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Städtebau (Public Domain) Ausgabe 20.1925 (Public Domain)

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fullscreen: Städtebau (Public Domain) Ausgabe 20.1925 (Public Domain)

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Periodical

Title:
Berliner Leben : Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Other titles:
Die Damen-Illustrierte
Die Frauen-Illustrierte
Publication:
Berlin: Oestergaard 1928
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Dates of Publication:
1.1898/99 - 31.1928,20
ZDB-ID:
2692447-X ZDB
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
DDC Group:
050 Zeitschriften, fortlaufende Sammelwerke
Collection:
Berlin Newspapers and Journals
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1901
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
DDC Group:
050 Zeitschriften, fortlaufende Sammelwerke
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-5303823
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
Berlin Newspapers and Journals

Contents

Table of contents

  • Städtebau (Public Domain)
  • Ausgabe 20.1925 (Public Domain)
  • Title page
  • Index
  • H. 1/2
  • H. 3/4
  • H. 5/6
  • H. 5/8
  • H. 9/10
  • H. 11/12

Full text

180 
STADTBAUKÜNSTLERISCHE FRAGEN LÜBECKS 
Abb. 1—4 / Skizzen von G, v. Teuffel 
Abb. 5 / Skizze von Salzmann 
Professor G. v. Teuffel, Karlsruhe, schreibt: 
Im Anschluß an den Artikel des „Städtebau“, Heft 3'4, die 
„Vorschläge für die Umbauung der Lübecker Marienkirche von 
Architekten Runge und Lenschow“ möchte ich mir einige Bemer 
kungen erlauben Lübeck ,diese einzig schöne mittelalterliche Stadt, 
fordert unbedingt eine ganz besonders liebevolle und fürsorgliche 
Behandlung, wem es sich um so durchgreifende Veränderungen 
wie die vorliegende handelt. Ich weiß nicht, in welchem Stadium 
die Angelegenheit ist; ich frage: ist der Vorschlag reif zur Ver 
wirklichung? Oder kann der ihm zugrunde liegende gute Gedanke 
nicht noch intensiver herausgearbeitet werden? Ich finde, die 
beiden den Chor flankierenden Bauten müßten diesen entweder 
ganz frei lassen (Skizzen oben) oder nur durch eingeschossige 
Arkaden und dann ohne Unterbrechung verbunden werden (Skizze 
in der Mitte). Es scheint mir, wie wenn auf diese Weise die 
Verhältnisse des Chors viel besser zu ihrem Recht kämen. Das 
Fortführen der Fassadenwand über die eigentliche Gebäudeecke 
hinaus gibt eine unglückliche Überschneidung des Chors und all 
gemein Unklarheit, weil die Ecke des Baukörpers verschwindet; 
zudem macht die Gliederung der blinden Wand Schwierigkeiten, 
die Kleinheit der Gesimsausbauchungen mit den Figuren kann 
sich neben dem edeln Chor nicht halten. Ich bin weit entfernt, 
mich in Angelegenheiten der beauftragten Architekten mischen 
zu wollen, das Allgemeininteresse zwingt zur Aussprache. 
Baurat Dr. Salzmann-Stolberg, einer der Preisträger im „Linden 
Wettbewerb, sendet die untenstehende Zeichnung und schreibt: 
Im März-Aprilheft des „Städtebau“ las ich mit Bedauern von 
dem Projekt der Architekten Runge und Lenschow in Lübeck. 
Zweifellos ist die Breite Straße in Lübeck die verkehrsreichste 
der Stadt, und eine Verbreiterung wäre sehr wünschenswert. Aber 
das konnte m. E. billiger und unter Erhaltung des prachtvollen 
Renaissancewerks der sogenannten alten Kanzlei geschehen. Sollte 
es nicht möglich sein, die Arkaden der Westseite für den Fuß 
gängerverkehr an die Straße zu verlegen und an deren Stelle 
geschlossene Räume einzubauen? Der Charakter des Gebäudes 
würde dadurch nicht wesentlich geändert werden, denn an der 
Straßenseite sind bereits Blendbogen vorhanden. Die alten Säulen 
der Westseite könnten verwendet und die Höhenunterschiede durch 
Sockeluntermauerungen ausgeglichen werden. (Abb. 5.) 
Übrigens ist damit immer noch nicht die Frage der Straßen 
verbreiterung bei dem in der Nähe gelegenen köstlichen Sand 
steintreppenhause am Rathaus gelöst, das ebenfalls in die Flucht 
der Straße vorspringt. Vielleicht werden die Lübecker einfach durch 
Niederreißen auch diese Aufgabe lösen!? Hoffentlich wird es dann 
aber an anderer Stelle wieder aufgebaut. 
Man kann nur hoffen, daß aus den Bauabsichten der Architekten 
Runge und Lenschow, aus der Zerstörung eines der schönsten 
Stadtbilder Lübecks nichts wird! 
Ich glaube, daß ein Tiefenplatz vor dem Chor der Marienkirche 
sehr günstig wirken würde, zumal er leicht zu schaffen ist, denn 
zwei schmale Gäßchen führen bereits von der Königstraße zur 
Breiten Straße empor. 
Wenn aus früheren Zeiten verhältnismäßig wenig Tiefenplätze 
vor Choransichten erhalten sind, so Hegt das daran, daß vor den 
West- und Seitenportalen Zugangsplätze und Zufahrtsstraßen ge 
schaffen werden mußten, die Chorseiten wurden bei der starken 
Raumausnutzung der mittelalterlichen Stadt unbedenklich zugebaut, 
Immerhin greife ich an guten Beispielen heraus: der ansteigende 
langgestreckte Platz vor dem herrlichen spätgotischen Domchor von 
Passau, den Platz vor dem Osttor des Mainzer Domes, den Platz 
vor dem Erfurter Domchor, die Zugangsstraße über die Altmühl 
brücke auf den Eichstätter Domchor. Ein klassisches Beispiel, der 
Platz mit der spanischen Treppe in Rom, führt auf eine breit 
gelagerte Kirchenfassade empor. Eine Bestätigung meiner Ansicht 
fand ich in der vorigen Woche auch in Halle, Mühlhausen und 
Braunschweig (Altstadtmarkt). 
Gerade das tiefe Relief der durch Strebepfeiler und Strebe 
bogen reich gegliederten Choransichten verträgt sehr gut einen 
weiten Blickpunkt, namentlich bei ansteigendem Gelände, wie das 
auch in Lübeck der Fall ist.
	        

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