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Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins (Rights reserved) Ausgabe 60.1943 (Rights reserved)

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Bibliographic data

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Periodical

Creator:
Schöneberg
Title:
Personalnachweisung der Gemeinde-Verwaltung der Stadt Berlin-Schöneberg / herausgegeben vom Magistrat der Stadt Berlin-Schöneberg
Publication:
Berlin 1914
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Dates of Publication:
1899-1914 ; mehr nicht digitalisiert
ZDB-ID:
2903719-0 ZDB
Berlin:
B 770 Staat. Politik. Verwaltung: Bezirksbehörden
DDC Group:
350 Öffentliche Verwaltung
Collection:
State,Politics,Administration,Law
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1912
Language:
German
Digitization:
, 2017
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-10718937
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
State,Politics,Administration,Law

Chapter

Title:
IX. Gemeindewaisenräte

Contents

Table of contents

  • Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins (Rights reserved)
  • Ausgabe 60.1943 (Rights reserved)
  • Ausgabe 1943,1 Heft 1
  • Otto Göritz, der Begründer der Göritz-Lübeck-Bibliothek zu Berlin 1832-1921 / Nohl, Johannes (Rights reserved)
  • Der Berliner Bildersturm von 1615 / Saring, Tony (Rights reserved)
  • Zwei achtzigjährige Ehrenmitglieder / Kügler, Hermann (Rights reserved)
  • Kleine Mitteilungen (Rights reserved)
  • Bücherschau (Rights reserved)

