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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1893, II. Jahrgang, Nr. 1-53 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1893, II. Jahrgang, Nr. 1-53 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

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Zeitschrift

Urheber (Körperschaft):
Berlin
Titel:
Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin / Berlin
Weitere Titel:
Vorlagen für die Stadtverordneten-Versammlung zu Berlin
Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadtgemeinde Berlin
Erschienen:
Berlin 1933
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Erscheinungsverlauf:
1877-1933
Fußnote:
Enthält teilweise: Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am ...
ZDB-ID:
2906240-8 ZDB
Spätere Titel:
Vorlagen für die Ratsherren der Reichshauptstadt Berlin
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
Dewey-Dezimalklassifikation:
350 Öffentliche Verwaltung
Sammlung:
Staat, Politik, Verwaltung, Recht
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1928
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Fußnote:
Seite 33, 80, 123, 124, 364, 396, 444, 533, 534, 632, 633, 634, 683, 684, 698, 771, 776 fehlen im Original
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
Dewey-Dezimalklassifikation:
350 Öffentliche Verwaltung
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-11234224
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Staat, Politik, Verwaltung, Recht

Beilage

Titel:
Anlage: (339), Vorlage, welche den Zeitungen nicht mitgeteilt ist, 13. April 1928

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  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1893, II. Jahrgang, Nr. 1-53 (Public Domain)
  • Nummer 1, 2. Januar 1893
  • Nummer 2, 9. Januar 1893
  • Nummer 3, 16. Januar 1893
  • Nummer 4, 22. Januar 1893
  • Nummer 5, 29. Januar 1893
  • Nummer 6, 5. Februar 1893
  • Nummer 7, 12. Februar 1893
  • Nummer 8, 19. Februar 1893
  • Nummer 9, 26. Februar 1893
  • Nummer 10, 5. März 1893
  • Nummer 11, 12. März 1893
  • Nummer 12, 19. März 1893
  • Nummer 13, 26. März 1893
  • Nummer 14, 2. April 1893
  • Nummer 15, 9. April 1893
  • Nummer 16, 16. April 1893
  • Nummer 17, 23. April 1893
  • Nummer 18, 30. April 1893
  • Nummer 19, 7. Mai 1893
  • Nummer 20, 14. Mai 1893
  • Nummer 21, 21. Mai 1893
  • Nummer 22, 28. Mai 1893
  • Nummer 23, 4. Juni 1893
  • Nummer 24, 11. Juni 1893
  • Nummer 25, 18. Juni 1893
  • Nummer 26, 25. Juni 1893
  • Nummer 27, 2. Juli 1893
  • Nummer 28, 9. Juli 1893
  • Nummer 29, 16. Juli 1893
  • Nummer 30, 23. Juli 1893
  • Nummer 31, 30. Juli 1893
  • Nummer 32, 6. August 1893
  • Nummer 33, 13. August 1893
  • Nummer 34, 20. August 1893
  • Nummer 35, 27. August 1893
  • Nummer 36, 3. September 1893
  • Nummer 37, 10. September 1893
  • Nummer 38, 17. September 1893
  • Nummer 39, 24. September 1893
  • Nummer 40, 1. Oktober 1893
  • Nummer 41, 8. Oktober 1893
  • Nummer 42, 15. Oktober 1893
  • Nummer 43, 22. Oktober 1893
  • Nummer 44, 29. Oktober 1893
  • Nummer 45, 5. November 1893
  • Nummer 46, 12. November 1893
  • Nummer 47, 19. November 1893
  • Nummer 48, 26. November 1893
  • Nummer 49, 3. Dezember 1893
  • Nummer 50, 10. Dezember 1893
  • Nummer 51, 17. Dezember 1893
  • Nummer 52, 24. Dezember 1893
  • Nummer 53, 31. Dezember 1893
  • Farbkarte

Volltext

Verliner Sllustrirle Zeitung. 
j 3 4 venn man in einer Uferstraße au einer Brücke hüben 
Der neue Reichsschatzsekretär. ind drüben den Verkehr abgeschnitten uͤgeh Aui 
(Zu dem Portrait auf 8. 2.) ie Frage: warum? erhält der Unwissende die Ant⸗— 
———— verh di 7* —Ax 1— so ist es. 
F die beiden Brückenhälften thürmen sich in der Mitte 
Hag von, Maltzahn⸗zGültz. der bisherige Reichs⸗ och gegeneinander auf und schiebt sich 
28 schatzsekretär ist, dem Cinflusse des preutischen hwersallig ein hochbeladener Spreekahn hinweg. 
