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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1902, Nr. 1-52 (Public Domain)

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Bibliographic data

Full text: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1902, Nr. 1-52 (Public Domain)

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Monograph

Author:
Wiener-Braunsberg, Josef
Title:
Alma's Ende : Roman aus dem Berliner Leben : eine Fortsetzung des Schauspiels "Die Ehre" von Herm. Sudermann / von Josef Wiener
Edition:
5. Auflage
Publication:
Berlin: J. Gnadenfeld & Co., 1893
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2020
Scope:
229 Seiten
Berlin:
B 328 Literatur: Romane, Erzählungen über Berlin
DDC Group:
830 Deutsche Literatur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15423085
Collection:
Berlin Dialect,Literature,Literary Life
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 328 Wien 1
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
2. Kapitel

Contents

Table of contents

  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1902, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Landesarchiv Berlin
  • Nr. 1, 5. Januar 1902
  • Nr. 2, 12. Januar 1902
  • Nr. 3, 19. Januar 1902
  • Nr. 4, 26. Januar 1902
  • Nr. 5, 2. Februar 1902
  • Nr. 6, 9. Februar 1902
  • Nr. 7, 16. Februar 1902
  • Nr. 8, 25. Februar 1902
  • Nr. 9, 2. März 1902
  • Nr. 10, 9. März 1902
  • Nr. 11, 16. März 1902
  • Nr. 12, 28. März 1902
  • Nr. 13, 30. März 1902
  • Nr. 14, 6. April 1902
  • Nr. 15, 13. April 1902
  • Nr. 16, 20. April 1902
  • Nr. 17, 27. April 1902
  • Nr. 18, 4. Mai 1902
  • Nr. 19, 11. Mai 1902
  • Nr. 20, 18. Mai 1902
  • Nr. 21, 25. Mai 1902
  • Nr. 22, 1. Juni 1902
  • Nr. 23, 8. Juni 1902
  • Nr. 24, 15. Juni 1902
  • Nr. 25, 22. Juni 1902
  • Nr. 26, 29. Juni 1902
  • Nr. 27, 6. Juli 1902
  • Nr. 28, . Juli 1902
  • Nr. 29, 20. Juli 1902
  • Nr. 30, 27. Juli 1902
  • Nr. 31, 3. August 1902
  • Nr. 32, 10. August 1902
  • Nr. 33, 17. August 1902
  • Nr. 34, 24. August 1902
  • Nr. 35, 31. August 1902
  • Nr. 36, 7. September 1902
  • Nr. 37, 14. September 1902
  • Nr. 38, 21. September 1902
  • Nr. 39, 28. September 1902
  • Nr. 40, 5. Oktober 1902
  • Nr. 41, 12. Oktober 1902
  • Nr. 42, 19. Oktober 1902
  • Nr. 43, 26. Oktober 1902
  • Nr. 44, 2. November 1902
  • Nr. 45, 9. November 1902
  • Nr. 46, 16. November 1902
  • Nr. 47, 23. November 1902
  • Nr. 48, 30. November 1902
  • Nr. 49, 7. Dezember 1902
  • Nr. 50, 14. Dezember 1902
  • Nr. 51, 21. Dezember 1902
  • Nr. 52, 28. Dezember 1902
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Full text

