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Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe 65.1915 (Public Domain)

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Monograph

Title:
Ausführliches Verzeichnis ägyptischer Altertümer und Gipsabgüsse / herausgegeben von der Generalverwaltung. Königliche Museen zu Berlin
Publisher:
Königliche Museen zu Berlin. Ägyptische Abteilung
Edition:
Zweite völlig umgearbeitete Auflage
Publication:
Berlin: W. Spemann, 1899
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2020
Scope:
XVI, 519 Seiten
Keywords:
Berlin ; Führer
Berlin:
B 574 Museen. Archive: Einzelne Museen
DDC Group:
060 Organisationen, Museumswissenschaft
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15420436
Collection:
Education,School,Science,Research
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 574 ÄM 22
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Contents

Table of contents

  • Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain)
  • Ausgabe 65.1915 (Public Domain)
  • Title page
  • Contents
  • H. 1-3
  • H. 4-6
  • H. 7-9
  • H. 10-12

Full text

Friedr. Prieß, Die Portale der Reiohsversatnmlungshalle Theoderichs des Großen in Ravenna. 
34 
33 
Zweitens ein Damenportal als Zugang zu den für die 
Damen des Hofes bestimmten Logen zu beiden Seiten der 
Tribuna von San "Vitale oder als Zugang der zugehörigen 
Treppen. 
Drittens ein Volksportal, welches der Gesamtheit aller 
Stände der Goten als Eingang diente, und auf welchem da 
her diese Stände passenderweise selbst darzustellen waren. 
Das Volksportal muß in der Hauptachse des Gebäudes auf 
der Innen- oder Außenseite der Vorhalle gelegen haben, wie 
dies die Grundrißabbildung auf S. 264 Jahrgang 1914 dieser 
Zeitschrift ersehen laßt. 
Das Portal mit den Bildnissen der 15 Amaler unter 
Beigabe von Kenn- und Abzeichen, die auf richterliche Tätig 
keit deuten, finden wir nun zunächst als nördliches Eingangs 
portal des nördlichen Yorhallenflügels von San Marco in der 
Nischel des Grundrisses (Text-Abb. 1) wieder verwendet. Die 
Ansicht dieses Portalbogens ist hier als Abb. 1 Bl. 8 gegeben. 
Man sieht die 15 Bildnisse von teils jüngeren, teils älteren 
größtenteils bärtigen Männern. Die beiden unteren Männer 
sind in voller Figur dargestellt, um ihnen als richterliche 
Abzeichen die Richtersitze mitbeifügen zu können, was sich 
bei den oberen Figuren des beschränkten Raumes wegen nicht 
durchführen ließ. Die rechte untere Figur entfaltet eine 
Gesetzesrolle, die linke deutet erklärend auf eine Stelle in 
einer solchen Rollo hin. Die zweite und dritte Gestalt links 
machen beschwichtigende oder schlichtende Handbewegungen, 
wie sie einem Richter wohl zukommen mögen. Die zweite 
Figur hält zugleich eine Gesetzesrolle, die vierte und fünfte 
dagegen Qesetzesbücher, während die sechste und siebente 
mit Bichterstäben ausgestattet sind. Die Stäbe dienten wohl 
dazu den Eid zu Stäben, d. h. beim Eide wurden die Schwur 
finger auf den Bichterstab gelegt. Bischofstäbe, die ja 
immer eine obere Krümmung zeigen, sind hier nicht dar 
gestellt. Überall sehen wir daher die richterlichen Abzeichen. 
Die Darstellung von irgendwelchen kirchlichen Heiligen in 
der Anzahl von fünfzehn und mit diesen Abzeichen würde 
ganz ungewöhnlich sein. Auch würde man diesen den Nimbus 
oder Heiligenschein um den Kopf wohl nicht vorenthalten 
haben. In frühen Zeiten kommt es zwar vor, daß nicht 
nur Heilige, sondern auch Herrscher und sonst auszuzeichnende 
Persönlichkeiten mit dem Nimbus ausgestattet werden, wie 
die Bildnisse von Justinian und Theodora in San Vital© 1 ) 
beweisen mögen; das Umgekehrte aber, daß einem christ 
lichen Heiligen der Nimbus verweigert wird, dürft© kaum 
festzustellen sein. Auch bei der Figur im Bogenscheitel ist 
der Kopf durch Haare und nicht durch einen Heiligenschein 
eingerahmt. Die sprechende Bewegung der rechten Hand 
ist auch hier keine segnende, sondern die eines scharf nach* 
sinnenden und anscheinend gleich seine Entscheidung ver 
kündenden Mannes. Di© Figuren der rechten Seite zeigen 
