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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1895, IV. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1895, IV. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

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Monografie

Verfasser:
Glaßbrenner, Adolf
Titel:
Pritsche und Knute : Carnevals-Albumchen für 1851 / der Öffentlichkeit preisgegeben von Adolf Brennglas
Erschienen:
Berlin: Simion, 1851
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2013
Umfang:
98 S.
Schlagworte:
Einzelne Dichter
Berlin:
B 322 Literatur: Einzelne Dichter
Dewey-Dezimalklassifikation:
830 Deutsche Literatur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-7977241
Sammlung:
Berliner Dialekt, Literatur, Literarisches Leben
Allgemeine Landeskunde, Natur, Umwelt
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Haus Berliner Stadtbibliothek
Signatur:
B 322 Glass 18a
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
Narren-Kammer

Kapitel

Titel:
Thronrede Seiner Majestät des Narren-Königs

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  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1895, IV. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Nummer 1
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  • Nummer 48
  • Nummer 49
  • Nummer 50
  • Nummer 51
  • Nummer 52
  • Farbkarte

Volltext

11 
zestrichenes, in einen Knoten geschlungenes Haar, Früh Morgens 4 Uhr traf ich in Hildesheim ein 
jft mit einem eingeschobenen Kamm verziert. ind suchte mir sofort den schwarzen Bären. Aber 
Im Allgemeinen sind die Eingeborenen sehr ꝛine Thore waren noch verschlossen und ich mußte 
höflich und liebenswürdig, die Bettlerplage ist hier othgedrungen einen Spaziergang unternehmen, bis 
zricht so stark wie in Aden und Port Said. h endlich gegen 8 Uhr Einlaß fand. Der herrliche 
Ich bin fest überzeugt, daß jeder Reisende Colombo zommermorgen und die wirklich schönen, alterthüni⸗ 
oder überhaupt Ceylon nur mit einem Gefühl der chen Häuser der Stadt hatten meine, frohe Laune 
Befriedigung verläßt; fürwahr, ein so reizendes und ur uoch gehoben und ein gutes Frühstück, welches 
ruchtbares Stückchen, Erde findet er nicht oft, in der h verzehrte, brachte mich erst in die richtige Stim— 
Welt, so weit er, auch reisen mag, Leider stach urnser gung. Dennoch fand üch erst gegen 9 Uhr den 
„Prinz Heinrich“ noch an demselben Tage, wo wir Nuth, nach dem Herrn Direktor W. zu fragen, und 
Feylon und vor allem Colombo und Umgegend einen fuhr zu meinem Schrecken, daß der Herr zwar 
Hesuch abstatteten, wieder in See; gern hätten wir ier gewohnt habe, jetzt aber im Volksgarten logire, 
uns hier noch länger aufgehalten. Noch will ich osesbst er wohl zum kommenden een beim 
erwähnen, daß wir die Leiche jenes jungen Mannes, oltsfest spielen werde. Das Wort Volksfest hatte 
welcher zwischen Neupel und Port Said beim Baden un in meinen Ohren eine sehr bedenkliche Aehn— 
zrtrank, hier in Colombo den telegraphisch ver— chkeit mit Schützenplatz und eine leise Gänsehaut 
tändigten, tiefbetrübten Eltern übergaben; eine berlief mich; denn wenn ich an die Herren Kol— 
Deputation der Schiffsmannschaft unter Führung egen dachte, welche ich Pfingsten vorher in Weißen⸗ 
eines Iffiziers nahm theil an der vom Schiff aus e in den heißen Zelten sitzen und von früh bis 
ofort erfolgenden Beisetzung. bends die noch bedauernswertheren Klaviere be— 
Fortsetzung folgt.) rbeiten sah und e so war das fur mich gerade 
eine schoͤne Ausficht. Aber, es konnte ja auch 
5 * 33 pr Aewe gnd dium 
SZaal. Kurz, i ieß meinen Muth nicht sinken 