Finanzintiristers Miquel weichend, pon seinem Posten is dann die Brücke wieder zusammensinkt und die 
rxückgetreten. Und während alle Welt sich die üben und drüben angestauten Menschen- und 
Zöpfe darüber zerbrach, wer wohl sein Vachfolger vagenschwärme darüber hinwegfluthen. Wie ge⸗ 
verden würde und die Kombinatlionspolitiker bald igh das alles: die Bruͤcke in ihrer primitiven 
nit diesem, bald mit jenem Namen vortraten, dessen ZIudart. das Häushen des Brückenwätters und 
kräger ihrer Wahrscheinlichkeit nach, am meisten ieser selbst, er nnern an die Kleinstadt. Brücken- 
lussicht hatte, den leer werdenden Posten auszufüllen, erd wird freilich innerhalb der Vannmeile nicht 
vurde mit einemmal alle Welt durch die erfolgte ehr erhoben, seitdem auch die chemalige „Sechser⸗ 
Ernennung einer bisher völlig außer Frage gce wücke“ seligen Angedenkens zu den Todten ge— 
tandenen Persönlichkeit zum Reichsschatzsekretär über- vorfen ist. 
ascht. Der Kaiser, welcher bekanntlich die Ueber— Die hervorstechendste Erscheinung auf der Spree 
aschungen Jiebt, hat den bisherigen Landeshaupte ind dem Landwehrkanal ist die „Zille“, jenes un— 
nann der Provinz Posen, den Grafen Arthur Adolf cfüůge. hölzerne Fahrzeug, welches der Reichshaupt— 
„on Posadowsky-Wehner an die Spitze der Reichs⸗ jadt Obst und Breunmateriglien, Kalk- und Ziegel⸗ 
inauze Verwaltung berufen eine heranführt. Außerhalb der Stadt kann sich 
Graf von Posadowsly⸗Wehner enistammt einer die Zille auch den Wind nutzbar machen — nwötä 
alten evangelischen Familie vom schlesischen Uradel, dend, wenn er nicht, „streikt“ innerhalb der Stadt 
r ist am 8. Juni 1815 zu Große Glogau als jüngster ber muß die Menschenkraft allein das Fahrzeug 
Zohn des 1878 perstorbenen preufzischen Oberlandes Irtbewegen. Mit gegen, die Schultern gestemniten 
Zerichtsraths Grafen Adolf Posadowsly geboren, angen Stangen treibt die Schiffsmannschaft: der 
vandie sich früh nach Beendigung sciner juxistischen gZesttzer der dille und der Knecht — wenn's hoch 
Studien, der Landwirthschast zu, wurde nach Abe ommt, sind es auch zwei — das Fahrzeug, es 
zung der grotzen Staatsprüsung im Jahre 1878 leichfam unter den Füßen fortschiebend, vorwärts 
dandrath des Kreises Wongrowitz im Regierungs- Zas iist eine gar mühselige und langwierige Arbeit, 
bezirk Bromberg und war von 1877 bis ‚1886 Lande oppelt anstrengend, wenn es Stromaufwaͤrts geht. 
ralh des Kreises Kröben im Bezirk Posen. Hier und auf den Schullern der Spreeschiffer hat sich 
zeichnete er sich dermaßen aus, daß er von den enn auch durch den andauernden Druck der da— 
Provinzialständen zum Direktor der damaligen proe egen gestemmten Stangen eine förmliche Hornhaut 
zinzialsiändischen Verwaltungs-Kommission zu Posen ebildel. 
rwahlt wurde, welche Stelle dann nach and nadh Ein reges Leben entwickelt sich Sommerüber in 
zu der eines Landesdireklors und seit 1888 eines den verschiedenen „Häfen“, Man beachte nur ein— 
dandeshauptmanns umgewandelt worden ist. In nmal zu dieser Zeit die Entladestellen am Hafenplagz 
dieser Stellung, die er also seit jetzt nahezu neun m VLaufe des Landwehrkanals. An hundert und 
Jahren bekleidet, hat Graf Posadowsky sich bisher gehr der langgestreckten Kähne liegen hier vor 
in hervorragender Weise bewährt. Er erfreut sich inker. Dort, wird von Dampfkrähnen, von Maschi— 
wegen seiner umfassenden Kenntnisse, seines Bere issten in drehbaren Thürmen bedient, in eisernen 
waltungstglentes, seiner strengen Sachlichketit und asten der Kälk aus den damit beladenen Kähnen 
einer liebenswürdigen Umgängsformen in der aporgewunden und der Inhalt auf der anderen 
Janzen Provinz Posen eines ñusgezeichneten Rufes, zeite gleich in die bereit stehenden Kastenwagen 
Hraf Posadowsty ist seit Jahren politisch niht schüttet. Hier werden auf schwanken Bohlen, die 
hervorgetreten; er hat aber in der Zeit von 1882 ie Verbindung der Kähne mit dem Ufer vermitteln. 
