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Stenographische Berichte über die öffentlichen Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung der Haupt- und Residenzstadt Berlin (Public Domain) Ausgabe 1.1874 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Stenographische Berichte über die öffentlichen Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung der Haupt- und Residenzstadt Berlin (Public Domain) Ausgabe 1.1874 (Public Domain)

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Zeitschrift

Titel:
Pure and applied chemistry
Erschienen:
Berlin: ˜deœ Gruyter
Fußnote:
Gesehen am 19. April 2016
25+355!URL mit z KW gelöscht(19-04-16)
Umfang:
Online-Ressource
ISSN:
1365-3075
ZDB-ID:
2022101-0 ZDB
VÖBB-Katalog:
34127979
Schlagworte:
Technische Chemie ; Zeitschrift ; Online-Ressource ; Chemie ; Zeitschrift ; Online-Ressource ; Zeitschrift
ZLB-Systematik:
Naturwissenschaften
Sammlung:
Naturwissenschaften
Copyright:
Rechte vorbehalten
Zugriffsberechtigung:
Eingeschränkter Zugang mit Nutzungsbeschränkungen

Aufsatz

Verfasser:
Peterson, Vanessa K.
Bianchini, Matteo
Chapman, Karena W.
Elice, Martina
Hibbert, D. Brynn
Roche, Paul
Silvano, Luigi
Stievano, Lorenzo
Titel:
Terms of Latin origin relating to sample characterization (IUPAC Technical Report)
Erschienen:
Berlin: ˜deœ Gruyter, 2024
Sprache:
Englisch
Zusammenfassung:
Abstract: The use of Latin origin terms, relevant for sample characterization modalities, is described with a focus on samples under controlled conditions, samples within devices, and samples during physico-chemical evolution. The terms in vitro, in vivo, in situ, ab initio, in silico, post mortem, ex situ, posthumous, in vacuo, (in) operando, post facto, and ex post facto, as used in the scientific literature, are considered. Uses of the Latin origin terms in situ, extra situm, in operando, in vivo, in vacuo, in vitro, extra vivum, post facto and ex post facto, ab initiis, computatro, and post mortem are discussed. It is suggested that these terms are to be used without hyphenation and that all Latin derived terms are set in italic font.
Umfang:
Online-Ressource
Fußnote:
Open Access
Archivierung/Langzeitarchivierung gewährleistet
Schlagworte:
ab initio ; ex post facto ; ex situ ; in silico ; in situ ; in vacuo ; in vitro ; in vivo ; non-ambient ; operando ; post facto ; posthumous ; post mortem ; sample characterization
ZLB-Systematik:
Naturwissenschaften
Sonstiges
URN:
urn:nbn:de:101:1-2411081438031.256393835346
Sammlung:
Naturwissenschaften
Sonstiges
Copyright:
Rechte vorbehalten
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

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  • Stenographische Berichte über die öffentlichen Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung der Haupt- und Residenzstadt Berlin (Public Domain)
  • Ausgabe 1.1874 (Public Domain)
  • Titelblatt
  • No. 1, 26.02.1874
  • No. 2, 05.03.1874
  • No. 3, 12.03.1874
  • No. 4, 19.03.1874
  • No. 5, 26.03.1874
  • No. 6, 01.04.1874
  • No. 7, 09.04.1874
  • No. 8, 16.04.1874
  • No. 9, 23.04.1874
  • No. 10, 30.04.1874
  • No. 11, 07.05.1874
  • No. 12, 13.05.1874
  • No. 13, 21.05.1874
  • No. 14, 28.05.1874
  • No. 15, 04.05.1874
  • No. 16, 11.06.1874
  • No. 17, 18.06.1874
  • No. 18, 25.06.1874
  • No. 19, 02.07.1874
  • No. 20, 09.07.1874
  • No. 21, 16.07.1874
  • No. 22, 23.07.1874
  • No. 23, 30.07.1874
  • No. 24, 06.08.1874
  • No. 25, 13.08.1874
  • No. 26, 20.08.1874
  • No. 27, 27.08.1874
  • No. 28, 03.09.1874
  • No. 29, 10.09.1874
  • No. 30, 17.09.1874
  • No. 31, 24.09.1874
  • No. 32, 01.10.1874
  • No. 33, 08.10.1874
  • No. 34, 15.10.1874
  • No. 35, 22.10.1874
