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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1897, VI. Jahrgang, Nr. 3-52 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1897, VI. Jahrgang, Nr. 3-52 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

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Zeitschrift

Titel:
Berliner Adreßbuch : für das Jahr ... : unter Benutzung amtlicher Quellen
Erschienen:
Berlin: Scherl 1943
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2002
Erscheinungsverlauf:
1903-1943
ZDB-ID:
2846408-4 ZDB
Frühere Titel:
Adressbuch für Berlin und seine Vororte
Spätere Titel:
Branchen-Adressbuch für Berlin
Schlagworte:
Berlin ; Adressbuch
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
Dewey-Dezimalklassifikation:
920 Biografie, Genealogie, Heraldik
Sammlung:
Berliner Adressverzeichnisse
Berlinerinnen, Berliner
Adressbücher 1900-1924
Adressbücher 1925-1943
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1912
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2002
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
Dewey-Dezimalklassifikation:
920 Biografie, Genealogie, Heraldik
914.3 Geografie, Reisen (Deutschland)
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-2743233
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
PDF-Download nur von Einzelseiten
Sammlung:
Berliner Adressverzeichnisse
Adressbücher 1900-1924
Berlinerinnen, Berliner

Kapitel

Titel:
I. Einwohner Berlins und seiner Vororte

Kapitel

Titel:
B

Kapitel

Titel:
Ba

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  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1897, VI. Jahrgang, Nr. 3-52 (Public Domain)
  • Nr. 3, 17. Januar 1897
  • Nr. 4, [24. Januar] 1897
  • Nr. 5, 31. Januar 1897
  • Nr. 7, 14. Februar 1897
  • Nr. 8, 21. Februar 1897
  • Nr. 9, 28. Februar 1897
  • Nr. 10, 7. März 1897
  • Nr. 11, 14. März 1897
  • Nr. 12, 21. März 1897
  • Nr. 13, 28. März 1897
  • Nr. 14, 4. April 1897
  • Nr. 15, 11. April 1897
  • Nr. 16, 18. April 1897
  • Nr. 17, 25. April 1897
  • Nr. 18, 2. Mai 1897
  • Nr. 19, 9. Mai 1897
  • Nr. 20, 16. Mai 1897
  • Nr. 21, 23. Mai 1897
  • Nr. 22, 30. Mai 1897
  • Nr. 23, 6. Juni 1897
  • Nr. 24, 13. Juni 1897
  • Nr. 25, 20. Juni 1897
  • Nr. 26, 27. Juni 1897
  • Nr. 27, 4. Juli 1897
  • Nr. 28, 11. Juli 1897
  • Nr. 29, 18. Juli 1897
  • Nr. 30, 25. Juli 1897
  • Nr. 31, 1. August 1897
  • Nr. 32, 8. August 1897
  • Nr. 33, 15. August 1897
  • Nr. 34, 22. August 1897
  • Nr. 35, 29. August 1897
  • Nr. 36, 5. September 1897
  • Nr. 37, 12. September 1897
  • Nr. 38, 19. September 1897
  • Nr. 39, 26. September 1897
  • Nr. 40, 3. Oktober 1897
  • Nr. 41, 10. Oktober 1897
  • Nr. 42, 17. Oktober 1897
  • Nr. 43, 24. Oktober 1897
  • Nr. 44, 31. Oktober 1897
  • Nr. 45, 7. November 1897
  • Nr. 46, 14. November 1897
  • Nr. 47, 21. November 1897
  • Nr. 48, 28. November 1897
  • Nr. 49, 5. Dezember 1897
  • Nr. 50, 12. Dezember 1897
  • Nr. 51, 19. Dezember 1897
  • Nr. 52, 26. Dezember 1897
  • Farbkarte

