Digitale Landesbibliothek Berlin Logo
  • Doppelseitenansicht
Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Schöneberg-Friedenauer Lokalanzeiger (Public Domain) Ausgabe 27.1920 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

fullscreen: Schöneberg-Friedenauer Lokalanzeiger (Public Domain) Ausgabe 27.1920 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Zeitschrift

Urheber (Körperschaft):
Berlin (West). Abgeordnetenhaus
Titel:
Plenarprotokoll / Abgeordnetenhaus von Berlin
Weitere Titel:
Plenarprotokolle des Abgeordnetenhauses von Berlin
Erschienen:
Berlin: Abgeordnetenhaus 1990
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2007
Erscheinungsverlauf:
6. Wahlperiode, 1 (19. April 1971)-11. Wahlperiode, 42 (27. September 1990)
ZDB-ID:
2848210-4 ZDB
Frühere Titel:
Stenographischer Bericht
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
Kommunalwissenschaften:
Kws 740 Kommunalverwaltung. Kommunalpolitik: Kommunalpolitik
Dewey-Dezimalklassifikation:
320 Politik
Sammlung:
Verwaltung. Politik
Staat, Politik, Verwaltung, Recht
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1987
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2007
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
Kommunalwissenschaften:
Kws 740 Kommunalverwaltung. Kommunalpolitik: Kommunalpolitik
Dewey-Dezimalklassifikation:
320 Politik
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-9559522
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Verwaltung. Politik
Staat, Politik, Verwaltung, Recht

Ausgabe

Titel:
Nr. 63, 26. November 1987

Schnellzugriff

Schnellzugriff

  • Schöneberg-Friedenauer Lokalanzeiger (Public Domain)
  • Ausgabe 27.1920 (Public Domain)
  • Nr. 172, 01.08.1920
  • Nr. 173, 02.08.1920
    Nr. 173, 02.08.1920
  • Nr. 174, 03.08.1920
  • Nr. 175, 04.08.1920
  • Nr. 176, 05.08.1920
  • Nr. 177, 06.08.1920
  • Nr. 178, 08.08.1920
  • Nr. 179, 09.08.1920
  • Nr. 180, 10.08.1920
  • Nr. 181, 11.08.1920
  • Nr. 182, 12.08.1920
  • Nr. 183, 13.08.1920
  • Nr. 184, 15.08.1920
  • Nr. 185, 16.08.1920
  • Nr. 186, 17.08.1920
  • Nr. 187, 18.08.1920
  • Nr. 188, 19.08.1920
  • Nr. 189, 20.08.1920
  • Nr. 190, 22.08.1920
  • Nr. 191, 23.08.1920
  • Nr. 192, 24.08.1920
  • Nr. 193, 25.08.1920
  • Nr. 194, 26.08.1920
  • Nr. 195, 27.08.1920
  • Nr. 196, 29.08.1920
  • Nr. 197, 30.08.1920
  • Nr. 198, 31.08.1920
  • Nr. 199, 01.09.1920
  • Nr. 200, 02.09.1920
  • Nr. 201, 03.09.1920
  • Nr. 202, 05.09.1920
  • Nr. 203, 06.09.1920
  • Nr. 204, 07.09.1920
  • Nr. 205, 08.09.1920
  • Nr. 206, 09.09.1920
  • Nr. 207, 10.09.1920
  • Nr. 208, 12.09.1920
  • Nr. 209, 13.09.1920
  • Nr. 210, 14.09.1920
  • Nr. 211, 15.09.1920
  • Nr. 212, 16.09.1920
  • Nr. 213, 17.09.1920
  • Nr. 214, 19.09.1920
  • Nr. 215, 20.09.1920
  • Nr. 216, 21.09.1920
  • Nr. 217, 22.09.1920
  • Nr. 218, 23.09.1920
  • Nr. 219, 24.09.1920
  • Nr. 220, 26.09.1920
  • Nr. 221, 27.09.1920
  • Nr. 222, 28.09.1920
  • Nr. 223, 29.09.1920
  • Nr. 224, 30.09.1920
  • Nr. 225, 01.10.1920
  • Nr. 226, 03.10.1920