Anser Preisausschreiben. ind suchte 'mir das Reftaurant zuin Volksgarten 
— - uuf. Dort, wurde mir auf meine, Nachfrage auch 
VII. hobe Fipe zu Iehaden —A— 
W — endt vor Augen zu bekommen. r, erschien bar— 
F uß in Filzpantoffeln; zerrissene Hose, dito Rock 
freud und id 1 einer „Schmiere ‚ollendeten seine Toileite. Weste fehlte. Gielleicht 
in Westphälinger-Westfehlinger.) Er stellte mich 
uch gleich seiner Frau Gemahlin vor, welche als 
pürdiges Gegenstück in einem ebenso schmutzigen 
die defekten Neglige im Garten saß und mich zu 
iner Tasse Kaffee einlud, die ich aber angesichts 
ieses feierlichen Empfangs ausschlug, Daraus 
uͤhrte mich der Herr Direktor zu der Gesellschaft 
estehend aus einem Komiker, einer Dame und zwei 
ehrunädchen. Meine gründlich verdorbene Laune 
cheiterte sich etwas, als ich in dem Komiker einen 
zerrn wiedererkannte, den ich bereits in Berlin 
ennen zu lernen das Vergnügen hatte. Es war 
in Trost für mich, wenigstens einen anständigen 
Nenschen um mich zu haben, denn das war der 
domiker, und wir schlossen auch schon am ersten 
age sestere 
irt weibliche Theil der Gesellschaft — davon 
päter. 
Daß die Vorstellung erst Sonntag stattfinden 
ollte, war mir nicht unlieb, denn da konnte ich 
urch zwei Proben, welche am Tage meiner An— 
unft, Freitag und Tege darauf abgehalten wurden, 
ie Gesellschaft näher kennen lernen. 
Verhülle, o edle Muse des Gesanges, dein Haupt 
ind besonders die Ohren! Bei der Erinnerung an 
en durchlebten Kunstgenuß überläuft mich inmimer 
toch dieselbe Gänsehaut, wie an dem ersten Tage, 
enn ich war, wenn auch kein geübter Klavierspieler, 
och Musiker genug, uni das Grauenvolle ganz zu 
ee 
Der Komiker P. und ich waren bald fertig, denn 
r deklamirte mehr als er sang, weil er, wie er 
elbst einsah, zu wenig Stimme hatte; füllte seine 
Ztelle aber vollstäudig aus; denn sein Vortrag war 
ewandt und ansprechend und zeugte von lang— 
ihriger Thätigkeit in seinem Fache. Die Sängerin 
erl. K. war aüch bald mit dem Proben durch, denn 
e hatte Gehör und Stimme, wenn auch keine ge— 
chulte, und einen ganz netten Vortrag, der mir zwar 
twas sehr frei vorkam. 
Nun probte der Herr Direktor nebst Frau. Der 
eehrte Leser erlasse mir den Ohrenschmaus zu be— 
Hreiben; ich will nur etwas aus dem Vorleben 
ieser Herrschaften erwähnen, wonach sich auch der 
ninder Musikalische einen Begriff von diesen 
dünstlern zu machen vermag. Ein Jahr vorher 
atte der Herr Direktor in den Straßen Berlins 
nit weißem Sand gehandelt und hatte dabei die 
draft seiner Stimme erprobt. Später verfiel ex auf 
zreßkohlen „0 Pf. das ganze Hundert“. Dabei 
ernte er seine jetzige Frau kennen, welche in einem 
dohlenkeller diente und den Kunden die Preßkohlen 
„4 oder 5 Treppen in die Wohnung trug. Auch 
as verlangt guten Athem und bald hatte sich das 
dle Paar gefünden, das einem Phönix gleich gus 
er Tiefe des Kohlenkellers zur Höhe der Künstler 
uporsteigen wollte. Nachdem die Kohlen abge— 
huͤttelt waren, leisteten sich Beide allerdings erst 
uͤr eine fliegende Waffelkuchenbäckerei und später 
ne Schießbüde mit Bolzenbüchsen: wahrscheinlich 
im in ersterer sich die nöthige Wärme des Vortrags 
ud durch letztere eine hesondere Treffsicherheit des 
esanges anzueignen. Gleich nachdem wurde ein 
zewerbeschein gelöst und der Herr iee 
ehmer und Direktor einer Sängergesellschaft war 
rtig. Nun denke man sich von diesem Paare 
Nendelsohn's „Ich wollt', meine Liebe ergösse sich“ 
nit aller Lungenkraft, zusammengebissenen Zähnen 
ud schrecklichen, fast unmöglichen Kehltönen her— 
ntergeschrien und der geehrte Leser hat den richtigen 
Zegriff von 3 Künstlern. 
