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Plenarprotokoll (Public Domain) Ausgabe 1974/75, 6. Wahlperiode, Band IV, 66.-93. Sitzung (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Plenarprotokoll (Public Domain) Ausgabe 1974/75, 6. Wahlperiode, Band IV, 66.-93. Sitzung (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

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Zeitschrift

Urheber (Körperschaft):
Berlin
Titel:
Bericht über die Gemeinde-Verwaltung der Stadt Berlin : in den Verwaltungs-Jahren ... / herausgegeben vom Magistrat der Stadt Berlin
Erschienen:
Berlin: Heymanns 1912
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Erscheinungsverlauf:
1829/1840-1906/1910
Fußnote:
Erscheint teils in 3 Teilen
ZDB-ID:
2903732-3 ZDB
Berlin:
B 765 Staat. Politik. Verwaltung: Verwaltungsberichte. Haushaltspläne
Dewey-Dezimalklassifikation:
350 Öffentliche Verwaltung
Sammlung:
Staat, Politik, Verwaltung, Recht
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1904
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Berlin:
B 765 Staat. Politik. Verwaltung: Verwaltungsberichte. Haushaltspläne
Dewey-Dezimalklassifikation:
350 Öffentliche Verwaltung
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-11092126
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Staat, Politik, Verwaltung, Recht

Kapitel

Titel:
III. Allgemeine Übersicht der gesamten Einnahmen und Ausgaben des Stadthaushaltes für die Etatsjahre 1895 bis 1900

Schnellzugriff

Schnellzugriff

  • Plenarprotokoll (Public Domain)
  • Ausgabe 1974/75, 6. Wahlperiode, Band IV, 66.-93. Sitzung (Public Domain)
  • Sach- und Sprechregister
  • Nr. 66, 24.01.74
  • Nr. 67, 14.02.74
  • Nr. 68, 28.02.74
  • Nr. 69, 14.03.74
  • Nr. 70, 28.03.74
  • Nr. 71, 25.04.74
  • Nr. 72, 09.05.74
  • Nr. 73, 30.05.74
  • Nr. 74, 16.06.74
  • Nr. 75, 20.06.74
  • Nr. 76, 27.06.74
  • Nr. 77, 03.07.74
  • Nr. 78, 04.07.74
  • Nr. 79, 13.07.74
  • Nr. 80, 26.08.74
  • Nr. 81, 26.09.74
  • Nr. 82, 10.10.74
  • Nr. 83, 24.10.74
  • Nr. 84, 14.11.74
  • Nr. 85, 21.11.74
  • Nr. 86, 28.11.74
  • Nr. 87, 04.12.74
  • Nr. 88, 05.12.74
  • Nr. 89, 06.12.74
  • Nr. 90, 20.12.74
  • Nr. 91, 16.01.75
  • Nr. 92, 23.01.75
  • Nr. 93, 20.03.75

