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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1898, VII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

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Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

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Full text: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1898, VII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

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Periodical

Title:
Berliner Adreßbuch : für das Jahr ... : unter Benutzung amtlicher Quellen
Publication:
Berlin: Scherl 1943
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2002
Dates of Publication:
1903-1943
ZDB-ID:
2846408-4 ZDB
Previous Title:
Adressbuch für Berlin und seine Vororte
Succeeding Title:
Branchen-Adressbuch für Berlin
Keywords:
Berlin ; Adressbuch
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
DDC Group:
920 Biografie, Genealogie, Heraldik
Collection:
Berlin Address Directories
Berlinerinnen,Berliner
Address Directories 1900-1924
Address Directories 1925-1943
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1912
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2002
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
DDC Group:
920 Biografie, Genealogie, Heraldik
914.3 Geografie, Reisen (Deutschland)
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-2743233
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
PDF-Download nur von Einzelseiten
Collection:
Berlin Address Directories
Address Directories 1900-1924
Berlinerinnen,Berliner

Chapter

Title:
Nachträge und Berichtigungen während der Drucklegung

Contents

Table of contents

  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1898, VII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Nr. 1, 2. Januar 1898
  • Nr. 2, 9. Januar 1898
  • Nr. 3, 16. Januar 1898
  • Nr. 4, 23. Januar 1898
  • Nr. 5, 30. Januar 1898
  • Nr. 6, 6. Februar 1898
  • Nr. 7, 13. Februar 1898
  • Nr. 8, 20. Februar 1898
  • Nr. 9, 27. Februar 1898
  • Nr. 10, 6. März 1898
  • Nr. 11, 13. März 1898
  • Nr. 12, 20. März 1898
  • Nr. 13, 27. März 1898
  • Nr. 14, 3. April 1898
  • Nr. 15, 10. April 1898
  • Nr. 16, 17. April 1898
  • Nr. 17, 24. April 1898
  • Nr. 18, 1. Mai 1898
  • Nr. 19, 8. Mai 1898
  • Nr. 20, 15. Mai 1898
  • Nr. 21, 22. Mai 1898
  • Nr. 22, 29. Mai 1898
  • Nr. 23, 5. Juni 1898
  • Nr. 24, 12. Juni 1898
  • Nr. 25, 19. Juni 1898
  • Nr. 26, 26. Juni 1898
  • Nr. 27, 3. Juli 1898
  • Nr. 28, 10. Juli 1898
  • Nr. 29, 17. Juli 1898
  • Nr. 30, 24. Juli 1898
  • Nr. 31, 31. Juli 1898
  • Nr. 32, 7. August 1898
  • Nr. 33, 14. August 1898
  • Nr. 34, 21. August 1898
  • Nr. 35, 28. August 1898
  • Nr. 36, 4. September 1898
  • Nr. 37, 11. September 1898
  • Nr. 38, 18. September 1898
  • Nr. 39, 25. September 1898
  • Nr. 40, 2. Oktober 1898
  • Nr. 41, 9. Oktober 1898
  • Nr. 42, 16. Oktober 1898
  • Nr. 43, 23. Oktober 1898
  • Nr. 44, 30. Oktober 1898
  • Nr. 45, 6. November 1898
  • Nr. 46, 13. November 1898
  • Nr. 47, 20. November 1898
  • Nr. 48, 27. November 1898
  • Nr. 49, 4. Dezember 1898
  • Nr. 50, 11. Dezember 1898
  • Nr. 51, 18. Dezember 1898
  • Nr. 52, 25. Dezember 1898
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Full text

