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Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Ausgabe 1892 (Public Domain)

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Bibliographic data

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Periodical

Other:
Berlin (West). Stadtverordnetenversammlung
Berlin
Title:
Stenographischer Bericht / Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin
Publication:
Berlin: Stadtverordnetenversammlung 1950
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2007
Dates of Publication:
1. Band, Nr. 1 (26. November 1946)-1. Band, Nr. 66 (30. November 1950)
ZDB-ID:
2848205-0 ZDB
Succeeding Title:
Stenographischer Bericht
Berlin:
B 758 Staat. Politik. Verwaltung: Stadtparlamente
Urban Studies:
Kws 860 EU. Bund. Länder. Städte. Gemeinden. Institutionen: Kommunalpolitische Institutionen
DDC Group:
320 Politik
Collection:
State,Politics,Administration,Law
EU,federal government,federal states,cities,municipalities,institutions
Copyright:
Rights reserved
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1949
Language:
German
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-8059785
Copyright:
Rights reserved
Accessibility:
Free Access
Collection:
State,Politics,Administration,Law
EU,federal government,federal states,cities,municipalities,institutions

Issue

Title:
Nr. 24, 14. August 1949, Außerordentliche Sitzung

Contents

Table of contents

  • Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain)
  • Ausgabe 1892 (Public Domain)
  • Title page
  • Inhalts-Verzeichniß des XII. Jahrgangs, 1892.
  • Nr. 1
  • Nr. 1A
  • Nr. 2
  • Nr. 3
  • Nr. 3A
  • Nr. 4
  • Nr. 5
  • Nr. 5A
  • Nr. 6
  • Nr. 7
  • Nr. 7A
  • Nr. 8
  • Nr. 9
  • Nr. 10
  • Nr. 10A
  • Nr. 11
  • Nr. 12
  • Nr. 12A
  • Nr. 13
  • Nr. 13A
  • Nr. 14
  • Nr. 15
  • Nr. 15A
  • Nr. 16
  • Nr. 17
  • Nr. 18
  • Nr. 18A
  • Nr. 19
  • Nr. 19A
  • Nr. 20
  • Nr. 21
  • Nr. 21A
  • Nr. 22
  • Nr. 23
  • Nr. 24
  • Nr. 25
  • Nr. 25A
  • Nr. 26
  • Nr. 27
  • Nr. 28
  • Nr. 28A
  • Nr. 29
  • Nr. 29A
  • Nr. 30
  • Nr. 30A
  • Nr. 31
  • Nr. 32
  • Nr. 33
  • Nr. 33A
  • Nr. 34
  • Nr. 34A
  • Nr. 35
  • Nr. 35A
  • Nr. 36
  • Nr. 36A
  • Nr. 37
  • Nr. 37A
  • Nr. 38
  • Nr. 39
  • Nr. 39A
  • Nr. 40
  • Nr. 40A
  • Nr. 41
  • Nr. 42
  • Nr. 43
  • Nr. 44
  • Nr. 45
  • Nr. 46
  • Nr. 46A
  • Nr. 47
  • Nr. 48
  • Nr. 48A
  • Nr. 49
  • Nr. 49A
  • Nr. 50
  • Nr. 51
  • Nr. 51A
  • Nr. 52
  • Nr. 53

