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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1892, Nr. 1-52 (Public Domain)

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Bibliographic data

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Periodical

Creator:
Preußen. Polizei-Präsidium
Title:
Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin / Preußen, Polizei-Präsidium
Publication:
Berlin 1945
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Dates of Publication:
1918-1945 ; mehr nicht digitalisiert
Note:
Haupttitel 1918: Amtliche Nachrichten des Königlichen Polizei-Präsidiums zu Berlin
Haupttitel 1918-1929: Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums zu Berlin
ZDB-ID:
2900537-1 ZDB
Succeeding Title:
Amtliche Nachrichten des Polizeipräsidiums in Berlin
Berlin:
B 813 Recht. Justiz: Polizei
DDC Group:
340 Recht
Collection:
State,Politics,Administration,Law
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1935
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Berlin:
B 813 Recht. Justiz: Polizei
DDC Group:
340 Recht
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15405987
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
State,Politics,Administration,Law

Issue

Title:
Nr. 71, 13. September 1935
Publication:
, 1935-09-13

Contents

Table of contents

  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1892, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Nummer 1, 4. Januar 1892
  • Nummer 2, 11. Januar 1892
  • Nummer 3, 18. Januar 1892
  • Nummer 4, 25. Januar 1892
  • Nummer 5, 1. Februar 1892
  • Nummer 6, 8. Februar 1892
  • Nummer 7, 15. Februar 1892
  • Nummer 8, 22. Februar 1892
  • Nummer 9, 29. Februar 1892
  • Nummer 10, 5. März 1892
  • Nummer 11, 14. März 1892
  • Nummer 12, 21. März 1892
  • Nummer 13, 28. März 1892
  • Nummer 14, 4. April 1892
  • Nummer 15, 11. April 1892
  • Nummer 16, 18. April 1892
  • Nummer 17, 25. April 1892
  • Nummer 18, 2. Mai 1892
  • Nummer 19, 9. Mai 1892
  • Nummer 20, 16. Mai 1892
  • Nummer 21, 23. Mai 1892
  • Nummer 22, 30. Mai 1892
  • Nummer 23, 6. Juni 1892
  • Nummer 24, 13. Juni 1892
  • Nummer 25, 20. Juni 1892
  • Nummer 26, 27. Juni 1892
  • Nummer 27, 4. Juli 1892
  • Nummer 28, 11. Juli 1892
  • Nummer 29, 18. Juli 1892
  • Nummer 30, 25. Juli 1892
  • Nummer 31, 1. August 1892
  • Nummer 32, 8. August 1892
  • Nummer 33, 15. August 1892
  • Nummer 34, 22. August 1892
  • Nummer 35, 29. August 1892
  • Nummer 36, 5. September 1892
  • Nummer 37, 12. September 1892
  • Nummer 38, 19. September 1892
  • Nummer 39, 26. September 1892
  • Nummer 40, 3. October 1892
  • Nummer 41, 10. October 1892
  • Nummer 42, 17. October 1892
  • Nummer 43, 24. October 1892
  • Nummer 44, 31. October 1892
  • Nummer 45, 7. November 1892
  • Nummer 46, 14. November 1892
  • Nummer 47, 21. November 1892
  • Nummer 48, 28. November 1892
  • Nummer 49, 5. Dezember 1892
  • Nummer 50, 12. Dezember 1892
  • Nummer 51, 19. Dezember 1892
  • Nummer 52, 26. Dezember 1892
  • ColorChart