  • No. 36, 29.10.1874
  • No. 37, 05.11.1874
  • No. 38, 12.11.1874
  • No. 39, 19.11.1874
  • No. 40, 26.11.1874
  • No. 41, 03.12.1874
  • No. 42, 10.12.1874
  • No. 43, 17.12.1874
  • No. 44, 22.12.1874

Volltext

richtung hat sich in der That auch bis in die 50er Jabre außer 
ordentlich bewährt. Es haben sich fiele geeignete Kräfte für Arinen- 
kommissiouen gefunden und es war dies um so erfreulicher nie be 
kanntlich die Bürger der Stadt sich anfangs gegen alle Selstverwaltung 
sträubten. Seit' 1850 ist indessen die eigenthümliche Erscheinung 
hervorgetreten, daß viele Fälle, ja, in einem Jahre oft mehrere 
Fälle hervorgetreten sind, wo es für die 'Verwaltung ganz unmöglich 
war, eine regelmäßige Besetzung der Stellen der Arinenkoinmissions- 
Vorstcher eintreten zu laßen. Die Mitglieder konnten und wollten 
die Stelle nicht übernehmen und rocim man den Gründen nach 
forschte, so ergab sich, daß vorzugsweise der kleinere Bürgerstand in 
den Armenkonimissionen vertreten war und daß diese Leute, um nicht 
in Konflikt mit ihren bürgerlichen Geschäften zu gerathen, ein Amt 
ablehnen mußten, was in der That größere Lasten auferlegte, als 
ihnen bisher in der Stellung als Mitglied auferlegt waren. M H.! 
Das ist der Grund gewesen, weshalb in sehr vielen Fällen kom 
missarische Vertretungen haben eintreten müssen, und so sehr wir 
dankbar gewesen sind, daß der kleinere Bürgerstaird die schweren 
Lasten des Kommunaldienstes übernommen hat, so mußte sich doch 
die Verwaltung sagen, daß solche Verhältnisse nicht beizubehalten 
seien. Der Grund lag vorzugsweise in der Selbstergänzrmg. Man 
wählte nur willige Mitglieder und namentlich wurden von der Wahl 
zu Mitgliedern der Armenkommissionen die bester gestellten Klassen 
ausgeschlossen. Es sind gegenwärtig und bei der Berathung der 
Vorlage in der Verwaltung noch 9 derartige kommissarische Ver 
tretungen, ja, wir haben sogar, wie Ihnen bekannt sein wird, dazu 
schreiten müssen, besoldete Vorsteher anzustellen. 
Aim, meine Herren, der Magistrat hat geglaubt, alle diese Uebel- 
stände zu beseitigen, wenn er das Recht, da? nach der Slädteordnung 
der Stadtverordnetenversammlung ja zusteht, einfach wieder herstellt 
und der Stadtverordnetenversammlung anheim giebt, die Wahlen 
ohne vorherige Vorschläge vorzunehmen. Es ist ja ganz richtig, was 
der Herr Referent sagt, es werden bei dem neuen Verfahren die 
Vertrauensmänner des Bezirks von den recherch rendeuStadtverordneten 
herangezogen werden, sie werden mit ihren Voten gehört werden, die 
letztem werden sich aber in weitern Kreisen nach geeigneten Kräften 
umsehen, und die Wünsche der betr. Armen - Kommission nicht aus 
schließlich berücksichtigen. Der Stadtverordnete wird deshalb fortan 
nach Ansicht der Verwaltung viel objektiver zur Wahl stehen. 
M. H.! Von einem Entziehen des Vertrauens, worauf Herr 
Referent hingedeutet hat, kann in der That nicht die Rebe sein. Die 
für die Aenderung des Verfahrens angegebenen Gründe sind nach 
der Ueberzeugung des Magistrats durchschlagend, und er zweifelt nicht, 
weil die Wahlen objectiv auch deshalb stets der Verwaltung auch für 
die Vorsteher geeignete Kräfte zuführen wird. Von einem Widerspruch, 
der von irgend einer Seite im Großen und Ganzen gemacht sein 
sollte, ist dem Magistrat nichts bekannt geworden. Die veränderte 
Instruktion ist publizirt, und zwar in der üblichen Weise, in der 
Monalskonserenz der Armenkommissionsvorsteher, sie ist also nicht 
erst t urch Mittheilung des Magistrats an die Stadtverordnetenver 
sammlung den Armenkommissionen bekannt geworden. Ich halte mich tfir 
verpflichtet, den Herrn Referenten auch nach dieser Seite hin zu be 
richtigen. 