Full text

Genträlblatt dtfr Bauverwaltu Punkt ÄufiuatellßB. Nach diesem.Pl&ne wurde der Bau 1839 begöQnen and erst 1882 beendet; seine Kosten betrugen rund 15 054 650 Kabel. ? ) Das Gebäude ist. byzantinisch, and awar musterhaft m Kalk stein ‘ auegefiihrfc. Ala Vorbild diente dem Künstler wahrschein lich 4ie: Kathedrale Mariae Him melfahrt }n Moskau, die wieder nach dem Muster der Sophiea- kirche in Nowgorod erbaut war. Fünf stark feuervergoldete Rap* peln krönen den Bau und sind weit von Moskau durch ihren wun derbaren Glanz erkennbar; Auch die Arbeiten des Inneren sind bis in die kleinsten Einzelheiten in gediegener, und vorzüglicher Weise in edelsten Baustoffen aus geführt. Die byzantinische Ma lerei ist mehr in einem unserer Zeit entsprechenden Sinne auf- gefafst, wenngleich die für die alte steife Schule bezeichnenden . Hauptzüge nicht unberücksichtigt blieben::Leider starb Ton, dem sein Nachfolger, der Akademiker Keeapow, . zur . Seite stand, an derthalb. Jahre vor dei; IJeber- . gäbe dieses seines Lebenswerkes. Neuerdings sind viele .grüfuere and kleinere Kirchen aus Preise bewerbungen hervorgegangen. Einer der bedeutendsten dieser Wett bewerb^ ist der im Jahrs 1882 von der Petersburger Duma (Stadtverwaltung) veranstaltete zur Erlangung de* Planes für eine Stihnekirche an der Stelle, wo Kaiser Alexander II. dem auf ihn ausgeübten Attentate zum Opfer fiel. Das Ergebnis der Wettbewerbung war ein bemer- kenswerthea. Es gingen . urige- fahr 30 zum Theil sehr schöne Arbeiten ein, unter denen die. Nach der Quelle, der wir diese Zahl entnehmen, sifid für den ersten gescheiterten Versuch 1132 560 Rubel zwecklos veraus gabt .worden. Ahb.- 2. W&ssilij Bla^hetümj ia Moskau, Querschnitt a 5.. . von Tomiechko, Kuttner u. Huhn, Benolt und Vie*or8«hröter- preisgekrönt wurden. 10 ) Fast alle Plane bekundeten^ das Bestter ben, nationalrussiaoh zu ballen griffen aber, wohl für die tief- traurige Veranlassung des Banw in ihrer Formehspraehc den traft, fendsten Ausdruck suchend, meto' auf die- ernste byzantinische Bau weise der älteren Zeit zurück. .. Pas fand nicht die Billigung Kaiser Alexanders; der bei aller Anerkennung für die pretag«' krönten Pläne keinen derselben genehmigen zu sollen •' glaubt**, weil er die naticnalrussiscke Bau- 1 weise, ah der jedenfalls festsu- . halten sei, nicht in diesem ana; Byzantinische «widmende* Stile,' vielmehr in der eigenartigeren. Weise der Glanzzeit der russischen' Baukunst, also dem Baekateinbau- des 15. und 16. Jahrhunderts saK Pie Kirche wird d«bn> nuntnehr r auch in dumen spätroäsigefaen Formen aiMgefuhrt, ' Ueberbaupt scheint diese von höchster Stelle ausgehende Meinungsäufsernng einen Druck auf das ganze'neueste' russische Kirchenbanweeen augge- ..übt zu haben. Mari plant und . baut, wie auch die . vwfläbrige Berliner -Ausstellung zeigte die Kirchen gern ganz, im ^üfrid- des russischen Cinquecento, hiebt immer übrigens zum Vortheile ■ der Sache, da dm* Stil leicht zu formalen Ueberladungen führt und auch in praktischer Beziehung zu mancherlei Bedenken Anlafs giebt, weil die stark geglie derten und zerklüfteten -Dach bildungen keineswegs überall- in' Bufsland' den klimatischen Ver hältnissen entsprechen. (Fortsetzung folgt.) 1°) . Diese Entwürfe sind nabst einer Lösung von Bogomplow im Jahrgange 1882, des Sfätchij veröffentlicht. ~~ VgE auch OeutrftJ- blatt der Bauverw. 