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Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe LXII.1912 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

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Zeitschrift

Titel:
Der Bär : illustrierte Wochenschrift für vaterländische Geschichte
Erschienen:
Berlin: Zillesen 1900
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2018
Erscheinungsverlauf:
1875-1900 ; mehr nicht digitalisiert
Fußnote:
Titelzusatz Band 1-4: Berlinische Blätter für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde
Titelzusatz Band 5: Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde
Titelzusatz Band 6-14: illustrierte Berliner Wochenschrift, eine Chronik für's Haus
ZDB-ID:
2924408-0 ZDB
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
Dewey-Dezimalklassifikation:
943 Geschichte Deutschlands
Sammlung:
Allgemeine Landeskunde, Natur, Umwelt
Geschichte, Kulturgeschichte
Berliner Zeitungen, Zeitschriften
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1890
Sprache:
Deutsch
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
Dewey-Dezimalklassifikation:
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-13043050
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Signatur:
B 1/18 a:1889/90
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Berliner Zeitungen, Zeitschriften
Berliner Orte, Architektur, Stadtentwicklung, Wohnen
Allgemeine Landeskunde, Natur, Umwelt
Geschichte, Kulturgeschichte

Ausgabe

Titel:
Nr. 10, 07.12.1889

Schnellzugriff

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  • Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain)
  • Ausgabe LXII.1912 (Public Domain)
  • Titelblatt
  • Inhaltsverzeichnis
  • H. I-III
  • H. IV-VI
  • H. VII-IX
  • H. X-XII