Full text

schädigt, so kann dieser ausgeschaltet und der Wagen 
mit dem anderen Motor bewegt werden. 
Diese Bahn, welche, wie schon oben gesagt, die 
Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft in 
Berlin erbaut hat, ist seit dem 1. Juli 1882 in 
Betrieb und hat sich vorzüglich bewährt. Für alle 
Linien (4) ist der Einheilssatz von 10 Pfennig an⸗ 
genommen. Auch das Zahlkasten-System, wodurch 
die Schaffner entbehrlich werden, ist hier ange— 
nommen. Der Fahrpark der Bahn besteht aus 88 
elektrischen Motorwagen und einer Zahl von ge— 
wöhnlichen Tramwagen (frühere Pferdebahnwagen) 
welche bei starkem Verkehr als Anhängewagen Ver— 
wendung finden. 
Die genannte Gesellschaft hat außer dieser Bahn 
auch die elektrischen Straßenbahnen in Gera und 
Kiew fertiggestellt und erbaut momentan solche in 
Breslau, Chemnitz, Dortmund und Essen a. d. Ruhr. 
Jedenfalls gebührt ihr der Ruhm, dem elektrischen 
In woerieb in Deutschland Eingang verschafft zu 
aben. 
Aus den RNapieren einer 
Dpernlänzerin. 
S5kizze von Marietta v. Markovics. 
Vogh Woche ging ich, um Thea B..., meine 
Freundin, zu besuchen, durch die ..... straße. 
Dort, wo der große Neubau ist, karambolirten zwei 
Wagen, die die Passage hemmten. Einige Hundert 
Neugierige traten dazu, plötzlich war ich wie ein— 
gekeilt. Während ich wartete, fiel mein Blick auf 
ein Plakat, daß in großen Lettern verkündete: 
„Wegen plötzlicher Abreise der Operntänzerin 
Marietta ist in diesem Hause eine elegante kleine 
Wohnung mit sämmtlichen Möbeln billig zu ver— 
miethen.“ 
„Ah! Ganz prächtig!“ sagte ich mir, „das kommt 
wie gerufen!“ 
Ich habe nämlich Mitte des Monats den Brief 
eines guten Bekannten aus Pisa erhalten, in wel— 
chem mich derselbe bittet, „ihm einen kleinen Salon 
nebst Zugehör zu suchen, da er auf einige Monate 
Berlin mit seiner Gegenwart beglücken möchte.“ 
Ich suchte also, fand aber bisher nichts Passendes. 
Vielleicht hilft mir hier Gott Zufall. 
„Auskunft beim Portier!“ steht auf dem Plakate. 
Ich begebe mich also in die Wohnung des häus— 
lichen Cerberus, der in seiner Loge seinen Mittags— 
schlaf hält. Doch reibt er sich bald Morpheus' 
Mohnkörner aus den Augen und geleitet mich in 
den ersten Stock. 
Ein hübsches Entrée mit riesigen Makartbouquets, 
dann ein kleines geschnitztes Speisezimmer, in dem 
mir die vollständig eingerichtete Kredenz am besten 
gefiel. Links zwei Gaͤrderobekammern und das 
Schlafzimmer, mit zartrosa Tapeten, zartrosa Por— 
tisren und Möbeln, endlich die rosag mit Spitzen 
überhauchte Spiegeltoilette und das Bett — duftig 
in Seide und Spitzen — würdig einer Sylphide 
einer reizenden Ballerine als Rühestatt zu dienen. 
„»— — zund, auf dieser Seite ist der Salon“, 
deutete mein Führer und öffnete die Flügelthüren. 
Eine Duftwolke von Springflowers kam mir 
entgegen. Ah! Wie füß! Wie betäubend! Veilchen— 
blaue Seidengarnitur, ein Bösendorfer Flügel, einige 
hübsche mythologische Gemälde, ein Blumenständer 
mit frischen Kamelien, links ein hübsches Aquarium, 
Goldfische in Unzahl darin, und endlich ein reizender 
Rosenholz⸗Schreibtisch. 
Ich ließ mich auf dem Armsessel vor ihm nieder. 
Ein hübscheres Logis konntie ich für Baron 
B. nicht finden. Man muß die Gelegenheit 
