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Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 23.1920 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

fullscreen: Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 23.1920 (Public Domain)

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Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Zeitschrift

Titel:
Blätter für Architektur und Kunsthandwerk
Erschienen:
Berlin: Verl. der Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 1914
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Erscheinungsverlauf:
Jahrgang 1 (1888)-Jahrgang 27 (1914)
ZDB-ID:
2862790-8 ZDB
Berlin:
B 350 Bildende Kunst: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
Kommunalwissenschaften:
Kws 405,3 Architektur: Architektur gattungsübergreifend
Dewey-Dezimalklassifikation:
720 Architektur
Sammlung:
Bühne, Film, Musik, Bildende Kunst
Bauen
Berliner Orte, Architektur, Stadtentwicklung, Wohnen
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1901
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Berlin:
B 350 Bildende Kunst: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
Kommunalwissenschaften:
Kws 405,3 Architektur: Architektur gattungsübergreifend
Dewey-Dezimalklassifikation:
720 Architektur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-9329191
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Bühne, Film, Musik, Bildende Kunst
Bauen
Berliner Orte, Architektur, Stadtentwicklung, Wohnen

Ausgabe

Titel:
No. 12, 1. Dezember 1901

Schnellzugriff

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  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 23.1920 (Public Domain)
  • Band 1
  • Einband
  • H. [1]
  • H. 2
  • H. 3
  • H. 4
  • H. 5
  • H. 6
  • Einband
  • Band 2