1882“. S. 131. 224 ^twI A.QA. ‘ Welche Mittel giebt es, um den Hoehwasser- uad Eiagefohren entgegenzu wirke» ? Zw, Beseitigung der Eisgefahreq ist vielfach versucht worden, die Eisdecke, uad auch Eisversetzungen durch Pulver oder Dypaipit m sprengen. Wann diese Versuch©^ auf die. Bewohne^ der Niederungen auch sehr beruhigenden wirken pflegten, *o ist wirklicher Nutzen durch, diese Sprengungen trotz der erheblichen, Kosten, welche; sie rerarsachtau» jup iod$u aUsMqltojjrfeo, Falten ge^qbMfWt „GfW anders ist-dagegen dar Erfolg, der in neuerer Zeit durch das Brechen des Eises mittels dar für dte»so Zweck hesonders gebauteu Dampft schiffe erreicht wird, * , .*.. Na*h, «iw von Popte<m ; h^J*brg«#g >1878. du*, fa., ÖesterTei<lWtohep, ArcbitektsurjjUO^jflS^ieurverefo» gemachte*! Mift' ^«lupg ist in, dem DeUwarefittin ; bei Philadelphia bereits im Jabrq.i$$ eia Vhpvotw Ver^enclung gekommen,, jü|er il atark ipR Risen aripfate,, Vordertheii de» hölzerne^ Schates dqycbbrach bei dem Auf laufen,<Re Eisdecke,- ,upd die Schoilen wurden d&nn .tjunch ,die bräftigen R^d- Bckaufqln,.ari beiden,Sq^ent Krfßhlqgfio- .Vhb*a»d $0 Jqhreteiitete. dieses Bqhiff gute Dienste.; Im JWw*n. 18^7 ; daajpa dpreheip^ eisernes Schiff ersetzt, und in den Jahren 1870 und,,1873 w,ur4en zwei 8>ebiff8.bwidM#T - -4« ^ff-dein htok .W»r4fi- *J*r Z«rstö?un& WSJ. ein S^Wtc d*iiRp£a^üff von lÖQ.Jffwdestjlfkßp verwnadt. Im. Aufaflg dav ‘»lefc zigerdahö?, wnrde -guf. in %mhurg n$cb Angaben des Sehiffbauingenieurs Steinhaus der erste Eisbrecn- »cWbeudäwgfev «haut, dp .riiib; s%pitm ^EK^gß Off^h alt öng des Fahrwassers von Hamburg bin. Meere : beitrag, dbj^ .un^h L demselben Muster sowobl fiir die untere ule auch Bin die unter; der preufsischeu Verwaltung, stehende Eibe eine grö&ere Anzahl, brecher. besnbafft ist. . , , pie Gefahren, welche in der unteren Weiohsel mit dem Eis* aufbmch verbunden waren, und die geTingetk Erfolge, die amu- durch dqa Sprengen mittels Pulvers erzielte, hfa«bten, ia Jahto'1878 eiwgo : Privatleute ntff dßüi Gedwken, KUbt^oheehlitteu *b ha»®»» »Uaek . den Mittheilungai vmi GDrz, itn Jahrgang 1888 der Zeitschrift #* Bapweeea über die EiebrecUarbnitBii ip. der Weichsel hatteq ;[ <hes#(,, SghUtton oder eigentlich. Boote, dflreuf Röd^ im LängqnsulMHtt nach.-? eing^,,|t?elsbQeeft;.ini^ .dfim Pfaiihöhe. gehrümnod, waw ei*e Längo vofl ^B m.umi eine Breito vop 2)5 p. besto«dß|>‘AUa öolar wa^eu stark,. miti Eiseq beschUgen mid an buUstot, dafs_ das. Gawieht j^daa . Bpotes ..«tffffc SOft C^r. betrug.. In d«r S#oo»richtung, ww?4e 4jW?W eineiAjhtheUjuqg vqn, 20Q Arbeiternemeiaahmalp Binna eufgehÄWU.unA^ dajun,n ieder dpa ; Rfcwe. einer dier bes%V|tob*nuri . wie.d£rholentUch. s *ro ni Au f wärts gezogou, die £isdeeke d»durfih, g^ I brocheu ( t^udi^ßJRiuuA erwMWkt. -.%m" ZieluQu, waren, g|eipbfalla A r bp»ter erforderlich, mR ^wah ?4lihtot^,*wh«t^ff00 1 Ma»ri beBchäfti^.Rp» UWI60 ; Eias%ke, Stfirh« gelapg'3«- auf dfese /WgM»W*!WI> * Tage eine Kinne von 80 bis 100 m Breite auf 2 d«. hierduijeh ej»»ielten Ertel«ew .aipch ' \m>väiwm -wm . KriB^#^ ; -dA^ und; h&ri» die Wirk^W 1
