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Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe XLIX.1899 (Public Domain)

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Monograph

Author:
Pietsch, Ludwig
Title:
Verein Berliner Künstler gegr. 19. Mai 1841 : Festschrift zur Feier seines fünfzigjährigen Bestehens 19. Mai 1891 / Ludwig Pietsch ; Verein Berliner Künstler [Gefeierte/r]
Other:
Verein Berliner Künstler
Publication:
Berlin: Verlag von Amsler & Ruthardt (Gebr. Meder), 1891
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2020
Scope:
105 Seiten
Keywords:
Geschichte 1841-1891 ; Berlin
Berlin:
B 402 Bildende Kunst: Vereine. Gesellschaften. Institutionen
DDC Group:
700 Künste, Bildende Kunst allgemein
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15414975
Collection:
Theatre,Film,Music,Visual Arts
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 402 VBK 1 a
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
II. Werden, Wirken und Feste des Vereins im zweiten Vierteljahrhundert

Illustration

Title:
Orientalisches Fest 1890. Verein Berliner Künstler. Kostümballfest. 17. Januar 1890

Contents

Table of contents

  • Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain)
  • Ausgabe XLIX.1899 (Public Domain)
  • Title page
  • Contents
  • H. I-III
  • H. IV-VI
  • H. VII-IX
  • H. X-XII