Volltext

Nr. 38. —— 
chmale Hand,⸗ die wie im Fieber brannte und sagte, indem 
hre Lippen sich sogar zu einem ücheln zwangen: 
AIch danke Ihnen, Herr Professor, daß gerade Sie 
ich dieser Mission unterzogen, diese Zeilen in meine 
dände zu legen. Ich habe Sie Nichts zu fragen, 
venigstens heute noch nicht. Diese Zeilen enthalten 
eine Gewißheit, die aͤllem Anderen die Wange hält: 
„Egon liebt mich, und wird nicht aufhören mich zu 
lieben. Er sagt es, und ich glaube ihm unbedingt. 
Sie sehen, ich verstelle mich Ihnen gegenuüber nicht, 
denn ich betrachte Sie als unseres unglücklichen 
Bundes einzigen Vertrauten! 
„Sollte ich eine Frage an Sie richten wollen, so 
arf ich Ihnen schreiben! Nicht wahr —* 
„Was in Meunschenmacht steht, gnädigstes Fräu— 
lein, das soll von meiner Seite geschehen, Ihnen zu 
en Ihnen zu helfen, darauf gebe ich Ihnen mein 
ort! —“ 
Ich danke Ihnen,“ klang es weich und gerührt 
wrück, „ich werde mich vielleicht öfter an Iir 
Freundschaft wenden, als Sie erwarten! — Und 
iun entschuldigen Sie mich, wenn ich mich zurück— 
ziehen muß, man darf hier im Hause von uͤnserer 
Unterredung nichts wissen. Leben Sie wohl und 
FXöä Sie mir ein freundliches Gedächt— 
uiß! — 
Wanowski ging. Es war ihm, als wäre die 
nurne dinest um ihn her' zu Eis erstarrt! — 
enige Minuten später war das ganze Gerns— 
zach'sche Haus in Aufruhr, der Diener mit dem 
Wagen zum Arzt der Familie, dem Medizinalrath 
dolländer, unterwegs; der Gast des Hauses, Fräu⸗ 
ein Blankenhagen, war schwer und plötzlich er— 
krankt und lag regungslos wie im Starrkrampf 
lang ausgestreckt a dem Bärenfell ihres Zimmers 
zor der marmornen Aphrodite. 
Nach, kurzem, aber schwerem körperlichen Leiden, 
dessen Ursprung sich Niemand enträthseln konnte, 
var Hertha nach Hamburg zurückgereist. Der 
Medizinalrath hatte sie als gesund aus seiner Be— 
handlung entlassen und scheinbar gänzlich wieder 
ergestellt, verließ sie das Gernsbach sche Haus. 
In der Zeit ihres Leides war Professor Wanowski 
hr ein wirklicher Freund geworden, bis in die 
geheimsten Falten hatte sie ihm ihr Empfindungs— 
eben enthüllt in den langen trüben Wintertagen, 
vo er wie ein großer Bruder vor, dem Divan im 
— gesessen, ihre schmale heiße Hand in 
er seinigen in und mit ihr geplaudert hatte von 
em Unglücklichen, dessen Bild ihre ganze Seele füllte! — 
Er , hatte dabei die Ueberzeugung gewonnen, daß 
gier nicht zu helfen, nicht zu trösten sei, daß eine 
leidenschaftliche Natur, wie dieses seltene Mädchen, 
in diesem Kampfe rettungslos verbluten müßte, 
daß nur ein einziger Gedanke, nur eine einzige 
Sehnsucht mit krankhafter Intensität ihr ganzes 
Befühlsleben beherrschte, eine Hoffnung auf ein 
Wiedersehen mit dem Geliebten. 
Von Imburg aus entspann sich ein reger, 
ununterbrochener Briefwechsel mit ihm und da er 
uuch mit Egon in Connex blieb, so konnte er dem 
armen Kinde wenigstens regelmäßige Nachrichten 
iber ihn zugehen lassen. Hertha's Briefe ließen in 
agischer Folge erkennen, daß das Erbleiden ihrer 
Fantilie mit spontaner Gewalt auch bei ihr zum 
Durchbruch langte ‚daß ihre melancholischen 
Stimmungen im Begriff waren, in tiefe. zerstürende 
Schwermuth auszuarten. — 
Daß Egon ein unheilbares Leiden in sich trug, 
hatte jener Abschiedsbrief ihr verschwiegen, wie Heinz 