Volltext

Nr. 202. Fahrgang 27. 
♦ 
Bezugspreis 
bet Abholung aus den Nebenstellen 
monatlich 2.70 Mk., durch Boten ins 
Haus gebracht 3 Mk., durch die. Post 
bezogen, ohne Bestellgeld, 3 Mk. 
Schöneberg 
WilktkllW Miig W Den XI. Scrünet Wrl SchgliebergWeiltW. 
Srlrheiul täglich sbeuds. Geschäftsstelle Rheiustr. 18. 
Druck und Verlag von Leo Schultz, Berlin-Friedenau, Nheiustr. 15 
Fernsprecher: Amt Pfalzbnrg 2129. 
Sonntag, den 5. Septemter 1920 
♦ * 2 * * 5 
Anzeigen 
nur'für unbestimmte Tag«. Preis der 
7 gespaltenen Zeile oder. - bereu Raum 
1 Mk. Die Reklamezeile kostet 4 Mk., 
trste Sette 5 Mk Belegnnmmer 20 Pfg. 
' «iiEoeue o rmi Äetegnnmme 
8««clneB8fton»i B , Streik usw, hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung des Schöneberg.Friedenauer Lokal-Anzeigers oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. 
DtueTu nachriefet** 
Berlin. Das Verfahren gegen Freiherrn v. Falken 
hausen, Bredereck, Lensch und Dr. Traub wegen der Be 
teiligung am Kapp-Putsch ist eingestellt worden, weil die 
Genannten als Urheber nicht in Betracht kommen. Da 
gegen ist die Strafverfolgung gegen v. Jagow aufrecht 
erhalten worden. | ' 
Berlin. Heute vormittag, kurz nach 4 Uhr, fuhr 
ein vom Anhalter Bahnhof kommender Güterzug in der 
Nähe des Bahnhofs Tempelhof auf eine in voller Fahrt 
befindliche Lokomotive. Der Zusammenstoß war so heftig, 
daß die Lokomotive aus den Schienen geschleudert wurde 
und die Gleise der Personen-Ringbahnzüge versperrte. 
Der regelmäßige Verkehr mußte infolgedessen für die 
Zeit der Eingleisungsarbeiten unterbrochen werden. 
Breslau. Der Regierungspräsident hat die auf 
die Ermittlung der bei den Vorgängen am 26. August 
Beteiligten ausgesetzte Belohnung von 3000 W. auf 15 000 
Mark erhöht. 
Breslau. Die Bairditen, die den Generaldirektor 
Radlick in Zernitz erschlagen haben, sind ermittelt worden. 
Es handelt sich um sechs polnische Insurgenten, die in 
Untersuchungshaft genommen wurden. 
Kiel. Ein von Frankreich nach Danzig bestimmter 
englischer Dampfer wurde in der Holtenauer Schleuse an 
gehalten, weil er 1000 Tonnen für Polen bestimmte Kriegs 
geräte an Bord hatte. ^ 
Stulttggrt. Der Generalstreik ist beendet. Die 
Streikenden haben nichts erreicht. 
Königsberg. Wie aus Kowno gemeldet wird, 
haben die litauischen Truppen die Polen auf der ganzen 
Linie von Grodno bis Sutvalki um 25—30 Kilometer 
zurückgedrängt. — Die Armee Budjennys befindet sich 
in Galizien im weiteren Rückzüge. — Wrangel meldet, 
daß er die Halbinsel Taman besetzt habe und bei der Vor 
bereitung zur Besetzung von Odessa sei. 
R o m. Die friedliche Lösung der Differenzen in der 
Schwerindustrie steht in Aussicht. Der Ausgang hängt 
von dem Beschluß her sozialistischen Parteileitung und des 
allgemeinen Arbeiterverbandes ab, die morgen in Mailand 
zusammentreffen. 
Rom. Der Besitzerverband der Schwerindustrie be 
schloß, in ganz Italien die Werke zu schließen. Die Ar 
beiter drohen daher überall, die Werke zu besetzen. 
Sir Fotzen von Versailler. 
Aus dem Vortrag des Herrn Lüders am Don 
nerstag Abend wollen wir noch einige Zahlen nennen, 
die eine recht deutliche Sprache reden über die Folgen 
des verlorenen Krieges und des Friedensvertrages von 