Volltext

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RUDOLPH MCRTZOQ 
BREITESTRA-55E 
BERLIN C.2. 
BRUDERSTRASSE 
Baptistengemeinden hausten und um die Frage nach 
der Religion beantworten zu können, bemerkte ich: 
„Sie sind wohl baptistisch, Minna? -1 
„Ei wo, Madamchen“, antwortete sie, „ich sein 
leltsch.“ Sie war Lettin. 
Eine Stunde später stiess sie auf meinen Sohn Hans, 
einen hoch aufgeschossenen Knaben im Alter von drei 
zehn Jahren, der seit wenigen Tagen die ersten langen 
Hosen trug. Nach dieser Begegnung kam Minna ver 
schämt kichernd zu mir und sagte: „Nei, nei, iber 
den jungen Harrn aber auch! Wie ich ihn Harr 
Hans anrede, da sagt er zu mir: Ich bin noch kein 
Harr, Minna. Sagen Sie dreist Du zu mir, bis ich 
’nen Schnurrbart krieg, dann kennen Sie mir meins- 
wegen Siezen. — Ei, Frau Profassern, wenn ich den 
jungen Harrn duzen sollt — wahrhaftig, ich tät mir 
die Augen aus’n Kopp heraus schämen.“ 
Ohne mich bei der Lösung dieser Etikettenfrage 
aufzuhalten, üet ich ihr, zu Bette zu gehen und be 
mühte mich am folgenden Morgen ihr die Obliegen 
heiten des Dienstes klar zu machen. Zu diesen gehörte 
das Öffnen der Eingangstür für die Schüler meines 
Mannes. Dieser ist Geigcnlehrer und führt den Titel 
Professor. Da ich voraussetzte, dass Minna über seine 
Berufstätigkeit durch ihre Tante bereits aufgeklärt 
worden sei, so bemerkte ich kurz: „Wenn es klingelt, 
öffnen Sie die Tür, bitten Sie den Eintretenden auf der 
Diele abzulegen und kommen in die Küche zurück.“ 
Nach einer Weile wurde meine Unterweisung be 
treffs der Aufbewahrung von Speiseresten durch den 
schrillen Ton der Klingel unterbrochen und Minna 
flog wie ein abgeschnellter Pfeil der Eingangstüre zu. 
Bald darauf kehrte sie langsam zurück. In ihrem runden 
Gesicht malte sich grosse Verwunderung. Dicht an 
mich herantretend, sagte sie in geheimnisvollem Tone: 
„Das war’n junger Plarr — ’n janz forscher — mit’n 
hochgedrehten Schnurrbart — der trug in der 
Hand ’n Kasten. Und was meinen Se wohl Frau 
Profassern, was er rausnahm aus dem Kasten?“ 
„Was denn Minna?“ 
„Ne Jeige!“ 
Sie zog das Ei des Wortes Geige so in die Länge, 
als wolle sie es ganz mit Erstaunen füllen. Ich wusste 
jetzt, dass sie von der Lehrtätigkeit meines Mannes 
keine Ahnung hatte und da mich ihre Verwunderung 
belustigte, so klärte ich sie über den ihr fragwürdig er 
scheinenden Gegenstand nicht auf, sondern sagte: „Gut, 
Minna!“ und hielt ihr einen Vortrag über die Vergäng 
lichkeit alles Irdischen, insonderheit der Glas- und 
Porzellangeschirre. Um sie zur Vorsicht anzuspornen, 
setzte ictUdie Verwarnung hinzu; „Was durch Ihr Ver 
schulden zerbrochen wird, haben Sie zu ersetzen.“ 
Nach einer Stunde ertönte wieder die Klingel. Minna 
lief aus der Küche, kehrte aber nach einer Weile kopf 
schüttelnd zurück und stiess fast atemlos hervor: „Frau 
Profassern, diesmal wars ’n Freileinchen — das hatt’ 
auch’n Kasten in der Hand, aber’n schwarzen. Und 
wissen Se, was Se herausnahm? — ’Ne Jeige!“ Beim 
Aussprechen des langgedehnten letzten Wortes sah sie 
mich so fragend an, als erwarte sie die Enthüllung 
des Welträtsels. Ich aber bemerkte: „Gut, Minna, 
merken Sie jetzt auf — wir kommen zur Gasleitung 
des Kochherds.“ — 
Und es klingelte zum dritten Male und als sie 
mir wieder die Botschaft hinterbracht hatte, dass der 
Eingetretene mit ’ner Jeige zum Harrn Profasser rin- 
gegangen sei, konnte sie die Frage nicht mehr unter 
drücken: „Was machen um Jotteswillen die Harr- 
schaften alle mit de Jeige?“ 
„Sie spielen darauf, Minna.“ 
Diese Antwort schien ihre Verwunderung noch 
zu steigern, statt sie auszulöschen, denn nach kurzem 
Besinnen bemerkte sie, mich ängstlich anblickend: 
„Aber traut’ste P'iau Profasserin, es kann doch die 
vornähmen Ilarrschaften kein Verjnijen nich machen, ’ne 
janze Slundlang auf so’n Holzkasten rumzukratzen?“ 
Das vierte Klingelzeichen brachte Minna auf den 
Gipfel der Ueberraschung. Bei der Rückkehr rief sie 
mir, nach Atem ringend und mit stark vibrierender 
Stimme zu: „Frau Profassern, nei, nei, was man in 
Barlin auch alles erlebt! Da draussen steht ’ne ganz 
alte Dam’ un ’n jhnges Fraileinchen. Die Alte trägt 
’ne Jeige un die Junge ’n Haft unterm Arm. Was 
macht die alte jraue Dam’ mit de Jeige?“ 
Diesmal erhielt das Ei des letzten Wortes eine fast 
uferlose Ausdehnung. Ich erriet, dass Mrs. Smith bei 
uns eingetroffen war, eine Amerikanerin, die ihr elfen- 
häft zartes Töchterchen zu begleiten und ihm den 
Geigenkasten zu tragen pflegte, damit es sich vor der 
Unterrichtsstunde nicht den Arm ermüde. Bei Minnas 
Frage konnte ich dem diabolischen Verlangen nicht 
widerstehen, die Leichtgläubigkeit des Naturkindes auf 
die Probe zu stellen und so erwiderteich: „Die alte 
Dame spielt zumTanze auf und die junge tanzt danach.“ 
Nun schlug Minna die roten Hände über dem Kopf 
zusammen und rief; „Aber nei, nei, nei, was man in 
Barlin alles erläbt, das hätt’ ich rner in Klein-Slawitten 
doch nicht treimen lassen. Wie ich von Haus fort- 
jejangen bin, da sagte mein Vetter Gottlieb, der in 
Schalottenburg bei die Kirassiers jestanden hat: .Wenn 
Du ins Barliner Läben hineintreibst, Marjell, dann warst 
das Maul weit aufsparren 1 , aber sowas, das hätt ich mer 
denn doch nich jedacht.“ 
Nach Tisch verliess mein Mann das Haus und ich 
nützte die Zeit, um betreffs seines Arbeitszimmers Minna 
Anweisungen zu geben. Da seine Amati unverschlossen 
auf dem Tisch liegen geblieben war, so schärfte ich dem
	        

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