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Festschrift zur 100jährigen Stiftungsfeier des medizinisch-chirugischen Friedrich-Wilhelms-Institut (Public Domain)

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Bibliographic data

Full text: Plenarprotokoll (Public Domain) Ausgabe 1981/82, 9. Wahlperiode, Band I, 1.-18. Sitzung (Public Domain)

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Periodical

Title:
Berliner Adreßbuch : für das Jahr ... : unter Benutzung amtlicher Quellen
Publication:
Berlin: Scherl 1943
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2002
Dates of Publication:
1903-1943
ZDB-ID:
2846408-4 ZDB
Previous Title:
Adressbuch für Berlin und seine Vororte
Succeeding Title:
Branchen-Adressbuch für Berlin
Keywords:
Berlin ; Adressbuch
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
DDC Group:
920 Biografie, Genealogie, Heraldik
Collection:
Berlin Address Directories
Berlinerinnen,Berliner
Address Directories 1900-1924
Address Directories 1925-1943
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1941
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2002
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
DDC Group:
920 Biografie, Genealogie, Heraldik
914.3 Geografie, Reisen (Deutschland)
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-2007958
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
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Collection:
Berlin Address Directories
Address Directories 1925-1943
Berlinerinnen,Berliner

Chapter

Title:
Teil I. Haushaltungsvorstände, handelsgerichtlich eingetragene Firmen und Gewerbebetriebe nach Namen geordnet

Chapter

Title:
L

Chapter

Title:
Lem

Contents

Table of contents

  • Plenarprotokoll (Public Domain)
  • Ausgabe 1981/82, 9. Wahlperiode, Band I, 1.-18. Sitzung (Public Domain)
  • Sach- und Sprechregister
  • Nr. 1, 11. Juni 1981
  • Nr. 2, 25. Juni 1981
  • Nr. 3, 2. Juli 1981
  • Nr. 4, 16. Juli 1981
  • Nr. 5, 10. September 1981
  • Nr. 6, 24. September 1981
  • Nr. 7, 28. September 1981
  • Nr. 8, 8. Oktober 1981
  • Nr. 9, 22. Oktober 1981
  • Nr. 10, 12. November 1981
  • Nr. 11, 26. November 1981
  • Nr. 12, 10. Dezember 1981
  • Nr. 13, 19. Dezember 1981
  • Nr. 14, 22. Januar 1982
  • Nr. 15, 28. Januar 1982
  • Nr. 16, 11. Februar 1982
  • Nr. 17, 25. Februar 1982
  • Nr. 18, 11. März 1982