Versailles: ' 
Durch den Friedens vertrag gehen dem Reiche 14 Proz. 
des Landes ganz oder durch Besetzung und 13 .Prozent 
der Bevölkerung verloren. Unsere Lebensmittelproduktion 
hat seit 1914 abgenommen: Brotgetreide 21 Proz., Kar 
toffeln 31 Proz., Zuckerrüben 30 Proz. und Futtermittel 
25 Proz. Die Gesamtmenge innerhalb der neuen deut 
schen Grenzen verringerte sich laut Bericht des 
Reichsernährungsamtes: Brotgetreide von 13 Millionen 
Tonnen im Jahre.1913 auf 8Va Millionen Tonnen im 
Jahre 1919, Kartoffeln 40 Millionen auf 21, Zucker 
rüben 13 auf 5,8 Mllionen Tonnen. Unser Rindvieh- 
bestand von 18 Millionen auf 16 1 /», Schweine 18,5 auf 
11,6 also 41 Prozent, Milchkühe 9,1 Millionen auf'7,6. 
65 Prozent Fett erhielten wir früher von den Schweinen. 
Unser Milchbestand verringerte sich von 24 Milliarden 
auf 9 Milliarden Liter, sodaß jede Kuh statt 2700 Liter 
im Jahr nur 1200 Liter Milch gibt. 
Auch der Geburtenrückgang in 365 Orten mit 
25 Millionen Einwohner hat sich von 633 813 im Jahre 
1913 auf 459 758 im Jahre! 1919 verringert, obwohl 
er 40 Prozent im Kriege zurückging. 
Sehr ernste, vielsagende Zahlen sind.folgende: 1914 
starben 52 914 Kinder im Alter von 1—5 Jahren, 
1918: 67 369. Kinder von'5—15 Jahren 1914: 25 730, 
dagegen 50 391 im Jahre 1918. 
In denselben yrten starben 1914 an Tuberku- 
lose von'10000 Menschen 15,7, 1919 dagegen 27,1, 
das heißt 11,4 mehr. , _ 
In Bochum starben 1913 von dortigen Berg- 
arbeitern 2530, 1918 dagegen 5668. Noch höher 
ist die Zahl der Erkrankungen der gesamten Ruhrberg, 
arbeitcr. Belegschaft 1913: 409 271 und Erkrankungen 
261800, im Jahre 1918: Belegschaft 365 302, Er- 
krankungen 383 727. . ' . 
Die Preise für Lebensmittel usw. sind in Berlin 
von Februar bis April dieses Jahres um 41 Prozent 
0 ^Ein^ erschütterndes Bild gibt München: von 84 000 
Kindern, die untersucht wurden, waren. 35 Prozent über 
10 Jahra unterernährt und 25 000 völlig ungenügend er-, 
nährt. 75 Proz. hatten ungenügendes Schuhwerk, 45 Proz. 
nur ein, Hemd, 90 Prozent waren verlaust, 50 Proz. 
hatten kein eigen Bett und 86 Proz. keine Bettwäsche. 
Wie sieht es in anderen Großstädten aus?!. Bon den 
Quäkern wurden bis jetzt 3 600 000 Kinder unterernährt 
gesunden (nicht 600 000 wie durch einen Druckfthler be 
richtet wurde). . 
Andere-. Zählen bringen wir spater. 
Ortsnacfericfeten 
für frUd*nau-S chön eb«rg. 
Gemeindevertreter-Sitzung. 
Die nächste Sitzung unserer Gemeindevertretung findet 
am Donnerstag, den 9. September d. Js. im Sitzungs 
saale des Rathauses statt. 
Auf der Tagesordnung stehen folgende Gegenstände: 
a) in öffentlicher Sitzung: 
1. Mitteilungen. 
2. Wahl eines Mitgliedes des Vorstandes der Scbifl- 
sparkasse. ( 
3. Vergütung für die nebenamtliche Beschäftigung der 
Lehrkräfte. 
4. Annahme eines neuen Lohntarifs für Arbeiter und 
Arbeiterinnen. 
5. Bereitstellung von Mitteln für die Speisung Bedürf- 
tiger durch die Friedenauer Mittelstandsküche. 
6. Älbschluß eines Vertrages wegen Ueberlcflsung einer 
Borgartenfläche. 
7. Enteignung eines Vorgartenstreifens an der Moscl- 
und Saarstraßenecke zwecks Verbreiterung des Bürger 
steigs. • 
8. Bewilligung von Mitteln für die Unterhaltung der 
Barackenbauten. 
