Digitale Landesbibliothek Berlin Logo
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1898, VII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1898, VII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Periodical

Creator:
Charlottenburg (Berlin)
Title:
Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen
Publication:
Berlin 1919
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Dates of Publication:
1904-1919 ; mehr nicht digitalisiert
ZDB-ID:
2859797-7 ZDB
Berlin:
B 759 Staat. Politik. Verwaltung: Bezirksverordnetenversammlung. Stadtbezirksversammlung
Urban Studies:
Kws 757 Verwaltungsorganisation: Allgemeines
DDC Group:
320 Politik
Collection:
State,Politics,Administration,Law
Public administration,politics
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1906
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Berlin:
B 759 Staat. Politik. Verwaltung: Bezirksverordnetenversammlung. Stadtbezirksversammlung
Urban Studies:
Kws 757 Verwaltungsorganisation: Allgemeines
DDC Group:
320 Politik
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-8256775
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
State,Politics,Administration,Law
Public administration,politics

Issue

Title:
14. November 1906

Contents

Table of contents

  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1898, VII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Nr. 1, 2. Januar 1898
  • Nr. 2, 9. Januar 1898
  • Nr. 3, 16. Januar 1898
  • Nr. 4, 23. Januar 1898
  • Nr. 5, 30. Januar 1898
  • Nr. 6, 6. Februar 1898
  • Nr. 7, 13. Februar 1898
  • Nr. 8, 20. Februar 1898
  • Nr. 9, 27. Februar 1898
  • Nr. 10, 6. März 1898
  • Nr. 11, 13. März 1898
  • Nr. 12, 20. März 1898
  • Nr. 13, 27. März 1898
  • Nr. 14, 3. April 1898
  • Nr. 15, 10. April 1898
  • Nr. 16, 17. April 1898
  • Nr. 17, 24. April 1898
  • Nr. 18, 1. Mai 1898
  • Nr. 19, 8. Mai 1898
  • Nr. 20, 15. Mai 1898
  • Nr. 21, 22. Mai 1898
  • Nr. 22, 29. Mai 1898
  • Nr. 23, 5. Juni 1898
  • Nr. 24, 12. Juni 1898
  • Nr. 25, 19. Juni 1898
  • Nr. 26, 26. Juni 1898
  • Nr. 27, 3. Juli 1898
  • Nr. 28, 10. Juli 1898
  • Nr. 29, 17. Juli 1898
  • Nr. 30, 24. Juli 1898
  • Nr. 31, 31. Juli 1898
  • Nr. 32, 7. August 1898
  • Nr. 33, 14. August 1898
  • Nr. 34, 21. August 1898
  • Nr. 35, 28. August 1898
  • Nr. 36, 4. September 1898
  • Nr. 37, 11. September 1898
  • Nr. 38, 18. September 1898
  • Nr. 39, 25. September 1898
  • Nr. 40, 2. Oktober 1898
  • Nr. 41, 9. Oktober 1898
  • Nr. 42, 16. Oktober 1898
  • Nr. 43, 23. Oktober 1898
  • Nr. 44, 30. Oktober 1898
  • Nr. 45, 6. November 1898
  • Nr. 46, 13. November 1898
  • Nr. 47, 20. November 1898
    Nr. 47, 20. November 1898
  • Nr. 48, 27. November 1898
  • Nr. 49, 4. Dezember 1898
  • Nr. 50, 11. Dezember 1898
  • Nr. 51, 18. Dezember 1898
  • Nr. 52, 25. Dezember 1898
  • ColorChart