Dies, meine Herren, ist es, was ich vorzugsweise den Aus 
führungen der Gründe des Magistrats hinzufügen zu wüsten geglaubt 
habe. Ich meine, daß die Stadtverordnetenversammlung nicht in der 
Lage ist, eine Instruktion, die seitens des Magistrats bereits gegeben 
und in der Ausführung begriffen ist, durch einen Beschluß, wie er 
seitens der Herren Referenten formulirt ist und vorgeschlagen wird, 
zu bemängeln. Der Magistrat ist überzeugt, daß Sie die Gründe, 
die Ihnen gegeben sind, würdigen und der Verwaltung nicht Swierig- 
keiten bereiten werden, die entstehen könnten, wenn die geehrte Ver 
sammlung in ihrer Mehrheit gegen eine Instruktion, die nach bestem 
Wissen und Gewissen, und reiflichster Erwägung erlassen ist, Ein 
wendungen erhöben. 
Ich kann deshalb nur bitten, daß die geehrte Versammlung von 
der Vorlage lediglich Kenntniß nimmt. 
Stadtv. Dr. Goschen: M. H.! Ich will nur konstatiren daß, 
als der Magistrat an die Armendirektion herantrat, um sie zu ver 
anlassen, ihrerseits Vorschläge in Bezug aus die Veränderungen in 
der Armenpflege und die Zusammensetzung der Armenkommissionen 
zu machen, dies gerade in der Armendireklion mit großer Freude be 
grüßt ist. Ich will auch, da ich eins von den ältesten Mitgliedern 
der Armendirektion bin, theils als Stadtverordneter, theils vordem 
als Bürgerdeputirter konstatiren, daß namentlich die Besetzung der 
Arinenkominissionsvorsteherstellen im Laufe der Jahre uns man 
nigfach die allergrößten Schwierigkeiten gemacht hat und immer wie 
der neue Schwierigkeiten. Ich will unter Anderen darauf aufmerk 
sam machen, daß wir nicht nur in der Lage gewesen sind, eine Reihe 
von besoldeten Armenkommissionsvorstehern — eine gewiß ganz 
schlechte Einrichtung — einzusetzen, sondern auch genöthigt gewesen 
sind, weil wir Niemand bekamen, zu Magistratsunterbeamten zu 
greifen, und daß uns nachher von dem Oberbürgermeister — nicht 
dem jetzigen — gesagt wurde: „das leide ich nicht". Da hatten wir 
also einen Armenkommissionsvorsteher und dann doch wieder 
keinen. So sind die verschiedensten Unzuträglichkeiten gekommen. 
Die Armendirektion hat sich aus das Eingehendste mit dieser Sache 
beschäftigt: sie hat eine eigene Kommission niedergesetzt, um die Sache 
vorzuberathcn, diese hat an die Armendirektion Bericht erstattet und 
es ist, soviel ich weiß, einstimmig sowohl in der Kommission als 
im Plenum der Armendireklion selbst die Sache, nachdem der Ma 
gistrat unsere Vorschläge wieder verändert hatte, durchaus gut ge 
heißen wo, den. Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß diejeni 
gen Mitglieder der Armendirektion, die als Bezirksvecernenten, 
namentlich auch die Herren Armenassestoren, die in ganz speziellem 
und fortlaufendem Verkehre mit den ArmenkommissionSvorstehern und 
den Mitgliedern stehen, ebensolllS alle diese neuen Vorschläge und 
Einrichtungen approbirl haben. Nun, m. H., muß ich auch das 
konstatiren^ was bereits der Herr Stadtrath gesagt hat, daß der Herr 
Kollege Krebs falsch unterrichtet ist wenn er glaubt, daß es sich hier 
um eine Ueberrumpelung handelt. Es ist ad hoc eine Versammlung 
der Armendirektiontzvorsteber berufen und ihnen in Gegenwart 
mehrerer Mitglieder der Armendirektion die Sache publicirt und so 
viel ich weiß," ist auch kein Widerspruch erhoben. Nur ein einziger 
Widerspruch wurde schriftlich erhoben, der aber in dieser Versamm 
lung nichts weniger ats Anklang gefunden hat. Ich meine also, daß 
vorläufig für uns wenigstens in der Armendirektton feststeht, daß die 
Armenkömmissionsvorsteher nichts weniger als ungünstig die Sache 
begrüben Ich will außerdem noch darauf aufmerksam machen, daß 
eine Mitwirkung der Mitglieder der Armendirektion — nennen Sie es 
eine indirekte oder wie Sie wollen — niemals fehlen wird, weil ja 
sehr natürlicherweise derjenige recherchirende Stadtverordnete, der der 
Armendirektion angehört, unter allen Umständen sich mit den Leuten, 
die außerdem ja seine Kollegen sind, in das engste Vernehmen in 
Bezug auf Vorschläge setzen wird. Im Großen und Ganzen — 
das kann ich mit voller Bestimmtheit sagen — sind diejenigen Organe, 
die in erster Linie mit der Armenpflege zu thun haben, darin ein 
stimmig, daß diese neue Ordnung eine entschiedene Verbesserung ist 
und ich würde deshalb auch rathen, daß Sie unter allen Umständen 
ohne Einspruch diese Instruktion des Magistrats gutheißen. 
