Digitale Landesbibliothek Berlin Logo
  • Show double pages

Adreß-Kalender für die königl. Haupt- und Residenzstädte Berlin und Potsdam, sowie Charlottenburg (Public Domain) Ausgabe 184.1898 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

Contents: Communal-Blatt der Haupt- und Residenz-Stadt Berlin (Public Domain) Ausgabe 1871 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Monograph

Author:
Cohn, Oscar
Title:
Berliner Humor auf rollendem Rade / von Oscar Justinus
Publication:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 1889
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2021
Scope:
157 Seiten
Keywords:
Berlin ; Humor ; Öffentliches Verkehrsmittel
Berlin:
B 898 Verkehr: Gesamtdarstellungen. Verkehrsgeschichte
DDC Group:
380 Handel, Kommunikation, Verkehr
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15444038
Collection:
Economy,Transport,Infrastructure
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 898/1
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
II. Die Pferdebahn

Contents

Table of contents

  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1920, 29. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Nr. 1, 4. Januar 1920
  • Nr. 2, 11. Januar 1920
  • Nr. 3, 18. Januar 1920
  • Nr. 4, 25. Januar 1920
  • Nr. 5, 1. Februar 1920
  • Nr. 6, 8. Februar 1920
  • Nr. 7, 15. Februar 1920
  • Nr. 8, 22. Februar 1920
  • Nr. 9, 29. Februar 1920
  • Nr. 10, 7. März 1920
  • Nr. 11, 14. März 1920
  • Nr. 12/13, 28. März 1920
  • Nr. 14, 1. April 1920
  • Nr. 15, 11. April 1920
  • Nr. 16, 18. April 1920
  • Nr. 17, 25. April 1920
  • Nr. 18, 2. Mai 1920
  • Nr. 19, 9. Mai 1920
  • Nr. 20, 16. Mai 1920
  • Nr. 21, 23. Mai 1920
  • Nr. 22, 30. Mai 1916
  • Nr. 23, 6. Juni 1920
  • Nr. 24, 13. Juni 1920
  • Nr. 25, 20. Juni 1920
  • Nr. 26, 27. Juni 1920
  • Nr. 27, 4. Juli 1920
  • Nr. 28, 11. Juli 1920
  • Nr. 29, 18. Juli 1920
  • Nr. 30, 25. Juli 1920
  • Nr. 31, 1. August 1920
  • Nr. 32, 8. August 1920
  • Nr. 33, 15. August 1920
  • Nr. 34, 22. August 1920
  • Nr. 35, 29. August 1920
  • Nr. 36, 5. September 1920
  • Nr. 37, 12. September 1920
  • Nr. 38, 19. September 1920
  • Nr. 39, 26. September 1920
  • Nr. 40, 3. Oktober 1920
  • Nr. 41, 10. Oktober 1920
  • Nr. 42, 17. Oktober 1920
  • Nr. 43, 24. Oktober 1920
  • Nr. 44, 31. Oktober 1920
  • Nr. 45, 7. November 1920
  • Nr. 46, 14. November 1920
  • Nr. 47, 21. November 1920
  • Nr. 48, 28. November 1920
  • Nr. 49, 5. Dezember 1920
  • Nr. 50, 12. Dezember 1920
  • Nr. 51, 19. Dezember 1920
  • Nr. 52, 26. Dezember 1920
  • ColorChart

