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Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 3.1900 (Public Domain)

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fullscreen: Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 3.1900 (Public Domain)

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Periodical

Creator:
Berlin (West). Senat
Title:
Dienstblatt des Senats von Berlin
Subseries:
Teil 1, Inneres, Finanzen, Justiz
Other titles:
Dienstblatt des Senats von Berlin / Inneres, Finanzen, Justiz
Dienstblatt des Senats von Berlin / Personal und Verwaltung, Rechtswesen
Publication:
Berlin 1990
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2021
Dates of Publication:
1951,13-1990,10
Note:
Sachliche Benennung 1951,13-15: Personal und Verwaltung, Rechtswesen
ZDB-ID:
3061620-7 ZDB
Previous Title:
Dienstblatt des Magistrats von Berlin. Teil 1, Personal und Verwaltung, Rechtswesen
Dienstblatt des Senats von Berlin. Teil 2, Finanzen
Succeeding Title:
Dienstblatt des Senats von Berlin. Teil 1, Inneres, Finanzen, Justiz, Wirtschaft
Berlin:
B 767 Staat. Politik. Verwaltung: Senatsbehörden. Magistratsbehörden. Landesbehörden
DDC Group:
350 Öffentliche Verwaltung
Collection:
State,Politics,Administration,Law
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1962
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2021
Berlin:
B 767 Staat. Politik. Verwaltung: Senatsbehörden. Magistratsbehörden. Landesbehörden
DDC Group:
350 Öffentliche Verwaltung
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15434677
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
State,Politics,Administration,Law

Issue

Title:
21. Februar 1962
Publication:
, 1962-02-21

Contents

Table of contents

  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 3.1900 (Public Domain)
  • Cover
  • Title page
  • Title page
  • H. [1]
  • H. [2]
  • H. [3]
  • H. [4]
  • H. [5]
  • H. [6]
  • H. [7]
  • H. [8]
  • H. [9]
  • H. [10]
  • H. [11]
  • H. [12]
  • Cover back

