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Friedenauer Lokal-Anzeiger (Public Domain) Ausgabe 2.1895 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

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Monografie

Verfasser:
Schultz, August Wilhelm Ferdinand
Titel:
Zur Städtereinigungs-Frage : eine Studie mit besonderer Rücksicht auf Verhältnisse von Berlin ; / von A. Schultz
Erschienen:
Berlin: Seydel, 1881
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2015
Umfang:
103 Seiten
Schlagworte:
Berlin ; Geschichte 1881 ; Städtehygiene ; Online-Ressource
Berlin:
B 874 Ver- und Entsorgung. Rettungsdienste: Abwasserentsorgung. Rieselfelder
Dewey-Dezimalklassifikation:
550 Geowissenschaften
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-11172502
Sammlung:
Wirtschaft, Verkehr, Stadtversorgung
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Haus Berliner Stadtbibliothek
Signatur:
B 874/86
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

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  • Friedenauer Lokal-Anzeiger (Public Domain)
  • Ausgabe 2.1895 (Public Domain)
  • Nr. 1., 03.01.1895
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  • Nr. 3., 09.01.1895
  • Nr. 4., 12.01.1895
  • Nr. 5., 16.01.1895
  • Nr. 6., 19.01.1895
  • Nr. 7., 23.01.1895
  • Nr. 8., 26.01.1895
  • Nr. 9., 30.01.1895
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  • Nr. 99., 11.12.1895
  • Nr. 100., 14.12.1895
  • Nr. 101., 18.12.1895
  • Nr. 102., 22.12.1895
  • Nr. 103., 28.12.1895

Volltext

linken Ufer befindet sich die holländische Acker 
bau-Kolonie, deren Direktor seine Dienstleute 
mit Schießgewehren bewaffnete und mit ihnen 
die Margitacr angriff, um die Leute von dem 
ftevelhaften Dammbruch abzuhalten. Die Be 
wohner von Margita erwiderten das Feuer, es 
kam zu einem viertelstündigen Kamps, bei dem 
aber wunderbarerweise keine ernstlichen Ver 
wundungen zu verzeichnen waren. Die Holländer 
wurden von der Mehrheit überwältigt und ge 
zwungen, das Terrain zu räumen. 8000 Joch 
des Besitzes der Holländer wurden infolge des 
Dammbruchs überschwemmt, wobei 7500 Schweine 
zu Grunde gingen; mehrere andere tausend 
Stück Vieh sind gefährdet. Der Vizegespan 
stellte die Ruhe wieder her. 
Verpfändetes Auge. In Paris wurde 
dieser Tage ein älterer Plann namens Girard, 
der vor Hunger bewußtlos geworden war, auf 
der Straße aufgefunden und in die nächste 
Apotheke gebracht. Man setzte dem bedauerns 
werten Mann eine warme Suppe vor und be 
merkte nun, daß ihm das rechte Auge gänzlich 
fehle. Hierüber beftagt, erzählte er die folgende 
Leidensgeschichte: Vor längerer Zeit hatte er 
durch einen Unfall sein rechtes Auge verloren, 
das durch ein Glasauge ersetzt wurde. Als er 
nun seit einigen Wochen infolge von Arbeits 
losigkeit mit dem Hauszinse in Rückstand kam, 
mußte er seinem Hausherrn das Glasauge in 
Pfand geben. Nun konnte er erst recht nirgends 
Arbeit finden. Eine Kollekte, die unter den cm- 
Porten Zuhörern veranstallet wurde, setzte den 
Bedauernswerten in die Lage, sein Auge wieder 
auszulösen. 
Tie Hochzeit der Milliardärstochter. 
Am 4. März wurde, wie der ,Ncw Jork Hcrald' 
meldet, in New Jork die jüngste Tochter Anna 
des verstorbenen Miliardärs Nt. Iah Gould mit 
dem Grafen Castcllane, Sohn des Marquis 
Castellane in Paris getraut. Nach der Trauung, 
welche der Erzbischof von New iffork vornahm, 
empfing das junge Paar die Glückwünsche der 
Gäste und zog sich nach Lyndhurst zurück. Zur 
Ausschmückung des Hauses Gould waren fünfzig 
Gärtner und ganze Wagenladungen kostbarer 
Blumen aufgeboten worden. Von den Gästen 
erhielt jeder ein großes, ans Silber gearbeitetes, 
innen stark vergoldetes Herz zum Geschenk, 
das mit Hochzeitskuchen gefüllt war. Den Braut 
führern und Brautjungfern wurden Brillant 
nadeln mit den Initialen G und C überreicht. 