408 Gentralblatt der Bauverwaltung. Ei*schlitten auf, sobald sich Eisschollen übereinander geschoben hatten. Diese Uebelstände und die günstigen Erfahrungen, die man mit den Eisbreehdampfern auf der Elbe und später auch auf der Trawe gemacht hatte, sind Veranlassung gewesen, dafe seit dem Jahre 1880 fünf Eisbrechdampfschiffe von 120 bis 300 indicirten Pferdestärken für die Weichsel erbaut sind. Durch Ballast können dieselben hinten zu einer Tiefe ron 1,6 bis 2 m gesenkt werden, während sie vom nur wenig eintauchen. Bei einer Eisstärke ron 0,2 bis 0,8 m fahren die Eisbrecher glatt bindurcb. Bei gröfserer Stärke nehmen sie einen Anlauf von 100 bis 200 m Länge, laufen auf das Eis und brechen dasselbe durch den Stofs und ihr Gewicht je nach der gröfseren oder geringeren Stärke des Eises auf ein Drittel oder bis zur rollen Scbiffslänge. Haben sich die Schollen so übereinander geschoben, dafs sich eine Grundrersetzung bildet, dann wird der Zusammenhang der Schollen durch den Stofs der mit grofser Kraft hexanlaufenden Schiffe gelockert und werden Stücke abgebrochen, •die dann herabschwimmen. Bei einer etwa 200 m langen Eis- Versetzung, die sich im Frühjahr dieses Jahres bei einer Wasser- tiefe ron etwa 3 m unterhalb Graudenz gebildet batte, und bei der die Eisschollen durchweg mindestens 2 m hoch über das Wasser herrorragten, gelang es, mittels dreier Eisbrecher in ungefähr sieben Stunden in der ganzen Länge der Stopfung eine etwa 40 m breite offene Kinne herzustellen. Ist die Rinne gebildet, so wird die weitere Verbreiterung der selben dadurch bewirkt, dafs die Dampfer dicht neben den Eis- rändern schnell stromabwärts fahren und dadurch eine heftige Wellenbewegung erzeugen, durch welche das Eis gehoben und gebrochen wird. Für den Erfolg der Eisbrechungen ist es wesentlich, dafs Strömung vorhanden ist, so dafs die gebrochenen Schollen abschwimmen können. An der Mündung des Stromes mufs mit dem Brechen begonnen und dafür gesorgt werden, dafs durch Daropfer, die in der aufgebrochenen Strecke hin und her fahren, das Festsetzen der Schollen, die durch die höher herauf brechenden Dampfer gelöst sind, verhindert wird. In den letzten Jahren namentlich haben sich die Eisbrecher vor züglich bewährt und sind als ein ganz hervorragendes Mittel zur Verminderung der Eisgefahren zu bezeichnen. Von grofsem Interesse und Vortheil ist es nicht nur für die Deichverwaltungen, sondern besonders auch für die Aufsichtsbehörden, regelmafsige und schnelle Mitteilungen über die Wasser- und Eis verhältnisse in dem oberen Stromlauf und in den Nebenflüssen zu erhalten, um daraus Schlüsse über die Wasserstandshöhen, die in den unteren Stromstrecken zu erwarten sind, zu ziehen und die er forderlichen Schntz- und Vertheidigungsmafsregeln rechtzeitig treffen zu können. Für die gröfseren Ströme ist der Hochwasser-Nachrichten dienst auch zwischen den verschiedenen Ländern derart organisirt, dafs eine möglichst, schnelle Mittheilung über die WasserBtände in aus gedehntestem Mafse erfolgt Hat ein Strom auf große Länge keine erheblichen Seitenzuflüsse, dann kann man aus den Wasserständen am oberen Ende dieser Strecke mit einiger Sicherheit die Wasser standshöhen Voraussagen, die in der unteren Strecke eintreten werden. Für die Elbe im Königreich Sachsen sind im vorigen Jahre von der Königlichen W&sserbafadirectidn in Dresden auf Grund fünfzehn jähriger Beobachtungen tabellarische Zusammenstellungen über die WasserstandsverhältniBse in Böhmen und Sachsen angefertigt und zum Gebrauch bei Hochfluthen herausgegeben. Ans