Digitale Landesbibliothek Berlin Logo
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe XLIII.1893 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe XLIII.1893 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Periodical

Creator:
Berlin
Title:
Communal-Blatt der Haupt- und Residenz-Stadt Berlin : Organ für die gesamte Gemeinde-Verwaltung und communale Interessen / herausgegeben vom Magistrat zu Berlin
Other titles:
Beilagen zum Communalblatt der Haupt- und Residenzstadt Berlin
Kommunal-Blatt der Haupt- und Residenz-Stadt Berlin
Publication:
Berlin: Verlag von J. Sittenfeld 1887
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Dates of Publication:
1.1860-28.1887
Note:
Zahlreiche gezählte und ungezählte Beilagen, ab 1866 teilweise zusammengefasst unter dem Titel: Beilagen zum Communalblatt der Haupt- und Residenzstadt Berlin
ZDB-ID:
2898655-6 ZDB
Succeeding Title:
Gemeindeblatt der Stadt Berlin
Berlin:
B 750 Staat. Politik. Verwaltung: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
DDC Group:
350 Öffentliche Verwaltung
Collection:
State,Politics,Administration,Law
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1860
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2017
Berlin:
B 750 Staat. Politik. Verwaltung: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15388765
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Shelfmark:
B 750/2:1860
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
State,Politics,Administration,Law

Issue

Title:
No. 22, 25. November 1860
Publication:
, 1860-11-25

Contents

Table of contents

  • Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain)
  • Ausgabe XLIII.1893 (Public Domain)
  • Title page
  • Contents
  • H. I-III
  • H. IV-VI
  • H. VII-IX
  • H. X-XII