George I. Gould und Frau spendeten ein Perlen 
halsband, dessen zehn Reihen von Platinstreifcn 
durchkreuzt sind, von denen jeder zwölf große 
Diamanten trägt. Mr. Frank Gould spendete 
eine Kette aus 200 Diamanten re. Der Marquis 
v. Castellane und dessen Frau hatten ein .Hals 
band mit fünf Perlcnrciheu und 24 Diamanten, 
sowie einen aus Rubinen und Saphieren be 
stehenden Ring gewidmet. 
Der Historiker Cesare Cantu ist am 
Montag früh in Mailand gestorben. 1805 im 
Mailändischeu geboren, hat Cantu sich insbesondere 
berühmt gemacht durch seine „8toricc universale", 
ein Riesenwerk in 35 Bänden, und durch den 
Roman „KarAberiia Lnsterla", der aus seinem 
Aufenthalt im Gefängnisse hervorging, zu der 
er von der österreichischen Regierung wegen 
politischer Umtriebe verurteilt worden war. In 
dem Verstorbenen verliert der italienische Kotho- 
lizismus einen seiner bedeutendsten wissenschaft 
lichen Vertreter. 
Selbstmord eines Ehepaares. Aus dem 
sardinischen Orte Jglesias (Provinz Cagliari) 
wird gemeldet, daß in dem dortigen Albergo del 
Leon d'oro ein russisches Ehepaar namens Katri- 
zove, der Plann im Alter von 50, die Frau 
von 20 Jahren, sich mit Morphium vergiftet 
hat. Ihrem Auftreten nach gehörten sic der 
bessern Gesellschaft an; man vermutet, daß sie 
mit einem Paare identisch sind, das vor einigen 
Tagen aus Pionte Carlo verschwunden ist. 
Neue Erdstöste in Sizilien und Kalabrien 
werden signalisirt. In der Nacht zum 
Sonntag wurden die Bewohner von Ptessina, 
von Reggio di Kalabria und von Milazzo durch 
wellenförmige Erschütterungen beunruhigt. 
Schäden sind vorerst nicht entstanden. 
Prinz Jturbide ist in Ajaccio gestorben 
und in Venedig begraben worden. Der Name 
weckt die traurigsten Erinnerungen an das mexi 
kanische Trauerspiel, dessen Held Erzherzog Max, 
der Bruder Kaiser Franz Josephs, gewesen. Den 
Prinzen Jturbide hatte, wie die ,N. Fr. Pr.' in 
Erinnerung bringt, der habsburgische Kaiser von 
Mexiko adoptiert; er sollte im Falle einer mon 
archischen Restauration der Träger der Kaiser 
krone von Mexiko sein. Jturbide hat den Kaiser 
Max 28 Jahre überlebt, aber nicht einen Augen 
blick lachte ihm in dieser Zeit die Hoffnung, der 
Erbe dieser Krone zu werden. Die Republik 
hat sich trotz allen Stürmen behauptet. Den 
Gegner des Kaisers Max, Juarez, hat Mexiko 
vicrnial zum Oberhaupte gewählt. Jturbide 
schleppte den immerhin berühmten Namen eher 
wie eine Last mit sich umher. Daß 1821 der 
ältere Jturbide, angeblich ein Sprößling des 
alten mexikanischen Kaiserhauses, seine Landsleute 
zum Kampfe für die spanische Verfassung auf 
forderte und ein Jahr später als Kaiser 
Augustin I. ausgerufen wurde, daraus leitete 
sein Nachkomme keinen Rechtstitel für sich ab. 
Damals rief General Santa Anna die Republik 
aus und nötigte Jturbide zur Abdankung. 
Dieser flüchtete nach Europa, kehrte zurück, mußte 
aber den Versuch, den Thron wieder zu besteigen, 
im Oktober 1824 mit dem Leben bezahlen. 
Gerichlshalle. 