Stadtv. Gerth: M. H.! Die Sache ist doch von größerer 
Wichtigkeit, wie sie den Anschein hat. Es ist ja unfraglich, daß, wenn 
diese neue Verordnung eingeführt wird, eine Beleidigung gegen die 
bisherigen Armenkominissionen vorliegt. Das Vertrauen, was sie bis 
her genossen haben, wird ihnen durch diese Verfügung ganz entschie 
den genommen. Es wird gesagt, daß sie nicht in der Weise das 
Vertrauen gerechtfertigt haben, daß wir ihnen die Sache länger über 
tragen können. Nun müßte doch aber in diesen Bestimmungen, nicht 
in den beiden Kommunalbehörden das Korrektiv liegen, wenn wirk 
lich von Seiten der Armenkominissionen Mitglieder mit hineingewählt 
würden, die wir nach ihrer Befähigung, nach ihrer Stellung nicht 
für geeignet halten. Ich muß gestehen, daß ich aus meiner eignen 
Thätigkeit es kenne, daß, wenn'die recherchirenden Stadtverordneten 
nicht recht auf den Posten sind, Sie wohl in der Lage lind, der Be- 
schwerde des Magistrats direkt abzuheilen. Ich wurde mich nicht 
wundern und nicht fürchten, wenn die Arinenkommisfionen erklärten: 
wir legen unser Amt nieder. In der 96. Arinenkomnussion lag einmal 
ein solcher Fall vor. Die Kommission hatte erklärt, wenn ich nicht 
darauf einginge, ihr Mitglied zu wählen, würde sie nicht in der Lage 
fein, ihre Geschäfte weiter zu führen. Trotzdem habe ich ganz offen 
die Sache in geheimer Sitzung klar gelegt und es ist ein anderes 
Mitglied gewählt worden. Sie wissen aus den Verfügungen, daß in 
erster Linie der Magistrat und dann die Stadtverordnelen-Versamm- 
lung vollständig in der Lage sind, die geeigneten Kräfte zu erwerben. 