Full text

er. 25 Berliner Illustrirte Zeitung. 285 
5 VUSANNE STRAMNZDK VY 
Roman vOon NMNorbert Falk 
9. Fortsezung — Nachdrud verboten. 
Alen nen hinzuttetenden Abonnenten 
verden die bereits erschienenen Kaupitel 
ieses Romans in einem Sonderabdruck 
mentgeltlich auf Verlangen nachgeliefert. 
—jer Tempelbau war begonnen worden. Mit so 
D viel Arbeitskräften, als erreichbar waren, ging 
..Schmitz ans Werk, denn Ostern schon sollte der 
hbau unter Dach sein, damit Dußmann im Herbst 
je Einweihung habe. Der Bau und sein Zweck machten 
roßes Aufsehen, die Konzerthaus⸗Affäre blaßte ab. 
jast war es Schmitz lieb, wenn man die Sache ganz 
allen ließ. Auch Rohrer war schwächer interessiert; 
ls eine Architektenvereinigung ihn drängte, in einer 
roßen Versammlung gegen Stranzky und das Ver—⸗ 
ahren aufzutreten, das bei den meisten Baugesell⸗ 
chaften üblich war, bat er um Aufschub. Behrisch 
md Majunke aber machten den Anwalt scharf. An 
ztranzty erging darum im Namen Rohrers die Auf⸗ 
orderung, binnen acht Tagen die Zusicherung zu 
eben, daß Rohrers Nome als der des Architekten des 
donzerthauses an sichtbarer Stelle des Baues an— 
ebracht würde. Täte er das nicht, so würde die Klage 
mverzüglich eingereicht. * 
Stranzty lehnte noch vor Ablauf der Frist ab. 
cr betonte, offenbar um sich eine Lücke zu lassen, 
urch die er einmal entschlüpfen könnte, daß er Roh— 
ers Verdienste um den Bau nicht bestreite, daß der 
ber nicht der alleinige Urheber der Pläne sei. —R 
thefarchitekten Hermann von Wolffhardt käme min— 
estens der gleiche Anteil zu. Da aber Herr von 
volffhardt es ablehne, als Mitarchitekt genannt zu 
herden, da außerdem noch dritte Kräfte am Ganzen 
eilhätten, sodann die Firma Stranzky u. Neubauer 
Irbeilen ihrer Ateliers nicht durch einzelne Archi— 
Aten mit Autornamen zeichnen lasse, so sei die ganze 
ʒeehwerde Rohrers hinfällig. Im übrigen würde 
er Bau vorerft ruhen und die ganze Frage einer 
päteren Entscheidung vorbehalten bleiben. 
Stranzky stellte tatsächlich den Konzerthausbau 
in und begann einen großen Hotelbau 
m Westen. Der Konzertagent Seidl 
hlug· Lärm und meldete Schadenersatz⸗ 
njprüche an, falls der Bau liegen 
leibe. Bei persönlichen Verhandlungen 
chlug Seidl plößglich als Entschädigung 
ür Verdienstentgang eine Beteiligung 
ztranzkys an der Konzertagentur vor, 
ztranzky lachte erst darüber; er wußte 
aß Seidls Geschäft faul geworden war. 
ber vielleicht konnte es nicht schaden, 
venn er es in die Hand bekam. Und so 
ing er kurzerhand auf die Sache ein, 
war nicht mit hunderttausend Mark, 
vie Seidl wollte, sondern nur mit dem 
ierten Teil. Seidl nahm an, denn Lu 
Ranzenhoöfer, die kleine Soubrette des 
Ralmaison⸗Theaters, die ihn vor die 
Kahl gestellt hatte, ihr entweder das 
veiße Auto zu kaufen oder sich als ver⸗ 
bschiedet zu betrachten, weil ihr dann 
sas weiße Auto vom Filmfabrikanten 
Hunter Leyserson gekauft würde, mit 
illen alleinigen Rechten an sie, — Lu 
Ranzenhofer, als künftiger Filmstar 
orschußweise „El Fer“ genannt, sollte 
das Auto haben. 
Stranzky, der sich wieder gestärkt 
ühlte, ließ Schmitz und Rohrer nicht im 
zweifel, daß er den Konzerthausbau 
infach ein paar Monate ruhen lassen 
vürde. Schmitz verstand ihn; er wollte 
