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Erlebnisse aus einem Vierteljahrhundert im Untersuchungsgefängnis von Berlin / Diestel, Ernst (Public Domain)

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Bibliographic data

fullscreen: Erlebnisse aus einem Vierteljahrhundert im Untersuchungsgefängnis von Berlin / Diestel, Ernst (Public Domain)

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Periodical

Title:
Berliner Adreßbuch : für das Jahr ... : unter Benutzung amtlicher Quellen
Publication:
Berlin: Scherl 1943
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2002
Dates of Publication:
1903-1943
ZDB-ID:
2846408-4 ZDB
Previous Title:
Adressbuch für Berlin und seine Vororte
Succeeding Title:
Branchen-Adressbuch für Berlin
Keywords:
Berlin ; Adressbuch
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
DDC Group:
920 Biografie, Genealogie, Heraldik
Collection:
Berlin Address Directories
Berlinerinnen,Berliner
Address Directories 1900-1924
Address Directories 1925-1943
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1933
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2002
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
DDC Group:
920 Biografie, Genealogie, Heraldik
914.3 Geografie, Reisen (Deutschland)
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-4187665
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
PDF-Download nur von Einzelseiten
Collection:
Berlin Address Directories
Address Directories 1925-1943
Berlinerinnen,Berliner

Chapter

Title:
Teil 1. Einwohner und Firmen nach Namen geordnet

Chapter

Title:
Einwohner und Firmen der Stadt Berlin geordnet nach Namen

Chapter

Title:
N

Chapter

Title:
Na

Contents

Table of contents

  • Erlebnisse aus einem Vierteljahrhundert im Untersuchungsgefängnis von Berlin / Diestel, Ernst (Public Domain)
  • Title page
  • Preface
  • Contents
  • Die Pfarrerstochter
  • Mein Mündel Hans
  • Noch ein Mündel Hans
  • Die ewige Gräfin und ihre Spukgeschichte
  • Die schöne Meckblenburgerin
  • Untreu um der Liebe willen
  • Meine Schiffsjungen
  • Wie ein ordentlicher Mann durch den Spielteufel zum Mörder wurde
  • Das dankbare Ehepaar
  • Die jugendliche Mörderin
  • Jugendliche Selbstmörder
  • Jugendliche Mörder
  • Die Dirnen
  • Die Gefängnisschule
  • Meine fünf Hinrichtungen
  • Die schöne Kindesmörderin
  • Kindesmörderin aus Angst vor dem Gatten
  • Die Flüchtlingsgemeinde
  • Die Schutzhäftlinge
  • Die Kommunisten
  • Jung Spartakus
  • Großindustrielle im Gefängnis
  • Der königliche Prinz
  • Der Dreschgraf
  • Propheten im Gefängnis
  • Heuchelei
  • Eingreifen des Geistlichen in den Gang der Untersuchung
  • Gefangene Juristen
  • Gefangene Ärzte
  • Gefangene Bankherren
  • Der Pfarrerssohn
  • Der Schauspieler
  • Berühmte Einbrecher
  • Eine geniale Schwindlerin
  • Ein genialer Verbrecher
  • Zwei Mörderinnen
  • Muhme und Neffe als Mörderpaar
  • Noch eine Gattenmörderin
  • Der Vatermörder
  • Eine Vatermörderin
  • Blind ist die Liebe
  • Der falsche Student
  • Für die Gattin ins Gefängnis
  • Die Kellertrude
  • Der ungetreue Bankbeamte
  • Der ungetreue Gefängniskassenbeamte
  • Die Heiratsschwindlerin
  • Die Dame aus Offizierskreisen
  • Ein wirklicher Künstler
  • Das Blumenmedium Frau R.
  • Die Dichterin
  • Die Kommunistin, die mich belehrt
  • Mutter und Tochter als Mörderinnen
  • Der Wüstling und seine gute Frau
  • Mein Freund X., der Landwirt
  • Die Südafrikanerin
  • Am 9. November 1918
  • Meine jüdische Seelsorge
  • Damen und Dirnen
  • Pharisaismus vieler Angehörigen
  • Die Beamtenfamilie
  • Mein Gottesdienst
  • Kleinigkeiten
  • Die griechischen Jungen ; Der chinesische Junge
  • Der Italiener mit dem Affen
  • Der Türke
  • § 51
  • Ein Roman aus unterster Schicht
  • Ein Roman aus oberer Schicht
  • Die Braut des "Lebenslänglichen"
  • Russische Aristokraten
  • Die Gefahren der Beamtenschaft
  • Der argwöhnische Untersuchungsrichter
  • Eine rührende Geschichte
  • Wie eine "Verlobung" im Untersuchungsgefängnis zustande kommt
  • Wie ich eine Lehre empfing
  • Überraschungen
  • Nietzsche im Gefängnis
  • Eine unter vielen
  • "Ist Ihre Arbeit schwer?"
  • Anhang
  • Anhang 1. Poesien von Gefangenen
  • Anhang 2. Zum Seelenleben der Gefangenen
  • Anhang 3. Der Krebsschaden
  • ColorChart

