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Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln (Public Domain) Ausgabe 1919 (Public Domain)

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Periodical

Creator:
Neukölln
Title:
Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln
Publication:
Berlin 1920
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Dates of Publication:
1919-1920
ZDB-ID:
2859803-9 ZDB
Berlin:
B 759 Staat. Politik. Verwaltung: Bezirksverordnetenversammlung. Stadtbezirksversammlung
Urban Studies:
Kws 757 Verwaltungsorganisation: Allgemeines
DDC Group:
320 Politik
Collection:
State,Politics,Administration,Law
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1919
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Keywords:
Neukölln
Berlin:
B 759 Staat. Politik. Verwaltung: Bezirksverordnetenversammlung. Stadtbezirksversammlung
Urban Studies:
Kws 757 Verwaltungsorganisation: Allgemeines
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-8220301
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
State,Politics,Administration,Law

Issue

Title:
21. März 1919
Publication:
, 1919-03-21

Contents

Table of contents

  • Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln (Public Domain)
  • Ausgabe 1919 (Public Domain)
  • 21. März 1919
  • 28. März 1919
  • 11. April 1919
  • 25. April 1919
  • 9. Mai 1919
  • 23. Mai 1919
  • 4. Juni 1919
  • 27. Juni 1919
  • 18. Juli 1919
  • 22. August 1919
  • 5. September 1919
  • 26. September 1919
  • 22. Oktober 1919
  • 21. November 1919
  • 12. Dezember 1919
  • 22. Dezember 1919