9. Bewilligung von Mitteln für die Ausbesserung des 
Fußbodens' im Zeichensaal der 1. Gemcindcschule. 
10. Bewilligung von Mitteln für Jnstandsetzungsarbeiten 
in Gütergotz. 
11. Bewilligung von Mitteln für Beschaffung von Bronze- 
haken für die Urnenhalle. 
12. Bewilligung von Mitteln für die Wiederherstellung 
. von Schornsteinköpfen an der Königin-Luiseschule. 
13. Bewilligung von Mitteln für die Einrichtung von Oel- 
syphons in einer Bedürfnisanstalt. 
14. Bewilligung von Mitteln zur Lieferung von Dung 
für die Gärtnerei und den Friedhof. 
15. Nachbewilligung von Mitteln für die. Herstellung des 
Spielplatzes an der Offenbacher Straße. 
16. Nachbewilligung von Mitteln für die ausgeführten 
Bauarbeiten in der 1. Gemeiüdeschulc. 
17. Neue Beschlußfassung über Erhebung von Zuschlägen 
zur Grunderwerbssteuer. 
18. Gewährung eines Vorschusses auf die in Aussicht 
stehende Erhöhung der Slraßcnunterhaltungskosten. 
19. Gewährung einer Zulage zu den Jnstäitdsetzungskostcn 
des Asphalts in der Kaiserallee. 
20. Bewilligulia einer Aufwandsentschädigung an den 
Arbeiterrar der Erwerbslosen. 
b) in geheimer Sitzung: 
21. Personalangelegenheiten. 
22. Anstellung einer Hilfskraft für den Kindergarten. 
o Die MÄNigelhastigkeft bt& BesMusses über den Ber 
liner MÄgisteech.. Als kommunale Aufsichtsbehörde fiir 
Groß-Berlin hat der Oberpräsident, wie wir erfahren, 
auf deU ihm zur Bestätigung überreichten Beschluß der 
Stadtverordnetenversammlung über die Zusammensetzung 
und die Gehälter des Magistrats den Stadtverordneten- 
vorstoher daraus hingewiesen, daß dieser Beschluß in 
mehreren Punkten den gesetzlichen Bestimmungen nicht 
entspricht. Insbesondere wird durch den Beschluß, wonach 
einem Teil der Stadträte nur.ein Ausgleichszuschlag von 
25 Prozent gewährt wird, der 8 1 des Gemeindebeamten 
gesetzes vom 8. Juli d. Js. verletzt, der bestimmt, daß 
dis Gemeinden verpflichtet sind, die Besoldung ihrer 
Beamten den Grundsätzen für die unmittelbaren Staats 
beamten entsprechend zu regeln. Der Staat hat aber durch 
weg als Deuerungszuschlag 50 Prozent des Grundgehaltes 
festgesetzt. Ferner hat die Stadtverordnetenversammlung 
es versäumt, gemäß 8 1 Abs. 5 des erwähnten Gesetzes 
die Bezüge der Sladträte nach Anhörung der Beamten 
vertretung und erforderlichenfalls der beteiligten Beamten- 
örganisation festzusetzen. In diesem Falle käme der Ver 
band höherer Kommunalbeamten Groß-Berlins in Frage, 
weil eine Beamtenvertretung für die neue Beamtcngruppe 
der Groß-Berliner Stadträte noch nicht besteht. Die Ver 
handlungen mit dieser Beamtenorganisation sind nach den. 
soeben erschienenen Aussührungsbestimmungen des Mi 
nisters des Innern zu dem Gemeindebeamtengesctz mit 
den Besoldungsvorschriften dem Oberpräsidenten vorzu 
legen. Schließlich hat der Oberpräsidcnt auch den Be 
schluß der Stadtverordnetenversammlung über die Be 
züge der Magistratsmitglieder, die schon im GrmekndcLieust 
stehen und jetzt höhere Gehälter empfangen als für den 
Groß-Berliner Magistrat festgesetzt worden sind, teils als 
zu weitgehend, teils als zu eng bezeichnet. — Es wird 
sonach der Groß-Berliner Stadtverordnetenversammlung 
nichts anderes übrig bleiben, als^diefe gesetzlichen Be 
