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Die Familie Buchholz / Stinde, Julius (Public Domain)

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fullscreen: Die Familie Buchholz / Stinde, Julius (Public Domain)

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Monograph

Author:
Stinde, Julius
Title:
Die Familie Buchholz : aus dem Leben der Hauptstadt / von Julius Stinde
Edition:
17. Aufl.
Publication:
Berlin: Verlag von Freund & Jeckel, 1885
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2018
Scope:
210 Seiten
Berlin:
B 328 Literatur: Romane, Erzählungen über Berlin
DDC Group:
830 Deutsche Literatur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-13067731
Collection:
Berlin Dialect,Literature,Literary Life
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 328 Stin 3 f:1
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
Eine Pfingsttour

Contents

Table of contents

  • Die Familie Buchholz / Stinde, Julius (Public Domain)
  • Stempel: Archiv der Stadt Berlin
  • Title page
  • Contents
  • Von Außen
  • Ein Geburtstag
  • Musikalischer Bräutigamsfang
  • Auf der Ausstellung
  • Herr Buchholz hat Zahnschmerzen
  • Spukgeschichten
  • Bei der Sylvester-Bowle
  • Ein magnetischer Thee
  • Im Kremser
  • Ein Polterabend in der dritten Etage
  • Warum wir ins Bad müssen
  • Badeleben
  • Wieder ein Jahresanfang
  • Herrn Bergfeldt's Unglück
  • Der Erstgeborene
  • "Auf einen Löffel Suppe"
  • Taufe
  • Eine Pfingsttour
  • Sommerfrische
  • Erntefest
  • Geheimnisse
  • Emmi's Trousseau
  • Der letzte Kaffee
  • Auf dem Bock
  • Hochzeit
  • Nach der Hochzeit
  • Die erste Gesellschaft
  • Onkel Fritzens Weihnachten
  • ColorChart

Full text

\23 
Eine Rfingfttour. 
Ich war noch nicht mit der Stadtbahn gefahren, die 
Rinder auch nicht, und deshalb sagte ich zu meinem Karl, es 
könnte doch wohl nichts Reizvolleres geben, als am ersten 
pfmgfttage einen Ausflug mit theilweiser Benutzung der Stadt 
bahn zu machen. Dies käme billiger als alles Andere, sei 
belehrend und interessant, zumal das Getobe vom Volk erst 
am zweiten Feiertag stattfände. 
Mein Rarl war damit einverstanden. Ich schickte Betti 
nach Bergfeldtens, ob sie auch mitmachten, aber als Betti 
wiederkam, hatte sie nur halbe Antworten bekommen und sah 
so windschief aus den Augen, daß mir irgend etwas sengerich 
roch; ich wußte nur noch nicht was. Hab's aber nachher 
erfahren. 
„warum haben Bergfeldts nicht fest zugesagt?" fragte 
ich. „Sie meinten, Stadtbahn sei zu ordinär!" — „Auch wenn 
wir damit fahren?" entgegnete ich scharf und fragte dann 
weiter: „Fährt denn Dein Emil mit uns?" — Sie schwieg. 
— „Oder fährst Du etwa mit Bergfeldts?" Abermaliges 
Schweigen. 
„Ich denke doch, daß der Bräutigam an solchem Tage 
seine Braut nicht allein läßt," bemerkte ich. — „Ich habe 
Emil nicht gesprochen!" erwiderte Betti. — „Dann frage 
ihn morgen früh." — „Vielleicht!" antwortete sie. — „was 
heißt das, vielleicht?" rief ich, „habt Ihr Euch erzürnt? — 
Seid Ihr böse mit einander?" — „Nein," erwiderte Betti 
ganz leise. ■— „Nun, also was denn? was giebt's? her 
aus mit der Sprache!" — „Nichts," flüsterte sie, und dann 
brach sie in lautes weinen aus und wollte reell ohnmächtig 
werden. 
Ich that Alles, was man in solchen Fällen thut, ich holte 
Eau de Tologne, ich machte ihr das Zeug auf, es war ihr 
ein bischen knapp, denn sie hatte sehr zugenommen, und 
kajolirte mit ihr herum, bis sie wieder zu sich kam. — „Nun 
sag' mir doch, was ist denn passirt?" fragte ich, „Deiner 
Mutter kannst Du doch wohl Alles vertrauen?" — „CD nein," 
rief sie aus. „Nein, nein, frage mich nicht, es ist zu 
schrecklich!"
	        

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