Full text

T^al wieder. 
Von Walter Harlan. 
’JWj'it einer leisen Wehmut betrachtete Frau Lise Fritzeis 
Höschen, in die sie ein neues Knie eingesetzt hatte. 
Der ganze schöne Abend war über dieser wenig reiz 
vollen Arbeit vergangen. Aber dafür hat Fritzei morgen 
früh ein Paar einwandfreie Hosen! — Und nun knackte 
auch draussen an der Flurthür der Schlüssel. — Peter! 
Halb zwölf Uhr ist es. — 
Der junge Professor nahm den Kopf seiner Frau in 
die Hände und die helle Freude leuchtete ihm aus den 
Augen. „Lise, Du bist die Schönste!"! sagte er. „Und 
selbstverständlich die Beste! Die Schönste und die Beste 
von allen!" 
Dann aber fasste er sicli an die Stirn und lächelte 
sehr verschmitzt. Er ging aus dem Zimmer, rumorte ein 
wenig draussen im Eisschrank und trat alsbald mit einer 
halben Flasche Sekt wieder ein. Zwei Spitzgläser hatte 
er auch gleich mitgebracht. 
„Was ist denn los mit Dir, heute?" 
Nun öffnete Peter mit einer gewissen Feierlichkeit 
die Flasche und lächelte noch immer. Endlich sprach er: 
— „Heute bin ich mal wieder . . . ein freier Mensch 
gewesen." 
Frau Lise lachte und stiess mit ihm an: „Aber nicht 
renommieren, Peter." 
„Ich werde Dir überhaupt nichts erzählen. Ein 
lächerliches Vorurteil ist es, dass man seiner Frau alles 
erzählen müsste." 
„Aber so fang’ doch endlich an. Du hast ja doch 
keine Ruhe, bis es heraus ist." 
„Du wirst eifersüchtig werden, Lise." 
„Dummchen!" 
„Also gut. Nur um Dir zu beweisen, dass auch Du 
eifersüchtig werden kannst. 
Qolschowski holte mich ab, nach dem Kolleg. Ob 
es mir nicht Freude machen würde, meinte er, Mimi maj 
wiederzusehen." 
Der Name Mimi belustigte Frau Lise: „Wer ist — 
Mimi ?" 
„Mimi ist eine Schauspielerin, das heisst: sie ist wohl 
nur selten engagiert gewesen als Schauspielerin. Sie ist 
immer die Geliebte von irgend jemandem. Und - so 
lange sie einem zugehört — in ihrer Art eine treue Seele. 
Eigentlich ein liebes Mädel! Sie ist nun mal in diese 
Carriere gekommen. Aber sie hat ihre ganz bestimmte 
Moral. Ihre Moral für sich, von der sie nicht abweicht. 
Oder doch wenigstens nur, wenn sie ihre guten Gründe 
hat. Selten hat sie einen Liebhaber anders verloren, als 
dadurch, dass er — eine Frau nahm. Den Neuen nimmt 
sie dann, wenn irgend möglich, aus dem Bekanntenkreise 
des treulosen Verräters." 
„Bist Du ihr Geliebter gewesen?" fragte Frau Lise. 
„Bis zu der Stunde, wo ich Dich kennen lernte. 
Aber ich habe den Posten nur wenige Monate bekleidet." 
Frau Lise wunderte sich. „Nun brauchst Du bloss 
noch „„Leider"" zu sagen." 
„Soll ich weiter erzählen? Meine Geschichte scheint 
Dir kein Vergnügen zu machen!" 
„O doch! Grosses Vergnügen." 
„Also, Golschowski hatte eine trauliche Proszenium 
loge besorgt, dort würde uns Mimi erwarten. Ausserdem 
sagte er mir, dass „die schöne Helena" gegeben würde, 
was für mich den Ausschlag gab. Seit fünf Jahren habe 
ich, glaub ich, keine Operette gehört." 
„Warum gehst Du dann nicht mit mir?" 
„Aber Lise! Du machst Dir doch eben nichts aus 
sowas." 
„Du auch nicht." 
„Wir wollen doch lieber von etwas anderm reden." 
„Nein, nein! Erzähle nur! Bitte, erzähle! Ich werde 
Dich nicht wieder aus der Stimmung bringen." 
Peter nippte an seinem Champagner und fuhr fort: 
„Golschowski hatte mich untergefasst, so schleuderten 
wir nach dem Theater. Ich wurde ganz Junggeselle 
mit ihm. Uebrigens kamen ihm, je mehr wir uns der 
lieben Mimi näherten, doch eifersüchtige Bedenken. Du 
kannst Dir vorstellen, was mir diese Beobachtung für 
ein Leckerbissen war. Er suchte mich aufs diplo 
matischste zu überzeugen, dass der Gedanke, mich ein 
zuladen, von ihm und nicht etwa von Mimi stamme. 
Nachher bemerkte er so ganz nebenhin, einen andern 
als mich, seinen besten Freund, würde er ja keinesfalls 
mit in die Loge nehmen, ausserdem sei ich ja ganz un 
gefährlich." 
„Wie meinte er das?" fragte Frau Lise. 
„Das weiss ich eben nicht. Er kann ja auch gemeint 
haben, dass ich in meiner Eigenschaft als Ehemann un 
gefährlich sei, aber jedenfalls reizte mich diese 
Bemerkung einigermassen. 
In der Loge fanden wir Mimi schon vor. Sie freute 
sich offenbar herzlich, mich wiederzusehen. Zu Gol 
schowski sagte sie bloss: „Das ist brav, dass Du endlich 
mal Wort gehalten hast.“ Und dann zu mir: „Fünf 
Wochen lang habe ich betteln müssen, dass er Sie mal 
mitbrächte." — 
„Nannte sie Dich denn Sie?" 
„Aber natürlich. Sie ist in ihrer Art vollkommen 
Dame. Wir waren in allen Ehren sehr lustig. Ich hätte 
nie geglaubt, dass es mir eine solche wahrhafte Herz 
erquickung sein würde, mal wieder die schöne Helena 
zu sehen." 
„Du versprichst Dich, Peter." 
„Aber nein doch! — Was ist das für eine raffinierte 
köstliche Musik! Lauter Champagner! Ordentlich in die 
Beine fuhr mir’s. Wir müssen doch mal auf einen Ball 
gehen, Lise. Man vergisst ja ganz, dass man jung ist. 
— Und, so unwahrscheinlich es klingen mag, bei diesen 
frivolen Klängen und Melodieen überkam mich ein tiefes, 
aufrichtiges Mitleid für das arme Mädel, das da an Gol- 
schowskis Seite vor mir sass. An einem tragischen 
Zwiespalt ihres Wesens geht sie langsam zu Grunde. 
Eine fast spiessbiirgerliche Solidität ist der Grundzug 
dieses Wesens, aber freilich . . . wie soll ich mich aus- 
driieken, . . . weisst Du was ein Quartalsäufer ist? . . . 
Auch im allgemeinen ein ganz normaler Staatsbürger, 
der nur etwa alle Vierteljahre einmal seinem Dämon 
verfällt. Geradeso ist es mit Mimi. Sie würde längst 
die brave Gattin irgend eines Braven sein, wenn sie nicht 
immer wieder einmal, in fast berechenbaren Zwischen 
räumen, von einem jähen Bedürfnis nach irgend einem 
möglichst ausgefallenen Abenteuer ergriffen würde." - 
Frau Lise schwieg. 
„Wir verliessen das Theater. Golschowski führte 
Mimi am Arme, unterhielt sich aber mit mir über 
Offenbach. Er klagte bitter über den Verfall der Operette 
in unserer Zeit. Allmälig merkte ich, dass er selbst an 
einer neuen Operette komponierte. Ich sollte ihn doch 
sobald wie möglich einmal besuchen. Er wollte mir 
etwas Vorspielen. Und ehe ich antworten konnte, lud 
Mimi mich freundlichst ein, doch lieber jetzt gleich mit 
zukommen, das Nachtmahl würde auf jeden Fall für uns 
Dreie ausreichen. Auch zwei Flaschen Burgunder waren 
noch da, eine Burgunderbowle wollte sie machen. Ich 
wartete, was Golschowski hierzu sagen würde, — aber 
er vermied es so lange als möglich, eine bestimmte Ant 
wort zu geben. „Wie kommst Du plötzlich auf Bur 
gunderbowle?" fragte er, und Mimi antwortete, — sie 
fröre. Das war nun wohl nicht ganz ehrlich, denn erstens
	        

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  • Wunschpunschplatz, Berlin
    60

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