denselben kann man entnehmen, welche Höhe bei den verschiedenen Wasserständen, die an dem Leitmeritzer Pegel beobachtet sind, die Elbe an den sächsischen Pegelstationen erreichen, und zu welcher Zeit die Spitze der Hochfiuthwelle daselbst voraussichtlich eintreffen wird. Für die preufsische Weichsel, die ebenfalls frei von bedeutenderen Zuflüssen ist, würde man wohl ähnliche Tabellen aufstellen können, die aber selbstredend nur so lange Anspruch auf einige Zuverlässigkeit haben, als nicht durch Eisversetzungen Störungen in dem Ablauf de* Hoch wassers veranlagt werden. Sehr viel schwieriger gestaltet sich die Aufgabe der Hocbwasservorhersage, wenn bedeutendere Nebenflüsse in den Strom einmünden, da dann nicht nur die Pegelbeobachtungen des Hauptstromes, sondern auch die der Nebenflüsse berücksichtigt werden müssen. Im Scinegebiet, in dem seit dem J&hie 1954 der hydrometrische Dienst einheitlich geordnet ist, ist es den Be mühungen Beigrands, der bis zum Jahre 1878 diesem Departement als General-Inspector der Brücken und Wege Vorstand, gelungen, die Hochwasser, die in der Seine eintreten, mit einer Sicherheit bis auf 20 cm zwei oder drei Tage voraus zu bestimmen. Die Berech nungen und Tabellen, die Jollois auf Grand langjähriger Beobach tungen für die Loire aufgestellt hat, haben noch nicht zu so guten Ergebnissen geführt. Mehrfach ist empfohlen, aiis den beobachteten Niederschlägen die Höchwasserstände in den Flüssen zu berechnen und voranezu- sagen. Wenn auch in neuerer Zeit die Zahl der Regenmefsstationen überall erheblich vermehrt ist, so liegen diese doch noch immer zu weit von einander entfernt, als dafs man sich aus den dort an- gestellten Niederschlags-Messungen über die Ausdehnung der un gewöhnlich starken Regengüsse, die auf die Hebung des Wasser spiegels in den Flüssen von besonderem Einflufs sind, ein richtiges Urtheil bilden könnte, ln Baden kommt beispielsweise eine Regen etation auf 830 qkm, in Preufsen auf 250, in England auf 150, im Königreich Sachsen anf 100 und in Böhmen auf 75 qkm. Die Zahl dieser Stationen müfste ins unendliche vermehrt werden, wenn mau hieraus ein übersichtliches Bild über die thatsäcblich stattgefundenen Niederschläge gewinnen wollte. Da nun auch Über das Verhältnis des gefallenen Regens zu den abfliefsenden Wassermassen, welches wieder von den klimatischen und Bodenverhältnissen abhängig ist, Unsicherheit besteht, so wird man eich rücksichtlicb der zu erwar tenden Hochwasser doch nur an die Pegelbeobachtungen halten können und namentlich den Verlauf der einzelnen gröfseren Hoch fluthen unter möglichster Berücksichtigung der meteorologischen Verhältnisse einem eingehenden Studium unterziehen müssen, um daraus Schlußfolgerungen für die Zukunft abzuleiten. Durch den Erlafs vom 12. December 1888 sind in Preufsen die Strombaudirectionen, denen bis dahin im wesentlichen nur die Sorge für die Verbesserung der Schiffahrtsverbältnisse oblag, angewiesen, sich auch mit den Hochwasserverhältnissen und mit den Mafsregeln zur Abwendung der Hochwasser* und Eisgefahren eingehend zu be schäftigen.