Nr. 7. Verliner Illustrirtle Zeitung. 
— „Weshalb gehorchtest Du mir nicht?“ 
Der Stellv ertreter. Dn nßtesti wesnalauf. die Schulter, 
hevor ich ging. Hattest Du denn eine bose Ahnung?“ 
Erzählung von Alerander Vrody. „Ja, die hatte ich.“ 
Deutsch von Cudwig Wechsler. zu —33 lasen wir erst den Brief aus 
ürich.“ 
— Nachdruck verdoten. „Ja, den Brief aus Zürich.“ 
(4. Fortsetzung und Schluß.) „Du stecktest mir ein Stück Backwerk, welches 
* J Du selbst angefertigt, in den Mund. Noch jetzt 
d, mit einem Male in einen anderen Ton abe ich den Geschmack von Pflaumenmus im 
übergehend, fügte sie hinzu: Munde.“ 
„Ich hatte Sie, gesehen und sofort „Ja, ich gab Dir Backwerk.“ 
erkannt, — beim Jubiläum. Sie Iranen „Wie schön Du warst in Deinem schwarzen, 
wwunderschön. Wiederholen Sie das zedicht, othgesprenkelten Kleide!“ 
welches Sie vorher deklamirten ... Doch nein, Ida Pati rieb sich die Augen, und mit einem 
viederholen Sie es nicht. Schweigen wir lieber; Nale brach fie in laukses Weinen aus. Der junge 
nan beobachtet uns. Nann rückte dichter an ihr, und sie ließ den von 
Auf dex entgegengefetzten Seite des Gartens khränen heißen Kopf an seine Bruft sinken, 
chritt der Chefarzt dahin; er blickte nicht zu ihnen Die Wärterin war in der großen Hitze ein— 
derüber, hatte sie aber zweifellos gesehen. eschlafen; im Garten waren nur wenige Personen 
„Dieser Mann ist,verliebt in mich und jch fürchte nwesend. Riemand, konnte die Beiden sehen mit 
mich vor ihm. Erx ist verliebt in mich!“ sagte Idd lusnahme eines bekannten Mannes, dessen Wahn 
aach einer Weile sichtlich erschauernd. „Sie defallen arin bestand, daß er Alles auf Erden für Modell 
Vnc suce sie sodann sehr natürlichen, einfachen dn e ien de esu mit gettn 
ones hinzu. uhe und malte die liebliche Gruppe auf seine 
Alerander erfaßte die Hand des Mädchens, welches erade im Enstehen begriffene Seelandfchaft. 
hmn dieselbe nicht entzog, sondern in der seinigen Später fand sich kine junge Gärtnerin ein, die 
beließ. Es zeigte eine sanfte, liebenswürdige, fast eben ihnen den Kiesweg ebnete; sie verlangfämte 
ufriedene Miene. hrre Arbeit und hätte am liebsten laut aufgeschrieen 
„Erxinnern Sie sich noch?“ fragte der Mann mit uind die ganze Auftalt alarmirt.e Der fich ihr dar— 
inem Male ohne jede Einleituug. ietende Anblick fesselte sie indessen viel mehr, als 
„Ja, ich erinnere mich. zaß sie das zu thun vermocht hätte; es war ja so 
Welche Erinnerungen mochten hinter der engen, ingenehm, das Paar zu beobachten. 
leinen Stirne erwacht sein? welche glückliche Stunde So vergingen Minuten, und von den Thränen 
g ihrer Phantasie zu neuem Leben erstanden sein? es Mädchens überströmt, hielten sie einander noch 
Sinen Moment gedachte sie der Vergangenheit, und mnmer umfchlungen. Endlich ermahnte sie die Sonne 
ie, war heiter und schön unter dem Einfluß dere öst, fich zu eutfernen, da sie ihnen heiß auf die 
elben. Sie befand sich jetzt in dem Element ihres dniee schien. 
Blaubens oder, besser gesagt, ihrer Manie, und Ida hob den Kopf empor. 
zleichwie der ausgehungerte, unschuldige Säugling, Bist Du es aber wirklich?“ fragte sie voll 
ꝛetäubt und gepeinigt, endlich an der fremden Bruf yntsetzen. 
uu saugen beginnt, bemächtigte sich das arme, gute Der Mann gab keine Antwort, sondern drückte 
