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Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 28.1925 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 28.1925 (Public Domain)

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Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Zeitschrift

Urheber (Körperschaft):
Berlin (West). Abgeordnetenhaus
Titel:
Plenarprotokoll / Abgeordnetenhaus von Berlin
Weitere Titel:
Plenarprotokolle des Abgeordnetenhauses von Berlin
Erschienen:
Berlin: Abgeordnetenhaus 1990
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2007
Erscheinungsverlauf:
6. Wahlperiode, 1 (19. April 1971)-11. Wahlperiode, 42 (27. September 1990)
ZDB-ID:
2848210-4 ZDB
Frühere Titel:
Stenographischer Bericht
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
Kommunalwissenschaften:
Kws 740 Kommunalverwaltung. Kommunalpolitik: Kommunalpolitik
Dewey-Dezimalklassifikation:
320 Politik
Sammlung:
Verwaltung. Politik
Staat, Politik, Verwaltung, Recht
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1990
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2007
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
Kommunalwissenschaften:
Kws 740 Kommunalverwaltung. Kommunalpolitik: Kommunalpolitik
Dewey-Dezimalklassifikation:
320 Politik
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-9585987
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Verwaltung. Politik
Staat, Politik, Verwaltung, Recht

Ausgabe

Titel:
Nr. 32, 31. Mai 1990

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  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 28.1925 (Public Domain)
  • Band 1
  • Einband
  • H. 1
  • H. 2
  • H. 3
  • H. 4
  • H. 5
  • H. 6
  • H. 7
  • H. 8
  • H. 9
  • H. 10
  • H. 11
  • H. 12
  • H. 13
  • H. 14
  • H. 15
  • H. 16
  • H. 17
  • H. 18
  • Rückdeckel
  • Band 2