dingungen zu erfüllen und ihren Beschluß über die Ma 
gistratsmitglieder erneut zu fassen. — Der Ausschuß für 
die Besetzung der Magistratsposten beschloß mit großer 
Mehrheit als Stadtkämmerer den bisherigen Berliner 
Stadtkämmerer Boeß aufzustellen. Vorgeschlagen war 
von bürgerlicher Seite noch Stadtkämmerer Scb^ltz- 
Charlottenburg. Für den. Stadtsyndikus schlugen die so- 
zialistischen Parteien den Neuköllner .Stadtrat Lange,, 
die übrigen den Charlottenburger Stadtsyndikus aetn> 
britzki vor. Es wurde beschlossen, daß beide Herren 
sich vorstellen sollen. Als Stadtmedizinalrat wurde der 
Schöneberger Stadtrat Dr. Rabenow aufgestellt, gegen 
den von bürgerlicher Seite vorgeschlagenen Stadtmedi- 
zinalrat Dr. KrautEich-Köln. — Oberbürgermeister 
III ijg&g 
Dr. Luther-Essen hat mit Dank auf die Wahl zum Ber 
liner Oberbürgermeister verzichtet. 
o Stichwort.„Aehre". In der Woche vom 6. bis 
12. September darf Brot Und Mehl nur auf die Brotkarte 
abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das 
Stichwort „Aehre" tragen. Brot und Mehl auf die Karte 
mit dem Stichwort „Aehre", darf erst von Montag, den 
6. September ab verkauft werden. 
o Dia heutig«« WochemUarltprcise waren kaum ver 
ändert gegenüber den Preisen am Mittwoch. Pflaumen 
kosteten durchschnittlich 1,10 bis 1,20 M-, doch gab cs 
auch billigere zu 90 Pfg. und 1 M., sowie bessere zu 
1,30 M. Acpfel und Birnen je nach Güte 80 Pfg. bis 
2 M. und 2,50 M , Tomaten 70 Pfg., Zitronen 3 Stück 
1 M., Zwiebeln sind gestiegen auf 90 Pfg. und. 1 M., 
Gurken 60 und 70 Pfg., Schlangengurken 1,25 M und 
mehr. Rotkohl. 40—50 Pfg., Wirsingkohl 70—80 Pfg. 
Weißkohl 30—40 Pfg., grüne Bohnen 1,40—1,50 Mark. 
Wachsbohnen 1,50 M., Spinat 80 Pfg. bis 1 M., Salat 
50—60 Pfg., Blumenkohl von 3 M. an, Mohrrüben 35 
bis 50 Pfg., Pfefferlinge sind billiger geworden, sic waren 
zum Preise von 1,75 bis 2 M. zu haben; Champignons! 
3,50 M, größere Pilze 3 Mr bis 5 M. je Pfund. Auch 
Kartoffeln waren wieder einmal vertreten. Die Fisch-, 
preise waren gegen die Preise am Mittwoch nicht ver 
ändert: Schellfisch 4 M„ die übrigen Fischsorten 4,50 bis 
5 M. Auch Räucherware war viel zu haben. 
o VolknMch. Ab 5. d. Mts. werden die Kindcrmilch- 
karten A 1 und A2 mit je 1 Liter Vollmilch und Bl 
und B 2 mit je V- Liter Vollmilch beliefert. Die übrige 
Lieferung bleibt wie bisher. 
o L eb creätniW ei verteiln ng in Schömberg. In Berlin- 
Schöneberg findet bis zum 7. September Voran 
meldung statt für 125 Gramm Maisfabrikate auf Ab 
schnitt 43 der allgemeinen Lebensmittelkarte und 250 Gr. 
Kunsthonig auf Abschnitt 60 der roten und grünen Schönc- 
berger Bezugskarte. Ausgegeben werden in der nächsten 
Woche neben den üblichen Nationen, wie 1900 Gramm 
Brot, 20 Gramm Butter, 150 Gramm Schmalz, 200 Gr. 
amerikanisches Büchsenflcisch und Speckwaren je zur Hälfte, 
auf Abschnitt 49 der allgemeinen Lebensmittelkarte 10 
Pfund Kartoffeln auf die Abschnitte 61 und 62 der Schöne 
berger Bezugskarte: 1 Döse Einhcits- oder Mumme-Malz- 
extrakt auf den Abschnitt 51-der Jugendlichenkarte. Auf 
Nährmittelsondcrkarten werdet! int September Haferflocken 
ausgegeben. Es stehen'zur Zeit an Kommunalware zum 