Mädchen der Stimme und der Worte des alten e nur an sich, womit sie sich beruhigte. 
ungen Mannes und schwelgte in denselben. Du betrügst mich nichtz Du wirst mich nicht 
„Ja, ich erinnere mich,“ wiederholte Ida, „trotze etrüͤgen, sondern mir gestehen, wenn Du es nicht 
)em Jedermann die — aus meinem Ge⸗ ist?“ fuühr sie dann mit scherzhaftem Vorwurf fort. 
»ächtniß verbannen, und mir Alles, Alles abstreitenn Ich werde Dich einem Verhör unterziehen!“ fügte 
wollte. Ich kämpfte dagegen an, allein der Kampf e mit erheuchelter Strenge hinzu. 
nachte mich verwiprt, — ach weiß ja, daß er. mich Thue das!“ erwiderte der Mann. 
erwirrt machte. Man hält mich für wahnsinnig Er fürchtete nicht, in Verwirrung zu gerathen; 
und zuweilen glaube ich selbst, daß ich es bin. Zu- un Ffüblte er sich bereits ganz in Sicherheit. Er 
veilen scheint es mir, als existirte ich gar nicht und ergaß sogar, daß er nicht der sei, für den er sich 
als beobachtete ich mich von weitem, Ich weiß nichts usgab, und wenn ihn zufällig ein Fremder nach 
zestimmt, — nur des Einen bin ich sicher, daß mich einem Namen gefragt hätte, so würde er in gutem 
nein Arthur nicht verlassen hat. Wo er ist, wohin Hlauben erwidect n 
er sich gewendet hat, das weiß ich nicht: ich weiß „Mein Name ist Arthur Hennig!“ 
auch nicht, wer er ist. Am liebsten möchte ich „Beginne Dein Verhör!“ drängte er selbst, als 
veinen, denn ich fürchte, daß ich ihn nicht erkennen das Mädchen verstummie. „Erinnerst Du Dich 
werde. Solange ich Sie sehe, glaube ich mitunter, soch, als wir in Eurer Villa auf dem Schwaben⸗ 
daß Sie es sind. Beweisen Sie es mir, überzeugen erge weilten, am Nachmittag nach unserer Ver— 
Sie mich, daß, Sie es sind!“ obung .. .ꝰ“ 
Ja, ich bin es!“ sprach Alexander Babics Die süße Erxinnerung an einen niemals durch— 
— — befehlenden Tones, der keinen Widerstand bten Tag erwärmte seine Phantasie, und auch an 
Zuldete. „Ich bin es und kein Anderer! Ich befehle as Maͤdchen, weilches er blos hier kennen delernt, 
Ihnen, es zu glauben. Erkennst Du mich deun Finnerie er sich zus jener Zeit, Es war bereits so 
gicht . Ich hin der Wirkliche! Ich erlaube nicht, deit gekommen, daß er gar nicht mehr Tog, er wor 
aß Sie ihn, zu einem Anderen Fuchen. Ich vin eß. hatsächlich Arthur Henng geworden Seine obdach 
und darum bin ich getommen. Sie dürfen nur mich fe, umnentwickelte, verwanste Seele hatte den todten 
ehen nur mich allein! Aap: 5. S8räutigam angetroffen und ihr Heim in ihm auf— 
y Ieg vermochte 8 8 athmen; sie hing mit all eschlagen 
hreu Sinnen an dem Manne. — ßzup⸗ klainng aa. 
mahhen endlich Tat sehen t fuhr dieser ein . ulliZehachihenihtuerddtenehttdie Cueine Ig 
dringlichen Tones fort. „Der Zweifel muß aus 4 ain na JF ig 8 gengant nn id 
Deinem' suͤßen Köpfchen weichen. Der Taumel des — a r *. — ang 45 ardi 9 n 
dummers möge für immer ein Ende nehmen!“ ng —9 —— —33 
Voll überzeugender Zärtlichkeit und Innigkeit ur die Augen .. 18 
uhr der alte junge Mann zu sprechen fort. Er war Da sie ein wenig kurzsichtig war, so erfaßte sie 
ucht bei sich waͤr nicht mehr nüchtern, nicht mehr as, Gesicht Alexanders mit beiden Händen und be— 
r Felbfsft. Ihm waren folche Worte niemals in den rachtete seine Augen. Hierüber gerieth der arme 
Sinn gekommen. Weder besaß er die Fähigkeit, Naler in Zorn, denn nun hatten sie seine Gruppe 