Full text

10 
— — 
Endlich traten sie in den Wald; hier war tiefer 
Schatlen, aber kein Lüftchen regte sich, und unter 
den dichtbelaubten Bäumen war, es schwül und 
dumpf. Sarah schauerte unwillkürlich zusammen; 
Felix sah es. 
Finden Sie es hier kühler, als es gestern 
Abend im Garten war?“ fragte er im Ton bittern 
Spottes, „oder liegt es nur an der Begleitung?“, 
Sarah sah ihn entsetzt an; das Lachen, das sie 
und Bruuo gestern erschreckt, und das sie seitdem 
ast vergeffen“ hatte, fiel ihr plötzlich wieder ein; zu 
ilworten vermochte sie nicht; ein Gefühl lähmender 
Fuͤrcht bemaͤchtigte sich ihrer mehr und mehr, je 
deiter sie gingen. Kein Mensch kreuzte ihren Weg, 
lautlose Stille herrschte ringsumher, die nur hin 
id wieder durch das heisere Krächzen einer Krähe 
oder den Kuf des Pirol unterbrochen wurde. Felix 
sprach ebensowenig als seine Begleiterin, nur ab 
und zu gab er ihr kurze Auweisung, da oder dort 
zu gehen, wo der Weg bequemer oder schattiger 
vau, und Sarah that ohne Erwiderung, wie ihr 
geheißen wurde. 
So mochten sie eine halbe Stunde im Walde 
einhergegangen sein. 
SHier wollen wir ausruhen,“ sagte Felir nun 
Zlötzlich, als er, mit wenigen Schritten von dem 
betretenen Wege ablenkend, an, einen moosigen, 
schattigen Platz gelangt war; eine prächtige alte 
Fichte breitete hier ihre Aeste über einen kleinen, 
fanft abfallenden Hügel, der wie gemacht schien zu 
bequemein Ruhen. ESgrah war ihm gefolgt, bei 
scinem Vorfschlag trat fie heftig zurück. „Ich bin 
nicht muüde,“ sagte sie, „wir werden ja nicht 
miehr so weit gehen — ich möchte lieber bald nach 
Hause.“ 
Felix stieß ein kurzes, höhnisches Lachen aus, 
das seine Zůge verzerrte und Sarah erbeben machte. 
„Fürchten Sie sich vor mir?“ sagte er mit vor 
Laidenschaft zitternder Stimme, indem er vor ihr 
stehen büeb und die nervös zuckende Rechte an den 
Fichtenstamm stützte. „Was habe ich Ihnen gethan, 
daß Sie mich wie einen Wilden oder Betrunkenen 
scheuen) Wissen Sie so genau, wie es in mir 
aussieht?“ 
Herr Wildorf —“ sagte Sarah mit bebenden 
Lippen, indem sie einen Schritt weiter zurücktrat 
und ihm angstvoll in das bleiche, bewegte Gesicht 
olickte, ohne ines weiteren Wortes möchtig zu sein. 
Sie sind ja kalt — kalt!“ rief, ex in heiserem 
Ton, „was Sie zieht, ist die glatte Ruhe, die Bruno 
Ihnen bieten kann; Sie wollen mir doch nicht weis 
niachen, daß Sie ihn lieben? Sarah — Sarah!“ 
rief er plötzlich, neben ihr, in das weiche Moos 
gleitend und die Kniee der in fassungslosem Schreck 
Daftehenden umfaffend: „Waruni häben Sie mir 
das gethan? Mir und Ihnen? Sie müssen ja 
wifsen, was ich für Sie fuühle!“ und er ergriff ihre 
Hände, die sie abwehrend ausstreckte und bedeckte sie 
mit heißen Küssen. 
„Laffen Sie mich!“ stieß sie ton⸗ und athemlos 
hervor, „lassen Sie mich!“ 
„Nein — nein,“ rief er aufspringend und die 
Hände der sich Sträubenden festhaltend, „ich bin 
oft genug der Thor gewesen, der sich zurückschrecken 
ließ, einmal will auch ich glücklich sein — dies eine 
Mal!“ und er versuchte sie an sich zu ziehen. 
„Herr Wildorf,“ rief Sarah empört, „das ist 
unedelh!“ 
„Unedel!“ Er stand bebend vor ihr, ohne ihre 
Hand frei zu geben. „Warum ist, von mir unedel, 
was Brund täglich, stündlich darf? Warum darf 
x Sie „Du“ nennen? Sarah! Sarah! Du — Du! 
Verun darf er Dich küssen? — Nur einmal — 
einmal —“ 
Und er hielt die Widerstrebende in seinen Armen 
und küßte sie mit glühender Leidenschaft ein — zwei 
Mal. Doch es war, als ob die Berüͤhrung ihrer 
