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Der Steinarbeiter (Public Domain) Ausgabe 1.1897,1 (2.Okt.) - 1.1897,13 (25.Dez.) (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Inhaltsverzeichnis: Der Steinarbeiter (Public Domain) Ausgabe 1.1897,1 (2.Okt.) - 1.1897,13 (25.Dez.) (Public Domain)

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Zeitschrift

Urheber (Körperschaft):
Berlin (West). Senat
Titel:
Dienstblatt des Senats von Berlin
Unterreihe:
Teil 1, Inneres, Finanzen, Justiz
Weitere Titel:
Dienstblatt des Senats von Berlin / Inneres, Finanzen, Justiz
Dienstblatt des Senats von Berlin / Personal und Verwaltung, Rechtswesen
Erschienen:
Berlin 1990
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2021
Erscheinungsverlauf:
1951,13-1990,10
Fußnote:
Sachliche Benennung 1951,13-15: Personal und Verwaltung, Rechtswesen
ZDB-ID:
3061620-7 ZDB
Frühere Titel:
Dienstblatt des Magistrats von Berlin. Teil 1, Personal und Verwaltung, Rechtswesen
Dienstblatt des Senats von Berlin. Teil 2, Finanzen
Spätere Titel:
Dienstblatt des Senats von Berlin. Teil 1, Inneres, Finanzen, Justiz, Wirtschaft
Berlin:
B 767 Staat. Politik. Verwaltung: Senatsbehörden. Magistratsbehörden. Landesbehörden
Dewey-Dezimalklassifikation:
350 Öffentliche Verwaltung
Sammlung:
Staat, Politik, Verwaltung, Recht
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1987
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2021
Berlin:
B 767 Staat. Politik. Verwaltung: Senatsbehörden. Magistratsbehörden. Landesbehörden
Dewey-Dezimalklassifikation:
350 Öffentliche Verwaltung
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15434911
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Staat, Politik, Verwaltung, Recht

Ausgabe

Titel:
Nr. 3, 23. Januar 1987
Erschienen:
, 1987-01-23

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  • Der Steinarbeiter (Public Domain)
  • Ausgabe 1.1897,1 (2.Okt.) - 1.1897,13 (25.Dez.) (Public Domain)
  • 2. Oktober 1897, Nr. 1
  • 9. Oktober 1897, Nr. 2
  • 16. Oktober 1897, Nr. 3
  • 23. Oktober 1897, Nr. 4
  • 30. Oktober 1897, Nr. 5
  • 6. November 1897, Nr. 6
  • 13. November 1897, Nr. 7
  • 20. November 1897, Nr. 8
  • 27. November 1897, Nr. 9
  • 4. Dezember 1897, Nr. 10
  • 11. Dezember 1897, Nr. 11
  • 18. Dezember 1897, Nr. 12
  • 25. Dezember 1897, Nr. 13
  • Farbkarte

Volltext

Dolomit), Duftstein, dann Savanuieres, Carrara 
marmor, Salzburgermarmor ꝛc. Brustbeklemmungen, 
Aratzen im' Halse und der Luftröhre, kommen hier nicht 
zu sehr in Betracht, was jeder Praktiker an sich selbst 
mpfindet. Die Lebensdauer der Steinmetzen ist auch 
eine etwas längere, in Gegenden wo solches Matexiad 
bderarbeitet wird. Weit schädlicher sind nun sämmtliche 
Sandsteine ohne Ausnahme, und die Statistik der In— 
duftriebezirke, mit nur Sandstein Verarbeitung, giebt uns 
ein grauenhaftes Bild von der Wirkung dieses Materials, 
auf den menschlichen Organismus. Der Granit würde 
zei diesen Abhandlungen wahrscheinlich zwischen Ersteren 
Kalkstein) und diesen (Sandstein) zu stehen kommen. 
Ausnahmen allerschlimmster Gattung sind: Der 
rothe Sandstein, welcher die Steinmetzen Unterfrankens 
dezimirt, und zwar in einer Weise, daß sich der Land— 
agsabgeordnete (Bürgermeister Keßler von Lahr) ver— 
anlaßt fühlte, an die bayerische Regierung die Bitte 
zu richten, sie möge Maßregeln ergreifen, um der 
zroßen Sterblichkeit der Steinmetzen Unterfrankens Ein, 
zalt zu thun. Das Resultat war — ein Sanatorium. 