Full text

44 
Stöffler 1499 auf: die Sintflut im Februar 1524; Willibald Go ethe, der es so „am tiefsten und reichsten vor- 
Alexis verwertet sie ja im „Werwolf“ und jüngst Werner gemacht hat“. 
Bergengruen in seinem Roman „Im Himmel wie auf Von Goethe aus au versteht er Ranke, Dossen großes 
Erden“ (vgl. die Besprechung von Schuster im Jahrg. 1941, geschichtliches Lebenswerf schon immer im Mittelpunkt 
S. 43, und jeßt auch die beachtenswerte Abhandlung von seiner ebenso eindringlichen wie sorgfältig abwägenden Ve- 
Friß Curschmann „Historischer Roman und Geschichte“ in trachtungen gestanden hat. Ein Glanzstü> solcher Betrach 
den Forschungen zur Brandenb. u. Preuß. Geschihte 54, tungen ist der Aufsaß „Deutung. eines Rankewortes“, der 
1942, S. 152-171). Der Hofastrologe Joachims I., Carion, zugleich, so möchte man fast sagen, Meine>es geschichtliches 
trat für. sie ein. Ludendorff streift noch Thurneysser und Vermächtnis enthält. Es handelt sich um die Behauptung, 
Madeweis und fügt eine Übersicht über die Geschichte dex die Ranke am Eingang seiner 1854 in Berchtesgaden für 
Sternwarten allgemein hinzuz: den Beschluß dieser Aus- König Max von Bayern gehaltenen Vorträge aufgestellt 
führungen bildet die Erwähnung der Berliner Sternwarte hat, daß „jede -Epoche- unmittelbar zu Gott sei und ihr 
in der Dorotheenstraße, die zu Anfang unseres Jahrhunderts Wert gar nicht auf dem beruhe, was aus ihr hervorgebe, 
dem Gebäude der Staatsbibliothek hat weichen müssen =- sondern in ihrer Existenz selbst, in ihrem eigenen- Selbst“. 
in unserer Stadt mit dem nicht sehr aus8geprägten geshi<ht- Die Erörterung dieser Worte führt in die tiefsten Tiefen 
lichen Sinn hat sie nicht wenigstens zu einem Teil erhalten geschichtlichen Denkensz die Frage nach dem Verhältnis der 
werden können, obwohl sie doh eine nicht unerhebliche geschichtlihen Welt zu Gott wird hier gestellt. Meinecke 
Rolle gespielt hat. An ihr wirkten als erste das Ehepaar will und kann Ranke nicht mehr bis zum letzten folgenz 
Gottfried und Elisabeth Kirch, sodann deren Sohn Christ- Universum und Menschheit liegen dunkler vor unsern Augen, 
fried. Die Privatsternwarte des gleichzeitigen Freiherren meint er, als sie vor Ranke lagen; die Weltgeschichte habe 
von Krosigk in der Wallstraße 72 wird nebenbei erwähnt. für uns einen überaus tragischen, ja dämonischen Charakter 
Mit der Nennung von Bode und Ende schließt die Schrift. angenommen. „Der höhere Glanz, den sie noh für Ranke 
Sie ist freilich dankenSwert als Hinweis auf diesen Teil froß aller auch von ihm gesehenen dunklen Abgründe hatte, 
der Wissenschafts8geschic<hte Berlins, läßt aber doch stark ist für uns verblichen.“ Aber obgleich Meine>e Rankes 
wünschen, dieses Thema einmal gründlich zu behandeln. Der Gedanken von einer „Providenz Gottes über die Geschichte“, 
Bortragende sagt gelegentlich: „Doc wir sind wiederum (!) einer göttlihen Vorsehung, die in der Geschichte walte, 
von unserem eigentlihen Thema abgekommen“; er deutet nicht mehr anzuerkennen vermag, so hält er doch fest an der 
damit an, daß er nur LUnvpollfommenes und wenig Ein- Gültigkeit des Rankeshen Saßes von dem „Immediat- 
dringliches bietet und einen Abend nur unterhaltsam füllen verhältnis zwischen der Gottheit auf der einen und allen 
will. Dr. Hermann Kügler. Individualitäten der Geschihte auf der anderen Seite“, 
das heißt, von der Gottunmittelbarkeit jeder geschichtlihen 
Friedrih Meine>e: Aphorismen und Skizzen zur Ge- Erscheinung, die „in ihrer Existenz selbst, in ihrom eigenen 
schihte. Koehler & Amelang, Leipzig 1942. 197 S. Selbst“ beruht. In der religiösen Weiterführung dieser 
3. RM Überlegungen trifft sich Meinecke, wie mir scheint, mit Ge- 
* Friedrih Meine>ke, der am 30. Oktober 1942 seinen danken, die Eduard Spranger in seinem Vortrag über 
80. Geburtstag beging, hat sich die schönste Geburtstags8gabe „Weltfrömmigkeit“ berührt hat; diesem Gelehrten au< bat 
selbst dargebracht. Es ist ein schmales Bändchen von Apho- Meine>e das ganze Büchlein gewidmet und seinen Beitrag 
rismen und Skizzen zur Geschichte, in denen er die Summe zur Spranger-Festshrift wieder abgedru&t. 