reinen Lippen sein wildes Feuer dämpfte und ihm 
die Besinuung wieder gab. Er ließ die bleiche 
Gestalt aus seinen Armen, und wie gebrochen, mit 
bitterem, heißen Aufschluchzen kauerte Sarah in, dem 
Moos nieder und, lehnte das Haupt an den Fichten⸗ 
stamm, den sie mit beiden Armen, umschlang. Kein 
Wort kam von ihren Lippen, ihr ganzer Körper 
wurde, von konvulsivischem Schluchzen erschüttert. 
Felix bedeckte seine Augen mit der Hand und stand 
sautlos; es war, als ob er plötzlich aus schwerer 
Geistesverwirrung erwacht sei. 
„Fräulein Sarah,“ begann er dann mit zittern⸗ 
der Stimme, „Fränlein Sarah — was kann ich 
thun, damit Sie mir vergeben? — Ich selhst werde 
mir nie verzeihen, was ich begangen habe.“ 
Und da er keine Antwort erhielt: 
„Fräulein Sarah, wenn Sie wüßten, wie ich 
leide“ — — Seien Sie nicht unerbittlich!“ 
Aber es schien nicht, daß sie hörte und verstand, 
was er sagte. 
„Fränlein Sarah!“ begann er nach einer Weile 
vergeblichen Wartens von Neuem und seine Stimme 
verrieth die furchtbare Aufregung, in der er sich 
— — 
rafen Sie mich nicht so hart.“ 
Doch sie erwiderte nichts, sondern verharrte in 
hrer Sitellung und ihrem krampfhaften Weinen. 
Verliner Rlluftrirte Zeitung 
— — — —— — 
„Kommen Sie,“ bat er nach einer abermaligen 
banse, „lassen Sie uns nach Haͤuse gehen. 
Ele schuttelic heftig den Kopf, oͤhue sich nach 
F umzusehen und winkte ihm mit der Hand zum 
ehen. 
Sie finden den Weg nicht allein,“ rief er mit 
Thränen in der Stimme, „ich schwöre Ihnen bei 
Aem, was — Jhnen heilig ist, ich werde Sie nicht 
mrühren — nicht ansehen, nur stehen Sie auf, 
ommen Sie hier fort.“ 
Aber Sarah erhob sich nicht, und immer 
vieder sah der in rathloser Verzweiflung Da⸗ 
lehende, wie ihr zarter Körper unter heftigem Auf—⸗ 
chluchzen erbebte. 
Es war inzwischen düster geworden, rasch auf—⸗ 
teigendes Gewolk hatte sich vor die Sonne geschoben, 
in“ Gewitter schien im Anzug. 
Fraͤulein Sarah, ich çehe, um des ʒ 
Villen, folgen Sie mir; wir bekommen Gewitter, 
degen; denken Sie, was Bruno sagen, würde, wenn 
Sid krauk würden,“ fügte er mit weicher Stimme 
sinzu. Und er machte, hörbar einige Schritte und 
and dann in einem Versteck, lange, lange, bis er, 
ingesehen von ihr, bemerkte, daß sie sich eErhob; als 
hr“diaffes, von Weinen entstelltes Gesicht er— 
lickie, mußte er sich Zwang anthun, seine Nähe 
icht durch lautes Stöhnen zu verrathen. Dann 
ing er langsam, vorwärts, den kürzesten Weg nach 
hause, immer darauf bedacht, ihre schwankenden 
cchrilte zu überwachen und durch das Geräusch 
einer Schritte oder brechender Zweige ihr die Rich— 
ung anzugeben, in der sie ihm wie eine Schlaf⸗ 
vandlerin folgte. 
Das Gewilter kam nicht zum Ausbruch, aber 
ie duft kühlte sich plötzlich stark ab, und ein kurzer, 
charfer Regen durchnäßte Sarah's leichte Kleidung 
ollständig. 
Felix hätte aufschreien mögen vor Jammer, daß 
r nichts für sie thun durfte, nichts, als ihr seinen 
verhaßlen Änblick entziehen; und so langten sie zu 
Haufe an. 
Sarah begab sich sofort auf ihr Zimmer, und 
zur Zeit des Abendessens meldete Binchen, daß sie 
ehr krmüdet sei und sich, zu Bett begeben habe. 
Spaͤter saßen die Brüder einander lange schwei— 
end gegenüber; Bruno war augenscheinlich von un— 
rfreulichen Gedanken in Anspruch genommen, 
Zarah's Unwohlsein beunruhigte ihn, und er hatte 
Felix“ vderstörtes Aussehen und die Leichenblässe 
einer kaum bemerkt. 
Endlich erhob er sich, um sein Schlafzimmer 
ufzusucheit. Da wandte Felirx sich an ihn; er hatte 