Der Neckar-Denzlinger, d. i. der Stein von 
welchem das neue Münchener Rathhaus (Hauptfaçade) 
gefertigt wurde, und der Ulmer Münster. Vom ersieren 
Bau kann man sagen, daß sehr wenige, der dort be— 
chäftigt gewesenen Steinmetzen, länger als ein paar 
Jahre die Fertigstellung desselben überlebten Letzterer 
hat auch eine sehr große Zahl Steinmetzen in die Grube 
gebracht, fast durchweg jüngere Leute. 
Der in früheren Jahren, speziell in Regensburg 
und Umgegend. in Verwendung gekommene sogenannte 
Irlbacher Sandstein, scheint jetzt nicht mehr in 
Gebrauch zu kommen, ist auch kein Schaden, denn der— 
jelbe raffte die betreffenden Arbeiter schon in der Lehr— 
ingszeit oder aber bald nachher hinweg. 
Burgprepacher ist auch eine unter Steinmetzen 
sehr gefürchtele Sorte, und wird größtentheils in den 
dortigen Brüchen verarbeitet. (nördl. Bayern.) 
Von den Gesundheitsverhälmissen der dortigen 
Sieinarbeiter ist iedoch nicht Näheres bekannt, soviel 
nan erfahren konnte, leben dieselben in größler Ab— 
hängigkeit ihrer Unternehmer. bei einem Lohn von 
äglich 153 Mk. und unbeschränkter Arbeitszeit. 
Alle diese vorgenannten Sorten werden aber noch 
übertroffen von dem sogenanuten Bremerstein (Ober— 
kirchner), der unter den dortigen Steinmetzen aufräumt, 
wie ein rauher Herbstwind unter den Sommerfliegen, 
und es ist schrecklich, welche Menge Frauen und Kinder 
zurch diesen Würgengel ihren Ernährer verlieren; und 
welche Summen Elend und Noth durch dieses aräßliche 
Material aufgehäuft wird. 
Die dortigen Schwindsuchts-Kandidaten stellten 
züngst, um einigermaßen ihre traurige Eristenz zu ver— 
hessern, einige bescheidene Forderungen, wurden aber von 
den Unternehmern brutal zurückgewiesen, pochend auf 
hre Macht und um des heiligen Profits willen. Ja 
ogar die Organisalion wollten sie sprengen, damit die 
netreffenden Arbeiter ja nicht später einmal in die Lage 
rommen sollten, wieder Forderungen zu stellen und fie 
am Ende gar durchzszusetzten, 
Und diese Meister und Unternehmer nennen sich 
Menschen, diese Herren leben aber auch in dem Jahr— 
jundert der sogenannten Humanität. Während in ganz 
Deutschland Vereine zur Bekämpfung der Schwindsucht 
entstehen, wird sie von diesen Anchmenschen in ihren 
Machtkreisen immer mehr gefördert. 
Man sieht also, zur Bessergestaliung unserer Lage 
müssen wir selbst, jeder einzele, Hand anlegen, um, durch 
planmäßiges Vorgehen in der Organisation Schritt für 
Schritt unseren wirthschaftlichen Geanern Vortheile ab— 
zuringen. 
Daß dieser Kampf auf gewerkschaftlichem Gebiete 
nicht immer rosiges mit sich bringt, davon weiß mancher 
Kollege ein Lied zu singen, aber es kann und darf uns 
nichts abhalten auf der einmal beschrittenen Bahn weiter 
zu gehen, bis unser vorgestecktes Riel erreicht ist: Ein 
nenschenmürdiges Dasein! 
Korrespondenzen. 
Achtung Steinarbeiter! 
In Speier am Rhein legten die am Kirchenbau 
zeschäftigten Steinarbeiter die Arbeit nieder, die Bau— 
eitung versuchte eine 10 5 Lohnreduzirung vorzunehmen. 
Auf das Vorgehen einer Kommission sah die Banuleitung 
bon 10 95, ab, beharrte aber bei einer 5 4 Lohn— 
reduzirung. Zu bemerken ist, daß die sogenannten Winter— 
greise bereits eingeführt sind und die Kollegen den Abzug 
von den schon sehr niedrigen Löhnen sich nicht geiallen 
assen wollen. 
Von Sulzfeld in Baden wird uns telegraphisch 
gemeldet, das 40 Steinarbeieer die Arbeit 
giedergelegt haben. 