päter erfuhr, wahrscheinlich hatte der Unglückliche 
nicht den Muth gefunden, ihr die ganze traurige 
Wahrheit zu enthüllen und auch Wanowski hatte 
iun nicht gewagt, der ohnehin unter der unvorher— 
esehenen Trennung so schwer Leidenden diesen 
Schlag zuzufügen, so daß ihr immer noch die Hoff⸗ 
ung bleiben mußte, ihn wiederzufinden. 
Fortsetzung folgt.) 
Mein Herr Riltmeister. 
5kizze von Fritz Verghoff. 
lag eine drückende Hitze über der Reichs— 
sauptstadt. Ich saß in dem großen Lokal 
aahe der Stadtbahn beim kühlen Bier 
und der Cigarre und lauschte dem nahen— 
den Gewitter, dessen dumpfer Donner sich 
— D—— 
remsenden oder anziehenden Maschinen mischte, als 
in hochgewachsener Herr, mit, langem, martialischem 
Schnurbart sich leicht höflich grüßend, an meinen 
Tisch setzte. Die Diagnose war nicht schwer. Ein 
Fremder, — denn wie könnte in Deutschlund Jemand 
wagen, sich in einem bekanten Lokal an den heiligen 
Gral eines Stammtisches zu drängeln, wenn schon ein 
Janzer Gast dort thront — und ein Offizier a. D. 
Verliner Zllustrirte Zeitung. 
Das Militär ließ die Figur, und die scharfen Züge, 
as a. D, der nicht mehr ganz neue Cibilanzug er⸗ 
athen. Es ist ein großer Unterschied zwischen der 
lrt, wie ein Offizier ‚zum Verguügen“ und der, 
vie er der Thatsachen wegen das schlichte Gewand 
es Bürgers trägt. 
Der neue Gast, bestellte ein Glas Helles und 
as Militärwochenblatt, ich griff zu einert bekannken 
ustrirten Zeitschrift. Daß wir überhaupt in's Ge— 
präch kamen, lag an den Gewitlerwolken, die 
mmer drohender den Himmel verfinsterten und in 
ins beiden den dringenden Wunsch nach mehr Licht 
rregten, sowie auch an der Lektüre. 
Meine Zeitschrift hrachte eine Zeichnung, welche 
as. kurz vorher geschehene Unglück eines Luft— 
chiffers zum Gegenständ hatte, sein Blatt be— 
andelte die Frage der militärischen Verwendung 
es Ballons. So kamen wir von einigen Ge— 
illigkeiten zum Gespräch und zur Vorstellung, bei 
ꝛelcher er sich als Rittmeister a. D. G.entpuppte. 
)aß das Gespräch Anfaugs sehr lebhaft gewesen 
äre, kann ich nicht sagen. Als aber ein weiterer 
S5tammgast und guter Bekannter von mir hinzu— 
ekommen war, schwirrten gegueitig bekannte 
damen, und es verging keine Viertelstunde, so 
aren wir über das eihe Thema „Berlin“ 
nitten in die Wogen des noch viel uunerschöpf— 
icheren „Siebziger Krieg“ hineingekommen. Mein 
— 
»öhe, die die Vertraulichkeit entfernte, war ver— 
logen und er lebte in seiner Erzählung förmlich 
uf. Ich weiß, daß er im Geist die Uniform an, 
en Säbel in der Hand, sein Pferd unter sich und 
seine Kerls“ hinter sich hatte. 
So verging der Abend rasch und wurde der erste 
on vielen. Der Stammtisch ist ein guter Ver— 
nittler von Bekanntschaften und in seinem Be— 
nühen um eine Anstellung fand der Rittmeister oft 
reundliche Unterstützung mit Rath und Empfehlung 
ei der buntgemischten Gesellschaft von Vertretern 
ller Berufe. 
Ich glaube, er hat mich besonders gern gehabt, 
ein armer Rittmeister. Wenn ich naäch meinem 
zerdienst dabet frage, so war es vielleicht nur, weil 
h ihm zuhörte und ihm Muth machte. Trat er 
in, so geschah es meist mit trübem Gesicht; er 
igte — guten Tag und drückte mir fest die Ieng 
azu erzählte er mit müder Stimme seine Erleb— 