die Sache verschleppen, sie aus der 
zffentlichen Besprechung ziehen. So tat 
er es ja immer; was er nicht seinem 
Willen sofort unterwerfen konnte, schleu— 
derte er vorerst beiseite. Mochte der 
naterielle Schaden auch groß sein, — 
ine neue Unternehmung mußte den 
Ausfall doppelt einbringen. Schmitz 
meinte auch zu Rohrer, Stranzky rechne 
jeimlich doch noch mit einer reumütigen 
RKückkehr der beiden entlaufenen Schafe. Rohrer 
achte darüber, gestand aber zu, daß die einstweilige 
xinstellung des Konzerthausbaus ein zwar kostspieli— 
er, aber nicht ungeschickter Schachzug Stranzkus 
var, um die feindliche Unternehmung der Gegen— 
artei abzustumpfen. 
Das drückte sich auch in einem Lächeln Wolffhardts 
us, als ihm Schmitz in einem Weinrestaurant be— 
egnete. Bei Rita war Wolffhardt zweimal gewesen, 
ind beide Male hatte sie sich verleugnen lassen. Als 
as zum dritten Male geschehen war und er verwun— 
ert und mißtrauisch die Treppe hinabstieg, kam 
Ichmitz die Treppe herauf. Das Erstaunen Wolif— 
ardts wich plötzlicher Wut, als er oben die Tür 
ehen hörte und erkannte, daß Schmitz vorgelassen 
vorden sei. Nun war ihm klar, was hier vorging. 
Wieder war er einer Intrige Schmitz' zum Opfer 
efallen. Ueberall trat ihm der in den Weg, überall 
erdrängte er ihn. Niedergeschlagen von solcher Wahr- 
ehmung, war er tagelang arbeitsunfähig. Dann 
ber befreite er sich durch Mitteilung seiner Beobach⸗ 
ung an Strähl, an Wessely und die Bredt-Delta. 
die waren alle überrascht, hatten tatsächlich nichts 
emerkt, was auf tiefere Beziehungen zwischen Rita 
zutheil und Schmitz hätte schließen lassen können. 
zie machten sich sofort an die Untersuchung. Das 
)bjekt war aber abhanden gekommen. Rita, die der 
zeheimhaltung ihres Verlöbnisses immer stärker 
aiderstrebte, aber Schmitz' Widerstand nicht zu über— 
hinden vermochte, war aus Trotz gegen dieses Ver— 
agen nach Holland gereist. Zu Verwandten. Sie 
atte es Schmitz gegenüber zwar nicht ausgesprochen, 
ber es merken lassen, daß seine Geheimtuerei nichts 
inderes sei als Rücksicht auf Susanne Stranzky. 
Feig sei das und unaufrichtig. Vom Haag aus schrieb 
ie an Schmitz und deutete ironisch an, was sie aus— 
usprechen noch scheute. In seiner Antwort ging 
zchmißg auf die Anspielung nicht ein. Kühl gab er 
Kita sein Einverständnis zu einer Reise nach Paris; 
ie habe dort Toiletten einzukaufen, zu Weihnachten, 
pätestens Neujahr, wollte sie wieder zurück sein. 
Am Frühstückstisch. 
Farbige Zeichnung von Eugen Spixo 
1us der Ausfiellung der „Berliner Sezession“ 
Amerikanisehes ,Copyright 1920, by Ullstein & Co'. 
Sie schrieb nur wenig. Schmitz fühlte die Zeit 
nicht, die Arbeit riß ihn über die Hälfte des Winters 
weg. 
Dann kehrte Rita zurück. Sie war heiter und 
ingeregt, hatte viel Geld ausgegeben, Kisten D 
Kleidern und Stoffen mitgebracht. Sie sah in den 
modernen Röcken und Mänteln, die in Berlin noch 
nicht getragen wurden, fremdartig aus; das Bild, das 
„chmitz von ihr in Erinnerung behalten hatte, war 
erändert. Schmitz mußte sich erst daran gewöhnen, 
and es aber doch bald schöner geworden, aparter, 
einahe geistiger. 
Sie hatte Hunger auf Berlin. Sie ritt im Tatter— 
all, saß Knortz zu dem Bild für die Sezession, ging 
niel ins Kino, an dem sie in Paris Geschmack be— 
