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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1897, VI. Jahrgang, Nr. 3-52 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

fullscreen: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1897, VI. Jahrgang, Nr. 3-52 (Public Domain)

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Monografie

Titel:
Gedenkblätter zum 150jährigen Jubiläum der königlichen Garnisonkirche zu Berlin : den 2. Juni 1872
Erschienen:
Berlin: Wiegandt und Grieben, 1872
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2013
Umfang:
47 S.
Schlagworte:
Garnisonkirche Berlin ; Garnisonkirche ; Online-Publikation
Berlin:
B 361 Bildende Kunst: Sakralbauten
Dewey-Dezimalklassifikation:
900 Geschichte
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-11326004
Sammlung:
Berliner Orte, Architektur, Stadtentwicklung, Wohnen
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Haus Berliner Stadtbibliothek
Signatur:
B 361 Gar B 2
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

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  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1897, VI. Jahrgang, Nr. 3-52 (Public Domain)
  • Nr. 3, 17. Januar 1897
  • Nr. 4, [24. Januar] 1897
  • Nr. 5, 31. Januar 1897
  • Nr. 7, 14. Februar 1897
  • Nr. 8, 21. Februar 1897
  • Nr. 9, 28. Februar 1897
  • Nr. 10, 7. März 1897
  • Nr. 11, 14. März 1897
  • Nr. 12, 21. März 1897
  • Nr. 13, 28. März 1897
  • Nr. 14, 4. April 1897
  • Nr. 15, 11. April 1897
  • Nr. 16, 18. April 1897
  • Nr. 17, 25. April 1897
  • Nr. 18, 2. Mai 1897
  • Nr. 19, 9. Mai 1897
  • Nr. 20, 16. Mai 1897
  • Nr. 21, 23. Mai 1897
  • Nr. 22, 30. Mai 1897
  • Nr. 23, 6. Juni 1897
  • Nr. 24, 13. Juni 1897
  • Nr. 25, 20. Juni 1897
  • Nr. 26, 27. Juni 1897
  • Nr. 27, 4. Juli 1897
  • Nr. 28, 11. Juli 1897
  • Nr. 29, 18. Juli 1897
  • Nr. 30, 25. Juli 1897
  • Nr. 31, 1. August 1897
  • Nr. 32, 8. August 1897
  • Nr. 33, 15. August 1897
  • Nr. 34, 22. August 1897
  • Nr. 35, 29. August 1897
  • Nr. 36, 5. September 1897
  • Nr. 37, 12. September 1897
  • Nr. 38, 19. September 1897
  • Nr. 39, 26. September 1897
  • Nr. 40, 3. Oktober 1897
  • Nr. 41, 10. Oktober 1897
  • Nr. 42, 17. Oktober 1897
  • Nr. 43, 24. Oktober 1897
  • Nr. 44, 31. Oktober 1897
  • Nr. 45, 7. November 1897
  • Nr. 46, 14. November 1897
  • Nr. 47, 21. November 1897
  • Nr. 48, 28. November 1897
  • Nr. 49, 5. Dezember 1897
  • Nr. 50, 12. Dezember 1897
  • Nr. 51, 19. Dezember 1897
  • Nr. 52, 26. Dezember 1897
  • Farbkarte

Volltext

Nr. 46. 
Verliner Illustrirte Zeitung. 
der Blick der blonden Marie, der sich darin eingrub 
und daraus widerspiegelte. 
So gingen die Jahre schnell dahin, die Lehrzeit 
war voruͤber, und der Zukunftstraum des zerlumpten, 
braunen Jungen war in der, Erscheinung des frischen, 
ecken Gesellen zur Wahrheit geworden; er war nun 
fxei und selbstständig, verdiente ein schönes Stüd 
Beld und konnte jederzeit heirathen, wenn es darauf 
ankam — das Letztere hielt er seiner hübschen 
Hausgenossin besonders häufig vor. 
