachsen 
den sind kein spezielles Berliner Problem. Allerdings sind 
manche Probleme in unserer Stadt größer oder schwie 
riger zu lösen, weil Berlin eben nicht Polkwitz ist. 
(Abg. Lummer: Sehr richtig!) 
Es ist schon immer nicht leicht gewesen, erwachsen zu 
werden, in die Verantwortung und Pflichten hineinzuwach 
sen, die es mit sich bringt. Es ist aber heute sicher schwie 
riger als in früheren Zeiten. Das wiederum hat so mannig 
fache Gründe, daiß es eigentlich unmöglich ist, sie alle auf 
zuzählen. Und jeder, der versucht, die Ursachen aufzuzei 
gen, kann bestenfalls ein Bündelchen der Motive erwähnen, 
einen Teil all der Ursachen, die dazu führen, daß Kinder 
und Jugendliche unsere Welt, unsere Gesellschaft nicht 
kritiklos und problemlos akzeptieren. Enges Zusammen 
leben vieler Menschen in relativ kleinem Gebiet, frühere 
körperliche Reife, Reizüberflutung könnte man als Gründe 
anführen. Frühere Ablösung von den Eltern, Wegstreben 
aus dem Elternhaus, auch bei Kindern, die aus Familien 
kommen, die sogar der Kollege Wronski als heil und intak 
ten Familienverband bezeichnen würde. 
(Beifall bei der SPD — Abg. Schmitz: 
Das ist eben Qualität!) 
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