*) Seit dieser Zeit werden von den genannten Behörden jedes Jab- eingehende Berichte über den Verlauf des Hochwassers und Eisganges erstattet, die zur Klärung der Verhältnisse wesentlich beitragen werden. Ein sehr werthvolles und interessantes Material ist in dieser Beziehung auch von dem Gentralbureau für Meteorologie und Hydrographie im Grofsherzogthum Baden geliefert, nämlich in dem 1891■ erschienenen Werke „Ergebnisse der Untersuchungen der Hochwasserverhältnisse des' deutschen Rheingebietes“, in welchem acht besonders starke Hochfluthen, die in der Zeit von 1824 bis 1883 stattgefiinden haben, unter Beifügung von graphischen Darstellungen eingehend erörtert und beschrieben sind. Solche Bearbeitungen sind, wenn auch bei der Verschiedenheit der Boden- und klimatischen Verhältnisse allgemein gültige Schluß folgerungen daraus nicht gezogen werden können, für die einzelnen Flüsse, anf die sie sich beziehen, von dem allergröfsten Werth, und es kann deshalb nur dringend empfohlen werden, dafs dieselben regel mäßig nnd in möglichster Vollständigkeit fortgesetzt werden. Was nun endlieh den Vorschlag anbetrifft, eine durchgreifende Aenderung in den Deichverhältnissen nnd in der Bewirtbschaftnng der Niederungen eintreten zu lassen, so wird von keiner Seite ver kannt, dafB die bestehenden Verhältnisse mit sehr großen Nachtheilen und Gefahren verknüpft sind. Die fruchtbaren Stoffe, welche die Flüsse herabführen, werden znm Düngen der eingedeichten Niede rungen nicht verwerthet und ungenützt dem Meere angeführt. Werden sie hier durch KüstenBtrömungen nicht seitlich weitergeführt, so schlagen sie sich nieder und verlängern den Stromlauf, sodafs eine Erhöhung des Wasserstandes in den bisherigen • Mündungs gebieten eintreten mufs. Günstiger sind die Verhältnisse dort, wo die Deiche nicht geschlossen, sondern wo Polder gebildet sind, die unten offen sind, sodafs das Hochwasser von unten eintreten und seine befruchtenden Sinkstoffe absetzen und damit aueb zugleich zur Aufhöhung der Niederungen beitragen kann. Derartige offene Polder befinden sich am Unterrhein; dieselben wirken auch insofern besonders günstig, als sie nach überschläglicher Berechnung bei den größten Hochfluthen etwa SOOMillionen Gubikmeter Wasser anfnehmen, und dadurch zur Mäßigung des Hochwassers wesentlich beitragen. Von hydrotechnischer Seite ist wiederbolentlich, aber leider ohne Erfolg, empfohlen, bei den abgeschlossenen Niederungen in dem oberen Ende des Deiches Einlaßscbleusen anzulegen, durch diese das Hochwasser in die Niederung eifatreten und soweit zur Ruhe kommen zu lassen, dafs es seine düngenden Sinkstöffe absetzt, und es dann unten geklärt wieder ablattfen zu lassen. Der Vorschlag, die Deiche vollständig zu beseitigen und wieder Urzustände herzu- stellen, der von mancher Seite gemacht ist, kann wohl kaum ernst genommen werden. Man muß eben mit den bestehenden Verhält nisses rechnen nnd die Wünsche der Besitzer berücksichtigen, di* meist auf vollen Abschluß gegen die Hochwasser bmdrängen, und wo Sommerdeiche vorhanden sind, die den Eintritt der Winterhoch- wasser in die Niederungen gestatten, die Umwandlung derselben ia Winterdeiche verlangen. Mit Freude konnte deshalb eine von landwirtschaftlicher Seite, nämlich von dem Gutsbesitzer Gerson im Jahre 1889 veröffentlichte Schrift begrüßt werden: «Wie es hinter unseren Deichen aussehea sollte“, in der die bestehenden Verhältnisse in sachlicher Weise *) Vgl. die Mittheilungen auf Seite 33 u. f. des Jahrgangs 1889 des Centralblatts der Banverwaltnng.

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