Volltext

Abgeordnetenhaus von Berlin - 6. Wahlperiode 
87. Sitzung vom 4. Dezember 1974 
hier einzugehen. Welchen Eindruck viele in diesem Hause 
im Hinblick auf die Zielsetzung dieser Art von Begründung 
haben werden, das bleibe auch unkommentiert. 
Zum Anliegen der P.D.P. ist in erster Linie die Frage zu 
stellen, ob hier wirklich der richtige Ort für einen solchen 
Antrag ist. Aber zuvor einige ganz wenige andere Be 
merkungen: Eine inhaltliche Wertung dieses Vorgangs ist 
in der Tat — da stimmen wir alle auch mit Herrn Oxfort 
überein — außerordentlich schwer; schwer insofern, als es 
bei Rudolf Heß eben nicht um irgendeinen Strafgefan 
genen für die Deutschen geht. Das persönliche Schuldmaß 
von Rudolf Heß ist sehr, sehr groß. Fest steht, daß Rudolf 
Heß als erster neben Hitler in der NSDAP all die Taten, 
die diese „Bewegung“, wie sie sich nannte, einschließlich 
ihrer mörderischen Hilfsorganisationen begangen hat, voll 
mitzuverantworten hat. Seine Verurteilung in Nürnberg 
erfolgte auch aus heutiger Sicht zu Recht. Hierüber kann 
es keinen Zweifel geben. Die Frage, ob andere — die auch 
da in Spandau saßen — zu früh aus der Haft entlassen 
worden sind, mag sich manchem stellen. Das Maß an 
Schuld und Sühne ist riesig groß, und daher fallen die Ent 
scheidungen dazu schwer. Heß war bei den Nürnberger 
Gesetzen beteiligt; Heß trägt mit die Verantwortung dafür, 
was in den KZ’s an millionenfachem Mord vorgekommen 
ist. 
Es bleibt somit die Frage, ob wir — ein deutsches Lan 
desparlament, ein Parlament in Berlin, im Mittelpunkt der 
Geschichtsabschnitte — auch zeitlich und räumlich —, wo 
diese Taten geschahen und geplant worden sind, ob wir da 
auf die Alliierten einwirken sollen und können. Dies ist 
gewiß keine Frage politischer Opportunität, sie sollte es 
jedenfalls nicht sein. Es ist primär eine Frage des Rechts, 
auch — das bestreite ich Herrn Oxfort gar nicht — der 
Menschlichkeit. In der Tat sind solche Bedingungen der 
Haft ungut und zu kritisieren, scharf zu kritisieren. Aber 
von hier aus dort eingreifen zu wollen, das hieße, ein Stück 
deutscher Geschichtsschuld auch leugnen zu wollen. Eine 
Antwort qua Institution eines deutschen Parlaments, qua 
Mehrheitsabstimmung in einem Berliner Parlament — ich 
glaube, das hat größere Probleme, als sie bisher hier for 
muliert worden sind. 
Eine zusätzliche Bewältigung der Vergangenheit mit 
einer Abstimmung über die Haftbedingungen von Rudolf 
Heß ist ein Stück, das an sich nicht zu schreiben ist, das 
Probleme zu weit offen läßt. Menschlichkeit? — Ja, aber 
hier überwiegt dann das politische Signal. Es gibt eine 
„Preiheit-für-Hcß-Welle“, für jenen Mann, der eben „das 
Gewissen des Führers“ gewesen ist, und der sich so nennen 
ließ, und eine Menge eben von daher auch zu seiner Be 
urteilung gelten lassen muß. Von den einzelnen Äußerun 
gen Nachsichtiger in der Außenwelt und auch bei uns, die 
sagen; „Das ist dort so, daß man ihn herauslassen sollte“, 
braucht man sich gar nicht besonders zu distanzieren. Ich 
finde aber, wir sollten hier in Berlin dieses Signal für eine 
solche „Freiheit-für-Heß-Eewegung“ unter politischer 
Rücksicht nicht setzen. Und daher bitte ich Sie, den Antrag 
zurückzuziehen. 
Es gibt viele, sehr viel mehr vielleicht, Herr Oxfort, als 
wir uns in dem Augenblick, in dem wir an die Haftbsdin- 
gungen denken, klarmachen, die eine Begnadigung oder 
einen Appell als eine unerträgliche Herausforderung emp 
finden müssen. Ich denke nicht nur an die jüdische Ge 