Full text

407 
Hasak, Die Predigtkirche im Mittelalter. 
408 
jeden Tag — ganz bestimmte Fälle nur ausgenommen — die 
Messe zu lesen. Da dies nüchtern zu geschehen hat und die 
Tagesgeschäfte ihrer Erledigung harren, so mufs in der Kathe 
drale die Möglichkeit geschaffen werden, dafs diese vielen Geist 
lichen frühmorgens fast alle zur selben Zeit Messe lesen können, 
d. h. es mufs eine grofse Anzahl Altäre zur Verfügung stehen. 
Daher die vielen Nebenaltäre, nicht der wachsenden Heiligen- 
verehmng halber. 
Das gleiche Bedürfnis liegt auch den allermeisten Kloster 
kirchen-Programmen zu Grunde; denn auch dort, wo die Kloster- 
gemeinschaft aus vielen Geistlichen besteht, mufs diesen Gelegen 
heit geschaffen werden, in aller Frühe fast gleichzeitig Messe 
zu lesen. Davon kann man sich in jeder Eathedral- und 
Klosterkirche auch heutzutage noch überzeugen. Freilich mufs 
man dazu früh aufstehen; in späterer Tagesstunde können ja 
die vielen unbenutzten Altäre Nichtunterrichtete irreführen. 
Nun lassen sich solche Altäre in verschiedener Weise auf 
stellen: an Pfeiler oder an die Seitenwände oder frei in den 
Kaum. Das sind die einfachsten und ursprünglichsten Anord 
nungen. So zeigt es schon der Grundriß von St. Gallen um 
800, und so ist es auch später geschehen, wenn die Mittel 
knapp waren. Die mittelalterlichen Baumeister, die künstlerisch 
wie praktisch auf hoher Stufe standen, vermochten dieses rein 
zufällige Hinstellen der Altäre aber nicht als künstlerische 
Lösung anzusehen. Sie suchten deshalb nach einem Ausdruck 
im Grundrifs. Für den Altar war seit Beginn des Christen 
thums die Apsis der geheiligte Ort, was lag näher, als auch 
den Soitenaltären Apsiden zu geben! Daher die Capellenreihen 
und die Capcllenkränze, die sich um das Chorhaupt bezw. an 
den Kreuzfiügeln oder der Längswand der Seitenschiffe vor- 
finden. Bei Klosterkirchen mögen sie zuerst entstanden sein; 
denn die Geistlichen des Bischofs brachten in früherer Zeit 
nicht jeder für sich das Mefsopfer besonders dar, sondern 
sie assistirten dem Bischof und communicirten dabei- Bei 
Kathedralen trat also das Bedtirfnifs nach vielen Altären erst 
später auf. 
Aufser der Messe müssen Domherren wie Kloatergeistliche 
gemeinsame Gebete zu gewisser' Tageszeit wie auch des Nachts 
abhalten. Hiefür müssen lange gegenüberstehende Sitzreihen 
geschaffen werden. Daher das Chorgestühl, und zu seiner Auf 
nahme bei Kathedralen und Klosterkirchen, auch hei Pfarr 
kirchen mit Klostergeistlichen als Pfarrherren die langgestreck 
ten Chöre. 
Da es störend wäre, wenn sich Andächtige oder lästige 
Gaffer zwischen diese Chorstuhl-Reihen drängten , so wird der 
Raum, in dem sie sich befinden, seitlich durch Chorschranken, 
gegen das Schiff durch den Lettner oder ein Gitter geschlossen. 
Die Schranken sollen nebenbei Zug und Kälte abhalten; mit 
der Mefsbandlung haben sie gar nichts zu thun. 
So lange nicht der reiche Capellenkranz nebst Umgang 
den Chor umsäumte, standen die Chorstühle geschützt „im 
langen Priesterchor“ an den Wänden, wie bei Pfarrkirchen mit 
Klostergeistliehen als Pfarrherren, und bedurften der Schranken 
nicht. Als die Capitel in die neuen gothischen Kathedralen 
eingezogen waren, schützten sie sich zuerst durch Teppiche 
oder aufgespannte Stoffe, die dorsalia. Doch müssen diese 
dorsalia nicht genügenden Schutz gewährt haben, denn man 
ging bald wieder zu festen, seit Anfang der Christenheit für 
diesen Zweck gebräuchlichen Schranken über. Das ist kein 
neuer Cultus, keine Veränderung, man hatte nur Erfahrungen 
im neuen Hanse gesammelt. 
Gurlitt behauptet, in Deutschland seien erst im 14. Jahr 
hundert die Chorschranken und Lettner vorzugsweise entstanden. 
Beweise führt er nicht an. Es mag sein, dafs diejenigen, 
welche er kennt, aus dieser Zeit stammen, der Schlufs, dafs 
vorher keine dagewesen seien und die Priesterschaft sich damals 
erst „vom Volke abzuschliefsen anfing“, ist vollständig irrig. 
Schon in frühchristlicher Zeit waren die Chorschranken, wie 
gesagt, vorhanden, jedermann kennt sie z. B. aus S. Clemente 
in Rom. Diese rühren mindestens aus dem 8. Jahrhundert her, 
denn sie tragen den Namenszug des Papstes Johann VIII.; 
wahrscheinlich sind sie sogar aus dem 5. oder 6. Jahrhundert, 
und von Johann VIII. nur wiederhergestellt. Sie sind niedrig, 
schützen wenig vor Zug und Kälte; daher finden sich für deu 
Winter auch häufig besondere geschlossene Räume als Winter 
chöre; so u. a. bei S. Maria in Cosmedin. Vielleicht safsen 
hierbei auch die Priester im Presbyterium getrennt von den 
Diakonen und Sängern im Chor. Später sitzen sie voreinander 
in Stahlreihen. Wer kennt nicht die schönen Chorschranken 
und Lettner in St. Michael zu Hildesheim, im Dom zu Trier, 
in Halberstadt, Naumburg, Gelnhausen usw., die doch nicht 
erst ans Ende des 14. Jahrhunderts verlegt werden können! 
Meistens stehen diese Chorstühle, wie gesagt, im Chor. 
Sind viele Geistliche vorhanden, so erstrecken sich die Stuhl 
reihen über das Kreuzschiff in das Langscbiff, manchmal stehen 
sie überhaupt im Langschiff, je nachdem sich dies aus Ort und 
Benutzung praktisch erwies. Das ist aber keine Besonderheit 
des Languedoc oder Spaniens, wie Gurlitt glaubt, es findet sich 
vielmehr überall. Daher ist das Kreuzschiff keineswegs eine 
Trennung des Priesterchors vom Laienhaus, im Gegentheil: die 
Kreuzschiffe der Kathedralen waren meistens den Laien einge 
räumt, daher diese Kreuzschiffe auch nichts specifisch „katho 
lisches“ sind, den Begriff „Katholik“ im Sinne Gurlitts ge 
nommen. Denn Gurlitt liebt es, den Worten einen anderen Sinn 
beizulegen als gebräuchlich. Seite 319 schreibt er: „Ich mufs 
hier bemerken, dafs ich unter „evangelisch“ natürlich nicht die 
protestantischen Landeskirchen und deren besondere, nach der 
Reformation geschaffenen Liturgieen meine.“ . . . Ebenso ver 
steht er unter „katholisch“ nur die Bischöfe, den Mefs- und 
Heiligencult, die Processionen und wer weifs welches selbst 
geschaffene Gebilde. Unter Ketzern versteht er nicht Christen, 
die sich von Rom getrennt haben — er rechnet auch die 
Muhamedaner zu den Ketzern! 
Nachdem in der Kathedrale das Bedürfnis der Bauherren 
wie oben gezeigt erfüllt ist, tritt nun in ihr erst das Pfarr- 
kirchenbedürfnifs auf und wird befriedigt. Vor den Abschlufs 
des Chorraums gegen das Schiff hin, den Lettner, wird ein 
Altar gestellt; dort wird die Messe ohne andere Sonderung von 
den Laien als durch die Communionbank, wie in jeder Pfarr 
kirche, sonn- und wochentäglich für die Gläubigen gelesen; 
dort wird auch die Kanzel errichtet und allsonntäglich für das 
Volk gepredigt. Da außerdem bei grofsen Festen oder bei den 
dem Bischöfe vorbehaltenen Handlungen, z. B. der Firmung, 
auf den Besuch der Kathedrale durch die Gläubigen aller 
Pfarreien in der Stadt und des angrenzenden Landes zu rech 
nen ist, so mufs noch überdies viel verfügbarer Raum in der 
Kathedrale vorhanden sein. Das ist das Programm, welches 
die Kathedralgrundrisse hervorgerufen hat und durch diese herr
	        

Downloads

Downloads

The text can be downloaded in various formats.

Full record

ALTO TEI Full text
TOC

This page

ALTO TEI Full text

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Formats and links

The metadata is available in various formats. There are also links to external systems.

Links

OPAC DFG-Viewer Mirador

Cite

Cite

The following citation links are available for the entire work or the page displayed:

Full record

This page

Citation recommendation

Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What color is the blue sky?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.