Full text

375 
H. Muthesias, Der neuere protestantische Kirchenbau in England. 
376 
das bekannteste ist. Die angewandte Gothik bat in den meisten 
Fällen für uns nur das Interesse des Sonderbaren. Die Bauten 
sind in demselben Sinne gothisch, wie die Elephanten- oder 
Affenhäuser unserer zoologischen Gärten indisch oder japanisch 
sind, nichts mehr und nichts weniger als Maskeraden und Spiele 
reien. In Schottland lebte echt gothisches Empfinden indes in 
den dortigen Schlofsbauten weiter und hat sich bis houte fast 
ununterbrochen erhalten. Es sind die schmucklosen geschlosse 
nen Steinhäuser mit Staffelgiebeln und kleinen ausgekragten 
Steinthürmchen am Ursprung der Giebel, welche hier in Frage 
kommen, die dort seit dem Mittelalter geübte Bauweise verkörpernd, 
rauh und fast unerfreulich, wie das schottische Klima selbst. 
Wyatt und j n England mehrten sich gothische Bauten, besonders 
.Nash. 
Herrenhausbauten um die Wende dieses Jahrhunderts, Wyatt 
und Nash waren die Architekten, die in dieser Beziehung eine 
bedeutende Thätigkeit entfalteten. Beide bauten gothisch nur 
sozusagen nebenfachlich, ihre künstlerische Ueberzougung lag 
bei der damals im Schwünge befindlichen klassischen Bauweise. 
Wyatts Name ist mit einem gotbischen Bauwerk verknüpft, das 
eine der merkwürdigsten Episoden in der ßaugeschichte und 
zugleich eine schroffe Beleuchtung der zuweilen angetroffenen 
englischen Absonderlichkeit darstellt. Der Sohn eines reich 
gewordenen englischen Kaufmanns, ein romantischer Schwärmer 
mit 2 Millionen Mark Jahreseinkommen, liefs sich durch Wyatt 
ein gothisches Schloß:, Fonthill Abbey nannte eres, bauen, das, 
nach Art einer Kathedrale auf kreuzförmigem Grundriß errichtet, 
eine Gebäudemasse von 95 m Länge und 75 m Tiefe darstellte 
und in seiner Mitte einen Thurm von 85 m Höhe trug. Die 
Arbeiten begannen 1796 und nahmen auf Jahre die gesamte 
Handwerkerschaft Englands so in Anspruch, dafs verschiedene 
grofse Bauten ihretwegen ruhen mufsten. 460 Mann arbeiteten 
Tag und Nacht. Der Bau hatte 5 ] / 2 Millionen verschlungen. 
Der grofse Mittelthurm brannte während des Baues einmal nieder 
und stürzte, kurz nachdem der Bauherr sein Besitzthum 1819 
weiter verkauft hatte, zusammen. Heute stehen von der ur 
sprünglichen Anlage nur noch geringe Reste, der Bau war aber 
für die Entwicklung des gothischen Geschmackes von höchster 
Wichtigkeit, weil er damals auf Jahrzehnte die Welt in Athem 
hielt und vor allem, weil er Mode machte. In der That wurden 
in den ersten 25 Jahren dieses Jahrhunderts bereits eine an 
sehnliche Reihe gothischer Herrensitze in England ausgeführt. 
Und nicht allein dies, sondern man wandte auch dor gothischen 
kirchlichen Kunst ein erneutes und auch insofern thätiges In 
teresse zu, als man gothische Kirchen und Kathedralen in 
gröfserer Anzahl wieder herzustellen begann. Wyatt, der be 
deutendste und vielbeschäftigtste Architekt seiner Zeit, genofs 
als Kenner der Gothik das unbeschränkteste "Vertrauen seiner 
Zeitgenossen, und er war es, an den sich Capitel und geistliche 
Behörden mit Wiederherstellungsaufträgen in erster Linie wandten. 
Sein Name hat in Bezug auf seine Wiederherstellungen in Lich- 
field, Durham und Salisbury heute einen schlechten Klang. Alle 
Sünden früherer Wiederherstellungen hat er skrupellos begangen. 
Er überarbeitete, brach ganze Theile ab, putzte verwitterte Pro 
file mit Gement nach, ja er ging bis zum äufsersten, das je 
geleistet ist, er verbesserte Formen, von denen er glaubte, dafs 
sie dem alten Meister nicht besonders gelungen waren. Die 
profane Gothik Wyatts war, mit Strawberry Hill verglichen, zwar 
ein grofser Fortschritt, kann aber auf ernstere Beachtung noch 
keinen Anspruch erheben. Von allem anderen abgesehen, erhellt 
dies schon aus dem Umstande, dafs er sein auch an Profan 
bauten reichlich verwandtes Mafswerk in der Regel in Gufseisen 
ausführen liefs. 
Trotzdem war um die Zeit der zwanziger Jahre das Verständ- 1 f 1 ^ bTna " 3 t 
„Attempt . 
nifs für geschichtliche Gothik, wenn man den Mafsstah von der 
damaligen Fachliteratur nimmt, schon bis zu einem auffallenden 
Grade vorgeschritten. Dies führt vor allem ein Blick in ein 
Buch zum Bewafstsein, welches, 1819 erschienen, bereits die 
Grundzüge der geschichtlichen Entwicklung richtig festlegt, die 
heute noch gebräuchlichen Unterscheidungen und Benennungen der 
geschichtlichen Entwicklungsstufen giebt und das ganze Gebiet 
der englischen Gothik so behandelt, dafs das Buch heute noch mit 
Vortheil gebraucht und gelesen werden kann. Es ist Rickmans 
Buch: „An attempt to discriminate the styles of English Archi- 
tecture“, das bedeutendste Werk der sich um diese Zeit sicht 
lich mehrenden Litteratur über die geschichtliche Gothik. 
In der ausübenden Baukunst einer echteren Art von Gothik A.w.rugin. 
die Wege zu bahnen, war erst einem Manne Vorbehalten, dessen 
geniale Kraft seinem Zeitalter weit voranleucbtete und der die bei 
weitem wichtigste Rolle in der Lebenserwockung der neugothischen 
Kunst in England spielen sollte. Dieser Mann war Augnstus 
Welbin Pugin. Sein Vater war ein eingewanderter französischer 
Protestant, In seinen Adern rollte das unruhigste romanische 
Blut, seine ungemein rasche Fassungskraft, sein lebhaftes Tem 
perament, seine anstürmende, oft überspannten und jedenfalls 
durchaus persönlichen Stimmungen folgende Natur stellten ihn in 
einen recht schroffen Gegensatz zu seiner abgemessenen englischen 
Umgebung, auf die er indes den gröfsten Einflnfs anszuüben 
berufen war. Seine Abkunft erinnert an Eosetti, der, gleichfalls 
der Sohn romanischer Eltern, zwanzig Jahre später in der eng 
lischen Malerei jene bahnbrechende Rolle spielen sollte. In sei 
nem mittelalterlichen Eifer hat er mit dem weiter vorn erwähnten 
Begründer der gleichzeitigen Oxforder hochkirehlichen Bewegung, 
Newman, dasjenige gemein, dafs er sich wie jener bis zum 
Abfall vom Protestantismus treiben liefs und sich der römischen 
Kirche in die Arme warf. Trotz dieses Abfalls war sein Ein- 
flufs anf den protestantischen englischen Kirchenbau der denkbar 
weitgehendste, er wies ihm geradezu die Wege, die er seitdem 
mit grofser Folgerichtigkeit eingehalten hat. Ein merkwürdiges 
Spiel der Umstände: ein in England zum Katholizismus Über 
tretender französischer Protestant gestaltet den englischen evan 
gelischen Kirchenbau um! 
Pugin war sozusagen in gothischer Luft aufgewachsen. Sein 
Vater war Zeichner gothischer Ansichten für Veröffentlichungen, 
zu welcher Thätigkeit ihn nach seiner Uebersiedlung nach Eng 
land der vielbeschäftigte Architekt Nash veranlafst hatte. Dieser 
ältere Pugin ist der Herausgeber einer ganzen Reihe werthvoller 
Sammelwerke aus jener Zeit, wie der „Specimens of Gothic Archi- 
tecture“, der„Antiquities of Normandy der „Edifices of London“, 
der „Examples of Gothic Arcbitectureder „Ornamental Timber 
Gables“ usw., Bücher, welche deshalb einen ungemeinen Werth 
hatten, weil sie die ersten mafsstäblioh und mit technischer Ge 
nauigkeit gezeichneten Einzelformen enthielten, es waren die 
ersten gothischen Bücher, welche für den Architekten von un 
mittelbarem Nutzen waren. Sein Sohn unterstützte ihn beim 
Aufnehraen und Aufträgen der Baudenkmäler schon als Knabe. 
Er war ein auffallend geweckter, fast frühreifer Junge. Nach 
verschiedenen Kreuz- und Querfabrten in den Gebieten anderer 
Gewerbe, wie der Theatermaschinerie und der Schiffahrt, ging
	        

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