Seine kaum vollendeten neunzehn Sommer 
schienen ihm kein Hinderniß dagegen, Kund auch in 
ihren sechzehn lag kein solches, waren sie doch Beide 
weit über ihr Alter hinaus entwickelt und erschienen 
in ihrer Kraft und Fülle um ein halb Dutzend 
Jahre voraus. 
Der, junge Conter, war zum Manne gereift; 
seine hohe Gestalt, die breite Brust, der kecke, swarze 
Schnurrbaxt ließen ihn ganz dafür gelten, und seine 
physische Kraft erwärb ihim das Ansehen eines 
solchen auch bei den rohesten seiner Handwerks- 
genossen. 
Die blonde Marie aber zeigte bei aller Lieblichkei 
und Keuschheit der Züge und des Wesens bereits 
die schwellenden Formen der Frau: frauenhaft 
waren die ruhigen Bewegungen ihrer schlanken und 
doch vollen Gestalt und frauenhaft die gleichmäßige, 
milde Freundlichkeit ihres Benehmens, das so ganz 
von der schnippisch— frechen Art ihrer Alters- 
genossinnen abstach. 
Sie galten Beide allgemein für ein Brautpaar 
und sahen sich auch selber als solches an, wenngleich 
von keinem Verspruch oder Verlöbniß, ja kaum von 
Liebe zwischen ihnen die Rede gewesen bisher. 
Als aber der alte Stelz einmal im Scherz ge— 
äüußert, da Wilhelm ein Handwerk gelernt, so müsse 
er zum Schwiegersohn Einen haben, der das 
Lumpengeschäft übernehme, und den schwarzen Albert 
dabei listig anblinzelte, hatte dieser ohne Besinnen 
die stumme Frage bejaht: 
„Copp, Vater — und wenn ich Sand karren 
sollie mein Leben lang, aber die Marie laß ich 
keinem Anderen!“ — 
Und das war ihnen genug gewesen — sie hatten 
Beide in ihrer Einfachheit uünd Ursprünglichkeit 
keine schönen Worte und überschwänglichen Phrasen: 
Das Mädchen hatte ihm nur stumm die Hand 
gedrückt mit einem leuchtenden Blick, und ihm war 
dabei eine alte, wunderbare Erinnerung aufgestiegen: 
die Geschichte der Rahel, um welche ihr 
sieben Jahr geworben und abermals sieben Jahr in 
Knechtschaft und Erniedrigung, die ihm aber ver— 
gangen, wie ebenso viel Tage — und, er fühlte die 
gleiche Fähigkeit; „so lieb hatte er sie!“ 
In das Idyll seines Lebens aber fiel ein ver— 
nichtender Schlag — die eeen welche alle 
Luftschlösser zerstörte und alle Bilder einer schönen 
Zukunft in weite Fernen schob. 
Zum Frühjahr hatten er und Wilhelm die Ge— 
stellüngsordre erhalten, und Beide mußten, derselben 
Folge leisten, wenn freilich mit ganz verschiedenen 
Wünschen und Gefühlen. 
Den Hut und die Brust mit bunten Bändern 
zeschmückt, ging dieser dem Musterungstermin ent— 
Jegen und taumelte mit gleichgesinnten Genossen von 
Kueipe zu Kneipe, als er nun wirklich das große 
doos gezogen, das heißt von der Ersatzkommussion 
für tauglich befunden war. 
Schreiend und johlend machten sie ihrem Ueber— 
muth Luft, und ihre gröhlenden Stimmen schienen 
nur den einen Refrain zu kennen:, 
„Ha, welche Lust Soldat zu sein!“ 
Fortsetzung folat.) 