Berliner Jllustrirte Zeitung. 
10. Fortsetzung. I 
Koman von Ludwig Rohmann. 
Nachdruck verboten. 
entzen erhob sich mühsam. Ihm krampfte sich 
das Herz zusammen, als er sah, wie schwer 
9 Willy an dem Schicksal trug, das seit seinen 
ersten Lebenstagen ihm gedroht und nun trotz 
aller liebenden Vorsorge über ihn gekommen war. Ihm 
selbst trat es feucht in die Augen, und er fand keinen 
Trost. 
„Mein armer, armer Jungel!“ sagte er nur. 
Indessen währte die Anwandlung der Schwäche 
aur einige Augenblicke. Unter der tröstenden Be— 
rührung des alten Mannes schrak Willy zusammen, 
ind da stand er auch schon wieder und in seinen 
brennenden Augen flackerte die werdende Entschlossen⸗ 
heit wieder aaff. —— 
„Also die ganze Wahrheit!“ rief er heiser. „Was 
ür Verbrechen waren das?“ * 
„Willy — ich bitte dich —!“ 
„Die Wahrheit, wenn du nicht willst, 
zaß ich wahnsinnig werden soll!“ 
Und da beichtete Lentzen, langsam 
und stockend, was er Trauriges von 
den Verschuldungen seines Bruders 
wußte. Wie er selbst den Unglück⸗ 
ichen mehrfach zu retten ver⸗ 
uchte, wie er dann doch nicht 
hindern konnte, daß er 
schimpflich kassiert wurde; 
und dann die Wechsel⸗ 
älschungen, die den Ver—⸗ 
weifelten auf ewig in 
die Ferne trieben. 
Willy saß regungs⸗ 
los und hörte schweigend 
zu. Nur in den trocke— 
nen, fieberisch glänzen⸗ 
den Augen spiegelten sich 
die chaotisch auf ihn ein⸗ 
ctürmenden Empfindun⸗— 
gen wieder. 
Als der General ge—⸗ 
endet, stand Willy schwer⸗ 
fällig auf. 
„Gut also!“ Er sprach 
langsam und schwer, wie ein 
Trunkener, und Lentzen fragte 
sich unwillkürlich, ob denn Willy 
überhaupt wisse, was er sage. „Gut 
und das ist nun also die Wahrheit. 
Und ich bin also wirklich sein Sohn 
und es hilft mir garnichts, daß der 
Beneral von Lentzen — — mein 
Onkel ist — —.“ Und nun lachte er 
plötzlich auf — ein Lachen, das dem 
dörer in die Seele schnitt. „Denn 
ich bin ja doch sein Sohn, und er 
war ein Fälscher, ein Betrüger, einer, 
der mit Zuchthäuslern gleichstand. Und 
der Makel ist hier geblieben und fällt 
nun auf mich, indes er in der Fremde 
oielleicht gesegnet ist; und was ich 
bin und was ich kann und was ich — hoffte, das 
alles ist ausgelöscht in dieser lebendigen Schmach, und 
wem es einfällt, mit Fingern auf mich zu zeigen, vor 
dem muß ich mich ducken, wie unter einer eigenen Schuld!“ 
Dem General liefen die hellen Thränen in den 
weißen Bart. — I 
„Willy — mein lieber, lieber Willy — so fasse 
dich doch“ 
„Natürlich — das thu' ich ja. Und weißt du, 
wo er jetzt ist, wo man ihn finden kann — du oder 
ich, odder der Staatsanwalt.“ 
„Der Staatsanwalt d!“ 
„Ja,“ stieß Willy ingrimmig hervor, „denn wenn 
einer die Courage hat, sich und anderen so das Leben 
zu verderben, dann soll er auch den Mut haben, zu 
»üßen. Oder auch nicht den Mut haben. Aber büßen 
joll er, büßen, bis er begreift, was er gethan und was 
ex auch über das Gesetz hinaus verbrochen hat.“ 
„Nun —“ Lentzen ließ den Kopf sinken — „dein 
Bater ist tot —“ 
„Tot?“ J 
„Seit ein paar Monaten, ja. Und er ist seit 
sangen Jahren schwer krank gewesen.“ 
Willy sah dem General gerade ins Gesicht. Die 
Todesnachricht bewegte ihn nicht sonderlich. Umsomehr 
iber interessierte es ihn, daß der General von dem 
Tode des „Verschollenen“ und von seiner Krankheit 
vußte. Woher wußte er denn das alles? Hatte er 
aim Ende doch durch all die Jahre mit dem Bruder 
in Verbindung gestanden? 
„Woher weißt du das?“ 
deine Entwickelung. — Und so ließen wir's denn. Und 
za ist auch der Grund dafür zu suchen, daß wir dich 
aicht adoptiert und wirklich zu unserem Sohn gemacht 
haben. Später, als man ihn ohne sein Vorwissen ge⸗ 
richtlich hätte für verschollen erklären und seine 
zustimmung zur Adoption überflüssig machen können, 