Full text

D ilem m a herauszukom m en, verfiel sie auf d as M itte l Iber W affenhilfe und hatte a ls M otiv die Herstellung ‘der R uhe und O rdnung. W ie es m it dieser O rdnung ausgesehen hat, es verlohnt sich, m eine D am en und I H erren, ein sehr langes W o rt d arü b er zu reden. A m ■ T age, nachdem die T ruppen eingezogen w aren , bildeten sich infolge dieses E inm arsches übera ll auf den S tra ß e n I M enschenansam m lungen, u. a. auch v o r dem R a th au s . Ich rufe d as ganze M ag istra tspersonal, d a s am Fenster gestanden hat, zum Z eugen auf, daß es sich bei diesen M enschenm engen um alles andere, vloß nicht um Auf- : ständische gehandelt hat. K inder w aren es und halb- wüchsige junge Leute, und niem and hat d a ran gedacht, I eine drohende H altung einzunehm en. E s w äre einigen : S o ld a ten ohne jede W affe eine Leichtigkeit gewesen, diese M enschenm engen zu zerstreuen. A ber d as paßte $ in den P la n der einziehenden T ruppen . S ie fuhren I m it P an zerau to m o b ilen an und die ersten Schüsse w aren gefallen. Noch in diesem Augenblick hatten w ir es nicht aufgegeben, einen letzten Versuch zu machen und i schickten drei unserer Genossen nach dem Polizeipräsid ium zu H errn R ittm eister L., um ihn zu bitten, seine T ruppen zurückzuziehen, um unabsehbares Unglück zu verhüten. G egenstand der U nterhandlungen w a r auch die N eubildung einer S icherheitsw ehr, und a ls m an bei diesen V erhandlungen w ar, da stand plötzlich H err S ta d tr a t B ru n n , der an diesen V erhand lungen teilnahm , auf und fing an, eine wüste Schm ährede gegen unsere Genossen im besonderen und gegen die U nabhängigen und den A rb e ite rra t im allgem einen vom S ta p e l zu lassen. (P fu irufe.) E r bezichtigte unsere Genossen, die B evölkerung systematisch verhetzt zu haben und auch bew affnet zu haben (hört, hört!), und er forderte, daß gegen diesen A rb e ite rra t eingeschritten w erde. (R ufe: Vielleicht kommt es m al umgekehrt!) E r w ußte, w as er tat, er w ußte, daß d as S tan d rech t erlassen w ar, daß seine Eigenschaft a ls J u r is t und S ta d tr a t bei einem Offizier G laubw ürdigkeit verbürge und rechnete m it der Möglichkeit, bei diesen Anklagen ein T odesu rte il konstruieren zu können. (R ufe: B edauerlich genug!) D em H errn R ittm eister von Neusville w a r dieses A uf­ treten des H errn S ta d tr a ts selbst zu viel, e r w ies ihn zurück und sagte, w enn er e tw as gegen diese Leute vorzubringen habe, so solle er a n die S te lle seiner B ehaup tungen Beweise setzen. (R ufe: Die A bfuhr w a r gut!) E r hatte keine Beweise, nackt und bloß stand er da a ls ein elender P ro v o k a teu r (große U nruhe und Z urufe), a ls ein Mensch . . . Vorsteher (S . P . D .) : S ie w erden von m ir nicht e rw arten können, daß ich derartige Ausdrücke zulasse; ich möchte den R ed n er ersuchen, w enn auch sachlich scharf, so doch die Ausdrücke so zu w ählen, daß sie keine persönlichen B eleid igungen enthalten. (S e h r richtig!) R edner (fortfahrend): Ich bezichtige den H errn S ta d tr a t B ru n n , daß er, um einen politischen G egner zu vernichten, auch d as M itte l der bew ußten L üge und der bösw illigen V erleum dung nicht verschmäht hat. (B rav o ! G roße U nruhe und W iderspruch.) Vorsteher (S . P . D .): Ich kann derartige R ed en s­ arten nicht zulassen und rufe den R ed n er zur O rdnung. (H ört, hört!) (R ufe: D as ist ein Sozialdem okrat!) R edner (fortfahrend): H inzufügen w ill ich noch, daß ich außerhalb dieses H auses in a ller Oeffentlichkeit meine V orw ürfe gegen den H errn S ta d tr a t B ru n n so oft w iederholen w erde, b is er gezw ungen ist, sich mit u n s v o r Gericht auseinanderzusetzen, dam it durch Z eugenaussagen und Zeugeneid K larheit geschaffen w ird. (R ufe: Schöne Zustände! und R ufe: M erk t's Euch, Neuköllner!) Ich habe nun ein w eiteres M ärchen zu zer­ streuen. E s handelt sich um die Zeitungsnachricht, die dahin ging: I n der Nacht vom 8. zum 9. M ä rz hatte ein K am pf zwischen Spartak isten und R eg ierungstruppen in der Schule in der T h o m asstraß e stattgefunden. I n dieser N acht hatten die R eg ieru n g stru p p en von dieser Schule Besitz genom m en. Ich bin am 8. abends durch die T h o m asstraß e gegangen und habe mich davon