Zeit einem Vierteljahr war der Polizei-Präsident 
iuf seinem Posten und fast ebenso lange empfing er 
nit Akten, Gesuchen, Bittschriften ein Briefchen, 
das in unermüdlicher Wiederholung immer den 
leichen Inhalt trug 
Anfangs nahm' er keine Notiz von dem Brief. 
kines Morgens las er ihn. Der knappe, klare 
Inhalt is durchaus nicht auf Geistesgestörtheit 
chließen. )er Schreiber erklärte sich selbst natürlich 
ür völlig gesund. Die Schuld an seinem Aufent⸗ 
jalt in dieser Anstalt, für hochgradig Nervöse und 
ür geistig Defekte schob er sa Stiefbruder, 
einem einzigen Erben zu, der in der Reichshaupt⸗ 
tadt als Beamter lebe und sich um eine schöne junge 
ittwe bewarb, die er, Lebrecht Richter, seit Jahr⸗ 
ehnten liebe. Dann sprach er über sein AÄlter, 
eine Gewohnheiten aus früheren Tagen, von seinem 
chriftstellerischen Beruf mit ruhiger Ueberlegenheit. 
Im Allgemeinen, nicht um seinetwillen, sondern im 
znteresse der leidenden Nächsten, fügte er hinzu, der 
derr Polizei⸗-Präsident möge ein gutes Werk thun, 
ndem er der Irrenrechtspflege einige Aufmerksam⸗ 
eit schenke. Verschiedene Uebergriffe in verschiedenen 
Unstalten haben in den letzten Jahren bewiesen, daß 
ine gründliche Reform auf diesem Gebiet durchaus 
vünschenswerth sei. 
Der Polizei-Präsident las den Brief noch einmal 
ind zog zunter der Hand“ Erkundigungen über den 
Schriftsteller Lebrecht Richter ein. Alles, was er 
rfahren konnte, sprach zu seinen Gunsten. Es 
chien annehmbar, daß dieser Unglückliche das Opfer 
rgend einer Ränkesucht sei. Auf den dirigirenden 
rzt der Privatanstalt konnte nicht der geringste 
Kerdacht fallen — ihm waren, muthmaßlich die 
Hründe gänzlich unbekannt, die bestinmniend ge— 
vesen waren, den Mann in die Anstalt zu schicken. 
An einem der nächsten Tage begab er sich in 
die Anstalt. 
Der Direktor empfing ihn sehr zuvorkommend. 
Er verhehlte schwer seine Ueberraschung über den 
inangemeldeten Besuch .. . er entschüldigte sich, 
volle nur etwas Ordnung schaffen lassen, bevor 
»er ihn ehrende Gast den Rundgang antrete. 
Der Polizei-Präsident wehrte höflich, aber ent— 
chieden ab. „Ich komme in einer so eigenthüm— 
ichen Angelegenheit, daß ich lieber jede Inter— 
»ention Dritter vermeiden möchte ...Befindet 
ich hier ein gewisser Lebrecht Richter, Doktor der 
Lhilologie und Schriftsteller?“ 
„Jawohl.“ 
„Wie — wie henimmt er sich?“ — 
„Verständig. Er ist ein sogenannter „vernünf— 
iger Irrer“. Das klingt sonderlich, doch ist die 
Bezeichnung angebracht. Wenn Alle wären, wie 
x, so hätten wir wahrlich kleine Arbeit.“ 
„Wie zeigt sich denn sein Wahnsinn? Hat er 
rgend einen ausgesprochenen Charakter?“ — 
„Eben nicht. Richter ist ein vorzüglicher 
Lauseur, kann überhaupt über Alles sprechen und 
jat ein sicheres Auftreten, vornehmes, elegantes 
Wesen. Ein Laie bemerkt nicht die leichteste Ge— 
ankenstörung.“ 
„Also, Sie meinen, er sei irre, ohne es zu 
scheinen ꝰ 
Der Direktor umging die Antwort, er ver⸗ 
schanzte sich hinter gelehrten Auseinandersetzungen, 
sprach von Genie und Wahnsinn, aber in Termen, 
die der Polizei-Präsident nicht verstand. —* 
Endlich bat er, Herrn Richter sprechen zu dürfen. 
