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Buddelmeyer-Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1.1849 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Buddelmeyer-Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1.1849 (Public Domain)

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Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Monografie

Verfasser:
Graeser, Erdmann
Titel:
Die Berliner Familie : ein Skizzenbuch
Beitragende:
Baluschek, Hans
Erschienen:
Berlin: Ullstein & Co., 1903
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2022
Umfang:
173 Seiten
Berlin:
B 328 Literatur: Romane, Erzählungen über Berlin
Dewey-Dezimalklassifikation:
830 Deutsche Literatur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15466051
Sammlung:
Berliner Dialekt, Literatur, Literarisches Leben
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Signatur:
B 328 Graes 15
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
Das "Baum-Plündern"

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  • Buddelmeyer-Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1.1849 (Public Domain)

Volltext

ohne Morden, ohne systematisches und so recht planmäßiges Zerfleischen nicht existiren! Doch dem ist nicht so, oder jene gottlichen Verheißungen: „Friede sei auf Erde» uud den Menschen ein Wohlgefallen" und: „Friede sei mit Euch!" sind Lügen. Dies glaube ich nicht, kann ich nicht glauben, denn der Mensch ist von Natnr fricdlie« bend, er ist ein vernünftiges Wesen, und als solches kann er den Krieg nicht wollen. In der ganzen Natur findet solche massenhafte gegeuseitige Tödtuug, wie uuter den Menschen, nicht statt. Nur die Menschen machen eine Ausnahme; nur diese maßen sich die Macht an, gegen das ewig göttliche und natürliche Gesetz zu handeln. Die Menschen haben eine Menge künstlicher Werkzeuge erfunden, um sich einander ein» zeln und massenweise zu tödten. Dieses nennen sie Krieg, und oft sogar heiligen Krieg, in dem Gott noch dazu angerufen wird, daß er ihnen den Sieg verleihen möge. Ist dieser errungen, dann wird Gott dafür gedankt, daß er ihnen zur Tvdtung ihrer Mitbrüder Kraft und Muth geliehen habe. Dieses Morden ist eine Lust, ein Ruhm für die geschicktesten Menschenschlächter; keine Gewalt hält die Rasenden von dem glorreichen Morden ab, denn ihrer wartet nach dem Blutbade die Kroue des Sieges! — das Wohl der Menschheit ausgerichtet und erreicht werden können! — ,,Statt die Barbarei, sagt Victor Hugo in seiner Rede beim Friedens-Congresse, ans die Civilisation verpflan- zen, sollte man das Gegenthcil thnn. Mall wollte den Krieg verhindern, machte das Land arm, und erzeugte die Revo-- lution" Da lieqt's. Die Armuth ist der Boden der Revolution. Diese, und die Herrschsucht, die Habgier und die Eroberungs« lust sind die wahren Ursachen aller Kriege. Die Idee des Weltfriedens ist die wiederhergestellte und erweiterte menschliche Vernunft, hatte der katholische Pfarrer Daguerre in seiner Rede beim Friedens. Congreß gesagt. Aber der Grzbischof von Toulouse hat gegen diesen Passus pro- testirt, weil sie den Werth der Kffeubaruug herabgesetzt! Wenn christliche Bischöfe so denken, woher sollen wir Frieden bekommen? Vteactions-Dummheiten. „Aber wenn wir uns nicht versammeln sollen, nicht durch das lebeudige Wort die Begeisterung wach erhalten, nicht durch die Presse das schlummernde Pflegma aufstachelu, nicht in Vereinen uns zu compactcn Massen aneinauderschließen sollen, wie können wir dann je hoffen, unsere Gruudsätze zur Gel' tuug zu bringen, wie je zum Siege gelangen?" Seit ein paar Jahrtausenden rühmen sich die Völker, und unter ihnen besonders die Christen, in der Civilisation fortzuschreiten, und noch vor der Februarrevolutlon behaup- teten letztere, der höchsten Stufe nahe zu sein. Es ist noch