meinde, ich denke nicht nur an die Verfolgten des NS-Re- 
gimes, sondern eben auch an viele andere. Die Zeit ist noch 
gegenwärtig; die Menschen sind noch unter uns, die unter 
den Entscheidungen des Mannes dort mitlebten. Das sei 
gesagt zum Sachlichen. 
Und weil dies hier der falsche Ort ist, und weil dies 
als politisches Signal von hier aus nicht ausgehen soll, 
beantrage ich nach § 61 unserer Geschäftsordnung — wohl 
überlegt und mit der Bitte um Verständnis —: Übergang 
zur Tagesordnung. 
(Beifall bei der SPD) 
Stellv. Präsident Dr. Schönherr: Das Wort hat Herr 
Abgeordneter Oxfort. 
Oxfort (F.D.P.): Herr Präsident! Meine Damen und 
Herren! Dieser Entschließungsantrag hat eine lange Ge 
schichte. Wir hatten schon vor Jahresfrist erwogen, ob 
ein solcher Antrag — nachdem 30 Jahre Haft vorbei wa 
ren — hier im Abgeordnetenhaus nicht eingebracht werden 
sollte. Wir wollten daraus keinen politischen Streitpunkt 
machen; wir hatten damals versucht, mit der SPD-Fraktion 
zunächst zu einer Übereinstimmung zu gelangen. Die war 
damals nicht zu erzielen. Nachdem nunmehr weitere Zeit 
vergangen ist, der Häftling 33 Jahre einsitzt, sein 80. Le 
bensjahr vollendet hat, schien uns der Zeitpunkt gekom 
men, an dem wir aus Gewissensgründen nicht mehr schwei 
gen können. 
Warum wir diesen Antrag im Abgeordnetenhaus ein- 
bringen — 
(RBm Schütz: Sie wissen doch genau, daß Sie nichts 
daran ändern können! — Bm Neubauer: Sie ziehen 
hier eine Show ab, das ist schon widerlich!) 
— ich weiß nicht, ob das der Punkt ist, 
(Abg. Hauff; Das ist doch Heuchelei!) 
— Nun gut, ich nehme diese Zwischenrufe auf. Der eine 
sagt: „Heuchelei“, der andere sagt: „widerlich“. Ich will 
Ihnen darauf gern die Antwort geben, obwohl ich mir, 
verehrter Herr Neubauer, an Ihrer Stelle diese Art der 
Auseinandersetzung an diesem Punkt erspart hätte. Dies 
hat mit „Widerlichkeit“ und „Heuchelei“ nichts zu tun. 
Herr Regierender Bürgermeister, wenn Sie mir sagen, ich 
wüßte sowieso, daß ich daran nichts ändern könnte 
es haben in der Zeit vor 1945 — 
(RBm Schütz: Wenn Sie mir sagen, daß hier das 
Parlament das ändert, dann können wir uns dar 
über unterhalten, Herr Oxfort. Das ist der Skandal 
und das ist die Heuchelei; das ist der Punkt. Sie 
wissen ganz genau, daß durch einen Beschluß 
dieses Parlaments nichts geändert wird, sondern 
daß viele andere sich auf andere Weise bemühen, 
und daß Sie dadurch, daß Sie das zu einer poli 
tischen Frage machen, diese Bemühungen unmög 
lich machen! — 
Starker Beifall bei der SPD — Unruhe — 
Glocke des Präsidenten —) 
Herr Kollege Schütz, Ihr Zwischenruf hat die Ausein 
andersetzung in dieser Frage, wie ich glaube, in unge 
bührlicher Weise zu einem Politikum gemacht. 
(Ironisches Gelächter bei der SPD — Bm Neubauer: 
Das ist ja noch widerlicher, was Sie jetzt hier sagen!) 
Ich habe 
Stellv. Präsident Dr. Schönherr: Ich bitte, den Redner 
nicht zu unterbrechen! 
(Glocke des Präsidenten) 
Oxfort (P.D.P.); — — und dieses Recht nehme ich für 
mich in Anspruch — in keiner Weise bisher polemisiert und 
in keiner We'se ein Argument gegen irgendeine Fraktion 
oder gegen eine Person vorgetragen. 
(RBm Schütz: Das ist unverantwortlich, was Sie 
da sagen. Sie haben andere, die sich dafür einsetzen, 
in eine Ecke gestellt!) 
Das habe ich nicht! Ich habe in meiner Eingangsbegrün 
dung, Herr Schütz, zitiert, welch prominente Sozialderoo- 
3246
	        

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