Full text

Abgeordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode 
6. Sitzung vom 24. September 1981 
AI 
248 
Dr. Jänicke 
D 
(A) den Preis eines Toten, den Preis vieler Verletzter, den Preis von Mil 
lionenschäden und möglicherweise einer Zunahme von Sympathi 
santen gewalttätiger Organisationen. 
Sie haben hier nach dem Motto gehandelt: „Fiat iustitia, pereat 
mundus“, zu deutsch: „Soll doch die Welt untergehen, wenn nur 
das Recht durchgesetzt wird“, das Recht der großen Wohnungs 
baugesellschaften, hier insbesondere der „Neuen Heimat“. Sie 
haben entgegen unserer eindringlichen Bitte weder diese Parla 
mentssitzung abgewartet noch den Termin des 29. September, 
einer öffentlichen Veranstaltung im „Haus der Kirche“, wo die Haus 
besetzer konstruktive Vorschläge für die weitere Entwicklung der 
Häuser vorlegen wollten. Sie haben auf diese Weise den Weg kon 
struktiver Lösungen bewußt und abrupt unterbrochen. Warum 
eigentlich? 
Noch unverzeihlicher aber ist die Geschmacklosigkeit, mit der 
Sie in einem der geräumten Häuser dann Ihren „Sieg“ publizistisch 
auszuschlachten versuchten. 
[Beifall bei der AL und der SPD] 
Zweitens aber: Die Leute, die in diese Häuser gegangen sind, 
haben diese Häuser, die vorher keiner haben wollte, als ihr Haus an 
gesehen, in das sie ihre Phantasie, ihre Energie hineingesteckt 
haben. Das muß man respektieren bei einer Jugend, die ohnehin 
Schwierigkeiten genug hat mit Jugendarbeitslosigkeit mit Jugend 
problemen und, und, und, und mit der Perspektive „no future“. Da 
muß man respektieren, daß sie diese Häuser als ihre Häuser ange 
sehen haben. Und schließlich und vor allem: Sie sind aus diesen 
Häusern nicht herausgegangen und haben Ersatzangebote, selbst 
wenn sie ernstgemeint gewesen wären, nicht angenommen, weil 
sie der Meinung sind - zu Recht, und dafür muß man ihnen danken 
-, daß es hier darum geht, billigere Formen der Modernisierung zu 
finden und nicht um Modernisierungen, die hinterher zu höheren 
Mietpreisen führen. 
[Beifall bei der AL] 
Überall in Berlin schießen wir Subventionen hinein - z. B. bei der 
Bewag -, um hinterher höhere Preise zu zahlen. Bei der Moderni 
sierung hätten wir den gleichen Effekt. Diese Hausbesetzer haben 
das Verdienst, daß sie das verhindern wollten. 
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Diese provozierende Demütigung eines mit Polizeigewalt nieder 
geschlagenen Gegners offenbart einen politischen Stil, der Herrn 
Lummer als Innensenator undiskutierbar macht Und das gälte 
selbst dann, wenn es im Zusammenhang mit diesem Auftritt keinen 
Todesfall gegeben hätte. Herr Lummer, Sie haben sich als Elefant 
im Porzellanladen der sozialen Probleme dieser Stadt betätigt. 
[Beifall bei der AL und der SPD] 
Der aufgeblähte, hochgerüstete Polizeiapparat West-Berlins, dieser 
Zwangsapparat mit seinen aufgestauten Aggressionen, ist ein zu 
gefährliches Instrument in Ihren Händen, 
Das gilt im übrigen auch für die Art der Berichterstattung der Poli 
zei, die auch provozierend und geschmacklos ist: Da soll ein 
Jugendlicher, der von der Polizei im übrigen mit Hunden in den lau 
fenden Verkehr getrieben worden ist, auf die absurde Idee gekom 
men sein, vorne auf einen Bus zu steigen, um dessen Scheiben ein 
zuschmeißen. Seit wann ist denn die BVG Feind der Hausbesetzer- 
(B) bewegung? Es gibt erdrückend viele Zeugenaussagen - wir haben 
uns da sehr viel Mühe gemacht -, die völlig eindeutig sind, daß der 
Bus attackiert worden ist, nachdem der Mann überfahren worden ist 
und der Busfahrer weitergefahren ist. Der Zweck dieser Attacke 
war, den Bus zum Anhalten zu bringen, und nach 80 m ist das ge 
lungen. Hier wird auf äußerst fragwürdige Weise mit der Wahrheit 
umgegangen. Ich muß es sogar bei Herrn Vogel kritisieren, wenn er 
sagt: „ungeklärte Umstände“. Hören Sie sich doch die Zeugenaus 
sagen an! Die sind völlig eindeutig. Sie können doch nicht sagen, 
daß es auf der einen Seite den Polizeibericht gebe und auf der an 
deren Seite die Zeugenaussagen. Der Tatbestand ist völlig eindeu 
tig. 
[Schicks (CDU): Neel] 
Wenn so mit der Wahrheit umgegangen wird, wenn die Wahrheit 
so verdrängt wird, dann ist auch dies ein Beitrag zur Vergiftung des 
Klimas mit all den Folgen, die wir kennen. 
[Beifall bei der AL] 
Ich möchte in diesem Zusammenhang auf zwei Argumente einge- 
hen. Das eine Argument ist das der Baugewerkschaft, die heute de 
monstrieren will. Arbeitsplätze sind für die Alternative Liste ein ganz 