Full text

sitzend, während er vertraulich den Arm um sie legte, leise den 
Revolver gezogen und ihm eine Kugel unterm Kinn durch den 
Kopf geschossen. So erzählte sie unbefangen selbst und schien 
nicht viel darin zu finden. „Ich war seiner überdrüssig.“ Wir 
erwarteten ein Todesurteil — und es erfolgten vier Jahre Ge— 
fängnis! 
Der Vatermörder. 
Ein junger, frischer, harmlos aussehender Bursch von etwa 
19 Jahren war eingeliefert unter der furchtbaren Anklage des 
Vatermordes. Er erzählte: „Ich bin aus einer wohlhabenden 
Schlächterfamilie aus H. Mein Vater und ich fuhren oft über 
Land zum Vieheinkaufen; da wir oft viel Geld bei uns haͤtten, 
trug ich zur Verteidigung gegen Räuber immer einen geladenen 
Revolver bei mir. Mein Vater hat meine Mutter oft miß- 
handelt; wir hatten nebenan eine Gastwirtschaft mit leicht⸗ 
sinnigen Mädchen, wo mein Vater oft verkehrte. Neulich fuhr 
ich allein über Land, und als ich abends nach Hause kam, fand ich 
meinen Vater nicht. Ich ging daher in die Wirtschaft, ihn zu 
suchen. Der Wirt wollte mich am Eingang nicht hineinlassen, 
da kam plötzlich mein Vater heraus und schlug mit den Fäusten 
auf mich ein. Ich zog den Revolver, um meinen Vater zu 
schrecken, aber der Schuß ging los. Mein Vater taumelte zurück, 
und ich lief erschrocken an die Bahn und fuhr nach Berlin. Daß 
mein Vater tot ist, habe ich erst in den Zeitungen gelesen.“ Der 
junge Mann machte einen ruhigen und ordentlichen Eindruck. 
Er wurde bald nach seiner Vaterstadt abgeschoben; das Arteil 
hat ihn seine blühende Jugend gekostet. Aber wer trägt in 
diesem traurigen Fall die Schuld? 
Eine Vatermörderin. 
Ein schönes junges Mädchen war als Vatermörderin ein⸗ 
geliefert. Der Vater, ein roher Mensch und Gewohnheits- 
trinker, muß allerdings Frau und Tochter furchtbar mißhandelt 
haben. Eine mildere Auffassung konnte nur meinen, die Tochter 
39
	            		
habe in einem Anfall von wütendem Freiheitsdrang, um sich und die Mutter von schrecklichem Druck zu befreien, den auf seinem Bett trunken liegenden Vater mit dem Beil erschlagen. Auch stellte sie die Tat anfangs so dar, als ob sie bewußtlos ge⸗ handelt habe. Dagegen sprach freilich, daß sie nach der Tat zu einer Tante ging und überhaupt den Eindruck erwecken wollte, als wäre ein anderer der Mörder. Aber auch sie selbst verriet sich. Ihre Zellennachbarin, die noch nichts von der Tat gelesen oder gehört hatte, berichtete der Aufseherin: Ihre Nachbarin habe in der Nacht mehrmals laut geschrien und dann gerufen: „Gott sei Dank, ich habe das A—s totgeschlagen und totgestochen, nun können wir heiraten!“ Denn die Anselige war ja verlobt, und es fehlte an Einrichtungsmöbeln, die der Vater nicht hergeben wollte, weil sie ihm selber unentbehrlich waren. Zu ihrer im Krankenhause liegenden Mutter wollte sie große Liebe haben und konnte auch etwas weinen, weil sie des „Muttchens“ fünf⸗ zigsten Geburtstag nicht feiern könne. Als sie die Todesnachricht ihrer im Krankenhause verstorbenen Mutter empfing, zeigte sie nicht die von uns erwartete große Betrübnis. Zu einer Ver—⸗ urteilung kam es nicht. Blind ist die Liebe. 1. Der Lehrer und seine Liebe. Sie war ein sehr leichtsinniges, verkommenes junges Mädchen; er, ein Gemeindeschullehrer in Amt und Würden, schrieb ihr die rührendsten Liebesbriefe. Wenn er seine „Lang— bezopften“, wie er sich ausdrückte, d. h. zehn- bis zwölfjährige Mädelchens in der Klasse vor sich sah, dann schwebte ihm ihr Bild vor; kam das Wort „Gefängnis“ im Lesestück vor, schlug er seine Hände vor sein Gesicht, um seine Tränen zu verbergen, und seine Schülerinnen blickten ihn verwundert an. Derartiges schrieb er ihr, und sie entblödete sich im Gefängnis nicht, einem Strafgefangenen, der eine Ausbesserung im Frauenhause zu be⸗— sorgen hatte, Liebeszettel zuzustecen. Von mir zur Rede ge— stellt, wie sie solches tun möge, da sie doch einen so treuen Freund habe, gab sie mir eine derart niedrige Antwort, daß ich — gegen

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