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Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 28.1925 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 28.1925 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Zeitschrift

Titel:
Adreß-Kalender für die königl. Haupt- und Residenzstädte Berlin und Potsdam, sowie Charlottenburg : auf das Jahr ...
Erschienen:
Berlin: Heymanns 1914
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Erscheinungsverlauf:
105 (1819)-200 (1914)
ZDB-ID:
2846413-8 ZDB
Frühere Titel:
Adreß-Kalender der Königlichen Hofstaaten der Obersten Staats-Behörden und der Provincial- und deren Unter-Behörden in den Königlich Preußischen Haupt- und Residenz-Städten Berlin und Potsdam für das Jahr ...
Spätere Titel:
Adreßkalender für die Königlichen Residenzstädte Berlin, Potsdam, Charlottenburg und die Städte Berlin-Schöneberg, -Wilmersdorf, -Lichtenberg, Neukölln sowie für die Gemeinde Berlin-Dahlem
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
Dewey-Dezimalklassifikation:
914.3 Landeskunde Deutschlands
Sammlung:
Berliner Adressverzeichnisse
Adresskalender (1818-1918)
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1872
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Berlin:
B 6 Allgemeines: Adressbücher
Dewey-Dezimalklassifikation:
914.3 Landeskunde Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-12112022
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Signatur:
B 6/10:1872
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Berliner Adressverzeichnisse
Adresskalender (1818-1918)

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  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 28.1925 (Public Domain)
  • Band 1
  • Einband
  • H. 1
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  • H. 16
  • H. 17
  • H. 18
  • Rückdeckel
  • Band 2