Volltext

Jahrg. 2S 
Nr 3 
16 
Der Mediziner war von Haus 
aus gutmütiger veranlagt, und 
wenn er trotzdem mit an der 
Vergrößerung des Risses ar 
beitete, so geschah es lediglich 
nur aus reiner Oppositionslust. 
Also wurde der Riß immer 
größer. — Die Feinde hatten, 
schließlich nichts mehr gemein 
sam wie die Zimmerwirtin und 
den Kleiderschrank, der auf dem 
Korridor stand. Das ließ sich nun 
nicht ändern in dieser Zeit der 
Knappheit und Teuerung, daß die 
Kleider des einen friedlich neben 
denen des anderen hingen, und 
so oft sie auch wechselseitig die 
Wirtin bestürmten, einen zweiten 
Kleiderschrank anzuschaffen, so 
oft gab die Unerschütterliche die 
Antwort; „Wär net übel! Heut, 
wos Brennholz schon teurer is wie 
früher ’s feinste Mahagoni!“ 
Und so hingen eben nach wie 
vor die philosophischen Beinklei 
der und Röcke neben den medi- 
öhler und Lämmel waren „möblierte“ 
Zimmernachbarn. Ihre Zimmer waren 
durch eine Wand getrennt, nicht so ihre 
Herzen. Sie waren, wie es Dichter und 
Verliebte in ihrer Sprache ausdrücken, 
ein Herz und eine Seele. Obgleich Köhler 
stud. phil. war und Lämmel stud. med. 
Wegen der Wissenschaften lagen sie sich 
oft in den Haaren. Die Philosophie 
dünkte sich als reines Geistesprodukt erhaben über 
der Brotwissenschaft Medizin. Hart tobte da der 
Kampf. Aber dann wurden die Kriegsbeile begraben, 
und der Rauch der Friedenspfeifen schwelte in dicken 
Schwaden durchs Zimmer. 
Was den Wissenschaften nicht gelang, brachte eines 
Tages ein kleines Stumpfnäschen fertig: nämlich zu be 
weisen, daß sie eigentlich zwei Seelen und zwei Herzen 
seien, die miteinander nichts zu schaffen hätten. Das 
Stumpfnäschen gehörte der Wirtin Töchterlein. Köhler 
glaubte ältere Rechte an es zu haben, da er seinerzeit 
das Inserat über die zwei Zimmer als erster entdeckt 
habe. Lämmel ließ diesen Grund als Mann strenger 
Rechtlichkeit gelten, bemerkte aber gleich hinterdrein, 
daß es auf solche Äußerlichkeiten nicht ankomme, son 
dern, daß der Anrechte auf das Stumpfnäschen habe, 
der ihm Gegenliebe abgewinne. Und das sei er. Ob denn 
der Herr Kommilitone nicht bemerke, daß bei seiner — 
Lämmels! — Tasse das größere Stück Kuchen liege? 
Köhler machte Gegeneinwendung mannigfaltiger Art, 
die Gemüter erhitzten sich bei diesem täglichen Streit 
immer bis zur Siedehitze und — leider! wurden 
hinterher, im Gegensatz zu früher, keine Friedens 
pfeifen geraucht. Wer weiß, wie blutig diese Sache 
eines trüben Morgens in einem nahen Gehölz unter 
Zuziehung von ein paar Zeugen verlaufen wäre, wenn 
das Stumpfnäschen nicht einen guten Einfall gehabt 
und sich mit einem Dritten verlobt hätte. 
Nun saßen die feindlichen Nachbarn da und sahen 
den weggeschwommenen Fellen nach, und wenn sie 
nicht ein klein wenig dickköpfig gewesen wären, so 
hätten sie kurzerhand die Scheidewand, die ihre Herzen 
trennte, niedergerissen. Aber der Haß, einmal gesät, 
gedeiht auf dürftigstem Boden, ohne sonderliche Pflege. 
Sie gaben sich nicht einmal Mühe, den Riß in ihrem 
Verhältnis zu verkleistern, sondern jeder war nach 
Kräften bemüht, ibn zu vergrößern. Die größere Kraft 
bei diesem wenig rühmlichen Werke brachte der Philo 
soph auf. 
zinischen Gewändern. 
Alle Wunden heilt die Zeit, und so war eines Tages 
auch bei dem Philosophen jene Wunde vernarbt, die 
ihm damals das Stumpfnäschen beigebracht hatte. Er 
hatte die Zeit in ihrem Heilprozeß unterstützt durch 
ein kleines Gegengift, er hatte nach einer anderen Be 
herrscherin seines Herzens Ausschau gehalten. Die 
Sache hatte ihren Ausgang durch eine Anzeige in der 
Zeitung genommen. „Junger, eleganter Herr sucht, um 
über die Schwere der Zeit hinwegzukommen, geistigen 
Austausch. Vorerst nur brieflich.“ 
Der briefliche Gedankenaustausch sollte nun heute 
gekrönt werden: Heute war die erste persönliche Zu 
sammenkunft verabredet. 
Ob die großen Philosophen eitel waren, steht dahin. 
Köhler als kleiner Kollege war es jedenfalls. Deshalb 
stand er jetzt vor dem gemeinschaftlichen Kleider 
schrank und zog die Denkerstirn in Falten. Ob er sich 
wohl unbeschadet seiner Reputation der Holden in 
seinem etwas schäbigen Winterüberzieher nähern dürfe? 
Der erste Eindruck ist immer der bleibendste. Der 
Rendezvousplatz liegt zwar ziemlich nahe der Univer 
sität. Aber heute ist ein medizinisches Dauerkolleg. 
Ehe Lämmel nach Hause kommt, bist du sicher wieder 
da. Ergo, nimmst du ihn. Darauf zog er aus der Nord 
seite des Schrankes den medizinischen Pelz hervor, zog 
ihn an und huschte wie ein Dieb aus dem Hause. 
Eine Viertelstunde später promenierte, er, geziert mit 
einer weißen Nelke, dem Erkennungszeichen, auf dem 
bedeutungsvollen Platze. 
Das Herz schlug ihm hörbar; teils wegen der, die nun 
kommen sollte, teils wegen des Pelzes. Die letzteren 
Bedenken suchte er wegzuphilosophieren, Dabei kam 
er schließlich bis zu dem alten Satz, daß „Eigentum 
Diebstahl sei“ — da schlug das Herz nur noch wegen 
der, die nun kommen sollte. 
Aber sie kam nicht. Obgleich es schon drei Minuten 
über die verabredete Zeit war. Das sollte doch nicht 
Vorkommen, gleich beim ersten Mal! 
Ja, freilich, was sollte auf dieser Welt nicht alles nicht 
verkommen. Oder war es etwa recht, daß Köhler auf 
einmal hörte, wie jemand sagte: „Bitte, ziehen Sie 
meinen Pelz aus! Entledigen Sie sich auf der Stelle 
meines Eigentums, oder ich sage nur noch ein Wort; 
Po — li — zei!!“ 
War denn das Dauerkolleg vorzeitig abgebrochen 
worden? Waren denn alle Geister der Hölle losge 
lassen? Ergoß sich ein Pechregen über den armen
	        

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