Mit dieser geuschatt hatte ih die Ehre, Sonn⸗ 
ags zu debütiren. onnabend schon erstand auf 
Verliner Zllustrirte Zeilung. 
imn der Ausdruck „Schmiere“, im Theater⸗ 
eben bekannt ist, wird sich weniger 
wundern als ich, der ich dazu kam, ohne 
e den Ausdruck und seine Bedeutung 
zekannt zu haben. 
Im Herbst des Jahres 1891 wurde ich vom 
Militär entlassen und kam unach Berlin, um hier 
nein Glück als Musiker zu suchen. JInstrumente, 
)eren ich so wie so wenig besessen, waren während 
der Diens zet, bald verkauft worden und so stieß ich 
dier auf zuͤnilich viel Schwierigkeiten. Da fiel mir 
n, daß ich ja auch Klavierspielen gelernt hatte, 
ind eines Tages versuchte ich mein Heil in einer 
— 
ang nach meinem Dasürhalten sehr gut und, nun 
vuchs auch der Muth in mir, mehr zu verdienen. 
Nachdem ich in mehreren Lneipen noch debütirt 
jatte, verschlug mich mein Schicksal eines Abends 
jach einem Lokat, „Zur Baubörse“ genannt, wo— 
elbst ich einen Kommer zu begleiten hatte. Mit 
Stolz löste ich meine Aufgabe und, der alte Kiel⸗ 
zurg, so hieß der Komiker, war sehr mit mir zu— 
srieden. Ob das aber für mich ein Lob war, kann 
ich heute noch nicht beurtheilen, denn Kielburg machte 
nif gute Begleitung keine Ansprüche und sang, 
venn er nur Töne hörte. Damals war ich stolz 
darauf. Besonders ein Agent für Theater und 
Konzerte, Herr W., bestärkte mich in meinem 
Blauben und beinahe wäre ich mit einer guten 
deipziger Sänger-Gesellschaft nach Rußland gereist, 
iber mein gütiges Geschick verhindertees — zum 
Blück der Gesellschaft und Rußlands — denn heut 
iach 4 Jahren, wo ich täglich in dem Fach weiter 
zearbeitei und erst etwas Routine bekommen habe, 
nerkte ich, wieviel mir zum gewandten Pianisten im 
Chantant noch fehlt. Ich schicke diese Zeilen vor— 
aus, damit der Leser einsehen kann, in welchent 
Maße ich zum „Kapellmeister einer Sängergesell⸗ 
ichuft“ paßte. 
Als ich eines Tages stolz wie ein Pfau auf 
schiefen Absätzen den Andreasplatz überschritt, lockte 
nich die Aufschrift im Schaufenster einer Kneipe 
Konzert⸗ und Theater-Agentur“. Muthig betrat 
ch das Lokal und befand mich auch gleich unter 
Künstlern. 
Da ich damals noch fast gar keinen Umgang mit 
zedentenderen Zeitgenossen gehabt hatte und mir“ der 
alte Kielburg immer noch als einzige Größe vor⸗ 
schwebte, so“ war ich erstaunt, sovi gute Kräfte“ 
»eisamnen zu finden. Alles, was da von hohen 
Bagen erzählt wurde, nahm ich für baare Münze. 