his 1885 dem preutzischen Abgeordnetenhause angee nn welchem eine förmliche Wagenburg aufgepflanz 
zört und war Mitglied der freikonservativen Parlei. eht, Mauersteine in unendlicher Fülle ausgekarrt 
Es muß abgewartet werden, ob er nur die rechte dort wieder Breunmatexialien: Holzkloben und Torf, 
dand Herrn Miquelns sein wird oder wit selbste zin reges, vielgeschästiges Treiben. Bar hart 
dändigen Ideen sich eine selbstständige Stellung earbeitet wird hier, die physische Kraft feiert ihre 
chaffen wird. Vorlaͤufig nehmen die Politiker aller riumphe. 
Parleien zu ihjm eine abwartende Stellung ein. Mu dem Einbruch der Dunkelheit wird es dann 
lisl. Aus den kleinen eisernen Röhrenschornsteinen 
er grün angestrichenen Kabinen mit den winzigen, 
veiß umrandeten, vergitterten Fensiern zu beiden 
Zeilen, kräuselt bläulicher Rauch in dünnen Säulen 
ndie Abendluft hindus. Die Schifferssrau kocht 
ie Abendmahlzeit für Mann und Kncchte. Die 
dinder tollen auf dem Kahn umher, um die Wette 
nit dem ewig kläffenden Spitz, der nur selten auf 
ner Zille fehlt, bis es „Zubettgehenszeit“ ist. Und 
ann, wenn die bescheidene Abendmahlzeit einge— 
ommen, sitzt man noch lange auf dem Verdeck 
eieinander und unterhält sich von Kahn zu Kahn. 
die Männer rauchen ihr Pfeifchen und die schlür— 
nden Töne des „Schifferklaviers“, der Ziehharmo— 
ika, durchschwirren die Luft. Sie haben hier, 
imitten des über ihnen, auf den Brücken und 
ziraßen, fortwirbelnden Straßenlärmes der großen 
ztadt, ihre Welt für sich, eine engbegrenzte, gar be— 
heidene Welt. Die Schifferkaechte findet man wohl 
ahlreich in den umliegenden Budiken und Destilla— 
onen. 
Fuür die Bedürfnisse der die Stadt nur durch— 
iehenden oder nur für Stunden hier vor Anker 
egenden Schiffer sorgt der Wasserbudiker. Das 
dein Mann 'in blauer Schürze wie seine Kollegen 
uf dem „Trockenen“, der sein kleines Boot selbst 
uüdert und an allen Kähnen, auf denen man ihn 
ünscht, anlegt. Er ist der Mann für Alles. In 
rinem Kahn sindet sich ein Fäßchen Schnaps, Ta⸗ 
ak und Cigarren, Wurst und Käse und Speck, Näh— 
adeln und Zwirn und Stricknadeln für die Frauen. 
das Gekaufte wird in einem Korbe über Bord ge— 
zunden und auf demselben Wege folgt das Geld. 
Mitunter veranstaltet auch die Stadimission an 
zonntagen Gottesdienste für die Spreeschiffer. Wo 
hrer mehrere vor Anker liegen, da kommt wohl das 
Zort Gottes in Gestalt eines Stadtmissionars zu 
hnen und faßt auf dem mittelsten Kahn Posto. Um 
hun herum anf den anderen Zillen die Schiffer und 
es was zu ihnen gehört: Männer, Frauen und 
dinder. Da predigt'er ihnen dann das Evange— 
jum des Sonnlages, möglichst kurz und so erbau— 
ich, wie er es eben kaun Und an den Ufern und 
iuf' der Brücke sammelt sich das neugierige Volk 
zon Berlin, um diesem seltsamsten aller Gottesdienste 
n der Reichshauptstadt beizuwohnen . .. 
In nmuerer Zeit sieht man öfter eiserne Schlepp— 
»ampfer auf den Berliner Wasserstraßen, zum großen 
deidwesen der Umwohner, die bei ihrem Nahen 
Fuf Perliner Wasserltraßen. 