nicht lange her, als es hieß: Darauf antworte ich: Nicht durch Thorheit gelangt Ihr zum Siege, sondern durch Weisheit. Müßt Ihr iu der That etwas thun, so thut das Vernünftige. Aber Ihr braucht niätts zu thuu, denn Eure Gegner arbeite» für Euch. Stört Ibr die Rcactiou nicht in Ihrem Treiben, haltet Ihr sie nicht unklug auf in ihrem Laufe, so wird sie bald unum- schränkt herrschen. Könnt Ibr mehr verlaufen? Gicbt es ciue sicherere Bürgschaft für die Vermchtuuq der Reaction als Ibre eigene Thorbcit? Und ob sie tb bricht ist? Wahrlich ibr Demokraten, es ist Euer schönster Rubin, das: die Neac- tion u?ch tbörichter ist, als Ihr seid, Ibr wollt den Berg mit einem Satz biuanfsprinqen, uud brecht das Bc,u dabei. Die Reactiou will den Berq mit einem Ruck hin- abrutschen und bricht den Hals dabei. „Die Zeit der rohen Gewalt des Schwerdtcs ist vorbei." Idu gepriesene Civilisation, du schöne bcseeligcndc christliche Religion! Wie ist doch Alles noch Gaukelei und Heuchelei! Die Menschen sind noch weit entfernt von der Civilisatl'vu und dem (5 krisle» tlmin, denn so lange sie Krieg führen, sind sie immer noch nnkultivirte, d:e Gesetze Gottes und der Ncttnr mißachtende Barbaren, und »och weit, sehr weit von der Zeit der Erkenntnis: des einzig Wabren und Guten entfernt! — Kein pernüuftiq denkender Mensch kann die Erfindung uud Anwendnnq von Werkzenqcn und Masck,- neu, durch welche Massen getödtet werden, als einen Tmimpf oerCivilisatio», Hnmanitat und Ohristenthlim preisen !Je mehr der Sieger von den Gegnern tödtct, desto größer ist sein Sieq. Ist das Kultur uud Religiosität? Auf einem solchen Wege sollte mau iu dcu Himmel gelangen? So wird die Lehre Christi befolgt? Die Demokratie ist unreif; sie wird reif werden. Die Reaction ist überreif; sie mnsi iu Fäulnis- übergebe,!. Die Thorkcitcn der Demokratie sind die Thorlmtcu der Jugend; die Thorbciteu der Rcactiou siud die Thorheiten des Alters. Die Tkorbeiten der Demokratie sind Ungezo- genheiten: die Tborheiten der Reaction sind Laster. Geiz und Habsucht führen den Reigen, Eigensinn uud Mißtrau» folgen. Alle ihre Siuue sind stumpf. Sie hört nicht, sie siebt »icht. Sie bat vergessen, was sie gelernt hat, und ist zu stumpf, neu zu lerncu Die lebendige Erfahrung ist in ihr versteinert; sie lst mit ihrem Zopf iu dem Baum der Ge- schichte häligeu geblieben, wie Absalon, und wird sich selbst erwürgen. Alles: Vernunft, Sittlichkeit, Gefüh luud Re- ligion, Alles spricht gegen den Krieg uud doch, doch wird Krieg geführt! Wie geht das zu? Wer löst dieseu Widerspruch, dieses Rüthsel? Allein was hülfe selbst dies? Lösung, wenn sich Die nicht darnach kehren u»d richten, auf die es ankommt. Dient denn der Krieg je znm Wohle der Völker? Wahrlich, was diesen fromnit und nützt, kann auf audere Wege weit besser und zweckmäßiger erlangt werde». Die Kriege haben deu Völkern stets nur Elend und Noch gebracht! Kriege wurden und werden nur ei»zel»er Personen wegen geführt. Sind deren Wünsche, Vortheile und Vorurtheile befriedigt, so ist der Zweck erreicht! Die Demokratie und die Reaction leugnen beide lie Gegenwart; aber die Demokratie hängt an der Zukunft uud ibr Traum wird mit jedem Tage mehr Wirklichkeit; die Reactiou hingegen hängt an der Vergangenheit uud ihre Wirklichkeit wird mit jedem Tage mehr Traum. Für die Ausrüstungen der Kriegsheere nach Victor Hugo, ob blos der europäischen oder der Kriegsheere aller Erdttheile, weiß ich nicht, sind in den Friedensjahren seit 1816 über 128 Millionen verausgabt worden. Was hätte damit für Die Demokratie ist schwach und predigt Kampf; die Re« actio» ist stark und predigt Haß. Das kommt daher, weil die Demokratie die noch unentwickelte Kraft in sich fühlti die Reaction hingegen fühlt nichts als das Rieseln des

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