Neuwied. Hier stand vor dem Schwur 
gericht der Postgehülfe Blattner, welcher am 
25. Februar beim Nachhaufegehcn von mehreren 
Burschen verfolgt wurde und dabei mit seinem 
Revolver den Fabrikarbeiter Heß erschoß. Die 
Geschworenen verneinten die Schnldfrage der 
vorsätzlichen Tödtnng. Demgemäß erfolgte Frei 
sprechung des Angeklagten. 
Teschen. Das Schwurgericht verurteilte den 
Bauernagitator Peter Stojalowski wegen Ver 
gehens gegen die öffentliche Ruhe, Sicherheit 
und Ehre zu vier Jahr Gefängnis. 
Der Zulauf 
zum Kurpfuscher Ast in Radbrnch ist, wie Medi- 
zinalrat Dr. Nöllcr in Lüneburg in einem inter 
essanten Aufsatz der Zeitschrift für Mcdizinal- 
bcamte' mitteilt, schon sehr in Abnahme begriffen. 
Während in der besten Zeit 800 Personen und 
mehr täglich ankamen, suchen jetzt etwa 80—100 
täglich den „Wunderdoktor" auf. Der Schwindel, 
der somit von ziemlich kurzer Dauer war, wird 
von Dr. Nöller durch ergötzliche Beispiele 
illustriert. Ast behauptet, wie man weiß, er 
könne aus einem Büschel Haare, das aus dem 
Nacken abgeschnitten ist, die Krankheit erkennen. 
Er zupft die Haare auseinander, hüll sie gegen 
das Licht, stellt seine Diagnose und gibt dann 
regelmäßig zwei Medikamente unter Angabe der 
Trspfcnzahl. Gleichzeitig hält er feine Hand 
zun, Empfang des „Honorars" bereit (durch 
schnittlich 3 Mk.). Eine Frau hatte Haare ihres 
erkrankten Mannes gebracht. Ast betrachten sie, 
legte seine Hand auf den Leib und sprach: „Hei 
hett et hier." Frau: „Wo?" Ast: „Im Magen". 
Die Frau schüttelt den Kopf. Ast (auf seinen 
Kopf zeigend): „Un denn hier, un dann treckt et 
eni dat den Rüggen dal." — Frau (ganz er 
staunt): „Davon hett hei mi noch gar nichts 
seggt." — Ast: „Un denn is hei rheumatisch" 
(auf die Beine zeigend): — Frau (traurig): 
„Nee, ick willt man scggen, hei hett ümnier 
Neitclfeever, dat kann hei »ich loS war'n." — 
Ast (ohne eine DUene zu verziehen): „Dat segg' 
ich ja, dat is de Schärfe im Blut. (Zwei 
Flaschen Medizin gebend). Hier, zwanzig Droppen ! 
des Morgens un dreißig Droppen des Abends." | 
(Frau geht getröstet ab.). . . Ein junger Plann , 
legt Haare von einem Bekannten vor. Ast: „Er i 
ist ganz verschleimt und dann hat er Ausschlag." ! 
(Mit der Hand in seine Nackengcgend zeigend). j 
Junger Mann fragt verwundert: „Was?" — ! 
Ast wiederholt: „Er hat Ausschlag im Nacken." i 
— Junger Plann: „Nein, er hat Rheumatismus." 
— Ast (verständnisinnig): „Ja, hier im Rücken! 
(die Hand ein wenig tiefer haltend). — Junger 
Mann: „Nein, er hat es in den Beinen: er ; 
kann nicht gehen." — Ast: „Ja, das zieht bis 
in die Beine hinunter." — Dann verordnet er 
seine Arznei. Medizinalrat Nöller schließt mit 
dem Hinweis auf die Notwendigkeit, eine Gesetz 
gebung zu ändern, die kein Mittel an die Hand 
gibt, einem solchen Unfug entgegenzutreten, der 
jeden anständig Denkenden empören muß. 
Die „Affensprache". 
Die Vermutung, daß die Berichte, welche 
vor ungefähr zwei Jahren der Engländer Dr. 
Garncr über seine angeblichen Studien über die 
„Affensprache" veröffentlicht hat, eine grobe 
Mystifikation seien, scheinen sich zu bestätigen. 
