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Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe LXII.1912 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe LXII.1912 (Public Domain)

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Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Monografie

Verfasser:
Krögen, Karl Heinrich
Titel:
Freye Bemerkungen über Berlin, Leipzig und Prag : Original und Kopie / [Karl Heinrich Krögen]
Erschienen:
[S.l.]: S.n., 1785
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2013
Umfang:
258 S.
Schlagworte:
Berlin in Urteil und Kritik. Selbst- und Fremdbild
Berlin:
B 235 Kulturgeschichte: Berlin in Urteil und Kritik. Selbst- und Fremdbild
Dewey-Dezimalklassifikation:
900 Geschichte
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-9238091
Sammlung:
Geschichte, Kulturgeschichte
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Haus Berliner Stadtbibliothek
Signatur:
B 235/61 b
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
Prag

Kapitel

Titel:
Thiergarten

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  • Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain)
  • Ausgabe LXII.1912 (Public Domain)
  • Titelblatt
  • Inhaltsverzeichnis
  • H. I-III
  • H. IV-VI
  • H. VII-IX
  • H. X-XII

Volltext

569 
Mahlke, Chinesische Dachformen. 
570 
dessen offene Seite nach außen gerichtet ist. Dieser Bogen, 
die Dachschweifung, ist also nicht entstanden dadurch, daß, 
wie es Ferguason und Hildebrand erklären, die Dachtraufe 
seitlich aufwärts herausgeholt worden ist; an der Traufe hat 
man nichts getan; der First vielmehr ist herausgeholt und 
höhergelegt, weil man für die langen Fronten eine größere 
Höhe brauchte. Diese zweigeschossigen Dächer übertrug man 
später auch auf Häuser geringerer Größe, selbst auf ganz 
kleine Bauten und hat die entzückendsten Formen gerade 
über so kleinem Grundriß erfunden und erdacht. 
Die Schönheit der geschweiften Flächen des Oberdaohes 
solcher mehrgeschossiger Dächer ist dann der Anlaß gewesen, 
diese Schweifung auch bei eingeschossigen Ziegeldächern 
anzuwenden. Da die Schweifung mm einmal gefunden war, 
so hat man sie ans Schönheitsrücksichten später auch da 
angewendet, wo sie konstruktiv nicht nötig war. 
Baltzer hat an einer Reihe guter Beispiele japanischer 
Architektur die Eigentümlichkeiten des Kragwerks näher er 
läutert (vgl. Zeitschrift für Bauwesen, Jahrgang 1905 S, 275 
bis 286). Er sagt darüber u. a.: „Das Kraggebälk . . . . 
bezweckt die Abstützung des . . . weit überhängendeh Daches 
gegen die Hauptsäulen des Baues; es besteht in der Anord 
nung eines über jeder Säule senkrecht zur Frontwand vor- 
gestreckten Kragholzes in mehrfacher "Wiederholung überein 
ander, dessen Ausladung in jeder folgen- 
den Reihe um gleichviel zunimmt und 
dessen vorderes Ende 
in der Regel jedesmal 
durch ein darüberge 
strecktes Sattelholz, das 
parallel der Hauptfront 
läuft, belastet wird.“ 
Dieses Kraggebälk ist 
ebenfalls chinesische Er 
findung. Was Baltzer 
über das japanische Kragwerk sagt, paßt deshalb im allgemeinen 
auch ebensogut für die chinesische Architektur. Ich brauche 
deshalb hierauf nicht näher einzugehen. Die Text-Abb. 66 
u. 67 geben eine Vorstellung von chinesischem Kraggebälk. 
Die größere Höhe des Oberdaches durch steilere Stellung 
einer ebenen Fläche zu erzielen, haben die Chinesen nicht 
unternommen. Die Schweifung ist ja auch viel schöner. 
Das Oberdach wird lebhafter; das starke, oft künstlich noch 
gesteigerte Relief der Dächer kommt erst zu rechter Wir 
kung, wenn die gerade Sparrenlinie einer gebogenen Platz 
macht; die Daohgrnppe wird durch den Gegensatz des unteren 
ebenen zum oberen geschweiften Dache ausdrucksvoller und 