Volltext

Jaßrg. 2S 
Nr. 16 
10 
Der Liebhaber seiner Frau 
KARL SCHUELER 
„Herr von Merl zu Hause?“ 
„Bedaure, Herr Doktor!“ 
„Keine Flausen, er will sich nicht sprechen lassen?“ 
„So ist es, Herr Doktor!“ 
„Besuch?“ 
„Ja, Herr Doktor!“ 
„Dame?“ 
„Vom Zirkus, glaube ich.“ 
„Gnädige Frau also verreist?“ 
„Ausgefahren, Herr Doktor!“ 
„Wie unvorsichtig!“ 
„Hm!“ 
„Na, ich will nicht weiter stören. Tag, Jean!“ 
„Ihr Diener, Herr Doktor!“ 
Noch ehe ich die Vorplatztür erreicht hatte, knarrte 
ein Riegel und leise öffnete sich die Tür zu dem Zimmer 
des Barons. Vorsichtig lugte sein Kopf hervor. 
„Wer war da, Jean? Ah, mein lieber Doktor!“ 
„Gehe schon! Komme zur gelegenen Zeit wieder!“ 
„Nein, bitte, nein! Bleiben Sie nur, mein lieber Doktor! 
Stehe gleich zu Ihrer Verfügung. Nur einen Moment!“ 
„Bitte! Bitte!“ 
Der Kopf des Barons verschwand und die Tür 
schnappte zu. 
Jean nahm mir Hut, Stock und Mantel ab, und als er 
dies Geschäft eben beendtet hatte, erschien der Baron 
wieder in der Tür, 
Er nötigte mich in das Zimmer und schob mir einen 
Sessel zu, gegenüber seinem amerikanischen Schaukel 
stuhl. 
„Machen wir es uns bequem! Jean, die Kiste mit den 
Virginia! Bedienen Sie sich, Herr Doktor! Ich weiß, es 
ist Ihr Lieblingskraut. Jean, räume die Flaschen und 
Gläser fort und öffne die Balkontür, damit der Ziga 
rettendampf abzieht.“ 
„Und dieser schreckliche mille fleurs!“ 
„Ja, der auch! — Wo kommen Sie her, Doktor?“ 
„Aus dem Cafe Roberti!“ 
„Langweilig, wie?“ 
„O, doch nicht, wenigstens nicht heute. Ich traf 
Ackermann!“ 
„Hm, hm, den — Clown!“ 
„Ganz recht, aus dem Zirkus Fabarius. Den Mann 
der allerliebsten Belle Fiffy!“ 
„Ja, ja!“ 
„Der famosen Reiterin. Sie kennen doch die Kleine?“ 
„O ja, einigermaßen!“ 
„Der Kerl ist sehr amüsant, wirklich!“ 
„Ganz gewiß, in der Manege wenigstens!“ 
„Im Leben auch. Er hat mich trefflich unterhalten.“ 
„So, und wovon?“ 
„Von seiner Frau.“ 
„Von seiner Frau?“ 
„Ja, von Belle Fiffy!“ 
„Ah, ah, allerdings interessant!“ 
„O ja, und was er alles zu erzählen wußte!“ 
„Was erzählte er denn?“ 
„Nun, alles mögliche, besonders von ihren Erobe 
rungen natürlich!“ 
„Ei sieh, davon erzählte er!“ 
„Ja, ja! Und so ganz kaltblütig scherzte er mir die 
pikantesten Abenteuer seiner Frau vor.“ 
„Wie? Davon spricht er?“ 
„Gott, was wollen Sie? Beide haben sich völlig freie 
Hand gegeben!“ 
„Bequem, wirklich!“ 
„Nicht wahr? Und dabei kommen sie prächtig mit 
einander aus.“ 
„Das sollen sie wohl!“ 
„Er freut sich jedesmal, wenn seine Frau ein ihm zu 
sagendes Verhältnis entriert hat.“ 
„Wirklich vorurteilsfrei!“ 
„O, sie steht ihm darin nicht nach!“ 
„Belle Fiffy?“ 
„Ja, eben seine kleine Frau!“ 
„Wer ein so reizendes Weibchen hat, sollte solchen 
Pakt nicht eingehen!“ 
„O, er fährt nicht schlecht dabei! Er hält sich ander 
wärts schadlos!“ 
„Fängt auch Liebschaften an?“ 
„Ja, natürlich!“ 
„Mit den Statistinnen oder dergleichen?“ 
„Bewahre, er geht höher!“ 
„Bah, wer wird mit einem Clown etwas zu tun haben 
wollen!“ 
„O, er ist ein ganz stattlicher Kerl!“ 
„Ja, ja. Aber doch nur ein Faxenmacher, ein Clown!“ 
„Wer weiß, das zieht vielleicht gerade bei unseren ex 
zentrischen Damen!“ 
„Hm, ja, hie und da mag’s der Fall sein.“ 
„Oh, es kommt anscheinend häufig vor, wie er sagte!“ 
„Ja, bei mannstollen Witwen, mag sein!“ 
„Auch bei Frauen! Er hat seine Erfahrungen!“ 
„Wieso Erfahrungen?“ 
„Er hat so einen Trick, so ein Spezialitätenstückchen, 
möchte ich es nennen.“ 
„Und das wäre?“ 
„O, höchst originell! Er knüpft gerade stets nur mit 
den Frauen an, deren Männer derzeit eine Liebschaft 
mit Fiffy haben!“ 
„Ach, Donnerwetter, lassen Sie den Unsinn!“ 
„Nein, nein, es ist Tatsache, Baron. Was sagen Sie zu 
dem Kerl?“ 
„Daß er ein Großmaul, ein Lügner ist! Ach, gehen 
Sie doch, so etwas ist ja nicht möglich!“ 
„Ja, aber warum denn nicht?“ 
„Aber ich bitte Sie, Herr Doktor! Bedenken Sie doch 
selbst, eine anständige Dame, eine Dame aus exquisiter 
Familie sollte mit einem Clown Ach, so etwas ist 
ja nicht denkbar!“ 
„Gott, heutzutage! Sie wissen ja selbst, wie die Frauen 
sind!“ 
„Aber ein Clown! Ein Clown! Doktor, Sie scheinen 
ihm wirklich zu glauben!“ 
„Ja, ganz gewiß, und ich begreife nicht, daß gerade 
Sie, der Sie doch sonst nicht so glimpflich über unsere 
Damen urteilen, sich heute zu ihrem Ritter auf werfen!“ 
„Sagen Sie doch,- erzählte er denn, daß ihm dies — 
dies — wie nannten Sie es doch — originelle Speziali 
tätenstückchen schon irgendwie geglückt sei?“ 
„Natürlich! Fast immer, sagte er. In Breslau, Frank 
furt, in Königsberg usw., er nannte eine ganze Reihe 
Städte.“ 
„Und hier?“ 
„Natürlich, hier auch.“ 
„Was sagen Sie: hier auch?“ 
„Ja, ja, er war ganz entzückt von dem schönen Frau 
chen seines Hausfreundes!“ 
„Oh, oh!“ 
„Er meinte, der Mann dieser Frau müsse blind oder 
ein großes Kamel sein, daß er Fiffy dieser Frau vor 
zöge!“ 
„So, so, das meinte er?“ 
„Ja, er sagte, selbst Fiffy gebe ihm recht!“ 
„Und Doktor, Sie glauben wirklich an— an — das 
Geschwätz?“
	        

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