olche —* zu halten, noch hatten seine Gebanken exdorben. Er begann zu husten, zu krächzen und 
emals einen solchen Flug zu nehmen vermocht. nit den Füßen zu scharren. Die Beiden wurden 
diefes Uebermaß von Poathos rührte von einem lun auf , ihn aufmerksam und standen auf. 
Anderen her, von Jemandem, der es ihm in diesem Sie schlugen den in's Haus führenden Weg ein. 
entscheidenden Moment eingehaucht hatte. Wer war Der Justinkt zwang Babics, eine Entscheidung 
dieser Jemand? Der augenbrauenlose, quacksalbernde derbeizuführen. 
Doktor, der Instinkt der Selbsterhaltung, der selbst „Wollen Sie mit mir diesen Ort verlassen?“ 
den einfältigsten Menschen in der Noth zu unge— Ja.“ 
ahnter Schlauheit anregt, eine erwachende Liebe, die Und mir in ein kleines Dorf folgen?“ 
selbst den Troglodyten zum geborenen Dichter macht, „Auch das.“ 
oder war er thatsächlich einem höheren Gesetz, be— „Wir fahren mit dem Schiff nach Promontor 
ziehungsweise einer niedrigen, teuflischen Machination der Tätäng.“ F 
zufolge die Fortsetzung eines einstigen Arthur Hennig „Ja, mit dem Schiff.“ 
zeworden, der der Verlobte dieses Mädchens gewesen „Doch darf Niemand etwas von der Sache 
ind gestorben war, nachdem er einen Stör ex— vissen. Hörst Du, Niemand! Du brauchst Dich 
handelt hatte? nicht zu fürchten, denn Du bist bei mir.“ 
Der alte junge Mann besaß keine Ahnung von „Ich bin bei Dir.“ 
»em schmählichen Betrug, der Plünderung eines Morgen Mittag, wenn Du herunterkommst und 
Brabes, der Beraubung eines Todten, von der Aus— ie Besucher bei den Kranken sind, werden wir schön 
zeutung der Schwäche eines wahnsinnigen Mäd— emächlich hinausspazieren. Du mußt nur einen 
hens, kurz von all' den Verbrechen, die er hier verübte. ichten Schleier umbinden. Ich darf ohnedies auf 
Er bemächtigte sich des zuckenden Herzens. er Straße, vor dem Hause gauf- und abschreiten. 
Du sagtest, ich möge nicht gehen; — weshalb Oben mußt Du Dir den Anschein geben, als 
tehorchte ich Deinen Worten nichtꝰ“ olltest Durin den Garten gehen. Ich werde Dich 
im Fuße der Treppe erwarten. Langsam spazieren 
vir Einer nach dem Anderen hinaus. Wir schleichen 
im Hause entlang, bis wir das Kuluruzfeld er— 
eichen, wo wir uns bis zum Abend verborgen 
alten. Sollte es morgen regnen, so warten wir 
inen schönen Tag ab. Wenn Du mich verstanden 
ast, so wiederhole, was ich soeben gesagt habe.“ 
Das Mädcheu wiederholte getreuülich, fast Wort 
ür Wort, seine Weisungen. 
„Ja, so wird es sein!“ 
Heiß, einschläfernd schien die Sonne zur Mittags⸗ 
tunde des nächsten Tages, als sie langsam hinter 
einander gus dem düsteren Gebäude auf das frische, 
yuftende Feld hinausfchritten. 
VI. 
Während des ganzen Tages las der alte junge 
Nann Zeitungen. Das war seine ganze Beschäf⸗ 
igung. Es bereitete ihm ein Vergnügen, zu wissen, 
oas die Welt that und schaffte, und hätte er ohne 
iese fortwährende Thätigkeit gar nicht mehr leben 
innen. 
mich so wohl inmitten dieses fieber— 
aften Treibens!“ pflegte er zu sagen, wenn er des 
Norgens seinen Kaffee im Bette ausgetrunken hatte 
ind nach ungestörter Nacht die über die Welt— 
widie referirenden Zeitungsblätter zur Hand 
ahm. 
Im übrigen lebte er nur seiner Frau und seinen 
dindern. Binnen dreier Jahre — diese Zeit war 
eit der Flucht aus dem Irrenhause verflossen — 
varen ihm zwei Mädchen und ein Sohn geboren 