Volltext

695 
Proetel. Beobachtungen über Meereswelien. 
696 
ßuchdruckerei des Waisenhauses in Halle a. d. S. 
achtungsorte luvseitig vorgelagerte Seefläche im Windfelde 1 
liegt, stärkere Wellen beobachtet wurden, als bei Ost* und 
Nordost winden gleicher Stärke, wo die Seefläche das Wind 
feld erheblich übertrifft. Anders wird es natürlich, wenn 
ausnahmsweise Winde mit größerem Wirkungsfelde auftreten; 
in solchem Falle würden bei Nordostwind bei weitem die 
stärksten Wellen entstehen. 
Die vorstehend gegebene Erklärung scheint auch durch 
den unregelmäßigen Verlauf der Wellenhöhenkurve für Nord 
ostwinde in Abb. 1 a ßl. 74 bestätigt zu werden. Bei höheren 
Windstärken wurden zum Teil kleinere Wellen gemessen, 
als bei niedrigeren; das ist nur durch verschiedenartige Aus 
dehnung des Windfeldes zu erklären. 
Die Formen der Meereswellen werden in den meisten 
Lehrbüchern als Zykloiden bezeichnet. Aus der Theorie 
dieser Kurvenart werden Formeln abgeleitet über den Zu 
sammenhang der Größen L (Wellenlänge), V {Fortschritts 
geschwindigkeit) und T (Schwingungsdauer), während eine 
Beziehung für die Wellenhöhe nicht hergeleitet werden kann. 
Wenn man eine der Großen L, V oder T gemessen hat, so 
soll man angeblich die beiden andern berechnen können. 
Die betreffenden Formeln 5 ) sind; 
9 
Es ist nun lehrreich, nachzuprüfen, wie weit die Zyklo- 
identheorie sich mit den Darstellungen in Abb. 1b, c u. e Bl. 74 
in. Einklang bringen läßt. In nachstehender Tabelle sind die 
Wellenlängen und Schwingungszeiten, die zu den aus der 
Darstellung e entnommenen Fortschrittsgeschwindigkeiten ge 
hören, nach den vorstehenden Formeln berechnet, daneben 
sind die aus den Darstellungen b und e entnommenen wirk 
lichen Längen und Zeiten angegeben. 
Schließlich ist in der Abb. 3 Bl. 74 noch das Verhältnis 
der Wellenhöhe zur Wellenlänge, das die Wellenform haupt 
sächlich bestimmt, für alle Beobachtungsfälle zeichnerisch 
dargestellt. Ein ausgeprägtes Gesetz läßt sich nicht erkennen; 
es scheint, daß das Verhältnis mit der Windgeschwindigkeit 
zunächst wächst, dann aber abnimmt, um bei hohen Wind 
stärken von neuem zuzunehmen. Die Kleinstwerte scheinen 
bei etwa 12 m Windgeschwindigkeit einzutreten. Größere 
Landentfernungen bewirken eine Abnahme des Verhältnisses. 
Demnach treten die flachsten Wellen auf bei mittleren Wind 
geschwindigkeiten und großen Landentfernungen, die steilsten 
dagegen bei großen Windgeschwindigkeiten und kurzen Land 
entfernungen. Dies bestätigt die dem Seemann bekannte 
Tatsache, daß in Haffs und abgeschlossenen Buchten bei 
heftigem Sturme sich kurze steile Wellen unangenehm be 
merkbar machen. 
Der zahlenmäßige Wert des Verhältnisses Wellenhöhe 
zu Wellenlänge schwankt zwischen 0,028 und 0,048 oder 1:36 
und 1:21; der mittlere Wert ist 0,038 oder 1:26, 
Die vorstehenden Ausführungen gelten nur für Ostsee 
verhältnisse, jedoch lassen sich aus den gefundenen Be 
ziehungen auch Schlüsse für andere Meere machen. Vor 
allem hat sich ergeben, daß die Stärke der Wellen in 
erster Linie von der Stärke des Windes und von der Größe 
des Windfeldes abhängig ist; die Größe der See fläche hat 
so lange steigernden Einfluß, als sie das Windfeld nicht 
übertrifft; bei Ausdehnung über letzteres hinaus hat sie 
eher eine abschwächende als eine verstärkende Wirkung 
zur Folge. 
Hierdurch wird auch klar, weshalb in manchen Band- 
und Mittelmeeren ebenso gefürchtete Wellen wie im offenen 
Ozean entstehen können. Das Auftreten riesenhafter Sturm 
wellen ist mir dort möglich, wo ein weit ausgedehntes 
Windfeld sich mit einer großen Seefiäche deckt. 
Wind- 
Windrichtung Ost, Landentfernung 160 km 
Windrichtung Süd, Landentfernuug 11,9 km 
! Windrichtung West, Landeotfernung 0,65 km 
stärken 
nach 
Beau 
fort 
V 
in 
m/Sek. 
r 
ge 
messen 
Sek. 
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Sek. 
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m/Sek. 
T 
ge 
messen 
Sek. 
T 
be 
rechnet 
Sek. 
L 
ge 
messen 
m 
L 
be 
rechnet 
m 
V 
in 
] m/Sek, 
T 
ge 
messen 
Sek. 
T 
be 
rechnet 
Sek. 
L 
ge 
messen 
in 
L 
be 
rechnet 
m 
2 
2,4 
2,4 
1,53 
63 
3,68 
2,3 
2,0 
1,41 
4,4 
3,11 
1,65 
1,4 
1,05 
' 2,3 
1,73 
3 
2,6 
3,6 
1,66 
9,0 
4,32 
2,5 
2,2 
1,60 
5,4 
4,0 
1,8 
1,5 
J ,15 
2,7 
2,07 
4 
2,9 
4,1 
1,80 
12,0 
5,40 
2,9 
3,3 
1,85 
9,7 
5,37 
1,9 
1,68 
1,21 
3,2 
2,30 
5 
3,3 
4,55 
2,11 
15,0 
6,97 
3.7 
3,9 
2,37 
14,3 
8,77 
2.0 
1,82 
1,28 
3,65 
2,56 
6 
3,6 
5,0 
2,30 
18,0 
8,29 
4,2 
4,6 
2,69 
19,4 
11,3 
2,3 
2,22 
1,47 
5,1 
3,39 
Man sieht, daß keine Übereinstimmung vorhanden ist, 
die Abweichungen sind bisweilen größer als 100 vH., Nur 
bei geringen Windstärken und kurzen Landentfernungen 
nähern sich die Werte einigermaßen. Sowohl die Schwin 
gungszeiten als auch die Wellenlängen sind in Wirklichkeit 
größer, als sie nach der Zykloidentheorie sein müßten. 
5) Vgl. Esselboru, Lehrbuch des Tiefbaues, II. Band: Seebau, 
von Otto Franzlus, 4. Auflage, S. 499. 
Es wäre sehr erwünscht, daß durch möglichst zahlreiche 
Versuche, auch in anderen Gegenden, die Richtigkeit der 
hier gewonnenen Ergebnisse nachgeprüft würde. Obwohl 
die hiesigen Beobachtungen länger als ein Jahr ausgedehnt 
worden sind, reichen sie noch nicht aus, um selbst die ört 
lichen Wellenverhältnisse ganz einwandfrei festzustellen, 
denn die Wetterlage wechselt zu unregelmäßig, um den 
Einfluß der Winde aller Stärkegrade aus allen Richtungen 
anders als in großen Zwischenräumen beobachten zu können.
	        

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