Dr. Garner behauptete damals bekanntlich, er 
habe während seines Aufenthalts in Aftika Affen 
in einem großen Käfig gefangen gehalten und 
sie in allerlei Gcmütserrcgungen versetzt. Die 
Laute, die sie dann von sich gaben, habe er 
mittels eines Phonographen fixiert, so daß er 
sie nun beliebig oft wiederholen konnte; auf diese 
Weise sei es ihni gelungen, gewisse Charakterista 
der „Affensprache" festzustellen. — Nun kam 
aber dieser Tage ein Plissionar der Kongregation 
vom hl. Geiste, Pater Buleon, vom Congo nach 
Paris zurück und hat dort vor einem Kreise von 
Gelehrten erklärt, eines schönen Tages sei Dr. 
Garner — übrigens ein liebenswürdiger Herr — 
auf der Missionsstation erschienen und habe deren 
Gastfreundschaft erbeten. Er beabsichtige, die Affen 
sprache zu studieren, zu dem Zwecke führe er den 
großen Käfig bei sich. Als aber dieser gar nichl in 
Verwendung trat, sondern Dr. Garncr nur schrieb 
und selten die Station verließ, habe ihn eines Tages 
L. Bulöon nach dem Fortgang seiner Studien ge 
fragt. „O, sie machen schöne Fortschritte," soll 
Dr. Garncr geantwortet haben, „mein Buch ist 
zur Hälfte fertig," — und doch hatte er noch 
nicht das geringste Stück von einem Affen ge 
sehen. Nach etwa sieben Wochen war das Buch 
fertig, und sein Verfasser soll den Missionaren 
gesagt haben: „Unter uns, ob die Affen reden 
oder nicht reden, ist mir ganz gleichgültig. Ich 
kam her angeblich der Wissenschaft wegen, aber 
das Geld geht voran. Nun hoffe ich, sobald ich 
nach Amerika zurückgekehrt sein werde, ein schönes 
Stück zu verdienen. Wer kann das nachprüfen, 
was ich über die Affensprache geschrieben habe?" 
— Also P. Silicon; nun hat Dr. Garner das 
Wort. 
Huntes Allerlei. 
Zum Winter schreibt man der 
,Th. Ztg.': In einer alten Schweizcrchronik liest 
man, daß im Jahre 1481 „32 mal Schnee auf 
die gleiche Schneedecke gefallen ist", im Jahre 
1607 30 mal. Nun übertrumpft aber der dies 
jährige Winter die obengenannten, indem heute, 
den 5. März, schon der 37. Schnee auf die 
gleiche Decke hcrnntcrwirbelte; ini Januar hat 
es an 19, im Februar an 15 und im März an 
3 Tagen geschneit. 
Ein Briefkasten mitten im Meere. In 
der Arasura-See zwischen Neu-Guinea und der 
Nordküste Australiens liegt eine kleine Insel 
„Boaby". Im Jahre 1845 landete dort das 
englische Kriegsschiff „Bramblc", dessen Besatzung 
feststellte, daß Eingeborene die Insel niemals 
besuchten und weshalb in einer Höhle eine Pro 
viant-Niederlage für Schiffbrüchige errichtet wurde. 
Gleichzeitig ließ der Kammandant des Schiffes 
einen großen Kasten anbringen und malte mit 
roter Farbe „Post Office" darauf. Der englischen 
Admiralität wurde Mitteilung gemacht und die 
Insel sodann in allen Büchern und Karten ver 
merkt. Und seitdem hat sich ohne weiteres Ab 
kommen der Gebrauch entwickelt, daß jedes bei 
Tage vorbeifahrende Schiff den Briefkasten nach 
sehen läßt, ähnlich wie dies früher in einem 
Hafen von Kapland und auch jetzt noch an 
einigen Stellen des Mississippi-Stromes geschieht. 
Selbstgefühl. Prinzipal: „. . . Hm, einen 
Vorschub auf 14 Tage wünschen Sie! . . . Wie 
aber, wenn Sie schon morgen sterben?" — 
Kommis: „Bitte sehr, dazu bin ich viel zuviel 
Ehrenmann!" 
Eben darum. „Warum weinst du denn, 
Konsincheu?" — Mama hat gezankt, wir bcide 
hättcn zusammen ein Verhältnis ..." — „Aber 
daran ist ja kein Wort wahr!" — „Darum weine 
ich ja eben!" 