vorden. Drei schöne, gesunde Kinder, die der 
zamilie, die sich mit dem Schicksal des Mädchens 
ehr schnell ausgesöhnt hatte, fortwährend Anlaß zu 
er Frage gaben: 
„Wem sehen sie nur ähnlich?“ 
Selbst die mit den schlechtesten Augen aus— 
erüsteten Mitglieder der Familie konnten zwischen 
Eltern und Kindern nicht die geringste Aehnlichkeit 
utdecken. Es wurde nach den Großeltern und Gloß— 
anten auf beiden Seiten gesucht, ohne jeden Erfolg. 
Nanche logen — um zu schmeicheln — daß der 
leine Junge ganz die Augen seines Vaters habe; 
llein während der Letztere große und längliche 
lugen besaß, waren die seines Sohnes klein und 
und. Eine, arme Verwandte fand, daß die Nase 
ind Füße des größeren Mädchens das leibhafte 
ẽbenbild der Nase und Füße der Mutter seien; in 
Vahrheit konnte man sich einen größeren Gegensatz 
ar nicht denken! All' diese Dinge gaben zu vielen 
Nebatten Anlaß, in deren Verlauf eine rothwangige, 
eitere, rundliche Verwandte, eine erst seit Kurzem 
eee junge Frau, die folgende Thorheit vom 
Ztapel ließ: 
„Ihr koͤnnt sagen, was Ihr wollt, meinethalben 
acht mich aus, — allein die drei Kinder sehen 
lrthur Hennig ähnlich ... Wenn er nicht viel früher 
zestorben wäre . .. Aber so ist es ein förmliches 
VPunder!“ 
VII. 
Im Ganzen lebten sie glücklich mit einander. 
5s hatte ganz den Anschein, als wäre der Geist der 
leinen Ida genesen. Die Sorge und Beschwerlich— 
eiten, die ihr ihre Kinder bereiteten, ließen ihr 
eine Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Ihr 
heist und ihre Seele gehörten den Kindern. Es 
ostete ihr so viele Mühe, drei kleine Bäuche und 
Magen in Ordnung zu halten, daß ihr keine Zeit 
zlieb, auf die subtilen Empfindungen ihres Horzens 
u achten. 
Mit ihrem Gatten unterhielt sie sich am häufig— 
ten über die Angelegenheiten der — 
iber die Kinder, deren Anmuth und Klugheit, über 
ie Küche, die Familienangehörigen und über die 
Vohnungseinrichtung. Ueber die Vergangenheit 
prachen sie am seltensten, und auch nur des Nachts, 
venn Alles um sie her in Dunkel gehüllt war. 
Inmitten der tiefen Finsterniß schrickt die kleine 
zrau mit einem Male zusammen und fragt: 
„Bist Du es aber wirklich? Bist Du nicht ein 
Anderer?“ 
Und der Gatte mußte da immer die alte Komödie 
viederholen. Er mußte von der Vergangenheit, den 
zemeinschaftlichen Geheimnissen und, von all' den 
Dingen sprechen, die er aus den Aufzeichnungen 
»es Arztes und seit ihrer Dersnun von ihr 
elbst erfahren hatte. Zuweilen war er absolut nicht 
m Stande, die arme Frau zu beruhigen und er 
nußte es stillschweigend mit ansehen, wie sie von 
ödtlicher Trauer um einen Anderen erfaßt wurde 
ind heiße Thränen vergoß, die einem todten Neben— 
uhler galten. 
Bei solchen Anlässen trachtete er eine Weile ge— 
uldig, sie zu beruhigen; dann aber ließ er ab von 
hr. Er zündete die Kerze an und begab sich in 
in anderes Zimmer, von wo er das bitterliche 
Zchluchzen, die erschreckenden Selbstgespräche der 
frau mit anhörte. Er ängstigte sich um sie, um 
einer selbst und um der Kinder willen. 
Solche Nächte waren im Anfang sehr häufig, 
och wagte er mit Niemandem über dieselben zu 
prechen. In der Familie war man stillschweigend 
arüber einig geworden, daß man niemals über die
	        

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