Man mußte mich aber kennen, denn ohne daß ich 
gefragt wurde, was ich sei, oder besser worin 
sch „urbeite“, legte mir der Wirth einen Kontratt 
dor niit 150 Mt. Monatsgage (davon 60 Mt. ab 
auf Kost und Logis, wofür der Herr Direktor zu 
orgen habey), dabei freie Reise 3. Klasse, wohin auch 
die Gesellschaft gehen möge, Unterzeichnet war der 
Kontrakt mit Wendt, Konzertuntexnehmer, 
bildesheim, Hotel zum schwarzen Bär— Ab⸗ 
Kise sofort. Das war für mich das rechte. Ohne 
Zögern, wurde unterschrieben, das Eintreffen des 
NReifegeldes wartete ich garnicht erst ab, der Herr 
Direktor konnte mix das, Getd ja bei meinem Ein⸗ 
creffen erstatten. Die nöthige Wäsche wurde schnell 
zepackt, die wichtigsten Noten und ein Anzug dazu 
fort ging's frohen Muthes auf meine 8 
ournee. 
Rr. 62. 
em freien Platz vor dem Gasthaus ein großes 
Jelt. Ein Karoussel war auch schon da und es 
ehlten nur noch die Würfelbuden und Wursthändler, 
velche sich denn Sonntag auch wirklich noch ein— 
anden. In dem Zelte war eine Bühne aufge— 
chlagen und meine Ahnung vom Schützenplatz hat 
ch aͤlso wirklich bestätigt. Punkt 4 Uhr ging der 
uͤmmel los. Ob nun das Klavier im Zelte oder 
je in dem dicht daneben stehenden Karoussel befind⸗ 
iche große Trommel, welche zu einem mächtigen 
eierkasten die Begleitung bildete, wirksamer hervor— 
raten, will ich dahingestellt sein lassen, 
Bei dieser Musik kamen auch die Stimmen der 
Ddireklion und der Lehrmädchen zur Geltung, nur 
ie Sängerin und der, Komiker drangen nicht so 
echt durch. Das Zelt füllte sich alsbald vollständig 
ind das Publikum, welches für diesen Tag seine 
derven zu Hause gelassen zu haben schien, war zu— 
rieden. Duͤrch die Fülle ünd die kolossale Hitze im 
selt wurde auch der Wirth zufrieden gestellt, der 
hr oft herumgehende Sammelteller erfreute die 
dixektion ungemein, der Komitker strengte sich nicht 
„iel an und hatte mehrere gute Freunde gefunden, 
zie ihn flott bewirtheten, und so war alles ver— 
mügt' bis Nachts 21/3 Uhr. Wenn auch die große 
krommel ihr Getöse um 11 Uhr einstellen niußte, 
a die dortige Polizeistunde dann dem Fnarte w 
znstrument Ruhe verschafft, so 7 es bei uns im 
jelt bis zu schon genannter Zeit flott weiter. Die 
„timmen waren zwar g überschrieen und 
otal heiser, aber dennoch wurde fortgesungen und so 
ange noch ein Gast im Zelt zu sehen war, wan— 
erte auch der Sammelteller immer noch einmal zu 
m. Enñdlich war Feierabend. So verdrießlich, 
bgespaunt und ermüdet wie diesen Tag bin ich 
ioch nie zur Ruhe gegangen und wenn mich nicht 
zer Gedanke getröstet hätte, daß wir den Tag dar— 
wuf nach Halle a. S. uͤbersiedelten und dort, wirk— 
ich im Lokal gespielt wurde, ich wäre wirklich diese 
Nächt noch nach Berlin zurückgekehrt. 