Nun aber, m. H., behaupte ich, daß selbst derjenige H-Iadlverordnete, 
der in seinem Bezirk recht bekannt ist, doch nicht in der Lage ist, 
ohne Mitwirkung der Armenkommission erfolgreich zu wirken. In 
nerhalb der Kommission werden ganz besondere Personen gebraucht, 
namentlich in größeren Kommissionen, die diese und jene Sachen ken 
nen müssen Diese können Sie nicht anders finden, als mit Hinzu 
ziehung der Armenkominissionen. Wenn Sie nun den Leuten, die 
bisher im Großen und Ganzen unser Vertrauen gerechtfertigt haben, 
— einzelne Auswüchse, die in jeder Verwaltung vorkommen, dürfen 
Sie nicht als Norm annehmen; einzelne Sachen kommen überall 
vor, — ich sage, wenn Sie den Männern deshalb nun gleich das 
Vertrauen entziehen, was sie in dieser Weise schon jahrelang genossen 
haben, so liegt darin eine Beleidigung. Dieser Ueberzeugung können 
Sie sich nicht entziehen. Ich muß gestehen, daß ich die feste Ueberzeugung 
habe, daß die Thätigkeit, Lust und Liebe zur Selbstverwaltung durch solch) 
Schritte sehr geschädigt wird. Jeder Schritt der gegen die Bezirksvorsteher 
unternommen ist, hat viel böses Blut gemacht und hat die Selbst 
verwaltung nicht gerade gefördert. Bei der Steuerreform, wo wir 
in Bezug ‘ auf die Miethssteuer bestimmte Aenderungen wünschten, 
sagte der Magistrat in seiner Vorlage: die Aenderungen werden 
vielleicht nöthig sein, aber wir werden die geeigneten Kräfte zu dieser 
doppelten Arbeit in Bezug auf die Abschätzung der Miethswerthe in 
der Bürgerschaft nicht finden. Ja, m. H., wenn wir der Bürger» 
schast in dieser Weise entgegen treten und ihr das Selbstgefühl nehmen,
	            		
so bin ich fest überzeugt, daß in nicht zu langer Zeit es wirklich recht schwer werden wird, den ungeheuren Anforderungen, die an unsere Bürgerschaft gestellt werden, gerecht zu werden. M. H., ich muß offen gestehen, daß ich mich zu solcher Maßnahme sehr schwer ent schließen würde, die einer großen Anzahl von Männern, namentlich kleinen Leuten das Vertrauen entzieht; denn auf solche sind Sie in den Armenkommissionen am meisten angewiesen, die reichen Leute bekommen wir nicht hinein, diesen ist es widerlich, die armen Leute in ihre Wohnungen aufzunehmen. (Widerspruch) Ich habe immer gefunden, daß die tüchtigsten Kräfte in dem kleinen Stande waren. Ich möchte Sie wirklich im Interesse der Verwaltung, im Interesse der Stadlv.-Vers. wenigstens warnen, un bedingt von der Vorlage des Magistrats Kenntniß zu nehmen Wir haben ja, das steht fest) nicht das Recht des Widerspruchs gegen diese Vorlage des Magistrats, aber wir haben das Siecht, wie der Herr Ref. beantragt hat, zu erklären, daß wir wünschen, der Magistrat möge von dieser Vorlage Abstand nehmen. Stimmt er dann nicht Abstand, so haben wir wenigstens den Armenkommissionen gegenüber unsere Schuldigkeit gethan und der Magistrat mag dann, wenn er in Bezug aus die Verwaltung es durchsetzen will, den Schritt unter nehmen. 9tun m. H, muß ich denn doch aestehen — und Sie Alle, die Sie ja zum großen Theil länger in der Verwaltung sitzen, als ich, werden das zugeben —, daß der Magistrat durch seine Vorschläge z. B, bei den BezirkSvorstehern in den Siibkommissionen ein recht trauriges Resultat erzielt hat. Ich muß gestehen, daß die Vorschläge der Subkommission des Magistrats in Bezug auf die Bezirksoorsteher — wir haben ja selten davon Gebrauch machen können auf mich den Eindruck gemacht haben, als wären sie aus dem dreijährigen Adreßkalender; denn es ist vorgekommen, daß Leute vorgeschlagen wurden, die verstorben oder 2 bis 3 Jahre aus dem Bezirk weg waren Run behaupte ich, daß der Magistrat oder die Mitglieder der Armen-Direktionen garnicht in der Lage sind, die Vorschläge, die sie jetzt bekommen, zu prüfen und die ganze Last der Arbeit fällt aus die Stadtv.