veim Schopfe nehmen, denn hinten ist sie kahl. In 
zehn Minuten war ich mit dem edlen CEerberus 
einig und hatte für ein Vierteljahr die Miethe ent— 
richtet. Ein paar Mark extra machten ihn zu 
meinem wärmsten Freunde; und obwohl ich zu ihm 
sagte, daß ich das Vogis für einen Anderen miethe, 
meinte er äußerst heräblassend: 
„Des thut nischt, Madamken! Alleweile sind 
Sie 'mal der Miether! Des ist janz Ihre Sache, 
wenn Sie det Logement an ne and're Pariei 
äbertragen. Sehen Se 'mal, det Fräulein Marieita 
von's Opernballet war ein janz reizender Kerl, 
ne jediegene Künstlerin, wollte ick sagen. Sehen 
Se, wir zwei haben nie nich Skandal zusammen 
gehabt. Des se sich aber wesen die paar hundert 
Mark nich des janze Fett von die Knochen im 
Sommer abstrapeziern wollte, wenn se schonst dei 
janze jeschlagene Jahr uff die Bretter is, des kann 
ihr Niemand nich verdenken. Un weil sie eenen 
Kousin hat, der 'n sibirischer Fürscht ist, so is sie 
mit den auf 'ne Nordpolexpedition bei die Hitze je— 
jangen, un darum hat se mir des Logis un des 
Meublement zum vermiethen überjeben.“ 
Ich war müde und wollte ein wenig ausruhen. 
Der kleine, zierliche Salon mit seiner parfümdurch- 
Nachdruck verboten.) 
Berliner Illustrirle Zeitung. 
chwängerten Atmosphäre gefiel mir ungemein. 
Der Portier ließ mir die Schlüssel da und ging, 
nir nochmals gnädig zunickend. — 
So war ich denn allein und sah mich in dem 
salbdunklen, veilchenblauen Raume um. 
Hm!, Wenn diese Goldfischchen erzählen könnten! 
Marietta X! Ist das nicht jene gluthäugige, 
jelle Blondine, mit den zarten, fast kindlichen 
Formen? Jene Schönheit der Welt, in der man 
ich nie langweilt? Ganz recht! Ich hörte sie ein— 
nal von meiner Familie befreundeten Offizieren 
als eine hervorragende Repräsentantin weiblichen 
Sports rühmen. 
Und dieser wirklich herzige Schreibtisch, vor dem 
ch sitze! Sein Aeußeres, die Zierrathe und 
Schnörkeleien imponiren mir, das Ganze macht 
inen überaus gefälligen Eindruck, ein zierlich kokett 
gearbeitetes Möbelstück. 
Und wie sieht denn sein Inneres aus? Ich 
untersuche alle Fächer — leer! Alles leer! Doch 
nein! Da hinten ist ein verborgenes Fach. Es 
etzt meinen Bemühungen, es zu öffnen, beharrlichen 
Widerstand entgegen, der mich naturgemäß nur 
roch mehr reizt. Endlich wird meine Ausdauer 
zelohnt, die kleine Feder gab nach und ich konnte 
die Schublade öffnen. 
Sie war mit Papieren aller Art gefüllt: Duftende 
Briefchen auf rosa Velinpapier, solche in grober 
hülle mit Fettflecken, Rechnungen, Visitkarten — 
ine Fundgrube eigner Art! * 
Welch' pikante Lektüre! Ich vertiefte mich sogleich, 
um den Inhalt zu studieren, las unausgeschzt — 
— — hier gebe ich Einiges wieder. 
Auf einem großen Bogen mit Siegel und La— 
nidarschrift: 
„Direktionskanzlei des Hoftheaters zu D... 
Geehrtes Fräulein! Ihr Agent hat mir den 
dontrakt und die Kabinetsfotografie geschickt. Zu 
neinem großen Bedauern kann ich aber den Kontrakt 
nicht unterschreiben. Für die Rolle der Venus in 
inserem neuesten Ballet „Tannhäuser im siebenten 
dimmel“ sind Sie entschieden zu mager, und bei 
unserem Intendanten gelten Formen mehr, als 
elbst der sylphenhafteste Tanz. 
Trotzdem in besonderer Verehrung Ihr 