Am naͤchsten Morgen wurden in aller Frühe die 
Koffer und Reisekörbe nnt und nach der Bahn 
efördert. Die ganze Gesellschaft begab sich zu Fuß 
rach dem Bahuhof, wobei ich wieder, sehr nette 
Toilettenstudien an unseren Damen hätte machen 
nnen, wenn ich dazu aufgelegt gewesen wäre; aber 
ine leise Vorahnung sagte mir, daß der heutige 
Tag nicht gut hee —* „In Halle wird's 
lle“ hatten uns die Hildesheimer gesagt und sie 
chienen die Gabe des Prophezeiens zu besitzen. 
sdach einer mehrstündigen Fahrt in Halle ange— 
ommen, theilte der Herr Direktor seine Heerde wie 
dakob, als er dem Esau entgegenzog. Wir, männ— 
iches Personal gingen voran, um den Wirth zu be— 
chaftigen, damit die Damen ungesehen in die An— 
leideraäume des Lokals gelangen konnten, ohne erst 
»om Wirth in ihrer Reisetoilette bewundert zu 
verden. Glücklich langten wir Männer an. Mein 
Frstaunen wuchs, als ich die wirklich prachtvolle 
Finrichtung des C....-Theaters und Restaurants, 
enn kein geringeres war es, wo wir enggnt 
varen, erblickte, zu gleicher Zeit sank mein Muth 
ber wie das Thermometer zu Weihnachten. 
Was sollten wir hier, wo bereits eine größere 
Theater⸗Gefellschaft, Direktion Kleinschmidt, und 
ine Ballet⸗Gesellschaft, Direktion Cortini, engagirt 
varen? Das Räthsei löste sich dahin, daß wir 
vährend des Theaters und nach diesem bis 12 Uhr 
ür die Unterhaltung der Gäste zu sorgen hatten. 
Ich befand mich zuerst in dem Glauben, daß der 
Wirth, Herr G., seinen Hallensern im Theatersaal 
»en Olymp und im Gesellschaftssaal den Tartarus 
zorführen wollte, aber der gute Herr hatte sich 
elbst verrechnet und dachte eine gute Gesellschaft 
ngagirt zu haben. 
Zurch den Geschäftsführer des Etablissements 
vurden wir auch befragt, ob wir unser besonderes 
Tliche hätten, was der Herr Direktor auch gleich 
nit „Ja“ beantwortete. Darum gebeten, mußte er 
ingeflehen, daß er den Ausdruck Jarnicht verstand 
Wir waren nur befriedigt, daß der Wirth des 
Ftablissements so ruhig an unserem Tische aushielt 
ind wir glaubten die Damenwelt unserer Gesell 
chaft längst in Sicherheit, als auf, einmal ein Un— 
sücksbote in Gestalt eines benachbarten Cigarren— 
ändlers auftaucht und zu dem Wirth sagt: „Du, 
8. sieh Dir blos 'mo die vier Harfenjulen an, 
ie draußen in Deiner Passage in der Hausthür 
tehen, die könntest Du zum Ulk Deiner Gäste auch 
maͤl engagiren.“ Böses ahnend, stürzt, der Wirth 
us dem Lokal und der Herr Direktor hinterher, um 
nit Schrecken wahrzunehmen, daß es wirklich unsere 
Damen waren, welche in eine falsche Thür gerathen 
unnd nun rathlos auf der Straße weiterer Befehle 
arrten. Als Herr G. wiederkehrte, hörten der 
domiker und ich nur die Worte: „Ach, um Himmels-— 
villen, bin ich reingefallen!“ Mir brannte der Boden 
inter den Füßen, als hätte ich ein Verbrechen be— 
angen. Unser Komiker dagegen lachte, vor sich hin 
ind stellte an mich die Frage, ob ich schon einmal 
usgepfiffen wäre. Als ich ihm bedeutete, daß mir 
as Glück noch nicht widerfahren, ich mich aber, 
venn es passirte, schleunigst von dein Orte verduften 
vürde, stieg seine Heiterleit immer mehr und er
	        

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