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Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln (Public Domain) Ausgabe 1919 (Public Domain)

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fullscreen: Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln (Public Domain) Ausgabe 1919 (Public Domain)

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Periodical

Creator:
Neukölln
Title:
Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln
Publication:
Berlin 1920
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Dates of Publication:
1919-1920
ZDB-ID:
2859803-9 ZDB
Berlin:
B 759 Staat. Politik. Verwaltung: Bezirksverordnetenversammlung. Stadtbezirksversammlung
Urban Studies:
Kws 757 Verwaltungsorganisation: Allgemeines
DDC Group:
320 Politik
Collection:
State,Politics,Administration,Law
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1919
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Keywords:
Neukölln
Berlin:
B 759 Staat. Politik. Verwaltung: Bezirksverordnetenversammlung. Stadtbezirksversammlung
Urban Studies:
Kws 757 Verwaltungsorganisation: Allgemeines
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-8220301
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
State,Politics,Administration,Law

Issue

Title:
21. März 1919
Publication:
, 1919-03-21

Contents

Table of contents

  • Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln (Public Domain)
  • Ausgabe 1919 (Public Domain)
  • 21. März 1919
  • 28. März 1919
  • 11. April 1919
  • 25. April 1919
  • 9. Mai 1919
  • 23. Mai 1919
  • 4. Juni 1919
  • 27. Juni 1919
  • 18. Juli 1919
  • 22. August 1919
  • 5. September 1919
  • 26. September 1919
  • 22. Oktober 1919
  • 21. November 1919
  • 12. Dezember 1919
  • 22. Dezember 1919