Schnutenschnabel, 
Regisseur und artistischer Leiter.“ 
Dann folgt ein parfümirtes Billet mit großem 
Joldenen Wappen: 
„Ma chôèrie Marieètte! Nicht einen einzigen Blick 
ius Deinen glänzenden Sternen hast Duͤmir zu— 
Jeworfen, weil ich mit meiner Frau in der Loge saß 7 
Aber Kind! — ich kann doch nicht anders; muß mich 
doch 'mal da und dort mit der Gräfin sehen lassen! 
Werde Dich schon dafür schadlos halten! Nicht wahr? 
du bist wieder gut? A propos! Glaubst Du, daß Dir 
in bleicher Korallenschmuck mit Brillanten qut 
tehen würde? 
Auf heute Abend, chèrie Mariettes, Dein 
Aristide, Graf von ......“ 
Eine Friseurrechnung im Kouvert, auf dem extra 
inige Worte mit Bleistift geschrieben sind: 
„Rechnung für Fräulein Marietia. ....., 
IPperntänzerin: Gbitte gleich zu bezahlen). 
zrisiren für einen Monat. .. Me60. — 
zweimal Kopfwaschen.. 10. — 
ippenschminkee.... 6. — 
zerlweiß für Zähne und Mundwasser 16. — 
aarnadeln frangaise..... 4. 80 
3Flacon Eau de Lise de Lohse.. 25. — 
Finen blonden Chignon.... 50. — 
douge surfin.. 10. — 
2 Zöpfe zur Melusine. 80. — 
Summa M. 260. 30 
Auf dem Kouvert: Dat is das lezzte Mal, dat 
ck die Notta bringe, wenn se't nu noch nich be— 
appen, denn werden Se schonst sehen, wat nu 
ommen thut.“ 
Ein goldrandiger Bogen übersäet von Vergiß— 
neinnichtblüthen. Handschrift sehr geziert: 
„Mein süßer Engel! Mein angebetetes Fräulein! 
2RWie beseligt war ich gestern, Sie in dem neuen 
Zallet zu erblicken, und wie reizend kleidet Sie die 
dusarenuniform am Schluß. Gestatten Sie, daß 
ch Sie heute Abend am Ausgange der Bühne er— 
varte, um Sie zu Hiller zu fuͤhren. 
Immer und ewig Ihr 
Husarenlieutenant von F.....“ 
Eine saldirte Rechnung über ein Brillant— 
armband und ein Halskollier — 25,000 Mark 
Daneben auf grobem Papier wahre Hierogliphen. 
„Jeehrtes Fraͤulein! Et is wirklich schonst eene 
—„chande, das Sie 'ne armen Familijenmutter un 
Bäscherin zu die Türe rausschmeissen, weil se man 
los ihre 42 M. 17 Pf. vor die Wäaͤsche verlangt 
daben denn Sie jar keen Herz nich? AÄber warken 
Sie man — wenn ick bis morjen Middag nich 
durch den rothen Aujust, der bei 'n Dönhofsplat 
an die Ecke steht, mein Jeld kriege, denn wär' iaäͤ 
Ihren Baron schreiben, des der lange Fritze von 
ne Dragoner jarnich ihr Kusin is, un Erdmann 
Schröter von die Artollerie auch nich. — Auf den 
zlauen Schlafrock. was Se mir schonsi seit 2? Monad 
Nr. 49. 
versprechen dhun, verzichte ick mit Irazie — et sind 
so ville Fetiflecke drin. Keine Stunde will ick mehr 
uf das Jelt warten — un ick schreibe — darauf 
önnen Se Jift nehmen! Mit Achtung 
Rieke Lämmermeier.“ 
Noch eine saldirte Rechnung über zwei neue 
Frühlingstoiletten, ein französisches Mieder, ein 
Dutzend weißseidene Strümpfe mit Monogramm. 
— Summa 4850 M. 28 Pf. 
Seitwärts ein langer, schmaler, stark nach 
Kamillenthee duftender Bogen; offenbar Apotheker— 
Billetdour. Richtig. Das Rezept zu einem Liebes— 
tränkchen: 
„Nimm zwei lange Liebesblicke, 
Sieben warme Händedrücke, n 
Süßes Schmachten dreizehn Gran — 
Feucht' dies gut mit Thränen an. 
Dazu sechs Gran Neckerei 
Zwei Loth Eifersüchtelei. 
Hiezu mische einen vollen 
inderlöffel leises Schmollen, 
Eine Unze Leidenschaft, 
Seufzer, aufgelöst in Saft 