ähnliche, auf richterliche Tätigkeit hindeutende, wenn auch 
vielfach nicht so scharf kennzeichnende Bewegungen und 
Abzeichen wie auf der linken, und es ergibt sich daher die 
natürliche Folgerung von selbst, daß diese 15 Richtergestalten 
die 15 königlichen Ahnen des Gotenkönigs Theoderioh dar- 
stellea sollen, wie in ähnlicher 'Weise diese 15 Bildnisse am 
Königebogen der Tribuna in der Herkulesbasilika desselben 
1) Jahrgang 1914, S. 281, Abb. 12 und 13. 
Zeitschrift f. Bauwesen. Jahrg. 66. 
Königs ursprünglich angebracht waren. 2 3 ) Diese Folgerung 
wird durch die Betrachtung der anderen Portale noch ihre 
weitere Bestätigung finden. Die Bildnisse sind hier von 
einem Bankenzuge umwunden, wobei sich kunstvolle, ganz 
unterhöhlt gearbeitet© Zierknoten und Blatt wirbel, wie wu 
sle am Hauptportal auch noch kennen lernen werden, zwischen 
den einzelnen Figuren bilden. Die Zierknoten deuten auf 
die Entlehnung der Schmuckformen aus der bei den Goten, 
wie bei allen Übrigen germanischen Stämmen ursprünglich 
vorhandenen Flechtbaukunst hin, bei welcher die Häuser 
oder Hütten aus Stangenhölzern und Buten zuaammen- 
gefiochten und dann wohl meistens mit Lehm überzogen 
waren. Stephani hat in seinem Werke „Der ältest© deutsche 
Wohnbau“ (Bd. I, Leipzig 1902) dieser Flechtbaukunst viele 
Betrachtungen gewidmet. Hier kann zunächst auf diese 
Kunst nicht näher eingegangen, sondern nur darauf hin- 
gewiesen werden, daß wir eie auch schon an anderen Stellen 
von San Vitale, z. B. au den kunstvollen Flechtkapitellen 
(Abb. 1 auf Blatt 6 des Jahrgangs 1911 dieser Zeitschrift) vor 
gefunden haben. Die ganze Zusammensetzung des Portals 
zeigt im übrigen auch, daß es aus verschiedenen ursprüng 
lich nicht zusammengehörigen Teilen aufgebaut ist. Ins 
besondere verrät der mittlere, mit ganz freier Schweifung 
gezeichnete Bogen, daß er ursprünglich nicht hierher gehört. 
Er hat bei der Einpassung in den Rundbogen seine Spitze 
verloren, wie dies auch schon Moth.es 8 ) aufgefallen ist. Auf 
dem Bildstein in der Mitte ist Christi Geburt im Stalle zu 
Bethlehem mit Maria, Joseph, dem Stern und Engeln dar 
gestellt. In der geschweiften Archivolte zeigt sich eine Schar 
von Engeln. Sie bildet in hübscher Weise und in ausgezeich 
neter Arbeit eine anschauliche Wiedergabe der Worte der 
Bibel über die Menge der himmlischen Heerscharen bei der 
Geburt Christi. Das ganze in kostbaren Marmorarten und 
guter Arbeit ausgeführte Mittelstüok des Portals dürfte da 
her irgend einer ravennatischen Kirche aus der Zeit Theoderichs 
entnommen sein. Die geschweiften Bögen sind viel freier 
und ohne die ängstliche Zirkelhandhabung gezeichnet, wie 
sie sich an Kiel- und Eselsrttckehbogen der späteren vene- 
tianischen Baukunst vielfach zeigt. 
Geschweifte Bögenform, wenn auch in etwas einfacherer 
Weise, tritt uns auch am folgenden Portal entgegen, auf 
welchem die Macht Amors zur Darstellung gebracht ist, und 
welches ich dementsprechend als das ursprünglich zu den 
Damenlogen oder den zugehörigen Treppen führende Portal 
in Theoderichs Königshalle bezeichnen möchte. Es ist das 
nördlichste der fünf Portal© an der Vorderfront von San 
Marco (Gesamtansicht auf Blatt 3 des Jahrgangs 1911 dieser 
Zeitschrift). Da in den benachbarten Mosaiken der Vorhalle 
der heilige Alipius dargestellt ist, wird es auch wohl das 
Alipiusportal genannt. In der Einrahmung des geschweiften 
Bogens (Text-Abb. 2) ist an der linken Seite oben als kennzeich 
nendes Merkmal ein kleiner geflügelter Liebesgott angebracht, 
2) Vgl. Jahrgang 1914, B. 283. 
3) Motbes, Geschichte der Baukunst und Bildhauerei Venedigs, 
Leipzig 1859, sagt (8. 166) von dem Mittelstüok; „Die ganze Platte 
bat offenbar in einem schmäleren Bogen gesessen als jetzt, wo rechts 
und links noch Platz zwischen ihr und dem folgenden Bogen ist. 
Die Schnappe ist natürlich nach außen sehr lang und bat oben ab 
geschnitten werden müssen, abermals ein Beweis, daß das Ganze 
nicht hierher bestimmt war.* 
3
	        

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