isse, die fast immer etwas enthielten, wo er ge— 
änkt, nicht genügend geehrt oder zurückgesetzt sich 
ihlte, Der Zeschäftliche Ton, das rein praäktische 
ingehen auf Fragen war ihm ein Greuel. Er 
Frieb entsetzlich höͤflich, verlangte aber auch von 
dem geschäftlichen Verkehr und Brief, daß ge— 
issermaßen im Salonstyl mit ihm geredet wurde. 
deim zweiten, dritten Glas wurde er bitter 
nd scharf und ich glaube, mancher Geschäftsmann, 
er ihn nicht entfernt hatte beleidigen wollen, hätte 
me schöne Anzahl von Tagen WMittelarrest be— 
ommen, wenn, — ja, wenn nicht eben Alles so 
anz anders gelegen hätte. 
Wieder einige Glas später wurde er behag⸗ 
cher; daun kamen Exinnerungen, hoch zu Roß sah 
auf, Alles, was mit Pferden sich abgiebt, ohne 
weierlei zu tragen, mit souveräner Ver— 
chtung herab und war wieder Soldat, nur 
zoldal und mit Leib und Seele. Er war glücklich, 
enn er erzählte, wie er von Majestät das eiserne 
reuz erhalten, selig, wenn er von Unterhaltungen 
nit —— berichten konnte. Und mit großem 
cachdruck betonte er, daß sein Abschied von Majestät 
llergnädigst bewilligt worden sei und daß, wenn es 
inen Krieg gäbe — 
Je mehr ich ihn kennen lernte, desto mehr fand 
ch, daß in dem äußerlich rauhen Mann das Herz 
ines Kindes klopfte und wenn er mal ordentlich 
Halt und schrie, das wohl das schlimmste war. 
Abonnements 
iuf die „Berliner Illustrirte Seitung“ 
verden in Berlin zum Preise von 
10 Pfenniꝗq 
pro Woche und Aummer 
on allen Seitungsspediteuren, sowie unseren 
igenen Botenfrauen angenommen. 
Bestellungen werden jeder Zeit auch direct 
in unsere Exrpedition erbeten. 
„Berliner Illustrirte Zeitung““ 
SW.. Charlotten⸗-Straße 0. 
vas er Jemanden hätte anthun können. Berlin 
nochte er eigentlich nicht gerne leiden, es war zu 
jastig, zu unehrerbietig für ihn. Und das schlimmie 
Berlin nahm auch keine Rücksicht auf ihn. Es ver— 
angte von ihm, daß er nicht mehr Rittmeister sein 
ollte. Gerade so gut hätte es verlangen können, 
aß er ein Mädchen werden oder auf den Händen 
zehen follte. Seine ganze Natur wollte es um— 
rehen und Alles — weil er „a. D.“ war. Und 
s kam so, Berlin wollte den Mann ohne den 
Kittmeister und weil die nicht von einander lassen 
onnten, mordete es den Mann mit dem Rittmeister. 
Brauchbare Leute will es, keine Personlichkeiten. 
Sentimental ist's nicht, das böse Berlin und so 
ietet es Jedem einen Kampf aͤuf's Messer an: 
üntweder zwingst Du mich oder ich Dich! und 
abei hat es die besseren Chancen. Die eherne 
yrau auf dem Alexanderplatz kann man nicht in's 
herz treffen. 
Eines Abends waren wir lange beisammen 
esessen. Ich war erstaunt, daß er mehr trank, als 
ewöhnlich — immer „Helles“ — und scherzte 
arüber, daß er mit allen Gewohnheiten gebrochen 
abe. „Ja“, sagte er ernst, „ich habe mit manchen 
hewohnheiten gebrochen. Ich bin so üppig, weil ich 
eute auf ein Pferd, das heute lief und dox einem 
zahre mir gehörte, gesetzt und zwanzig Mark ge— 
bonnen habe,“ Ohne daß ich mir's überlegte, ent⸗ 
uhren mir die Worte: „Sie haben Reuñnpferde 
ehalten, Herr Rittmeister?“ Er lächelte trüb: 
„Ja, Sie meinen wohl, man sehe mir's nicht mehr 
m!“ Kommen Sie, gehen wir.“ 
Ich war überzeugt, er hatte für seine, wie wir 
ils Studenten sagten, „Bierverhältnisse“ zu viel 