aunge mit einer Ueberlegung gekämpft, nun war er 
um Entschluß gekommen. 
Brund,“ sagte er, „ich habe mir's überlegt, ich 
verde morgen abreisen; es scheint mir doch richtiger, 
en frühesten Termin für's Examen wahrzunehmen; 
s bleiben mir noch zwei Monate bis dahin; ich 
sabe ja auch hier gearbeitet, es wird, schon gehen. 
Ind den andern Phan — das Ausland“ — er sprach, 
Is ob er mit Muͤhe einen Schüttelfrost unterdrückte, 
den habe ich ganz aufgegeben. Habe Dank,“ fuhr 
rin einem Tone fort, wie Bruno ihn noch nie 
hon ihm gehört, und, indem er ihm über den Tisch 
in die Hand reichte, „habe Dank, und — Bruno, 
jenke nicht gar zu schlecht von mir.“ 
Und damit stand er auf und ging in sein Zimmer, 
uind stundenlang hörte Sarah ihn dort auf- und 
ibschreiten, und seine Schritte wurden zu einer in 
hret Gleichmäßigkeit aufregenden Begleitung zu den 
nälenden Gedanken, die mit zusammenhanglosen 
Fiebergebilden abwechselnd ihren schmerzenden Kopf 
urchwühlten. 
Wie hatte er, dem sie so gern alles Beste zu— 
etraut hätte, so unwürdig handeln können? Immer 
vieder füͤhlte sie seine gewaltsame Berührung, seine 
vilden Küsse, und obgleich sie im Dunkeln und 
Tlein war, schlug sie doch, voll Scham die Hände 
vor das Gesicht „O pfui!“ sagte sie fast laut und 
vand sich in ihreni ohnmächtigen Schmerz. 
Die Nacht brachte ihr keine Ruhe, und das neue 
Tageslicht that iht wehe. Wie fröhlich hatte sie 
ioch gestern der Sonne in's strahlende Auge geblickt 
— wuͤrde sie das je wieder können? 
für l.50 Mb. 
nehmen * eehalten 
Bestellungen auf die 
„Berliner Illustrirle Zeitung“ 
für April, Haj und duni. 
entgegen. — 
Nr. 14. 
Sie hatte einmal irgendwo von entehrten Mäd— 
hen gelefen, nun meinte sie zu verstehen, was das 
hedente; ihr Ebenbild im Spiegel mochte sie nicht 
insehen, die Stellen ihres Gesichtes, welche seine 
eißen Lippen berührt hatten, mußten ja noch kennt⸗ 
ich sein, fuͤhlte sie sie doch immer noch breunen. 
Und ihr Kopf schmerzte zum Zerspringen, ihre 
Füße wollten sie nicht tragen — wo sollte sie hin, 
Fruno durfte sie in dieser, Verfassung nicht sehen, 
ind der bloße Gedanke, Felix zu begegnen, machte 
ie erbeben. 
Da drangen die ersten leisen Klänge der Kirchen⸗ 
locken an ihr Ohr. Die Macht dieses Tones, der 
it dem Frohen jauchzt, mit dein Trauernden weint, 
uͤhrte auch an Sarah's krankes Herz; in sanfte 
khränen sWoste sich ihr nagendes Weh. 
Es ist Sonntag,“ sagte sie sich, dann, „ich will 
ur Kirche,“ Und ohne Jemand zu begegnen, schlich 
ie aus dem Hause, trat bald in den wohlbekannten 
Kaum, dessen kalte Luft ihr nach der dig im Freien 
vohlthat, und nahm ihren gewohnten latz in der 
Nähe der Pastorin ein. 
Aber ehe noch das Anfangslied beendet war, 
ühlte sie sich wie in dumpfem, Traum befangen; 
as Aufrechtfitzen wurde ihr unsagbar schwer, und 
z schien ihr, daß sich Alles um sie drehe und der 
on der Orgel immer näher und stärker ihr in die 
hren braufe, bis sie mit dem Entsetzen eines Er⸗ 
Ahfenden die Hände erhob, um in dem großen 
cumult, der sie umgab, nach einem rettenden Halt 
u greifen. 
Dann war Alles schwarz um sie her, und das 
grausen dauerte fort und fort, widerstandslos 
vurde sie von den Fluthen dahingetrieben. 
Den Kopf hoher, Hinzin,“ befahl, die Pastorin 
m Flüflerton, uͤm, die Predigt, die eben begonnen 
atte, nicht mehr als nöthig zu stören. „Jette, stoß' 
uicht an die Thüre — so, nun schnell hinüber — 
achte die Stufen hinauf, nun hier in's, Bett; Du, 
Zinzin, lauf' zurück, Du kommst noch zur Zeit; 
Fette, Du könntest hier bleiben und mir helfen; 