(Nachdruck verboten.) 
—* Bedeutung der Berliner Wasserstraßen für 
Wedas kommerzielle Leben der Reichshaupistadt 
childern zu wollen, das könnte einer berufenen 
Feder überlassen bleiben, wenn diese Bedeutung nicht 
sn die Augen springend wäre. Weit entfernt, daß 
seit Enistehung der Eisenbahnen der Waarenverkehr 
zu Wasser abgenommen häitte, hat er sich mit dem 
Anwachsen der Reichshauptstadt in steigender Linie 
rufwärts bewegt und würde sich noch mehr ent⸗ 
vickelt haben, wenn ihm nicht durch burecaukratische 
Engherzigkeit mancherlei Hindernisse in den Weg 
gelegt worden wären. Äber die wirthschaftliche 
hedeutung der Berlin durchziehenden Wasserstraßen 
vollen wir, für heute wenigstens, nur andeuten, 
nicht erschöpfend behandeln, nur, das Leben und 
Treiben aus dem Wasser wollen wir schildern. Auch 
es hat seine interessanten Seiten, wenn es sich auch 
n ruhigeren Formen bewegt, als das Leben oben 
auf den steingepflasterten Straßen. 
Reben der Spree ist es der die Stadt von Süd 
rach West durchziehende Landwehrkanal, der dem 
Waarenverkehr zu Wasser nutzbar gemacht ist. Es 
nuß anerkannt werden, daß die Sitrombauverwal—⸗ 
ung diesen innerhalb der Stadt gelegenen Wasser⸗ 
wegen alle mögliche Sorgfalt angedeihen läßt. 
Solide Granilummäuerte Böschungen säumen den 
Lauf derselben allenthalben ein; ein breiter, meist 
nit Bäumen besetzter Rasenstreifen treunt dieselben 
hon den oben gelegenen Straßen, so daß sich 
die meisten Uferstraßen zugleich auch als Prome- 
raden darstellen, denen auch die Rirbebänke nicht 
ehlen. 
Noch vor einem Jahrzehnt waren viele der Ver— 
tehrsreichsten Brücken aus Holz gebaut, während 
jehßt weilaus die Mehrzahl in solidem Material, 
granit- oder Sandstein ausgeführt ist. Nicht wenige 
davon tragen einen monumentalen Charalter, so 
daß die deutsche Reichshaupistadt in puneto Brücken 
ich wahrlich sehen lassen kann. Die daneben noch 
hestehenden hölzernen Brücken wirken freilich gegen 
hre modernen Schwestern um so primitiver. Und 
man glaubt sich in irgend eine Kleinstadt versetzt, 
chleunigst die Fenster schließen. Denn ihre, Spur 
ennzeichnet eine Wolke schwarzen, übelriechenden 
Rugaims, der dem gedrungenen eisernen Schlote 
entströmt. Meist schleppen sie die kollossalen, weit 
usgebuchteten Mörtelkähne durch den Kanal. 
Wie der Feuerwehr oben auf den Straßen alles 
rusweichen muß bei ihrem Nahen, so auch auf den 
Berliner Wasserstraßen einem kleinen zierlichen 
Ddampfer, an dessem Stern eine Flagge: im weißen 
Felde den preußischen Adler zeigend, weht und der 
nit einigen Mänüern in dunkler Polizeiuniform 
»emannt' ist: der Polizeidampfer mit der Strom— 
dolizei. Auch auf dem Wasser wacht das Auge der 
Jeiligen Hermandad. Der Spreeschiffer athmet er— 
eichiert auf, wenn das flinke Fahrzeug seinem 
Besichtskreis entschwunden ist ... 
Mit dem Einbruch des Herbstes nimmt das Leben 
auf den Wasserstraßen Berlins mehr und mehr ab, 
his es dann mit dem ersten Frost gänzlich erftirbt, 
im erst mit den ersten laͤuen Lüften wieder sich zu 
ntfalten. Der Spreeschiffer überwintert in seinem 
jeimalhlichen Dorfe, der wohlverdienten Ruhe sich 
rfreuend. Nur darf diese Ruhe nicht zu lange 
vähren, das heißt: der Winter muß sein wie die 
Predigt des Siadtimissionars: kurz und erbaulich. 