Liebesschwüre grad ein Pfund, 
Koch' dies Alles eine Stund'. 
Langsam und mit Vorbedacht 
Wird die Arzenei gemacht. 
Ist sie fertig, gieb sie dem — 
Dessen Lieb' Du willst erfleh'n!“ — — 
F — ein mit Sternblüthen umrandetes 
att: 
„An sie ..... 
Zerrissen ist mein Herze 
Der Schlaf, er ist dahin ... 
Seit ich in holdem Schmerze 
Dir, Fee, begeganet bin. 
Ah! Armer Gymnasiast — — —— 
Einige Zeilen auf duftendem rosa Velinpapier 
nit einer Herzogskrone: 
„Mein Fräulein! Gestatten Sie mir als Ein— 
eitung Ihnen beifolgende Kinder Floras und einen 
Fächer aus Perlmutler und echten Spitzen senden 
u dürfen. Mein Freund Baron K. von der ... 
Botschaft, hat mir so viel des Schönen von Ihnen 
xzählt, daß ich erfreut wäre, Ihre Connaissance zu 
nachen — — ꝛe. . ..“ 
Poststempel Nord-Ost: Familienkorrespondence. 
„Libe Schwester! Alleweile hab'n se mir wieder 
if 6 monadh! Da soll doch der Deibel rinn schlagen! 
In wenn't noch was Iroßes wär — aber keene 
S„pur! Der Mensch muß doch 'ne Uhr haben, damit 
nan weiß, wat es geschlagen hat. Kannst Dir 
denken, Mieze, das ick mir uf die Sitzung nich sehr 
reue — besonders jetzt, wo die Nachtijallen schlagen. 
Die jroßen Jauner, die Milijonen beschummeln, 
die lassen se lofen, wir werden wegen so 'ne Baga— 
elle injespunt; un det nennen se „Gerechtigkeit“ — 
Na, Schwamm driber — ick komme schonst wieder 
raus. 
Wenn De Deine Familije nich verjessen hast, 
denn schicke mir so 'ne 10 bis 165 Mark; ick kann 
e jetzt brauchen. 
Dein jelibter Bruder Nante.“ 
Zuschrift des Bezirksgerichtes X Exekutions- 
eitung. 
„Sollte die Operntänzerin Frl. Marietta X..., 
vohnhaft .. .straße 22, ihre Miethe in der Höhe 
on 1286 M. 40 Pf. sammt Gerichtskosten nicht 
his morgen Mittag den 24. November 188. gezahlt 
jaben, so wird der Exekutor Hr. N. N. angewiesen, 
hre Dislokation und die Lizitirung ihres Mobilars 
orzunehmen. — — —“ 
Ein kurzes Briefchen: 
„Liebes Kind! Schau, daß Du mir die 60 M., 
ie ich für kleine Schulden brauche, bis Sonntag 
vorbereitest. Entweder schicke ich den „889“ darum, 
der ich komme selbst einen Sprung mit herauf. 
Du, noch eins — thue mir den Gefallen, und laufe 
nicht immer vor den Fenstern meines Cafés hin 
ind her — die Kameraden ziehen mich ja schon 
ruf — kannst mir ja Deine Liebe auf andere Art 
zeweisen — ich rechne ganz sicher auf die 50 M., 
Mariette —! Weißt schon, daß ich den gelben Bern— 
jardiner von Graf Fitz. gekauft habe? Wahrer 
Brachtkerl! Werde Aufsehen mit ihm machen — 
Adieu, Kleine! 
Arthur.“ 
Daneben ein vergilbter Bogen aus der Findel- 
anstalt. 
„Die unverehelichte Marietta X. wird hiermit 
zenachricht, daß das von ihr am 16. Mai 188. 
geborene, auf den Namen Rosabella getaufte 
Mädchen, verschieden ist.“ ... 
„Liebe Marietta! Du bist die Einzige von den 
dolleginen, die mal in der Chcrits nach mir sieht 
deine von allen kommt! — ja! wenn ich wieder 
n Charlottenburg meine Villa bewohnte — da 
bären sie alle da! Ich werde wohl kaum mehr 
anzen können — ich weiß nicht, ich huste doch gär 
nicht mehr, und doch werde ich täglich magerer! 
Die Anderen lachten ja ohnedies immer, daß ich 
o dick wäre. Freilich ist's nicht angenehm, hier
	        

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