Verkauf: Herren- und Damcnhemden, Knaben--und »Mäd 
chenhemden, Unterhosen,. Futterstoff, Acrmelfutter, D'rell, 
Handtuchstoff, Hemdentuch (weiß), Frauen- und Kinder 
strümpfe, Herrensocken, Kindertrikots, Erstlingshenidchcn, 
Erstlingsjäckchen, Kleiderstoff, Mantelstoff, Damenröcke, 
Damenmäntel, Tamenbeinkleider, Stoff für Herren- und 
Knabenanzüge, Herren-, Damen- und Kinderstiefel. 
Näheres am schwarzen Brett und Zimmer 217 des Neuen 
Rathauses. -(Einkommenshöchstgrenze für den Bezug von 
Kommunalschuhwerk ist von 8000 M. auf 12 000 M. zu 
züglich 500 M. für jedes Kind festgesetzt.) 
o Immer noch! Beftechungs versuche. Trotzdem in der 
letzten Zeit wiederholt öffentlich darauf hingewiesen würde, 
daß jeder Bestechungsversuch im Wohnungsamt unnach- 
sichtlich verfolgt wird, haben sich in letzter Zeit doch wieder 
eine größere Anzahl Personen gefunden, welche dyrck 
Uebersendung von Geld und Lebensmitteln aller Art. ver 
sucht haben, besyndere Vorteile zu erringen. Die An 
gelegenheiten^ sind selbstverständlich der zuständigen >slaäts- 
anwaltschaft übergeben worden. Sollten die Bestechungs- 
versüche nicht endlich aufhören, wird das» Wohnungsamt 
die Namen derjenigen veröffentlichen, welche die 
nKdrige Einschätzung der Ehre ihrer Mitmenschen nicht 
lassen könnm und wird dein zuständigen Ausschuß vor 
schlagen, die betreffenden Wohnungssucher ein für alle 
Male aus den Listen des Wohnungsamtes zu streichen. 
o Die Geihälbev der Gemelndebamten. Fiir die durch 
die jüngsten Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung 
besonders zeitgemäß gewordene Frage, >vie die Gehälter 
der Gemeindebeamten, insbesondere der leitenden, zu bc- 
meflen sind, enthalten die erwähnten AusführungSbestim- 
mungen des -Ministers des Innern zu deut .Gemeindet e- 
amtengesetz beachtenswerte Ausführungen. Darnach sind 
die Bezüge, der Gemeindebeaniten als angemessen anzu 
sehen, wenn sie den für die Festsetzung der Bezüge der un 
mittelbaren Staatsbeamten maßgebenden Gesichtspunkten 
unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse entsprechen. 
Die Neuregelung der Besoldung, die von allen (zseiiu-t -den 
jetzt vorgenommen werden muß, auch wenn sie kürzt. (• 
schon eine Regelung getroffen haben, muß eine den ört 
lichen Verhältnissen angepaßte und, wie auch bei den un 
mittelbaren Staatsbeamten geschehen ist. der gegenwärtigen 
wirtschaftlichen Lage entsprechende Besserung der Bezüge 
enthalten. Bei der Beurteilung der Frage, welche Gruppe 
der Staatsbeamten im Einzclfalle zum Vergleich heran- 
zuziehen ist, kommt es nicht auf äußere Merkinale an, wie 
gleiche oder ähnliche Amtsbezeichnungen, Titel. Rang und 
dergleichen, sondern auf eine gleichwertige und veraleich- 
bare Tätigkeit, auf das Arbeitsgebiet, das Maß d« Ver 
antwortung, die der Beamte trägt, und gleichartige-,ifür 
das Amt erforderliche Vorbildung, aus die L^benSver- 
hältnisse des Dienstortes und auf sonstige Umstände ört 
licher Art: Bei gewissen Stellen des Kommunaldienstes, 
besonders bei den Stellen der leitenden Beamten und 
der Leiter wichtiger, namentlich technischer Betriebe, lver- 
den sich vergleichbare Stellen des Staatsdienstes zuweilen 
nicht finden lassen. Die hervorragende Stellung dieser
	        