Leuten Geldgeschenke zugesagt werden, abgegeben 
werden sollten. Hoffentlich handelte es sich nicht 
um eine Mystifikation! 
Lebendig verbrannt ist in einem Glüh 
ofen der Chamottcfabrik bei Eichwerder (a. d. 
Dahme) ein Vorarbeiter namens Mielenz. Er 
war des Morgens mit noch zwei Vorarbeitern 
damit beschäftigt, in den großen Glühofen der 
Fabrik ein Quantum Thon zum Aushärten ein 
zufahren. Beim Einschieben der Ladung auf die 
Plattform brach nun plötzlich aus unbekannter 
Ursache das Vorstellgitter durch, und alle drei 
stürzten infolgedessen in den Glühofen. Zwar 
eilten die übrigen Arbeiter sofort zur Hilfe herbei, 
doch gelang es ihnen nur, die beiden anderen zu 
retten, die aber auch schwere Brandwunden er 
litten hatten. Miclenz war unmittelbar in die 
Glut gefallen und verkohlt; er hinterläßt eine 
Frau und vier unmündige Kinder in dürftigsten 
Verhältnissen. 
Aachener Heiligtumsfahrt. Die alle 
sieben Jahre stattfindende Aachener Heiligtums 
fahrt ist für dieses Jahr durch Beschluß des 
Stiftskapitels auf die Zeit vom 10. bis 24. Juli 
festgesetzt worden. 
Ein Opfer ver Kälte. Am Sonntag früh 
wurde auf der Bindersleber Chaussee bei Erfurt 
der 67jährige Einwohner Weise aus Ermstedt 
in bewußtlosem Zustande und mit einer Wunde 
am Kopfe aufgefunden. Barmherzige Leute 
trugen den Bedauernswerten in eine nahe 
Gärtnerei, woselbst er bei guter Pflege im Laufe 
des Vormittags sich wieder erholte. Der alte 
Piann war auf dem Marsch nach Erfurt vor 
Kälte ermattet niedergesunken und hatte sich 
dabei die Verletzung zugezogen. Ohne Hilfe 
wäre Weise sicher erfroren. 
Hinrichtung. In Halle wurde am Montag 
früh im Hofe des Landgerichtsgebäudcs der 
Frauenmörder Wctzestcin durch den Scharfrichter 
Reindel hingerichtet. Wetzestein war durch Urteil 
des Schwurgerichts am 29. September v. zwei 
mal zum Tode und zu 15 Jahr Zuchthaus ver 
urteilt worden. 
Im Tode vereint. AIs am Sonntag die 
71jährige Frau des Gemeindcdieners Post im 
Dorfe Torna bei Jessen gestorben war, ging 
deren 34jährige, unverheiratete Tochter nach 
Kemberg, um dort einen Sarg zu bestellen. 
Nachdem sie zurückgekehrt, legte sie sich zur Ruhe 
und wurde am Morgen tot im Bette gefunden. 
Ein Herzschlag hatte ihr Leben geendet, und 
Mutter und Tochter kommen nun in ein gemein 
sames Grab. 
Durch einen Bubenstreich wnrdedie Bürger 
schaft von Bacharach in der Nacht zum 10. d. 
in nicht geringen Schrecken versetzt. Der Rhein 
aufgang tvird durch Böllerschüsse von Ort zu 
Ort stromabwärts gemeldet; auch werden zeitig 
seitens der Strombauverwaltung und der Städten 
und Ortschaften Wachen ausgestellt, um bei Ge 
fahr, namentlich nachts, die Nheinanwohner zu 
benachrichtigen. Auch in Bacharach wurde in 
dieser Beziehung nichts versäumt, die Böller lagen 
geladen zum Abschießen schon mehrere Wochen 
bereit. Da der Rhein jetzt in der Mitte eisfrei 
geworden ist, schien jede Gefahr beseitigt. 
Plötzlich wurde in der bezeichneten Nacht gegen 
5 Uhr ein Böller unter dem Eisenbahndurchgang 
an der Krancrstraße abgefeuert. Alles eilte aus 
den Betten, warf sich in die Kleider und lief an 
den Rhein. In dem gcgcnübcrlicgcndcn Orte 
Lorchhausen ging cs nicht minder lebhaft zu und 
in Caub weckte man bald die Bewohner durch 
Böllerschüsse. Wie man cs fertig gebracht hat, 
die Böller in der Nähe der ausgestellten Wacht- 
mannschaft abzuschießen, ist noch nicht aufgeklärt. 