Die am Kirchenban in Friedberg in Hessen be— 
ichäftigt gewesenen Steinarbeiter haben die Bauleitung 
vegen plötzlicher Arbeitsentlassung verklagt und ist die 
dlage als begründet anerkannt, es wurde den Kollegen 
dor gehttägide ortsübliche Lohn zunesnprochen mamit uch 
zie Kollegen nicht zufriedengeben und werden den vollen 
4tägigen Lohn beanspruchen. 
Herr Karl Walter, Steinmetzmeister, theilt uns mit, 
reersuche die Steinmetzen, welche bei ihm nicht nach 
Tarif bezahlt bekommen haben, ihre Ansprüche bei der 
ẽrfurter Tariskommission geltend zu machen, und ver— 
oflichtet sich, das doppelte der Differenz nachzuzahlen, 
wvelches wir natürlich anerkennen müssen. Also damil 
väre für uns die Sache erledigt. 
Sonderbare Begriffe über die individuelle Freiheit 
eines jeden Menschen muß die Direktion der Ober 
rirchener Sandsteinbrüche. haben, denn Derjenige, 
velcher mit dem gemaßregelten Vertrauensmann spricht 
»der gar ihn in seiner Wohnung besucht, hat unver— 
üglich seine Enilassung zu erwarten. Immer so weiter 
ind unsere Organisation dort nimmt bald festere Gestalt an. 
Im Ganzen ist Zuzug von Speier, Sulzfeld 
ind Umgegend und den Oberkirchner Sandsteinbrüchen 
ern zu halten. 
Die Sperre über den Werkplatz Müller in 
Hamhburaq dauert fort. 
Die Vertraueusleute der einzelnen Orie 
verden ersucht, jeut ihr Konto vonm Ort für 
dieses Jahr zu begleichen, damit die Jahresah— 
echnung pünktlich erfolgen kann. 
Da noch ein größerer Marken-Bestand für den 
Heneralföonde porhanden ist, wird eine Neuheraus— 
sabe von Marten Ende März 1898 erfolgen können. 
Da während der Zeit vom L.--8. Januar 
Inventur und Abrechnung stattfinden wird, wird kein 
Malterial in der Zeit versandt, und haben sich die Ver— 
rauensleute hereits vorher mit dem nöthigen Maicrial 
zu versehen; auch wird nur während der oben 
rungeführten Zeit die allernothwendigste Kor— 
espondenz geführt werden. 
Die Empfangsbescheiniqungen sind sofort 
rach hier einzusenden. 
Im Anschluß hieran muß noch besonders hervorge 
zoben werden, daß die statistischen Orisfrage- 
»ogen ausgefüllt, unverzüglich an deu Geueral— 
tatistiker Hirtmann, Rirdorf-Berklin, Rosen— 
traße 22 eingesandt werden müssen, sonst 
eheu wir uns genöthigt, daß diejenigen Orte 
»esonders im „Steinarbeiter“ veröffentlicht 
verden, welche die Statistik als ein üher— 
lüssiges Möbel hetrachten 
Für die englischen Maschinenbauer sind weitere Voträge 
eingegangen: Ein Arbeitgeber Verlin 10, —: Deutmanns— 
»orf 805: Tresden 5. Rate 100,—: Berlin 11 Marmor— 
irbeiter 22—4593 Erimmitichau 5. —2: Aachen 450: öln 
Marmorarbeiter) 16, —: Tresden 6. Rate 1124 —23 Ham— 
zrurg J2. Rate 50.—: Berlin 180. — Vit. In Rr. 11 bereits 
zrlittirt J60, 4A— Mitn Summa 457641 Nt. 
Als 5. Rate nach London gesandt 153205—4 Mie Im 
GGanzen henrdt 4260002414 
* 
Ouittung 
uber die vom 1—--14. Tezember 1847 bei der Geichättsleituno 
eingelaufenen Gelder. 
Hof Beitrag 7,70, Einbanddecken 3.—. Broschuren 1,60 
Breitenbach, Beitrag 30, —, Streikfonds 15,—2: Sulszfeld 
n Baden, Broschüure 5—, Gesetzbücher 380: Offenburg 
Leitrag 15.-25 Streiffonds 10, —, Stembel 2,—, Teckel 3.5 
Buchf. 3.75; Tepliß, (Boöhmen) Gesch. d. Org. 1843 Reichenbachk 
m Vogtland, Broschure 1004; Annaberg im Erzgebirge 
Veitrag 20. —: Wunstedel Beitrag und Deckel 16550; Berlim] 
Broschure und Einbanddecken 15,—2: Kophenhagen durck, 
Brebe, 10 Geschichten der Organisation geb. 15,80; Celle 
Beitrag 10, —, Streikfonds 5.25, Broschüre 5,542: Lübeck 
Beitrag 20,.-2: Wetter a. Ruhr 4503 Augsburg, Beitrag 
10, —: Onppach, Beitrag 50,—, Streikfonds 20,4 Einband— 
decken 240: Aachon, Deckel 3.2, Vuchtührung 53.225, Stempe! 