Downloads

Downloads

Der Text kann in verschiedenen Formaten heruntergeladen werden.

Ganzer Datensatz

ALTO TEI Volltext
TOC

Diese Seite

ALTO TEI Volltext

Bildfragment

Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild Link zu einem IIIF Bildfragment

Formate und Verlinkungen

Formate und Verlinkungen

Die Metadaten stehen in verschiedenen Formaten zur Verfügung. Außerdem gibt es Links zu externen Systemen.

Links

OPAC DFG-Viewer Mirador

Zitieren

Zitieren

Folgende Zitierlinks stehen für das gesamte Werk oder die angezeigte Seite zur Verfügung:

Ganzer Datensatz

Diese Seite

Zitierempfehlung

Bitte das Zitat vor der Verwendung prüfen.

Werkzeuge zur Bildmanipulation

Werkzeuge nicht verfügbar

Bildausschnitt teilen

Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Kontakt

Haben Sie einen Fehler gefunden, eine Idee wie wir das Angebot noch weiter verbessern können oder eine sonstige Frage zu dieser Seite? Schreiben Sie uns und wir melden uns sehr gerne bei Ihnen zurück!

Welche Farbe hat der blaue Himmel?:

Hiermit bestätige ich die Verwendung meiner persönlichen Daten im Rahmen der gestellten Anfrage.