anziehender. Wer hieran zweifelt, möge einmal alle hier 
beigegebenen mehrgeschossigen Dächer auf die Wirkung hin 
untersuchen, welche sie haben würden, wenn die obere 
Schweifung fehlte: der entzückende Reiz wäre dahin; sie 
würden unglaublich langweilig wirken. Es leuchtet ferner 
Zeitnobrift f. Bauwesen. Jahrg. LXU. 
ohne weiteres ein, daß eine Dachschweifung, bei welcher die 
Firatziegel sehr steil gestellt sind, die Geschwindigkeit der 
niedergehenden Wassemengen gegen die Traufe hin nur 
allmählich und unbedeutend, jedenfalls viel weniger ver 
langsamt, als Dächer, die nach Art unserer Mansard- oder 
Kuppelbildungen am First flacher eingedeckt sind als an 
der Traufe. Die von den Chinesen erdachte Schweifung 
der Dächer verwandelt stetig und allmählich die senkrechte 
Richtung der in der Dachmitte niedergehenden Regenmassen 
in eine mehr wagerechte. Die so flach auslaufenden Regen- 
reihen wirken an der Traufe bei starkem Regen wie Wasser 
speier, die das Wasser um so weiter vom Dache und vom 
Hause fortleiten, je stolzer das Dach gegen den First ansteigt, 
und je flacher der letzte Dachteil kurz vor der Traufe ge 
lagert ist. Der wellenförmige Querschnitt der Mönch- und 
Nonnendeckung begünstigt diese Wirkung: die ganze auf das 
Dach herunterfallende Wassermenge wird in einzelne stark© 
und schnell bewegte Wasserstrahlen zerlegt. Eine kräftige 
Wirkung dieser Art nebeneinander gereihter Wasserspeier ist 
besonders da angezeigt, wo es sich um aufgelöste Dächer, 
um mehrere Dachgeschosse übereinander handelt und wo das 
Herunterstürzen der Hauptregenmenge des oberen auf das 
untere Dach vermieden werden muß, damit nicht der untere 
Dachteil noch vor Beendigung der Regenzeit zerstört werde. 
Wie stark ohnehin der unmittelbar unter der Traufe des 
Oberdaches liegende Teil des Dnterdaches durch Trauftropfen 
angegriffen wird, zeigt Abb. 4 Bl. 47, wo gerade diese 
Stelle auf dem Dache durch üppigsten Pfianzenwuchs ge 
kennzeichnet ist, dessen Vorhandensein eine besonders stark© 
zeitweilige Befeuchtung des pflanzenüberwucherten Dachteils 
noch nach dem Regen von den Tropflippen der Trauf- 
nonnen vermuten läßt. 
Die fast wagerecht gerichteten Wasserstrahlen des ge 
schweiften Oberdaches treffen sofort nach dem Verlassen der 
Traufe die dem unteren Dach zufallende Regenmenge, die 
nun, da sie feiner gesiebt ist als die starken kräftig ge 
spienen Wasserstrahlen des Sch weif dach es, eine Ablenkung 
erfährt vom Hause fort, ehe sie das Dach berührt, die der 
Lebensdauer des Dnterdaches zu statten kommt. Ebene Ober 
dächer hätten entgegengesetzte Wirkung: ihre ganze Wasser 
last würde in dicken Strahlen ziemlich steil auf das ünter- 
dach poltern; eine schnelle Zerstörung der Dachhaut des 
letzteren würde die unausbleibliche Folge sein. 
In der Daohschweifung kommt also der Wunsch 
zum Ausdruck, ein möglichst hohes und schönes Dach 
darzustellen, welches gleichzeitig die praktische 
Forderung erfüllt, das Regenwasser unter möglich 
ster Schonung der ünterdächer kräftig abzuleiten. 
So paaren sich Schönheit und Zweckmäßigkeit in muster 
gültiger Weise an diesen Gebilden, deren Formen uns zunächst 
so eigenartig anmuten und deren Studium eine ungeahnte 
Ernte neuer Gedanken und neuer Gestalten zeitigt. 
Von den für diese Abhandlung verwendeten Lichtbildern 
verdanke ich einen größeren Teil der Güte des Herrn Marine 
oberstabsarztes Dr. Richter und der Herren Hoohbautechniker 
Amelung, Bieber, Rothkegel und Scholz. Ihnen allen danke ich 
für die Überlassung der Abbildungen, durch welche ich für die 
Behandlung meines Aufsatzes wesentliche Unterstützung fand. 
37
	        

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