Full text

ann sollen S ie etw as erleben in Neukölln (sehr gut! ufe: W as denn! Zuruf: D as w erden S ie ja später ehen!). Seien S ie nicht so neugierig H err R oß! W ir ind jedenfalls nicht diejenigen, die Ih re Kämpfe ausführen ollen mit M itteln der rohen G ew alt (Rufe: na na!), ir greifen unsere Gegner nicht mit den W affen an, it denen er uns überlegen ist und mit denen er daher ngegriffen werden will. W ir haben auch vor Arbeiter­ eben und-B lu t einen viel zu großen Respekt (sehr richtig!), m es irgend einer reaktionären Clique in die Läufe er Maschinengewehre hineinzujagen. W ir sind viel zu sehr durchdrungen von dem jahrelangen Elend, das hinter 4ms liegt und verspüren keine Neigung, dieses Elend och zu vergrößern. Ein Lügner ist, wer uns andere otioe unterschiebt, und w er behauptet, daß w ir jem als ewalt das W ort geredet hätten, und w er behauptet, daß ir unsere Politik auf die G ew alt einstellen wollten. Daß ollen vor allen Dingen die unterlassen, die in erster Linie m m er bereit sind, alles mit G ewalt zu unterdrücken, i W er ist denn nach dem 9. November den Soldaten hinter- ■hergelaufen, wer hat mit den Soldaten Bündnisse ge­ schlossen und bei jeder Gelegenheit auf die Bajonette der S oldaten gepocht? S ie w aren es doch. G enauso, «vie S ie es im Dezember gewesen sind. Aber das sage ich Ihnen , S ie gehen* mit dieser Gewaltpolitik einen Weg, " en S ie nicht lange gehen werden. (Zuruf S tad tv . R oß: ie!) Nicht w ir. Niemand kann uns nachreden, daß ir für die G ewalt P ropaganda machten (Na, na!) as tun S ie! Die Ursachen, die den jetzigen Ereignissen ugrunde liegen, sind nicht zu suchen in der verhetzenden ropagande unsererseits, nicht in der Lust, Spektakel u machen oder Putschtaktik zu betreiben oder die Massen uf die S traß e zu treiben. Der Hunger treibt sie, den ie gezüchtigt haben durch Ih re elende Kriegspolitik (sehr ichtig!). Die Hetze, die S ie gegen uns unternehmen, st nichts weiter als das Schild, m it dem S ie Ih re eigenen ünden verdecken wollen (sehr richtig! S tad tv . Roß! ,uruf! W ir hungern doch auch, nicht bloß S ie! Rufe: lter Zuhälter!). Die G ew alt personifiziert sich heute _ J r uns in einer Person, nähmlich in Noske (Zuruf: Noske ist Arbeiter!). E r gehört bekanntlich Ih re r P arte i an. identifizieren sich mit seiner Politik und S ie haben lso keine Legitimation, über anderer Leute Gewaltpolitik zu reden. Aber ich warne S ie . Verkennen S ie nicht die Zeichen der Zeit. S ehen S ie sich die Massen auf er S traß e an, wie sie mit hohlen Gesichtern und ungernden Augen umherlaufen. E s kann einmal der ag kommen, wo auch die beste Parteidisziplin und der este Wille diese Massen nicht mehr in Schach halten arm, und dann fällt die V erantw ortung auf S ie zurück. Rufe: Generalstreik!) Aber so ist Ih r e Politik (Rufe: urchhaltepolitik! Rufe: V erräter der Arbeiter!) Be- enken S ie , daß m an den Massen nur helfen kann, wenn an ihnen den Weg zeigt, den sie gehen müssen, den eg des Sozialism us und der Weg des Sozialism us, er kann nicht bedeckt sein mit Maschinengewehren und eschützen, der wird geebnet durch Kulturforderungen, urch wirklich tatkräftige Arbeit. Glauben S ie nicht, diesen illen zum S ozialism us niederbüttein zu können, es äre ein verhängnisvoller I r r tu m . Und ich rufe Ih n en ls W arnung das alte W ort zu: Nehmt Euch in Acht, denn jede Knechtschaft hat einmal ein Ende (lebhafter eifall und Widerspruch!). Oberbürgermeister Kaiser: M eine sehr geehrten amen und Herren! Ich gebe ohne weiteres zu, daß nsere Bevölkerung im allgemeinen durchaus ruhig ist nd daß in den Tagen, wo die Erregung sich hier in öchster Spannung steigerte, auf den S traß en das olk sich durchaus ruhig verhalten hat und daß die eststellungen, die der Herr Redner getroffen hat, be- üglich der Ansammlungen vor dem Rathause durch- us meiner Auffassung entsprechen, ich bin auch der eberzeugung, daß, wenn nicht besonders unglückliche reigniffe hinzugetreten w ären, diese furchtbare Schießerei ermieden worden wäre, unter der die Bevölkerung at leiden müssen. Aber der H err V orredner hat leider en Tatbestand nicht ganz vollständig gegeben. E r hat z. B . unterlassen, zu ermähnen, w as ihm doch ebenso­ gut wie uns bekannt ist, daß die Zusammenziehung der Truppen um G roß-B erlin schon längst vor A us­ bruch des Generalstreiks vollzogen w ar (hört, hört!), und daß das Regierungsm aßnahm en w aren, auf die die S ta d t ihrerseits keinen Einfluß hatte. I n der B e­ ziehung weiche ich von der Auffassung des H errn V or­ redners vollständig ab. wenn er meint, daß es die Aufgabe des M agistrats sei, militärische M aßnahm en irgendwelcher Art zu bekritteln oder zu verhindern. (Rufe: Noskefürsorge!) W ir haben darauf keinen Ein­ fluß, denn die gesetzliche Handhabe dafür fehlt uns. — Ich stimme dem Herrn V orredner aber wieder voll­ kommen zu, daß wir sicherlich von den blutigen E r­ eignissen verschont geblieben wären, wenn nicht im letzten Augenblick die Republikanische Soldatenw ehr aus der Schule am Hertzbergplatz ausgebrochen w äre. D as ist meines Erachtens der Anstoß dazu gewesen, daß nunm ehr alle Abmachungen, die zwischen Ih n en und dem Detachement getroffen worden waren, über den Haufen geworfen worden sind. Ich verkenne nicht, daß der redliche Wille auf Ih re r Seite vorhanden w ar, alles zu tun, um die furchtbaren Ereignisse fernzuhalten und daß der A rbeiterrat Hand in Hand mit Ih n en gearbeitet hat. Aber heute zu erklären, daß irgend jemand von uns die V erantw ortung dafür hätte tragen können, w as passiert w äre, nachdem die Republikanische Soldatenw ehr uns im Stiche gelassen hatte, das kann ich nicht zugeben. S ie wissen, daß Plünderungen ta t­ sächlich stattgefunden haben. Davon hat H err S ievers leider kein W ort gesagt. (Rufe: Erst dann, als die Truppen hier waren!) S ie wissen doch auch, daß ein Angriff auf das Amtsgericht erfolgte, um die Gefangenen zu befreien. (Zuruf: H at er auch nichts davon ge­ wußt!) W enn solche Tatsachen feststehen, dann noch zu sagen, daß unsere Bevölkerung in jeder Weise ge­ schützt w ar, dem verm ag ich doch nicht zu folgen. Nachdem die R egierungstruppen eingezogen waren, daß da die gegenseitige Erbitterung und der Haß die schärfsten Form en angenommen hat, ist tiefbedauerlich, und daß mancher Unschuldige den Kämpfen zum Opfer gefallen ist, das beklagen w ir mit Ihnen . Auf der anderen Seite müssen S ie nicht vergessen, daß in der Nacht vom Freitag zum S onnabend doch bereits ein ausgesprochener Kampf zwischen den Aufständischen und den Regierungstruppen stattgefunden hat, und von dem M om ent ab w ar jede Bem ühung, die Sache in Frieden aus der W elt zu schaffen, über den Haufen geworfen. Inw iew eit einzelne M agistratsm itglieder mitgewirkt haben bei der Heranziehung der Truppen, das werden die Herren selbst noch erklären. Ich möchte bloß nam ens des M agistrats hier offiziell bekunden, daß w ir irgendwelche Beschlüsse nach der Richtung nicht gefaßt und auch nicht getätigt haben. (Zuruf: Die spielten hinter Ih rem Rücken!) D as bitte ich doch als eine durchaus offene Erklärung von m ir anzunehmen. Die Forderung, die S ie heute hier stellen, die darf ich bitten, m ir zu übermitteln. Ich nehme doch an, daß die Herren von m ir nicht verlangen werden, daß ich in diesem Augenblicke ohne Anhörung des M agistrats irgendwelche Erklärung abgebe. D er M agistrat hat den Anspruch, und darf ihn erheben, daß er sich zu­ nächst mit Ih re n Forderungen befaßt, und daß ich erst dann die entsprechende Erklärung abzugeben brauche. Bürgermeister D r. M a n n : H err S ievers hat die B ehauptung aufgestellt, daß unter meiner Führung die Regierungstruppen nach Neukölln gerufen worden sind. Ich m uß das als absolut unrichtig bezeichnen und bin in der Lage, mit Zeugen aus seinen eigenen Fraktions­ genossen zu dienen. B ei einer Besprechung, die nach dem Einzuge der Truppen hier stattgefunden hat, hat F rau Deuffchmann ausdrücklich erklärt, daß sie a ls fest­ gestellt ansehen muß, daß der M agistrat die R egierungs­ truppen nicht gerufen hat. (S tad tv . Deutschmann: Nicht direkt gerufen!) Dam it scheidet jede M itwirkung meinerseits aus. (Zuruf: Ich habe S ie gleich darauf aufmerksam ge­ macht!) E s ist aber gesagt worden, ich hätte sie gerufen!

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