3,—: Köln a. Rh. Marmorarb. Streikfonds 10,25, Tecke! 
2.550: Dresden, Beitrag BO enbero i, Zch weitrac 
253,. — Mt 
Mit kollegialischem Gruß 
Die Geschäftsleitung der Steinarbeiter Deutschlands 
J. A.: Paul Mitschke, 
Rirdorf-Berlin. Steinmeßsiraße 14 
Quittung 
iber die bei der Erpedition des „Steinarbeiter“ ein— 
gegangenen Gelder in der Zeit vom 1. bis 14. Dez. 1897 
Hof in Boyern 3.,.60; G6Görlitz 11.20:. Sulz— 
eld 33,15; Mehle, Osterwald und Elze 22,40: Häs- 
icht in Schlesien 35,—; Hildesheim 9,60. Offen— 
zurg 8.3 Teplitz in Böhmen 6, —; Miühlhausen in 
Elsaß 14.25; Reichenbach im Voigtlande 2, ; Kaisers— 
autern 12,-20;: Straßburg i. Elsaß 42,90; Erfurt 12,75: 
Bensheim an der Bergstraße 6,80; Cassel 7,20. 
Lelle 1,10, Demis 24,550; Aachen 10,503 Rojstock in 
Veecklenburg 25,9053 Wandersleben 330. Berlin 
Plögers Platz 1,40 Moark. 
Alle Verbreiter werden ersucht, die zuge— 
andten Rechnungen baldmöglichst zu begleichen, 
o daß wir in der Lage sind, auch hier pünkt— 
iche Abrechnung erfolgen zu lassen und es ist 
iothwendig, bis zum 28. dieses Monats die Be— 
gheichung zu regeln, damit wir nicht in die unange— 
nehme Lage versetzt werden, mit Schuldnern zu thun 
zu haben folgedessen wir den Reftanten die weitere un— 
ellung versagen müßten 
Sollte eine Aenderung in der Abonnentenzahl zum 
l. Quartal eintreten, so werden die Vertreter ersucht 
uns rechtzeitig davon in Kenntniß zu setzen, geschieh 
zieses nicht, dann erfolgt die Zustellung in derselben 
Ztückzahl wie im letzten Quartal. 
Die Expedition. 
J. A.: Paul Mitschke, Rirdorf-Berlin Steinmetzstr. 14 
Alt Warthau. Die Harmonie, welche nach den 
Lersicherungen der Hirsch-Dunkerschen Gewerkvereinler, 
angeblich zwischen Kapital und Arbeit herrschen soll, 
pird recht drastisch durch solgenden Fall illustrirt. Die 
bei der Firma Zeidler und Wimmiel beschäftigten Stein— 
arbeiter Mandel und Peipert, wovon ersierer über 
25 Jahre, letzterer über ein Dutzend Jahre in diesem 
BHeschäft in Arbeit standen, erhielten am vorigen Sonn— 
abend ihre Entlassung, und zwar nicht etwa wegen 
Arheitsmangel, denn es wurden kurz vorher noch Leute 
eingestellt, sondern wahrscheinlich als Lohn dafür, daß 
ie ihre Knochen im Dienste des Kapitals abgerackert 
jaben und den Herrenihre Millionen verdienen halfen, 
„un wirst man sie, da sie selbstverständlich nicht mehr 
o leistungsfähig sind, auf die Straße. Ja, so sieht die 
Harmonie zwischen Kapital und Arbeit aus. Was 
üümmert es den Kapitalisten, was aus dem alten ab 
Jenützten Arbeiter wird, mag er doch auf der Straße 
»erhungern, stehen doch schon 10 andere bereit, um für 
den Kapitalisten mehr Werth zu schaffen, bis das, wenn 
hre Kräfte abgenützt sind, sie das Schicksal ihrer Vor 
zunger erreicht. Sache der Arbeiter muß es sein, au— 
Jewerfschaftlichem und politischem Gebiete sich fsest zu 
»rganiitiren, dann wird man dem Unternehmerthun⸗ 
energich eutgegentreten können. 