a warst du uns schon zu groß geworden — zu groß 
uuch in dem fördernden Bewußtsein, daß du mein 
Sohn seist. Und so blieb's. Und all' das Traurige 
hofften wir ja vor dir und der Welt ewig verbergen zu 
können . ·“· 
Willy reichte dem General die Hand und drückte 
sie fest. Aber er kam auch sofort wieder auf seine 
Frage zurück. Woher er denn jetzt wisse?“ * 
Lentzen brauchte einen Augenblick der Sammlung, 
ehe er antwortete. 
Von — — deiner Mutter!“ 
„Mutter!“ Das Wort hatte Eindruck auf 
ihn gemacht und langsam wiederholte er: 
„Von meiner Mutter!“ 
Und dann begehrte er mehr zu 
wissen. Wo denn seine Mutter 
lebe; ob sie teil habe an den 
Vergehungen des Vaters, und 
wie sie mit dem General 
wieder in Verbindung ge⸗ 
treten sei. 
Fragen, deren Beantwor⸗ 
tung dem General in 
dieser Unglücksstunde 
am schwersten fiel. 
„Ob deine Mutter an 
den Verfehlungen teil 
hat, das weiß ich nicht. 
Damals, als sie beide 
aus Deutschland flohen, 
und auch all die Jahre 
her, glaubte ich an ihre 
Schuld mehr, als an die 
seine; wenn wir seiner 
trotz des Geschehenen und 
trotz allen Grolles doch 
immerhin mit Trauer ge— 
dachten, so haben wir sie ge⸗ 
haßt und in ihr die Quelle all 
des Uebels gesehen, das über unsere 
Familie gekommen war. Wir kannten 
sie eben nicht. Heute ist's mit dieser 
Auffassung vorbei. Allerdings — ich 
weiß heute nicht mehr von ihr, als 
bisher, und doch ist heute der Haß aus 
meiner Seele verschwunden, und jetzt 
endlich gönnt mir das Schicksal 
die Wohlthat, Mitleid empfinden zu 
dürfen — Mitleid mit ihm und mehr 
noch mit ihr.“ 
„Aber wo ist sie?“ drängte Willy 
zu wissen. 3 
„Sie ist nach dem Tode deines 
Vaters nach Deutschland gereist. Wir 
haben das vor Wochen schon durch den Bankier und 
den deutschen Konsul in Melbourne erfahren. Und 
jetzt — — jetzt ist sie — hier “ 
„Hier?! — Hier in Hildenhausen?!“ 
„Ja. Ich weiß es selbst erst seit ein paar Tagen. 
Zie ist krank — sehr krank gewesen, und Bachmann 
hat sie behandelt. Und gestern hab ich sie zum ersten⸗ 
mal besucht — im Krankenhaufe.“ 
„Ah!“ Die alte Spannkraft kam ihm wieder. 
„Dann ist's gut, dann soll sie selbst mir Antwort 
zgeben“. Und kurz entschlossen wandte er sich zum 
Gehen. 
„Aber du willst doch nicht —?“ 
„Natürlich will ich zu ihr. Und auf der Stelle. 
Das mußt du doch auch einsehen. Der, den du 
meinen Vater nennst, kann mir keine Rechenschaft mehr 
geben; die Mutter aber kann's und sie soll's!“ — 
Aber nicht jetzt, mein Junge! Du hörst, sie ist 
Prinzefsin Märie. Kronprinzessin Sophie. Kronprinz Konstantin. Prinz Andreas. 
Konig Georg . VBVrinz Georg. Prinz Georg 
Prinz Alexander. Könsgin Olga. Prinzefsin Helene. 
Rsnig Georg von Griechenland und seine Familie. 
Nach der neusten photographischen Aufnahme. 
Lentzen wich aus. 
— Mein Bruder ist eigentlich so recht verschollen 
nicht gewesen. Wir haben diese Annahme nur bestärkt. 
veil es für ihn selbst so am besten war. Wir wußten, 
»aß er irgendwo in Australien lebe, und schließlich 
sätten wir wohl auch seinen genauen Aufenthalt er— 
nitteln können, wenn wir nur ernstlich gewollt hätten 
Ich hatte ihm eine kleine Rente ausgesetzt, die er in 
Monatsraten von einem Bankhause bezog — das wäre 
ser Weg gewesen, etwas über ihn zu erfahren. Aber 
vir wollten eben nichts erfahren — um deinetwillen 
ind um unsertwillen nicht, weil die Vergangenheit 
ben unter allen Umständen in deinem Interesse tot 
ein mußte. Wer konnte denn wissen, ob er nicht nur 
uuf ein Lebenszeichen von uns wartete, um wieder zu 
ommen? Seine Schuld ist ja längst verjährt. Und 
am er wieder, so hatten wir den Skandal in neuer 
uflage — nur mit ernsteren Folgen für dich und
	        

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