Der Direktor begleitete ihn. Ein Herr, etwa in 
den Jahren des Polizei-Präsidenten, kam ihnen ent— 
zegen. Ein Vierziger mit leicht ergrautem, einst 
zielleicht blondem, weichem Haar, regelmäßigen Ge— 
ichtszügen, blauen, lebhaften Augen. In seinen 
MAugen lag nichts Träumerisches, Nachdenksames, 
eher etwas klug Berechnendes, Geistvolles. Er bat 
um Entschuldigung, die Herren nur in einem be— 
cheidenen Zimmer begrüßen zu können. Nach 
inigen konventionellen Redensarten bat er den 
Direktor, ihn gütigst einige Minuten mit dem 
bolizei-Präsidenten allein zu lassen. 
Sie blieben allein. 
Richter ward sofort ein Anderer. Seine feier— 
iche Miene machte einem jovialen, heiteren Gesichts— 
uusdruck Platz. 
„Wie soll ich Ihnen danken, Herr Polizei— 
Lräsident, daß Sie mir diese große Gefälligkeit, 
ieses Opfer bringen? Ihr Kommen allein re— 
jabilitirt mich.“ VDiese letzten Worte sprach er mit 
ewegter, zitternder Stimme, ohne in den 
weinerlich klagenden Ton zu verfallen, den Kranke 
d leicht annehmen . .. „Begreifen Sie, Herr 
bolizei⸗ Präsident, das Gefühl, das mich be⸗ 
vegt, seit dem Tage, da ich hier cernirt ward, 
ielleicht erfüllt sich nun mein Hoffen! Aber 
zhre Zeit ist kostbar, ich werde Ihnen, wenn Sie 
Inhgü in Umrissen die nöthigen Aufklärungen 
zeben.“ 
Er sprach mit nicht zu verkennendem rethorischen 
Lalent. Aus einem Schubfach kramte er Briefe und 
en etr dewet übersah die Blätter, machte 
inige flüchtige Erzepte und, theilte sie dem Polizei— 
ʒräsidenten mit. Ohne aufdringlich oder eitel zu 
cheinen, wußte er doch eine gesuͤchte Bescheidenheit 
n's rechte Licht zu stellen. 
Der Polizei-Präsident saß in der Nähe des 
Fensters in einem Lehnsessel, Lebrecht Richter stand 
sinter dem Tisch, die eine Hand beim Sprechen 
eicht hebend, mit der anderen die Briefschaften 
jaältend. Er machte den Eindruck eines gesunden, 
»on dem Thema, das er gerade behandelie, völlig 
zingerissenen Menschen. J 
Nach einer halben Stunde stand der Polizei— 
Kräsident auf, stteckte ihm die Hand hin und sagte: 
Ich freue mich wirklich, Sie persönlich kennen ge— 
ernt zu haben. Verlassen Sie sich auf mich.“ 
Richter machte eine tadellose Verbeugung. Dann 
ab er sich einen Ruck und sah den Polizei— 
Gräsidenten verschmitzt, halb freundlich, halb boshaft 
n und sagte langsam, jedes Wort betonend: „Herr 
bolizei-Praͤsident, noch ein Wort ... Habe ich mich 
virklich so verändert, ist kein Zug meines jungen 
Hesichtes geblieben? Allerdings ist es lauge her 
ind unsere Wege sind dann auseinandergegangen; 
iher ich habe ein — ohne Selbstverherrlichung — 
hänomengales Gedächtniß. Erinnern Sie sich nicht 
hres Schulgefährten? Erst waren wir in der 
Horschule zusammen, nachher auf dem Gymnasium, 
iis meine Eltern in die Provinz, in die Wasser— 
olackei versetzt wurden. Erinnern Sie sich wohl.. 
ch trug immer einen sonderbaren Havelock, — heute 
agt man Hohenzollernmantel. Jeder Gymnäfiast 
rägt seinen Hohenzollernmantel. Damals war ich der 
fFinzige .. er hatte braun- und gelbkarrirtes Unter— 
utter. Braun- und gelbkarrirt, wie ein Schach— 
rett. Ich war nicht wenig stolz auf meinein 
davelock. Aber alle meine Mitschüler lachten mich aus 
ind bespöttelten besonders das Schachbrettfuͤtter. 