zetrunken“ Und doch, als wir außen waren, sprach 
reruhig und vielleicht besser, als sonst. Nur in 
Stimmung war er, weich, er brauchte Jemand, um 
ich mitzutheilen. Er — — mir vor, bei ihm noch 
ine Zigarre zu rauchen und ich sagte zu. 
Das Zimmer war ärmlich und die Zigarre schlecht, 
ie Hausleute parirten meinem Ritimeister sehr 
chlecht, obwohl er, merkwürdiger Weise, gerade das 
ticht zu bemerken schien. 
Nach ein paar gleichgiltige Sachen zeigte er mir 
erschiedene Bilder von sich in Uniform, seine 
Vaffen, darunter einen wundervollen Revolver, den 
h aufrichtig enthusiastisch lobte. Dann meinte er: 
Ich bin Ihnen viel Vank schuldig. Wenn ich 
nmal Berlin verlasse, werde ich's ohne Schmerz 
hun, aber die Berliner, — ja so, pardon — die 
kingeborenen nehmen's ja übel, wenn ich sie so 
ienne, werde ich nie vergessen.“ Trotz dem Scherz 
varen seine Augen feucht. 
„Ich will Ihnen meine Geschichte erzählen. Ich 
ühle, daß ich damit eine Pflicht erfülle.“ 
Seine Jugend und Erziehung, seine Karrière 
oten nichts Außergewöhnliches. Er war Sohn 
ines Militärs, hatte ˖ den Krieg mitgemacht und das 
iserne Kreuz erhalten. Dann kam der Abschied. 
In meinem Regiment war ein junger Mensch, 
in hübscher Kerl, toll auf Pferde und Weiber, er 
pielte ein bischen und trank viel. Man soll' das 
em Offizier nicht zu sehr übel nehmen, weun man 
ticht Soldat war und weiß, was Durst ist. Ich 
vill Sie nicht beleidigen, ich weiß ja, lieber Doktor, 
aß Sie nicht Soldat waren. Schade! Also der 
unge Mann war ziemlich jünger als ich und ver— 
vandt, mit —“ Nun folgte eine Genealogie. 
Also ein leichter Hert, war er, aber liebhaben 
nußte ich ihn. Sein Onkel war mein Freund ge— 
vesen und er wurde meiner. Daß er mich belog, 
wvußte ich nicht und wenn es mir einer gesagt hätte, 
jätte, ich ihn die Reitpeitsche kosten lassen. Na—, 
Recht hätte er ja gehabt. 
Vas Bischen Spielen konnte ich schon nicht 
ibel nehmen. Es war wirklich nicht ärger, als Sie 
ind ich — ja so, pardon, Doktorchen. 
Aber waos ich nicht wußte, die verfluchten Weiber! 
Ich bin doch auch Rittmenster geworden, ohne mit 
em Volk zu kameradschaftlich zu stehen. Andere 
Städtchen, ändere Mädchen, kann treue Lieb' nicht 
»ewahren, sagt Goethe oder sonst einer, das ist 
Zoldatenart, obwohl der auch kein Soldat war, wie 
Zie, Doktor! Also der Junge, wie ich ihn hhieß, 
bwohl er nicht soviel jünger war und im Rang 
dleich, war anders. Er lebte flott und brauchte. 
rin Wunsch und er schmiß für so ein verdammtes 
rrauenzimmer 500 Thaler raus, ohne zu wissen, 
voher er sie nehmen sollte. Die Weiber haben ihn 
chlecht gemacht. Ich mahnte ihn manchmal, aber 
r lachte. „Das ist was für Schwiegerpapa“, meinte 
er und klirrte mit den Spporen. 
Ja, Schwiegerpapa, wissen Sie, wie viele er in 
petto hatte, der Lumpo Drei! Und ich alter Esel 
hatte Augen für Alles, nur für sein Poussiren 
nicht, ich dachte mir nichts dabei. 
Und so kam er in nicht gerade feine, aber gute 
Familien, war am Verloben und verlobte sich schließ— 
lich mit einem hübschen Mädchen. Alles im Stillen, 
die Andern hörten nichts davon und hofften weiter 
auf ihn. Die Gläubiger kreditirten. Die Schwieger— 
Räter waren ja da.
	        

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