Alt Warthaus. In der General Versammlung des 
Verbandes deutscher Steinmetzgeschäfte (siehe Bericht in 
er. 11 des Sieinarbeilters) berichtete Herr Hesse-Berlir. 
iher Schlesien, daß dort die Sauferei am Platze sei 
. s. w. Wir fühlen uns nun veraufaßt, Herrn Hesse 
zu erwidern, daß er sich seine Informationen, den, 
Anichein nach, nicht hier geholt hat. Was Herr Heise 
iber Sauferei sagt. mag vielleicht vor O—10 Jahren: 
richtig gewesen sein, also in einer Zeit, als hier, wie 
iberhaupt im größten Theile Schlesiens, noch keine 
Organisation vorhanden war. Wie jedoch heute die 
Verhältnisse hier liegen, müssen wir die Worte; des 
Herrn Hesse als Unsinn erklären. Ausgenonzmen 
ratürlich, Herr Hesse erklärt es schon als Saufcrei, 
venn ein Arbeiter sich erlaubt, etwa eine Flasche Bier 
zu trinken. Wir können im Gegentheil gerade konsta— 
iren, daß, ije mehr unsere Organisation Fortschritte 
macht. die Arbeiter immer mehr zu dem Bewußl'ein 
fommen, daß üe wichtigere Aufgaben zu erfüllen haben. 
us sich eiwa zu betrinken: dies wird uns auch jcder 
ehrliche, mit den hiesigen Verhälmifsen vertraute Gegner 
»ffen zugestehen. Herr Hesse wünscht sich wahrscheinlich 
Zustände, wie sie in dem Bericht in Nr. 11 unter 
Hadernheim im Odenwald geschildert sind. Dies werden 
sich die hiesigen Kollegen allerdings nicht bieten lassen 
Im übrigen glauben wir, daß sich die hiesigen Unter 
nehmer nach den Zeiten zurücksehnen, als die Sauferei 
noch so am Platze war, denn damals zahlte mar 
Löhne, wie sie eben den Herren Meistern gesielen und 
von der Behandlung wollen wir nicht weiter sprechen 
es würde dies zu viel Raum beanspruchen. Um dann 
schließlich die Arbeiter wieder zu versöhnen, damit üe 
sich noch länger am Gängelbande führen ließen, spielte 
man ab und zu wohl jelber einmal den Freigebigen 
und förderte damit die Sauferei. Ja, meine Herren 
diese Zeiten sind wohl für immer vorbei. Was Herr 
Hessje dann weiter über die Hetzer sagt, so acceptirer 
wir gern den Titel, es zeigt dies, daß unsere Agitation 
von Erfolg war und wir geben ihm hiermit das Ver— 
prechen, daß wir tüchtig weiter hetzen werden. 
Crim mitschau. Am 1. Dezember tagte hier eine 
zffentliche Steinarbeiter-Versammlung. Zur Tarif— 
angelegenheit wurde beschlossen, unseren jetzigen Taris 
deizubehalten, jedoch die 10 pCt. zu verlangen, die wir 
bis jett unter dem Tarif gearbeitet haben. Es wurden 
drei Mann gewählt, welche mit den Meistern in Unter 
zjandlungen treten sollen. Ferner wurde beantragt 
wenn sich die Meister weigern, mit uns in Verhand— 
ung zu treten, denselben den Beschluß unserer heutigen 
Lersammlung zuzusenden. Sodann wurde über Uebel 
tande auf Werkplätzen geklagt. Bei Meister Thaler se 
überhaupt keine Frühstücksbude, nur ein altes Loch 
welches zum Aufbewahren des Werkzeuges benutzt wird 
darin müssen sich die Kollegen während der Pausen 
wihalten: desgl. bei Meister Bräutigam, wo nebenan 
Jleich der Abort steht. Es wurde beschlossen, mit einer 
Petition bei dem Stadtrathe vorstellig zu werden, um 
diese Uebelstände zu beseitigen. Da jetzt nur noch drei 
Organisirte hier arbeiten, wurden den englischen 
Maschinenbaunern 5 Mark aus der Kasse bewilligt. 
Als Vertrauensmann wurde Kollege Sesse auf eir 
peiteres Jahr gewählt. 
Deutmansdorf. Am 5. Dezember tagte im 
Rösler'schen Gasthause zu Plagwitz eine öffentliche 
Steinarbeiter-Versammlung. Zum 1. Punkt der Tages— 
rduunog Tarifongelegenheit mifrdo er weistrkfenrnifot—
	        

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