überzeugt, daß die R eg ie rungstruppen von A nfang an und ohne K am pf in dieser Schule gewesen sind und daß niem and d aran gedacht hat, diese Schule anzu­ greifen, daß aber trotzdem a u s dieser Schule fo rt­ w ährend M aschinengew ehrfeuer abgegeben und H an d ­ gran a ten h erausgew orfen w urden . I n dem Pro toko ll der N euköllner Ortskrankenkasse steht, daß ein junger 'B ursche erschossen w urde. D rei B egle iter hätten m it diesem einen S p az ie rg an g gemacht und inzwischen seien Schüsse von den T ru p p en a u s der Kaserne gefallen. Es ist ü b erau s bezeichnend, daß angesichts der ganzen Verhetzung durch die Presse der M ag istra t sich nicht ein einziges M a l gem üßigt gefühlt hat, eine B e ­ richtigung an die Presse ergehen zu lassen. (Z uruf: D a s hätte ihm nicht in den K ram gepaßt!) S t i l l ­ schweigend hat er d as geduldet, trotzdem er wissen m ußte, welche W irkung in der jetzigen Z eit derartige V erhetzungen nach sich ziehen können. Ich habe zw eim al dem am tierenden Offizier die F ra g e vorgelegt, ob ihm überh au p t ein einziger F a ll bekannt sei, w o A rbeiter bew affneten W iderstand gegen die T ru p p en geleistet hatten, und zw eim al ha t m ir der Offizier diese F ra g e verneint. E s ist nicht d a s geringste an G ew atttätigkeiten seitens der B evölkerung vorge­ kommen, nicht der geringste Versuch ist gemacht w orden, irgendwelche K äm pfe zu inszenieren, und trotzdem sind in Neukölln 7 standrechtliche Erschießungen vorge­ nom m en w orden (H ört, hört!), und w ir wissen auch heute noch nicht, an w em u n d w aru m . — A ber dam it ist die Reihe der T aten , die diese T ruppen begangen haben, noch bei weitem nicht erschöpft. H ier geben drei angesehene B ü rg e r unserer S ta d t die E rklärung ab, daß sie beeiden können, w ie die R eg ie rungstruppen auf Passan ten geschossen haben und fü r Attacken D um - Dum-Explosivgeschosse verw an d t haben. (R ufe: P fu i Teufel!) E s liegt ferner der F a ll vor, daß in eine W ohnung plötzlich S o ld a te n und Offiziere eintraten, gla ttw eg auf ein B e tt zugingen und einen 18 jährigen Menschen au s dem B e tt rissen, zwölf- b is fünfzehnm al von ihm verlangten , auf den Tisch zu klettern und w ieder herunterzuspringen, daß sie ihn durch die S tu b e jagten, m ißhandelten und daß sie, a ls sie gefragt, w aru m d as alles, sie ihm sagten: „ D a s geht S ie garnichts an, w ir haben nach W affen gesucht!" I n Wirklichkeit haben sie sich lediglich von einer D enunziation beein­ flussen lassen. (Z urufe: N oske-G arde! E s sind V a g a ­ bunden!) L au t ärztlichen A ttestes sind an dem A rbeiter W illy G uhn, S teinm etzstraße 22 in Neukölln, S triem en , herrührend von den Schlägen eines Stockes, festgestellt w orden . (Z uru f: D as ist Noske-Gym nastik! Heiterkeit!) A m 10. M ä rz sind in d a s R a th a u s 7 M ä n n e r einge­ liefert w orden , die m an a ls Spartak isten bezeichnet hat, und sie sind m it Seitengew ehren und K nütteln derartig geschlagen w orden , daß die Personen , die unfreiw illige Z eugen w aren , lau t schreiend davongelaufen sind, und eine P e rso n ist vor Schreck einige T ag e krank gewesen. I m Hause der Id ea l-P assag e w urde ein junger M a n n verhaftet, weil m an gelegentlich einer Durch­ suchung bei ihm P h o to g rap h ien von Liebknecht fand. I m selben Hause ein an d erer junger M a n n , weil er nicht angeben konnte, w er a lles in dem Hause wohne. S e in e M u tte r, die dazwischen tra t, w urde m it Erschießen bedroht. D er B ü rg e r K arl Fischer, Z iethenstr. 71, w urde m orgens ohne jeden G rund a u s seiner W ohnung her­ au s verhaftet, nach dem Halleschen Ufer gebracht und dort erschossen: die Leiche ließ m an liegen. Die F ra u w eiß heute noch nicht, w a s m an ihrem M an n e zur L ast legt. (Z u ru f: D a schweigen sie, die haben kein Scham gefühl, die freuen sich noch darüber!) E s ist w eiter ein Fleischer standrechtlich erschossen w orden , und bezüglich dieses M a n n e s sag 'e m ir der H aup tm ann , er hätte sich den T ruppen widersetzt, er hätte einen R egierungsso ldaten aufs gröblichste m iß­ handelt und w äre auf ordentlichem W ege abgeurteilt w orden. E in m al ist festgestellt, daß der M a n n sich

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