hir müffen das arme Kind so rasch als möglich zur 
stuhe bringen, die ist sehr krank! Gebe Gott,“ fügte 
je bei sich hinzu, „daß es nur der Körper ist!“ 
Als der Pastor vom Gottesdienst nach Hause 
am, hielt er sich dort nur kurze Zeit auf und ging 
aun zu Bruno, um ihm mitzutheilen, daß Sarah 
n der Kirche ohnmächtig geworden und seine Frau 
ie in das nächste Asyl, ihr Haus, genommen, von 
vo sie jetzt, da sie in heftigem Fieber und Bewußt⸗ 
ofigkeit Hege, nicht wohl zu transportiren sei. 
Ptarkwaäll war auffallend blaß geworden bei der 
sachricht. Es bestürmten ihn so viele Gedanken, 
aß er nicht sogleich Worte fand, das Nächstliegende 
u sagen. Dann sammelte er sich und reichte dem 
hdastor die Hand. 
Ihre Frau Gemahlin ist sehr gütig — gber“ 
Reber Freund“, unterbrach ihn Jenex, wäre Fräu⸗ 
ein Sarah uns fremd und voͤllig gleichgültig ge— 
vesen, wir hätten nicht anders handeln köunen, — 
iun ist sie uns aber lieb und werth, wie Sie 
hiffen, da müssen Sie uns nicht die Kräukung an— 
hun, unsere, selbstverständliche Hülfeleistung als 
hwas Besonderes zu erwähnen; das Wohl der 
dranken steht uns wie Ihnen in erster Linie, und 
a der Arzt, absolute Ruhe für sie verlangt, die 
urch ein Herüberbringen in Ihr Haus bedenklich unter⸗ 
rochen würde, da meine Frau eine geübtere Kranken⸗ 
flegerin ist als Ihre Haushälterin, so gestatten Sie 
ins gewiß gern, eine Pflicht zu übernehmen, auf 
deren, Erfüllung freilich Niemand ein größeres Recht 
hdat als Sie.“ 
Bruno drückte dem Pastor die Hand. 
Sie sind fehr freundlich“, wiederholte er, „und 
Fhre Frau Gemahlin“, fügte er, seine Aufregung 
eineisternd, hinzu, pfuchlet mich für Lebenszeit. 
Sie werden mir gestatten, ab und zu vorzu— 
prechen —“ 
Aber lieber Herr, Markwalt, so oft Sie wollen, 
ch dechne darauf, Sie täglich mehrmals zu sehen, 
Soder nicht zu sehen; es muß Sie garnicht geniren, 
u kommen und zu gehen, wie es Ihnen am besten 
daßt. Lassen Sie es mich Ihnen einmal aus⸗ 
prechen: Ich schätze Sie so hoch, daß mich jede 
Gelegenheit, mit Ihnen in Berührung zu kommen, 
ein Gewinn dünkt., Und nun Gott behhlag— und 
hoffen wir das Beste.“ 
Neuntes Kapitel. 
Wie öde, wie furchtbar öde schien Bruno sein 
daus, seit Sarah darin fehlte. Wenn er heimkam, 
ach in Binchen's Gesellschaft zur Mahlzeit setzte, 
wenn er wieder ging oder in den Garten trat, 
smmer empfand er die Lücke, welche durch ihre Ent— 
fernung entstanden war, und tiefe Sehnsucht nach 
der jungen Hausgenossin erfüllte ihn. Ex schalt sich 
selbst; wie konnte es sein, daß die Gewohnheit 
einiger Monate solche Macht auf ihn ausübte, daß, 
was ihm vor Kurzem noch eine Störung gewesen, 
ihm jetzt unentbehrlich schien. Dann versank er in 
Träumerei. Tausend Eindrücke, die ihm kaum zum 
Zewußtsein gekonimen waren, so lange sie auf ihn 
wirkten, standen jetzt in der Erinnerüng klar und 
lebendig vor seinem Geistesauge.
	        

Downloads

Downloads

Full record

METS (entire work)
TOC

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Formats and links

The metadata is available in various formats. There are also links to external systems.

Formats

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core

Links

OPAC DFG-Viewer Mirador

Cite

Cite

The following citation links are available for the entire work or the page displayed:

Full record

This page

Citation recommendation

Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How much is one plus two?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.