Selbstmord eines Einjährig-Freiwilli 
gen. In Graz hat sich der Einjahrig-Freiwillige 
Thomas Schöberl vom 7. Infanterie-Regiment, 
der Sohn eines geachteten Kanfmanncs, er 
schossen. Er soll auf eine beleidigende Acnße- 
rung eines Zivilisten nicht reagiert und sich 
dadurch die Aussicht auf die Offiziers-Charge 
verscherzt haben. 
Ter Dammbruch des Moravicza-Kanals 
(Ungarn) wurde von der Bevölkerung von Mar- i 
gita verschuldet, indem die Leute den links-! 
nferigcn Damm aufrissen, um das Wasser von i 
der eigenen Gemarkung fern zu halten. Am i 
Pfister Hayes verneigte sich stumm; aber 
Hugo las in seinen Zügen, daß er seine Erklä 
rung für eine Lüge hielt. Er biß die Zähne zu- 
sanuneu und drückte sich in eine Ecke, im stillen 
bewundernd, wie sorglich und geschickt Pierre 
point Hayes seine Frau zu bemhigen wußte, 
ohne ein Wort dabei zu verlieren. Als der Zug 
in die nächste Station einlief, sagte Hayes zu 
Hugo: „Wenn Sie einige Rücksicht auf den 
Ruf meiner Frau nehmen wollen, so rate ich 
Ihnen, jetzt auszusteigen und nach Mackenzie so 
schnell und unbeachtet als möglich zurückzukehren. 
Sie können dort verbreiten, ich sei wegen einer 
Erbschaftsangelegenheit plötzlich abgerufen und 
vnge dann mit meiner Frau nach Cruxwold 
zurück." 
Hugo that schweigend, wie ihm geboten. 
Hayes ließ Hilda in London einige Stunden 
ausruhen. So geschah es, daß das Ehepaar in 
Cruxwold ankam, als schon die Laternen auf 
dem Bahnhof brannten. Da Hayes in seinen: 
Elend nicht daran gedacht hattet die Dienerschaft 
von seiner Ankunft zu benachrichtigen, so er 
wartete ihn kein Wagen und er benutzte gern 
ein Gefährt ans dem Dorf, das leer vom Bahn 
hof dahin zurückkehrte. 
Während sie durch das Dorf fuhren und in 
das Parkthor lenkten, schien Hilda aus ihrer 
bis dahin gezeigten Apathie zu erwachen. Sie 
rang plötzlich die Hände und schluchzte: „Warum 
hast du mich nicht gehen lassen? Warum 
willst du mich durchaus in das alte Elend zurück- 
banuen ?" 
„Warum?" wiederholte Hayes bitter, 
„warum? Weil die Schande, die du über dich 
durch deine Flucht brachtest, dir das Herz ge 
brochen haben würde. Weil, so oft du von Be 
kannten gekränkt worden wärst, du die ganze 
Schmach noch einmal durchlebt haben würdest." 
„Schmach?" wiederholte sie befremdet; doch 
er ignorierte ihre Unterbrechung und fuhr mit 
einem tiefen Seufzer fort: „Ich will dich nicht 
in deinem Elend festhalten. Du sollst frei 
werden, aber ohne einen Makel auf deinem 
jungen Leben." 
Nur allmählich verstand sie den vollen Sinn 
seiner Worte und nicht, ehe sie vor dem Schloß 
hielten. Es brannte nur ein schwaches Licht 
in der Halle, als Wilberforx auf das Klingeln 
öffnete und voller Ueberraschnng seine Herrschaft 
erkannte. 
„Vor allen Dingen einen geheizten Raum 
für Mistreß Hayes; sie ist schwach von der 
langen Fahrt und der Kälte," befahl Pierre 
point der herbeieilenden Haushälterin. 
„Das blaue Zimnicr ist warm," versetzte 
Mistreß Westedging, „Pfiß Fisher hält sich meist 
dort auf." 
„So will ich meine Frau sofort dahin 
führen, leuchten Sie, Wilberforx und Sic, Mistreß 
Westedging, sorgen Sie für etwas Warmes zu 
essen." 