ommen hatte. An den kleinen Abendessen, die sie 
ab, nahm Schmitz selten teil; oft genug, um die 
zntimen zwinkern zu machen. Für Strähl und 
Vessely stand es fest, daß es zwischen Schmitz und 
kita Gutheil etwas gab; aber selbst die Bredt— 
delta wußte nichts Bestimmtes zu sagen. Rita deutete 
hr gegenüber zwar etwas an, bestritt es aber bald 
vieder. 
Ganz allein war Schmitz nur mittags bei ihr. 
Zie taten beide heiter und freundlich zueinander, zu— 
veilen fast lieb. Beim Kommen und Gehen küßte er 
hr die Hand, wenn sie frei von den vielen Ringen 
war, und immer die rechte Wange. Niemals den 
Mund. Immer war hier etwas Rot aufgelegt. 
Eines Tages gestand sie ihm, daß sie am ersten 
Februar ihren Geburtstag habe. Er dürfe ihr nichts 
chenken, aber einen Wunsch müsse er ihr erfüllen. 
vie offizielle Verlobungsanzeige. Schmitz fühlte, daß 
r jetzt keinen Augenblick darüber nachdenken dürfe 
ind Ja sagen müsse. Er tat es auch. Noch einen 
weiten Wunsch hatte sie. Den Presseball, der einen 
dag vor ihrem Geburtstag stattfand, wollte sie mit 
hm besuchen. Die besten Freunde sollten mitkommen: 
die Bredt-Delta, Strähls, Knortz, die Gräfin Badrutt. 
Auch Rohrer und die Maltana sollten mit in die 
doge. Ergebe es die Stimmung, dann könnte man 
beim Champagner das Geheimnis ent— 
hüllen und gleich Verlobung feiern. — 
Am letzten Sonnabend im Januar 
war es schon sehr spät, als Schmitz mil 
dem Geschäftsauto an Ritas Haus vor— 
fuhr. Sie wartete oben nervös und 
unruhig. 
Als sie ihm jetzt aber entgegenktrat, 
in bronzegrünem Seidensamt, das Haar 
gescheitelt, breit und flach frisiert, den 
langen, gelbbraunen Hals von einer 
Schnur Perlen umspannt, war er fast 
betroffen. So gesteigert war ihre Schön- 
heit durch die Wahl der Farben und den 
Geschmack der Zurichtung. Sie hatte die 
unglaubwürdige Schönheit übereleganter 
Modebilder; das Gesicht war lebhaft, 
fast pikant; sogar das linke Profil, das 
schlechte war weicher und liebens— 
vürdiger. 
Schmitz blieb ganz still; das Erstau— 
nen nahm ihm verbindliche Worte weg. 
Als sie etwas sagen wollte, ergriff er 
zart und doch fest ihren Kopf, küßte sie 
auf den duftenden Scheitel, küßte sie auf 
die schwarzen Brauen und das mattgelbe 
Fleckchen, das sie über der Nasenwurzel 
frei ließen. „Nicht doch, Du verdirbst 
mir ja alles,“ — — sagte sie und wehrte 
ihn ab. Auch die Stimme war weicher. 
Er ließ sie erhitzt, aber lächelnd los und 
dachte: Nach dem Ball! 
Er legte ihr den Sealpelzmantel 
langsam aum, streifte ganz leise mit den 
Lippen ihren Nacken und war fast ver— 
legen, als sie ihn von der Seite ansah. 
Ihr verwundertes Lächeln sagte: Was 
ist deun los? So bist du ja noch nie 
zewesen. 
Geschmeichelt und befriedigt saß sie 
neben ihm im Wagen. Er hielt ihre 
Hand auf ihrem Knie fest und sah mit
	        

Downloads

Downloads

The entire work or the displayed page can be downloaded here in various formats.

Full record

METS METS (entire work)
TOC
Mirador

This page

PDF Image Preview Image Small Image Medium Image Large Image Master Mirador

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Cite

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many letters is "Goobi"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.