Mir ist so, Herr Polizei-Präsident, als hätten wir 
beide uns einmal gehörig geohtfeigt wegen des 
erlichen Schachbretts, das meinen Körper be— 
deckte ..“ 
Richter ward plötzlich von herzlicher Heiterkeit 
rgriffen. Er schüttelte sich förnrlich vor Laͤchen, in 
Frinnerung an das gelb- und braunkarrirte Futter. 
Und die kleine Episode hatte sich thatsächlich so zu— 
zetragen. Der Polizei-Präsident erinnerte sich nun 
iuch ganz genau daran und lachte mit. 
„Aber warum haben Sie mich nicht in Ihren 
Briefen daran erinnert?“ 
Richter nahm wieder seine ernste Miene an. 
„Nein,“ sagte er bescheiden, „solcher Mittel 
würde ich mich nie bedient haben. Ich weiß, Herr 
Polizei⸗Präsident, daß Sie sich weder durch Miß— 
rauen, noch, durch Voreingenommenheit zu einem 
Schritt verleiten lassen; die Saiten‘ Ihrer Seele 
önen für Bekannte und Unbekannte.“ 
Diese feine Antwort that dem Polizei-Präsidenten 
ingemein wohl. Er versprach noch einmal, sich 
einer annehmen zu wollen. Richter begleitele ihn 
mit dem Direktor zum Wagen. 
„Möglicherweise werde ich Sie schon morgen 
rsuchen, Hexrrn Doktor Richter zuentlassen,“ sagte 
der Polizei⸗Präsident zu dem Direktor. 
Dieser verneigte sich schweigend. ien zuckte 
aum sichtbar mit den Schuͤltern. Sein Benehmen 
hatte sich etwas geändert. Seine Lebhaftigteit hatte 
inem sinnenden Ernst, seine heitere Freündlichkeit 
iner kühlen Abgeschlossenheit weichen müffen. 
Richter öffneke den Wagenschlag. Der Direktor 
tand in einiger Entfernung und verneigte sich 
pieder. In dem Augenblick, da der, Polizei— 
bräsident den linken Fuß in den Wagen setzte, kraf 
hn ein derber Fußtritt. Er sah sich erschrocken 
im . . seine Augen begegneten dem irren Blicke 
— — 
ine abscheuliche Grimasse schnitten. Zwischen den 
Zzähnen zischte der Wahnsinnige: „Endlich, endlich 
st der günstige Augenblick da, auf den ich so lange 
ehofft habe!“ Da hab' ich Dich erwischt, wie Du 
iber neinen schönen Havelock lachtest, mein schönes 
Schachbrettfutter, mein Havelock!““ 
Sein Jugenoͤgefährte. 
Skizze von N. Wigger. 
f welche Weise Lebrecht Richter den Brief 
ingehindert aus der Austalt herausbe 
fördern kounte, war dem Polizei-Präsiden— 
ten ein Räthsel. Er mußte jedenfalls 
unter den Waärtern eine ihm besonders 
geneigte Person haben; denn daß der Direktor oder einer 
der Aerzte auch nur im Entferntesten eine — 
don der Abfafsung und Absendung dieser Evistel 
hatte, war ausgeschlossen. 
* 6 A6 a Jetzt bei allen Postanstalten zu abonniren. 
c — — —— 
MHMerinex Abendposßß· 
— mwit dem IUnterhaltungsblatt: Deutsches Heim“. 2 Pfsg. fũr Nonat Dezember. 
9 
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