-Vers., und diese hat auch die Verantwortung zu tragen. Ich glaube, daß, wenn Sie recht gewissenhaft sind. Sie nicht anders handeln können, als bis jetzt geschehen ist. Dasselbe Korrektiv, was Sie nach dem neuen Verfahren zu haben glauben, haben Sie jetzt schon, wenn Sie jetzt tüchtig recherchiren und Auswüchsen, die ja vorkommen, von vornherein ihre Zustimmung nicht geben. Niemand hat das Stecht, Sie darüber zu interpelliern, . iemand wird es auch thun. Ich möchte deshalb bitten, daß sich die Stadtverordneten - Ver sammlung in dieser Sache der Bürgerschaft gegenüber vollständig rein verhalte und den Antrag des Referenten annehme. Stadtv. Dr. Straßmann: M. H.! Es ist mir einigermaßen auffällig, daß der Kollege Gerth es für möglich hält, das Korrektiv auszuüben, daß wir Vorschläge, die von den Kommissionen gemacht werden, zurückweisen. Dieses Korrektiv halte ich in der That nicht für anwendbar, sondern für rein illusorisch. Denn es ist doch wahr haftig eine außeroroentlich schwere Kränkung und Beleidigung, wenn wir einen Mann, der vorgeschlagen wird, zurückweisen. Meiner An sicht nach liegt darin gerade eine Kränkung, (Sehr richtig!) insofern diese Abwehr gegen eine einzelne Person gerichtet ist. M. H.! Ich habe bei allen Gutachten, die ich über Kommnnalwahlen abzugeben habe, in Bezug aus alle Vorschläge, die mir gemacht wur den, immer den Standpunkt festgehalten, daß, sobald der Mann un bescholten war und allenfalls die Qualität für das Amt hatte, ich niemals den Mann abgewiesen habe. Anders ist es natürlich, wenn ich aussuchen kann. Wenn mir jedoch Jemand vorgeschlagen wird, dann bin ich nicht in der Lage, einen sonst achtbaren, anständigen Mann zurückzuweisen. Das wäre eine Beleidigung; aber eine Maß regel) die nur im Interesse der Verwaltung gegen Tausende von Leuten sich richtet, die eine Aenderung in dem bisher Bestehenden einführt, kann doch Niemand für eine Beleidigung oder Kränkung ansehen! Wir haben in der Armendirektion, als wir die Verordnung erhielten — es ist schon von dem Kollegen Göschen konstatirt, daß mit der äußersten Vorsicht zu Werke gegangen ist, der Magistrat hat die Vorschläge der Armendirektion zum Theil reformirt — anerkannt, daß vielleicht in keiner anderen Verwaltung eine solche Ausdauer in der Führung des Amtes stattfindet, als gerade bei dem Armenkom- missionsvorsteher, daß vielleicht in keiner Verwaltung so viel Jubi läen vorkommen, daß in der That eine gewisse Treue und Anhäng lichkeit an dieses Amt sich kundgiebt. Es ist überaus mühsam, es ist das allerschwierigste Amt, das Einer übernehmen kann. Trotz alle dem finden Sie diese Ausdauer. M. H., das hängt von zwei Din gen ab: das hängt zusammen mit dem Kooptationsverfahren, indem sich dadurch ein Kreis von Leuten bildet, die sich so in diese Beschäf tigung und mit einander einleben, daß sie gern bei einander bleiven. Es wird Niemand leugnen, daß eine gewisse Schulung für einen Kommissionsvorsteher nothwendig ist, folglich kann man wohl sagen, daß, wenn dieses Kooptationsverfahren beseitigt ist, ein rascherer Wechsel eintreten wirb. Alle diese Gesichtspunkte und viele andere sind berücksichtigt worden; gegenüber der Thatsache aber, daß gegen wärtig die Verwaltung große Noth hat, in ärmeren Stadtgegenden Kommissionsvorsteherstellen zu besetzen, daß es Leute giebt, die zwei bis drei Kommissionen übernehmen lediglich der 60 Thlr. wegen daß sehr viele Magistrats-Unterbeamte sich zu diesen Stellen drängen — Alles dies mußte uns bestimmen, zur Ehre und im Interesse der Selbst verwaltung dieses neue Verfahren zu versuchen. M. H.! Gegenüber der Schulung steht auch noch etwas Anderes. Sie sagen: Sie wer den immer auf den kleinen Bürger angewiesen sein. Das ist richtig. Es ist bekannt, daß die Last der ganzen Gemeindeverwaltung auf 5 bis 6000 Menschen beruht, die nicht der baute finanee und nicht der Aristokratie angehören. Das ist einmal so) Die Herrschaften halten sich im Großen und Ganzen zu einer solchen Thätigkeit für zu gut. Aber auf der anderen Seile muß man doch auch sagen, daß gerade in der Armenpflege es wünschenswerth ist, daß ein An einanderrücken der besser Sitüirten an die Armen stattfindet. Jeden falls ist es überaus wünschenswertst, wenigstens den Versuch zu ma chen, Leute aus den besseren