Denn der Winter ist für den Schiffer nicht nur eine 
Zeit der Ruhe, sondern auch, in Verbindung damit, 
ine Zeit des mangelnden Verdienstes. Und wenn 
es dann in den Zeitungen heißt; die Spreeschiff⸗ 
'ahrt ist wieder eroͤffnet, dann weiß man in Berlin, 
daß der Frühling nicht mehr weit ist. 
Im Foͤmiralsgarten-Pao. 
(Zu unserem Bilde auf 5. 9 
—R 30 Grad im Schatten. Im Redaktione⸗ 
Zimmer ebensoviel. VDie Bekleidung der An— 
vesenden so primitiv wie möglich. Es geht ein 
zroßes Seufzen und Stöhnen rings im, Kreise 
jserum, nur ein Thema wird in allen möglichen 
Tonartien kommentirt und variirt: die Hitze. Und 
nan kam einstimmig darin überein: daß sie, die 
zitze, hier nicht mehr „schön“ sei, es aber desto 
chöner wäre, wenn man sich jetzt kopfüber in ein 
Bad stürzen könnte. 
Da biachte der Briefträger eine Zeichnung, die 
die Sehnsucht der schwitzenden Männer nach Ab— 
zühlung eher vermehrie als verminderte. Ein jeg— 
icher unter ihnen stand die Dualen eines Tantalus 
rus. Denn das Bild siellte das Schwimmbassin 
»es Admiralsgartenbades dar, und eine Anzahl 
heils jüngerer, theils älterer Hercen bewegte sich 
nit sichtbarlichen Behagen in dem fenchten Element. 
Dann aber wurde die Frage aufgeworfen, ob 
nan das Recht habe, die Mysterlen eines Schwimm⸗ 
zassins — und wenn auch nur eines solchen für 
herren — im Bilde an die Deffentlichkeit zu zerren. 
Vas würden die schönen Leserinnen dazu sagen? 
dun, wie aus dieser Nummer ersichtlich, schlug diese 
insicht nicht durch. Denn der Zeichner hat seinen 
ziguren alles irgendwie reizwvolle genommen — er 
estritt übrigens energisch, die Wahrheit irgendwie 
vertuscht“ zu haben; er könne nicht dafür, wenn 
m Admiralsgarten-Bade keine Antinousse baden — 
o daß wahruuch bei ihrem Anblick kein Frauen- und 
Nädchenherz höher schlagen wird. Und, so führen 
bir unseren Lesern denn getrost das Bild vor, in 
»er Hoffnung, daß, wenn es ihnen vor die Augen 
— 
zangenheit angehört. 
Beidieser Gelegenheitsei darauf aufmerksam gemacht, 
daß der Verwaltung des Admiralsgarten-Bades, der 
zroͤßten und besteingerichteten Anstalt Berlins, das 
Zerdienst zufällt, daß man seit einigen Jahren auch in 
zerlin Soolbäder nehmen kann, ohue sich mit 
„urrogaten behelfen zu müssen. Im Jahre 1887 
aufte die Gesellschaft ein neben ihrem Stammhausce 
n der Friedrichsiraße gelegenes 301) Ruthen grofßzes 
Zztück Parzellenland, und veranstältete dort cine 
iefbohrung mittelst artesischen Brunnen nach Soole. 
der Versuch gelang über Erwarten. In einer Tiefr 
on 250 Meter stieß man auf eine kräftige, ergiebige 
s5oolquelle, welche in starkem Ausfluß frei zur Erd— 
berfläche einporströmte. Die Gesellschaft sah sich 
cranlaßt, daraufhin auch, an anderen Stellen der 
Zliadt Versuche anzustellen und so enlstanden die 
sachstehenden Filialen: Kaiserin Victoria-Quelle, 
Ilexander-Plaß; Louisen-Quelle, Oranien-Platz 
Martha⸗OQuelle, Friedrichstraße; Bonifacius-Quelle, 
zdützowstraße; Paul J.-Quelle, Paulstraße und 
Maärien-Ouelle am Wedding. Alle diese Baulen 
ind praktisch und elegant zugleich eingerichtet. Die 
Soolquelle in der Friedrichsträße liefert allein täglich 
gegen boo Bäder für alle Heilbedürstigen. 
Professor Fresenius in Wiesbaden hat die Ber— 
iner Sodle wie folgt analysirt: auf 100 Theile 
Wasser kommen 26,717Kochsalz, beinahe doppelt so 
»iel, als bei der Kreuznacher Quelle. Auch der 
Inhalt an Chlorcalium, Chlormagnesium, Brom ꝛc. 
lehl den bekanntesten derartigen Quellen nicht nach.
	        

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