entscheidendes Argument. Aber wir sind der Meinung, daß es im 
Bereich des Wohnungsbaues genügend Möglichkeiten gibt, Be 
schäftigung zu schaffen; da werden viel zu wenig Mittel aufgewen 
det. Es gäbe auch genügend Möglichkeiten der Beschäftigung etwa 
durch systematische Wärmedämmung - wenn man die entspre 
chende Energiepolitik will. Es gäbe auch genügend Beschäfti 
gungsmöglichkeiten im Tiefbau, wenn man überflüssiges Straßen 
land umwandelte und ein bißchen mehr Grün in Berlin herstellte. 
Ich will auf einen zweiten Punkt eingehen, das einzige plausible Ar 
gument, mit dem man sich nach meiner Ansicht auseinandersetzen 
muß, das Argument nämlich, das auch Herr Lummer in unserem 
Gespräch vorgebracht hat: Die Hausbesetzer hätten ja in andere 
Häuser gehen können. Ich habe versucht mich sachkundig zu 
machen; Es sieht ganz so aus, als wären überhaupt keine seriösen 
Angebote gemacht worden. Es sind Häuser genannt worden, in die 
man überhaupt nicht einziehen konnte, weil sie voll belegt waren. 
Auf jeden Fall ist hier mehr kaputt gegangen als nur Scheiben, 
Zerstört worden ist, was hier immer so schön der Gemeinschafts 
frieden genannt wird, zerstört wurden die Hoffnungen von jungen 
Menschen, die in die acht Häuser eben ihre Phantasie und ihre 
Energie investiert haben, zerstört wurden Dialogmöglichkeiten, auf 
die die Politik in dieser Stadt dringend angewiesen ist, zerstört 
wurden konstruktive Ansätze in der Frage der besetzten Häuser, 
zerstört wurde aber insbesondere - wir haben das Herrn Lummer 
eindringlich gesagt - der sich anbahnende Dialog mit autonomen 
Gruppen über die Frage der Gewalt bei Demonstrationen und nach 
Demonstrationen. Das wurde zerstört, leichtfertig, mutwillig, trotz 
der von uns ausgesprochenen Warnungen. Und zerstört wurde 
schließlich auch das liberale Image der CDU. Es hätte ja sein kön 
nen, daß Sie sich als eine konservative Reformpartei profilieren. Die 
Möglichkeit dafür war vorhanden, einige gutwillige Ansätze kann 
man durchaus attestieren. Das haben Sie leichtsinnig kaputt 
gemacht. Das ist nicht wiederherzustellen, und Sie haben es 
geschafft, das nach reichlich 100 Tagen zu zerstören. 
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Und zerstört wurde schließlich - damit komme ich zur Außenpoli 
tik - auch das liberale Image dieser Stadt, an dem mir als Berliner 
auch sehr viel liegt. Hier hat Herr Haig unlängst diese Stadt ge 
nannt: „Eine Insel der Freiheit in einem Meer des Totalitarismus 
Wie man an dieser Formulierung merkt, kennt der Mann Berlin j 
nicht. 
[Beifall bei der AL] 
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Aber nehmen wir doch einmal diese Formulierung ernst: Wurde 
hier nicht etwas angesprochen und beschworen, was in unserer 
Realität längst eine Utopie ist? Ist das eine „Insel der Freiheit“, wenn 
wir immer mehr Geheimpolizei haben - ich nenne das nicht mehr 
Zivilpolizei,weil ich das nicht mehr zivil finde, was da stattfindet - ? 
[Beifall bei der AL] 
Ist das eine „Insel der Freiheit“, wenn hier ein irreales Weltbild - im 
wesentlichen das Weltbild der Springer-Presse - mit Polizeigewalt 
exekutiert wird, wenn die Vorurteile der Reichen und Mächtigen und 
auch häufig der Älteren gegen die Schwachen und Jüngeren wiede 
rum mit Hilfe des Staatsapparates durchgesetzt werden? Ist das 
eine „Insel der Freiheit“ bei so viel Pressezensur, Pressemanipula 
tion, Pressekonzentration, bei der Beschlagnahme von Filmen und 
Kassetten, wenn Journalisten unbequeme Dinge aufgenommer 
haben? Ist das eine „Insel der Freiheit“, wenn das Parlament eine 
solch klägliche Rolle spielt wie bisher? Ist das eine „Insel der Frei 
heit“, wenn Grundrechte und Schutzrechte für Minderheiten so 
wenig gelten wie inzwischen bei uns? 
Meine Herren von der F.D.P., Herr Vetter, Herr Swinne, das libera-Fjj 
le Image Berlins sollte für Sie wichtig sein, Sie sollten hier nicht weh F 
terhin die Rolle des gespaltenen Züngleins an der Waage spielen,; 
sondern in dieser Frage eine mutige Entscheidung fällen. 
Ich komme zum Schluß und möchte abschließend meinerseits 1 
den Hausbesetzern danken. Den Hausbesetzern ist zu danken, daß ! 
die Nachkriegszerstörung unserer Stadt im wesentlichen beendet i 
wurde - im wesentlichen -, den Hausbesetzern ist zu danken, daß 1 
über ernsthafte Änderungen der Wohungspolitik immerhin disku- i
	        

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