Ständen in die Armenpflege hineinzu bekommen. Allen diesen Dingen gegenüber hat die Armendirektion gesagt: wir haben gegen die Verfügung des Magistrats nichts einzu wenden, wir wollen in Ansehung der Vortheile, die daraus entstehen können, den Versuch machen und ich kaun nur bitten, sich dabei zn beruhigen; denn die Maßregel ist bereits eingeführt. Ich habe als Bezirksdezernent bereits die Verfügung bekommen, die Wahlen nach dem neuen Verfahren vorzunehmen. In welche Lage würden Sie die Armenpflege und den Magistrat bringen, wenn wir den Leuten nun sagen sollten: wir haben uns geirrt, die Sache ist nicht ausführ bar, es kann doch wieder wie früher gemacht werden! M. H., das kann zu nichts führen. Stadtv. Dr. Pflug: M. H.! Es läßt sich doch nicht wegleug nen - und es äußert sich ja auch vielfach diese Meinung aus den Armenkommissionen — daß die neue Verordnung sehr schwer em pfunden wird, die, wie von dem Herrn Referenten und andererseits gesagt ist. als eine Art Vertrauensentziehung anzusehen ist. Ich für meinen Theil theile diese Empfindung auch. Ich weiß auch nicht, meine Herren, ob das neue Verfahren irgend welchen Vortheil bil det, ja ich muß gestehen, in diesem neuen Verfahren — und ich möchte dabei namentlich an eine vielleicht von mir mißverstandene Sleußerung des Herrn Vorredners anknüpfen — liegt ein großes Bedenken und eine gewisse Gefahr. Der Herr Vorredner hat gesagt: wenn es auf der einen Seite nicht möglich ist. in vielen Fällen Ar- menkomniissionsvorsteher zu finden, so drängen sich auf der andern Seite Beamte darnach. Umsonst, m. H., drängen sich diese doch nicht darnach — wenn ich den Herrn Kollegen richtig verstanden habe — sondern es muß für sie irgend eine Aussicht erblühen, sie müssen ir gend etwas Bestimmtes bei der Uebernahme eines solchen Amtes ver folgen. 9Jf. H.! Liegt da etwa eine Aussicht, daß diese Stellen künftig besoldete sein sollen? Nun muß ich aber gestehen, ich hege den größten Zweifel, daß die Absicht des Magistrats sich erfüllt. Sie könnte in Erfüllung gehen, sie hätte eine Begründung, wenn die Stadtverordneten zugleich reckierchirenbe Stadtverordnete in den Be zirken wären, aus deren Wahl sie hervorgegangen sind. Das ist aber nur zum Theil der Fall. Ich habe mich z. B. während der gestimmten 12 Jahre, die ich Stadtverordneter bin, stets als recher- chirender Stadtverordneter da bethätigt, wo ich nicht die geringste Kenntniß hatte. Wie soll man verfahren? Man wird immer mehr oder weniger darauf angewiesen sein, sich an die betreffenden Be zirksbeamten zu wenden. ' Man wird angewiesen sein auf die Vor schläge der Armenkommissionsvorsteher und diese immer in erster Reihe in Betracht zu ziehen haben. Denn wo Sie die Persönlich keiten nicht kennen, wo der Bezirksverein fehlt, wo Sie überhaupt gleichsam auf ein Nichts angewiesen sind, um die Wahl zu treffen, da, glaube ich, ist der einzige naturgemäße Anhalt die Armenkom» Missionen; wenn diese nun die Mitwirkung versagen,' worauf sollen Sie dann fußen? wie sollen Sie dann ihre Vorschläge machen? Liegt nicht die Gefahr vor, daß Sie dann noch ungünstigere Vor schläge machen, als bis jetzt gemacht sind? Ich glaube, darin liegt gerade der schlimmste Uebelstand für die Ausführung dieser Ver fügung des Magistrats. Soll dieselbe wirklich zur Ausführung ge langen, so muß dem unbedingt voraufgehen, daß die Stadtverordne ten nur noch in dem Bezirke recherchiren, wo sie gewählt und be kannt sind. Wie jetzt die Sache liegt, ist die Ausführung der Ver fügung nicht möglich. Stadtv. Meyn: M. H.! Wenn auch ich anfange, von Ver trauen zu reden, fo geschieht es in dem Sinne, daß ich Vertrauen habe zu dem Gemeinsinn der jetzt bestehenden Armenkommissionen, daß sie darin keine Beleidigung finden werden und können, wenn die Verwaltung sich veranlaßt steht, eine Aenderung der Einrichtun gen eintreten zu lassen Zunächst sage ich, es handelt sich um eine Instruktion, die der Magistrat allein festzustellen hat; wenn wir nun

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