Wilberforx ging mit der Lampe voraus. 
„Befindet sich Pfiß Fisher zu Hause?" ftagte 
Mister Hayes." 
„Ich weiß es nicht; sie pflegt um diese 
Stunde hier zu sein, hat aber noch nicht nach 
Licht geklingelt." 
„So klopfen Sie an und melden Sie unsere 
Ankunft." 
Miß Fisher war im Zimmer. Sie öffnete 
sofort die Thür auf das Klopfen und rief: „Es 
ist gut, daß Sie Licht bringen; soeben wollte 
ich . . ." Sie vollendete ihre Rede nicht, son 
dern schwankte einige Schritte zurück, indem ihre 
Blicke auf Mister und Mistreß Hayes fielen, die 
auf der Schwelle standen. 
„Ich hätte es ahnen können," stieß Pierre 
point mühsam hervor, während er Hilda auf 
einen bequemen Stuhl niederließ. 
Jetzt trat Miß Fisher vor; ein lautes, bos 
haftes Lachen verzerrte ihre Züge, indem sic 
rief: „Schachmatt! Ich wußte, daß es einmal 
so enden mußte; indes ich bin zufrieden, daß 
es so lange gedauert hat. 
Pierrepoint wandte sich an Hilda. „Dies 
Weib ist Alice Mostyn, deren Ermordung du 
mich schuldig glaubtest." 
Hilda sah ihrem Gatten starr ins Antlitz, 
bis wieder das boshafte Lachen an ihre Ohren 
schallte, und sie hörte, wie Alice Mostyn sagte: 
„Bitte, Pierrcpoint, sei so gütig, die Welt kennt 
mich als Amabel Mostyn." 
Pierrcpoint hörte die Bemerkung nicht, son 
dern sprach mit furchtbarem Ernst: „Also du 
lebst, und in der Boshaftigkeit deines Herzens 
hast du gelitten, daß ich ein armes, unschuldiges 
Wesen in trostloses Elend gestürzt habe? Es 
ist dir ähnlich, Alice." 
„Ja, ich bin eine ganz unbarmherzige, teuf 
lische Kreatur; es liegt indes dies einmal in 
meiner Natur, teurer Pierrepoint." 
Hayes wandte sich wieder an Hilda. „Du 
kennst mein Verhältnis zu dieser Dame?" 
Die einfache Frage rief die Vergangenheit 
vor Hildas ^cele zurück. „O Gott!" murmelie 
sie vor sich hin, „jetzt wird mir alles klar, der 
Brief, der Ring, jenes Zcitungsinserat — wie 
grausam! O wie grausam!" 
„Was für ein Ring?" forschte Hayes. 
Hilda erzählte mit gebrochener Stimme, wie 
Pfiß Fisher ihr ein Zcitnngsblatt mit erneuten 
Verleumdungen gegen ihn in die Hände gespielt 
und cs dann veranstaltet habe, daß der darin 
beschriebene Ring von den Mägden im Drachen- 
zimmer gefunden sei. 
Pfiß Mostyn fiel ein; „Genug, Mistreß 
Hayes, ich bekenne, daß ich verspielt habe. Die 
Flitterwochen könnten ja nun ihren Anfang 
nehmen. Ach nein, ich vergaß, es stehen noch 
zwei andere Leute im Wege. Haha. Wie ist es 
mit dem hübschen jungen Mackenzie und mit der 
interessanten Pfistrcß Manntjoy? .Haha!" 
„Weib!" schrie Hayes, fast sinnlos vor Wut, 
„geh, ich sage dir, geh!" Und er schlug die 
Thür zurück und wies sie gebieterisch hinaus. 
Alice senkte die Augen unter seinem zornigen 
Blick und entfernte sich schnell. Hayes klingelte 
nach Pfistrcß Westedging. „Wir haben einige 
peinliche Entdeckungen über Pfiß Fiiher geniachl," 
redete er die alte Frau an, „cs war zu viel für 
Mistreß Hayes' Nerven; sorgen Sic, daß ihr 
Schlafgemach bald in Ordnung kommt, und seien 
Sie Pfistrcß beim Auskleiden und Ankleiden be 
hilflich, bis morgen Mattie eintrifft." 
@t r, (Fortsetzn»» folgt.»
	        

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