seines geschichtlichen Erlebens und Erkennens zieht. Gerade ES ist nicht möglich, in einer kurzen Besprechung den 
das Ungeformte, besser gesagt: Ursprüngliche, dieser Skizzen Inhalt dieses gedankenschweren Bändc<ens auszuschöpfen; 
und Aphorismen macht sie uns besonders wertvoll; es ist, nur einiges soll noch angedeutet werden. Das Buch ist 
als laush<e man dem einsamen Zwiegespräch dieses Alt- durc<weht von der Ahnung, daß die Phase des geschicht- 
meisters unserer Geschichtsschreibung, der ähnlih wie lihen Bewußtseins, die Meinecke selbst vertritt, womöglich 
Beethoven in seinen spätesten Werken seine tiessten Ge- zu Ende gehe und einem unbekannten Neuen weichen müsse. 
danken nur für sich selbst niedergeschrieben zu haben scheint. Dennoch ist sein Glaube fest gegründet, daß „auch das 
So klingt auch eine wunderbar reine und klare Melodie schöpferische Neue in der Geschichte, selbst wo es als Revo- 
dur< Meinedes kleines Alterswerk, die wir. ehrfürhtig in lution in sie eintritt, wenn man es tiefer untersucht, in 
uns aufnehmen. etwas Vergangenem. vorwurzelt ist“. Meine>e kennt die 
Meine>es Gedanken umfassen den ganzen weiten Hori- Abgründe der Geschichte, die sich in unserer Zeit tiefer denn 
zont der Geschichte und. der Geschichtss<hreibuno. Er, der je aufgetan haben. Aber er vertraut darauf, daß der Glaube 
über 40 Jahre lang die Historische Zeitschrift, übernommen an das Göttliche in der Menschheit nicht unteraehen kann, 
aus den Händen Sybels und Treitschkes, geleitet hat, ist daß die Ahnung uns nicht trügt, daß es eine Lösung des 
wohl wie kaum ein anderer dazu berechtigt und imstande, tragischen Zwiespalts der Weltgeschichte, eine höhere Ein- 
Rechenschaft abzulegen über den Sinn unseres geschichtlihen heit wirklicher und überwirkliher Welt geben muß. Der 
Forschens und Denkens. Seine Gedanken kreisen immer Erfolg einer geschichtlichen Erscheinung ist nicht entscheidend 
wieder um den Begriff des Historismus, dessen Entstehung für die höchste geschichtliche Beurteilungs diese hat vielmehr 
er ein großes Werk gewidmet hat, um geschichtliche Enk- „nach deren Eigenwert, nach ihrem Goldgehalt, nach ihrem 
wicklung und geschichtliche Individualität, die für ihn un- Grad von Gottverwandtheit zu fragen“. Mögen die Wege 
trennbar zusammengehören. Es ist für ihn <harakteristis<, der Geschichte auc< dunkel sein und vielfach in die Irre 
daß er den Historismus nicht eng im fachwissenschaftlichen geben, so bleibt uns doch der Trost, mit dem Fr. Meine&e 
Sinn nur als ein besseres wissenschaftliches Verstehen der uns entläßt: „Bleibend ist nur, wie der ewiae Zerstörungs- 
Vergangenheit wertet, sondern als eine neue Lebenshaltung trieb, so auch der ewige Bautrieb der Menschheit. der 
oder, wie er sagt, Lebensbehandlung ansieht, der e8 „um auf jedem Ruinenfelde wieder einen Tempel zu errichten 
ein arundsäßliches Verstehen menschlichen Lebens, ob gegen- versucht.“ Solchen geschichtlihen Zuspruch, dessen wir houte 
wärtig oder vergangen, von innen her, von seinen jeweiligen mehr denn je zuvor bedürfen, uns zuteil werden zu lassen, 
Quellpunkten her“ ging. Darum ist ihm auch nicht ein ist das letzte und tiefste Verdienst der Aphorismen- und 
Historiker oder ein nur auf das Geschichtliche gerichteter Stizzensammlung von Friedrich Meinecke. 
Denker der Gipfelpunkt dieser LebenSshaltung, sondern Dr. Kurt Richter. 
Die Berfasser sind für den Inhalt ihrer Beiträge verantwortlich. Es wird gebeten, entbehrliche Fremdwörter zu vermeiden. 
Unverlangte Arbeiten werden nur zurü&gesandt, wenn die nötigen Briefmarken beiliegen. Herausgeber: der Vorsißende, 
Studienrat Dr. Kügler, Berlin NW 21, Dortmunder Str. 6. Fernsprecher 39 28 04. Berlag von E. S. Mittler & Sohn, 
Berlin SW 68, Kochstr. 68-71. Postschekonto des Bereins: Berlin NW 7, Nr. 313 65. Bibliothekstunde: Sonnabends 
von 17 bis 19 Uhr im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt. 
Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Buchdrukerei, Berlin SW 68, Kochstraße 68-71. 
Aus8gegeben im Februar 43
	        

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